Wie du Klarheit findest (wahrscheinlich nicht, was du hören willst…)

Klarheit. Wir alle wollen sie und (ver)zweifeln doch regelmäßig daran. Denn immer wieder kommen sie, die Selbstzweifel, das Nichtweiterwissen, die “und was ist jetzt die richtige Entscheidung?”-Gedanken. Ein Beitrag über Zweifel, Klarheit und deinen inneren Frieden, wenn du gerade jetzt Klarheit suchst.

 

Wann hören die Zweifel auf und fängt die Klarheit an?

Klarheit ist keine “been there, done that”-Geschichte. Kein To Do, das du abhaken kannst. Du meditierst dich nicht dorthin und bleibst dann dein fokussiertes, klarsehendes Selbst. Trotz all der Meditation, der Selbstreflexion, dem Journaling wird es immer wieder Episoden geben, in denen du an dir oder deinem Weg oder beidem zweifelst.

Durch Meditation, Selbstreflexion und Journaling wirst du weniger zweifeln und du wirst leichter den Weg, den du gehen möchtest, wiederfinden. Aber du wirst zweifeln.

Durch Meditation, Selbstreflexion und Journaling wirst du mehr Vertrauen in dich und deinen individuellen Weg haben – mehr Vertrauen, dass du dich und deinen Weg wiederfindet. Aber du wirst zweifeln.

 

 

Wenn du also gerade zweifelst: es liegt nicht an dir.

Du hast keinen Fehler gemacht. Du bist nicht zu schwach. Glaub nicht, dass all die anderen Menschen, die nach Klarheit streben und sie leben – versuchen zu leben – nicht auch ab und an solche Zweifel spüren. Man sieht die Momente des Zweifeln selten auf Instagram & Co. Aber Klarheit korreliert nicht mit der Anzahl an Followern. Und du scheiterst auch nicht daran die Klarheit zu finden, die du dir wünschst, weil dir ein Worksheet fehlt oder du eine Strategie oder Technik erst noch verinnerlichen musst.

 

Du scheiterst an der Klarheit, weil das Konzept genau das vorsieht.

Weil Klarheit kein To Do ist, dass du Abhaken kannst. Sondern ein Weg. Probiere all die Meditationen, Worksheets, und Selbstreflexionsübungen aus, die dir sinnvoll erscheinen auf dem Weg. Aber glaube nicht, dass eine ganz bestimmte oder die Kombination aller dich an das Ziel, den Endpunkt, die Klarheit bringen werden.

Wenn die Meditation, das Worksheet, die Selbstreflexionsübung genau da ansetzt, wo du gerade stehst, wunderbar. Dann bringt sie dich ein wenig weiter auf deinem Weg. Nur nicht näher, denn das Ziel bewegt sich ständig.

 

Innere Klarheit finden und Selbstzweifel überwinden. Gibt es einen Weg?

 

Klarheit findest du nur in dir selbst.

Und das ist Arbeit. Wie ein Bildhauer, der einen Stein bearbeitet – mit dem spannenden Twist, dass du selbst nicht einmal so genau weißt, wie das Ergebnis aussehen wird. Aber du weißt und vertraust – meistens – dass du es finden wirst.

 

Klarheit, vielmehr der Weg zu mehr Klarheit, ist immer Arbeit – und wird für immer Arbeit sein.

Aber es ist eine Arbeit für dich und dein Leben. Es ist pure Selbstliebe. Und so gesehen, ist es eigentlich gut, dass es kein To Do zum Abhaken, kein “been there, done that” ist…

 


 

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Mut und warum wir Frauen mehr davon brauchen

Mut liegt im Auge des Betrachters. Wann warst du das letzte Mal mutig? Ein Beitrag über ein sehr männliches Wort, das wir Frauen ruhig mehr in unser Leben holen sollten. Denn mutig zu sein, verbessert deinen Alltag und deine Zufriedenheit.

 

Wieso jetzt auf einmal Mut?

Mut ist eines dieser klassischen männlichen Wörter. Das fängt schon bei den Kindern an. Jungs werden dazu ermutigt, mutig zu sein, Mädchen dazu ermahnt, vorsichtig zu sein.
Dass das ein einseitiges Weltbild ist, würdest du bestimmt unterschreiben. Gleichzeitig sind wir selbst mit genau diesem Weltbild erzogen worden und so fällt es uns selbst schwer, Frauen und das kleine Wörtchen Mut zusammenzubringen.

 

Vielleicht ist es dir aufgefallen, dass Mut in meiner Vision eine Rolle spielt.

Frei aus meinem TED-Talk und daher auf Englisch: to empower women to make BOLDER choices about their lives, so they can live their lives according to their own priorities.
Es ist meine Vision, Frauen wie dich zu unterstützen, mehr Klarheit und Fokus in ihrem Leben zu erreichen, so dass sie ihr Leben nach ihren eigenen Prioritäten gestalten können. Und dafür brauchst du mutige Entscheidungen.

 

Wenn du dein Leben nach deinen eigenen Prioritäten gestalten willst, kommst du nicht um Mut umher.

Du wirst den Status Quo hinterfragen. Du wirst auch mal anecken. Du wirst Grenzen ziehen und nein sagen. Genau das ist Mut.

 

Mut in deinem Alltag

Mut hat erstmal nichts mit Jobkündigen und Auswandern zu tun. Mut heißt nicht den Status Quo allesamt über Bord zu werfen.
Mut bedeutet erst einmal nur das:

du tust etwas ander(e)s als bisher.

 

Und du tust es, obwohl es außerhalb deiner Komfortzone liegt und du es bisher noch nicht oder nur selten getan hast.

Mut ist ein „nein“ und ein „ich mach das jetzt einfach“.

Wozu du „nein“ sagst und was du „einfach machst“, das ist allein von dir abhängig und wo du in deinem Leben stehst.

 


 

 

Mut bedeutet für mich in diesem Fall auch, den Artikel so wie er ist, zu veröffentlichen – entgegen aller SEO-Regeln und anderen Internet-Weisheiten.

 

Meinen (angstgetriebenen) Impuls, diesen Beitrag mehr der “Norm” anzupassen, schiebe ich zur Seite. Nicht dass ich es nicht versucht hätte. Ich hatte sie schon, die Absätze über mutige Entscheidungen im Alltag, über Grenzen ziehen, über die Komfortzone. Aber die Idee hinter diesem Beitrag und in meinem Kopf hört, wenn ich ehrlich bin, dort oben nach knapp 300 Wörtern auf.

 

Gerade weil Mut individuell ist, gerade weil so ziemlich alles in deinem Alltag eine mutige Entscheidung sein kann, gefällt mir die Idee, dich mit diesem kurzen Beitrag einfach nur zum Nachdenken anzuregen.

Deinem Gehirn einen Impuls zu geben und dich einfach machen lassen. 

 

Du brauchst keinen Blogbeitrag, um dir zu sagen, dass du zu deinem Chef hättest “nein” sagen sollen, als er mit einer Aufgabe kam, dass du hättest “nein” sagen sollen, als der Elternbeirat wollte, dass du 2 Kuchen bäckst, dass du besser einfach mal deine Idee gesagt oder noch besser umgesetzt hättest.

Dafür brauchst du weder mich noch einen Blogbeitrag.

Mut und warum wir Frauen mehr davon in unserem Alltag brauchen

Du weißt es in dem Moment, in dem du die einfache statt der mutigen Entscheidung getroffen hast.

Du fühlst es.
Und wenn du das weißt, dann weißt du auch, was du zu tun hast…

 

In den Worten von Amelia Earhart:
“The most effective way to do it, is to do it.”

 

Teile dieses Impulses erschienen im August 2018 zum ersten Mal im Newsletter der Modern Slow Community. Möchtest du auch regelmäßig Gedankenanstöße bequem per Email erhalten, dann werde eine von uns.

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Lass uns Regeln brechen… Work-Life-Balance und so

 

Ich bin lange um das Thema herumgetanzt. Vielleicht sah es von Außen nicht so aus. Von Innen hat es sich aber so angefühlt. Denn seit der Gründung von Modern Slow gab es eine Regel: sprich nicht über die Arbeit. Weil ich angestellt bin und bestimmte Details nicht ins Internet gehören. Weil ich mir kein Urteil über deine Arbeit erlaube. Weil ich überzeugt bin, dass es keine allgemein gültige Lösung gibt. Denn die Situationen sind so individuell und kompliziert. Und die Regeln in der Arbeitswelt machen meist andere. Im Sinne von mutigen Entscheidungen und verrückten Ideen habe ich aber inzwischen das Gefühl, dass ich Stellung beziehen möchte. Ein Beitrag, den es früher nicht gegeben hätte. Auch ein Beitrag über Regeln und die Erkenntnis, dass wir es nicht allein schaffen.

 

Es geht eben nicht ohne…!

Ich bin inzwischen davon überzeugt, dass wir, wenn wir Frauen über Themen wie Zeitmanagement und Achtsamkeit sprechen, nicht umhin kommen über die Arbeit zu sprechen. Schließlich hat die berühmte Work-Life-Balance zwei Faktoren.

Und wenn wir über Frauen im Job sprechen, dann kommen wir nicht umhin über die Arbeitswelt zu sprechen. Also sprechen wir drüber.

 

 

Ich habe bisher nicht über Arbeit geschrieben, weil es so unheimlich individuell ist.

Und ziemlich emotional – auch wenn wir uns das nicht immer eingestehen. Wer daran zweifelt, verfolge bitte aufmerksam wie Frauen untereinander die Lebensentscheidungen der anderen bewerten.

Die Emotionalität fängt schon bei den Wörtern an.

Karriere – schlechtes Wort. Das klingt nach keine Kinder kriegen, um eine Chance auf den Vorstandsjob oder Senior Management zu haben.

Erfolg – ähnlich schlecht. Suggeriert Karriere, gerne auch das Gehalt.

 

Dabei haben die meisten von uns einen Beruf und Job aus genau diesen Gesichtspunkten gewählt. Es war keine “mir doch egal was ich mache, hauptsache jemand zahlt mir was und ich bin krankenversichert”-Entscheidung.

Du wolltest Erfolg und Karriere. Halt, falsche Wörter. Lass mich das konkreter formulieren:

du wolltest einen Beruf und Job, der dir Freude macht, an dem du wachsen kannst und etwas beiträgst.

Nicht unbedingt Lebenssinn stiftend und allumfassend, aber ein bisschen Erfüllung darf schon sein.

Und anfangs lief das auch ganz gut. Wir haben gute Arbeit gemacht, wurden befördert.

 

Doch mit dem ersten Kind wurde alles anders.

Auf einmal müssen wir anecken. Grenzen ziehen.

Nein, den Termin kann ich nicht wahrnehmen, da ich dann im Mutterschutz sein werde.

Nein, diesen Abendtermin kann ich so kurzfristig nicht wahrnehmen.

Können wir den Termin bitte vor 16.00 Uhr legen?

 

Grenzen ziehen fällt uns so schon oft genug schwer. Aber darum soll es heute nicht gehen.

Sondern darum, WARUM wir mit diesen Grenzen anecken.

 

Wenn ich mich in dem Teil der Wirtschaft, den ich in den letzten 10+ Jahren kennengelernt habe, umschaue, dann ist es kein Problem Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen.

Egal, ob Karriere nun die Jagd auf den Vorstandsposten oder einfach eine spannende Position mit Verantwortung bedeutet.

 

Wie kannst du Work-Life-Balance erreichen? Besseres Zeitmanagement? Nicht solange...

Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen, ist kein Problem.

Alles was du dazu brauchst, ist eine Frau.

Eine Frau, die sich um alles andere außerhalb des Büros kümmert.

 

Wenn ich mich umschaue, dann korreliert die “Vereinbarkeit” von Kind und Beruf mit einem bestimmten Lebensmodell: er macht den Job, sie den Rest.

 

Und um das ganz deutlich zu machen: ich habe kein Problem mit dem Lebensmodell. Es gibt viele Gründe das zu wählen. Und so lange es eine wirkliche Wahl für die beiden Beteiligten war, habe ich kein Problem damit.

Es gibt nicht das eine Lebensmodell, das objektiv besser ist. Es gibt nur das Lebensmodell, das für dich und deine Familie ganz subjektiv richtig ist.

Es geht mir nicht darum, dass alle Frauen Karriere machen MÜSSEN.

 

Ich bin ein Verfechter von freier Wahl.

Wenn du aus ganzem Herzen zu Hause bei deinen Kindern sein möchtest, dann unterstütze ich dich dabei aus ganzem Herzen.

 

Was mich wütend macht, ist wenn du arbeiten willst- und die Herausforderung mit der Kinderbetreuung geklärt hast – in einem Umfeld arbeitest, dessen Regeln nur noch bedingt mit deinem Lebensmodell übereinstimmen.

 

“Gute Arbeit” sollte ein Ausdruck von Qualität sein.

Oft genug vermischt sich das aber mit Kriterien, die leicht messbar sind, aber nur bedingt mit “guter Arbeit” zusammenhängen: Präsenzzeit, generell lange Arbeiten, die Bereitschaft, auch mal kurzfristig in den Flieger zu steigen.

 

Und genau das ist, was das Grenzen ziehen so schwer macht.

Weil man sich gefühlt – oder in manchen Unternehmen auch tatsächlich – Wege verbaut, die man gerne gegangen wäre.

Weil man gefühlt – oder in manchen Unternehmen auch tatsächlich – eine Anomalie ist.

Weil man manchmal einfach keine Lust hat, für etwas zu kämpfen, was doch keine große Sache sein sollte.

 

All das betrifft natürlich auch Männer.

Männer, die “früher” gehen, die Arbeitszeit reduzieren wollen, oder einfach ein anderes Arbeitsmodell wünschen, stehen oft vor den gleichen Herausforderungen.

 

Und oft steckt hinter den Regeln, hinter den Kommentaren gar keine Bösartigkeit. Sondern einfach Unwissenheit über die Realität des anderen.

 

Es wird Zeit, dass wir die Regeln brechen und miteinander reden.

 

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Der Vollständigkeit halber sei erwäht, dass ich meine Regel das erste Mal schon vor einem Monat auf Instagram gebrochen habe. Die Gespräche in den Kommentaren und Nachrichten stimmen genau darin überein: Lasst uns drüber reden!

Dieses Thema lässt sich unmöglich in einem Artikel bewältigen.

Eine weitere und absolut lesenswerte Sicht auf die Rolle der Männer in diesem ganzen Vereinbarkeitskarussell beschreibt Andrea in diesem Artikel, den ich dir wirklich sehr ans Herz legen möchte.

 

Wenn du einen Beitrag zu diesem Thema empfehlen kannst, dann schreib uns gerne hier in den Kommentaren oder per Email.

 

 

Warum Multitasking Dir nichts bringt – und wie Du stattdessen achtsam produktiv wirst

Oder (das war mal der Arbeitstitel) “Wie Du wirklich, endlich, ein für alle mal mit dem Multitasking aufhörst, obwohl Du es schon x Mal versucht hast”. Denn die Sache ist: wir wissen, dass Multitasking nicht gut für uns ist. Aufhören tun wir trotzdem nicht. Denn es ist einfach so verdammt attraktiv. Mehr schaffen in weniger Zeit – wer wünscht sich sich das nicht (zumindest insgeheim)? Und noch dazu ist es so verdammt einfach. “Nur mal schnell…” ist das neue “getting sh*t done”, 10 Tabs gleichzeitig offen gilt als Zeichen von Produktivität, und sich aufs Smartphone-starrend anzuschweigen ist sozial akzeptiert. Ein Beitrag über die schöne neue Welt, das Karussell in Deinem Kopf und wie Du dem Wissen auch Taten folgen lässt.

 

Wir alle wissen, dass Multitasking schlecht ist. Eigentlich.

Eine Google-Suche nach “Multitasking” und schon die ersten Überschriften zeigen, dass Multitasking nichts Gutes ist: “Mythos”, “Märchen”, “funktioniert nicht”. Soweit, so bekannt. Nur liegen zwischen diesem Wissen und unserem Handeln oftmals Welten. Die Möglichkeiten, Multitasking zu betreiben, werden eher mehr denn weniger. Dank Smartphone, Smart Home und einer stabilen Internetverbindung können wir jederzeit und überall “mal nebenbei” 2, 3 oder 5 Dinge gleichzeitig tun. Und unser vollgepackter Alltag suggeriert uns dabei, dass Multitasking der Schlüssel zu unserer Produktivität ist. Der Reiz, so mehr zu schaffen ist groß – aber leider ein Trugschluss.

Effizienz durch Multitasking ist ein – siehe Schlagwort aus der Google-Suche – Mythos. Und Märchen.

Und es funktioniert nicht. Alles gleichzeitig zu erledigen macht nicht schneller. Du bist sogar deutlich langsamer, als wenn Du eines nach dem anderen abarbeiten würdest. Je mehr Aufgaben wir gleichzeitig erledigen möchten, desto mehr versetzen wir unser Gehirn in einen Stresszustand. Wer regelmäßig multitaskt, befindet sich unter permanenten Stress und es wird immer schwerer, sich davon wieder zu erholen. Multitasking macht also nicht produktiver, sondern treibt nur den Stresslevel nach oben.

 

Und mehr Fehler machen wir  auch. Beispiel: Hast Du Dich schon einmal dabei beobachtet, was passiert, wenn Du telefonierst und gleichzeitig den Einkaufszettel schreibst? Es geht, so mehr oder weniger. Aber im Nachhinein merkt man oft, dass man sich nicht so ganz daran erinnern kann, was der Gesprächspartner am anderen Ende da alles erzählt hat. Hand aufs Herz, wir alle haben schon mehr als einmal nicht mitgekriegt was uns unser Partner oder unsere Kinder von ihrem Tag erzählt haben, weil wir während dessen gekocht/Emails beantwortet/Instagram gecheckt haben. Deine Aufmerksamkeit kann nicht auf beides gleichzeitig gerichtet werden. Wenn Du zwei Dinge gleichzeitig tust, dann springt Deine Aufmerksamkeit zwischen beiden Dingen – so entstehen Fehler und Lücken in Deiner Erinnerung, ganz zu schweigen von dem Stress in Deinem Kopf.

 

Aber: das wissen wir ja eigentlich schon alles.

 

 

Dass Multitasking nicht gut ist, weißt Du. Aber wie kannst Du achtsam produktiv werden? | modernslow.com #stress

 

Entweder…oder… Multitasking vs. Singletasking

Multitasking ist letztlich nichts anderes als eine Gewohnheit – eine Gewohnheit, die wir uns tagein tagaus antrainieren, indem wir – mit dem Smartphone in der Hand – unseren Alltag effizienter gestalten.

Wie bei jeder Gewohnheit ist der erste Schritt zur Besserung immer die bewusste Entscheidung, die Gewohnheit zu ändern. Deshalb ist Achtsamkeit so eine kraftvolle Möglichkeit, mit Multitasking aufzuhören. Anstatt ins Rödeln zukommen und Fehler zu machen oder den Überblick über unsere Arbeit zu verlieren, besinnen wir uns wieder bewusst auf den Ist-Zustand. Was ist jetzt gerade wichtig?

Achtsam vorzugehen bedeutet auch, sich einer Tätigkeit nach der anderen zu widmen. Prioritäten setzen ist das effektivste Mittel gegen den Drang, alles gleichzeitig machen zu wollen.

Das ist nicht gerade einfach und wir werden auch mal Scheitern – vor allem weil unser treuer Begleiter beim Multitasking (unser Smartphone) nur einen Handgriff entfernt ist. Aber Fokussieren hilft und Stück für Stück wird es einfacher.

 

Trau Dir selbst nicht!

Um es (mehr oder weniger) mit Simon Sineks Worten zu sagen: We hate email, but man do we love the bing, beep, and buzz.*

Wir sind alle ein bisschen süchtig nach unseren Smartphones und genau deshalb fällt es auch so schwer, unseren Vorsatz, das Multitasking endlich sein zu lassen, umzusetzen. Solange diese wunderbaren Geräte, die uns so viele positive Dinge ermöglichen, in Reichweite sind, ist “nur mal schnell…” immer eine Option.

Um also Deinem Wissen endlich Taten folgen zu lassen, hilft es oftmals schon enorm, einfach mal das Smartphone wegzulegen.

Ich weiß, das wolltest Du nicht hören. Wahrscheinlich, weil Du es schonmal gehört hast. Mehrmals.

Andererseits die gute Nachricht ist: es hat weniger mit Disziplin und persönlicher Stärke zu tun, als mit den Rahmenbedingungen, die Du Dir setzt.

Solche Rahmenbedingungen könnten sein:

  • kein Smartphone am Esstisch
  • während Deiner besten Arbeitszeit liegt dein Smartphone in einem anderen Zimmer
  • nur ein Medium konsumieren: Fernsehen oder Smartphone
  • kein Smartphone während einer Konversation

 

Wirklich, vergiss Disziplin!!

Wenn Du darauf baust, dass Du aus schierer Willenskraft nicht zum Smartphone greifst, während ein Kollege von seinem Wochenende erzählt, wenn Du auf etwas nicht sofort die Antwort weißt, oder wenn Du “nur mal schnell” Instagram checken willst, während Dein Laptop ein Programm öffnet, verurteilst Du Dich selbst zum Scheitern.

Selbst, wenn Du Dein Multitasking damit unter Kontrolle hast (wohl eher: hättest).

Denn: Du hast nur eine endliche Menge an Willenskraft. Wenn Du also Deine Willenskraft dafür aufbrauchst, Dein Smartphone nicht anzufassen, obwohl es direkt neben Dir liegt, hast Du deutlich weniger Willenskraft zur Verfügung, um “nein” zu anderen Dingen zu sagen.

Du hast deutlich weniger Willenskraft, um bei dem Vorsatz “heute kein Dessert” zu bleiben. Du hast auch weniger Willenskraft zur Verfügung, um mit Gelassenheit auf den Wutanfall Deines Kindes zu reagieren. Du hast weniger Willenskraft, um “nein” zu einem Impulseinkauf zu sagen. Du hast weniger Willenskraft, um den Wecker für Deine Morgenroutine zu stellen. Und und und.

Regeln klingen auf einmal so viel besser nicht wahr?!

 

Was Du tun kannst, wenn Du Dich doch beim Multitasken ertappst

Egal welchen Ansatz zu wählst, es wird nicht immer funktionieren. Multitasking ist schwer loszulassen. Und: gerade mit Kindern fühlt es sich manchmal unmöglich an, sich nur auf eine Sache zu konzentrieren, da Kinder häufig Deine Aufmerksamkeit – gerne auch lauthals – einfordern, während Du eigentlich etwas anderes tust.

Nur, Multitasking ist auch keine Lösung. (Wie wir ja auch schon wissen.)

 

Dein 3-Schritte-Plan, wenn Du Dich beim Multitasking ertappst

Multitasking ist wie eine Spirale, ein ständiges mehr, mehr, mehr. Um nicht in Stress zu verfallen, ist es wichtig, diese Spirale bewusst zu durchbrechen.

Das kannst Du in 3 Schritten angehen:

  1. Stoppe bewusst: Sobald es Dir auffällt, dass Du multitaskst, hörst du mit beiden Tätigkeiten auf.
  2. Halte inne: Atme tief durch, und schließ (wenn möglich) für ein paar Sekunden die Augen, um zur Ruhe zu kommen und Abstand zu gewinnen. Versuche, dich ganz allein auf Deine Atmung zu konzentrieren – so als ob Du Meditieren würdest. Wenn Du spürst, dass Du entspannst, geht es an den nächsten Schritt.
  3. Setze Deine Prioritäten neu: Was hast Du eben alles versucht, gleichzeitig zu tun? Entscheide jetzt, welche Tätigkeit die Wichtigste ist und gehe sie als Erstes an. Konzentriere Dich nur auf sie, bis sie abgeschlossen ist. Erst dann widmest Du Dich der nächsten Aufgabe.

 

Multitasking lässt sich nicht von heute auf morgen abstellen. Es ist anstrengend und bedeutet, dass Du Deine Gewohnheiten verändern musst.

 

Der Grund für dein Multitasking? Du drückst Dich um eine Entscheidung!

Bereit für die letzte provokante These? Du multitaskst, weil Du Dich um eine Entscheidung drückst. Weil du für dich keine klaren Prioritäten setzt.

Multitasking ist nichts anderes als der Kram in Deiner Wohnung. Vertagte Entscheidungen.

Statt unnütze Dinge zu entsorgen, entwickeln wir komplexe Ordnungssysteme. Statt Aufgaben zu priorisieren (oder nein zu sagen), multitasken wir.

Triff die Entscheidung.

 

Du gewinnst Klarheit, wirst sogar produktiver, gelassener und zufriedener.

Auch das hast Du wahrscheinlich schon mal gehört…

 

 

Hast Du auch immer wieder mit Multitasking zu kämpfen? In welchen Situationen verspürst Du den Wunsch, zu multitasken?

 

*full disclosure: ich konnte nicht mehr den Vortrag finden, in dem Simon Sinek (mehr oder weniger) diese Aussage getroffen hat. Sinngemäß findet sie sich aber meisten aktuellen auf Youtube verfügbaren Vorträgen von Simon Sinek.

 

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