Achtsamkeit im Alltag – Gelassenheit und Fokus trotz voller To Do-Liste

Auf den ersten Blick hat mein Leben nicht viel mit Achtsamkeit zu tun. Ich arbeite Vollzeit in der Wirtschaft, ich arbeite in meiner Freizeit an Modern Slow und Mutter und Ehefrau bin ich auch noch. Wie passt das mit Achtsamkeit zusammen? Schließlich bin ich ja keine Yogalehrerin…!?! Oder Coach. Oder zumindest Vollzeit-Blogger. Mein Alltag ist voll und – da ich für ein Unternehmen und nicht mich selbst arbeite – auch bis zu einem gewissen Grad fremdbestimmt. Dabei ist Achtsamkeit ein unheimlich wichtiger Bestandteil meines Alltags, von morgens bis abends. Und genau das ist das Geheimnis: du brauchst keinen bestimmten Lifestyle, um Achtsamkeit zu leben. Du musst nicht Dinge in deinem Leben verändern, um achtsamer zu leben. Im Gegenteil: Achtsamkeit funktioniert wo du gerade jetzt bist. Und so ist Achtsamkeit – und wie ich sie in meinen Alltag integriere – der Grund, warum ich all das sein und tun kann. Ein Beitrag über Achtsamkeit im Alltag. Auch eine Einladung alte und bekannte Muster zu hinterfragen.

 

Voller Alltag – wo bleibt da bitte die Achtsamkeit?!

Auch wenn ich als BWLerin wie ein reiner Kopfmensch klinge, Achtsamkeit hat einen hohen Stellenwert für mich und ist ein unheimlich wichtiger Bestandteil meines Alltags.

Regelmäßig in mich hineinhören. Meine Morgenroutine, die ich jeden, wirklich jeden Tag mache. Meine Abendroutine, mit der ich immer wieder mal hadere (und sie nicht tue, um dann wieder zu ihr zurückzukommen). Meine Pausen im Laufe des Tages. Ein kleiner Check-in während ich den Espresso trinke. Einfach aus dem Fenster schauen. Das Fenster aufmachen und einmal tief einatmen.

 

All das, Achtsamkeit generell, geht auch im Büro

In meinem Fall mit 10+ Kollegen daneben…

Und im Zweifel hilft es, einfach mal kurz die Flucht aus dem Großraumbüro zu ergreifen. Auch ich saß schon im leeren Essenraum, habe die Schuhe ausgezogen mich im Schneidersitz hingesetzt (so gut das in einer Anzughose geht) und meditiert. Oder bin samt Laptop in einen leeren Meetingraum umgezogen, um mal für 30 Minuten Ruhe zu haben für eine denkintensive Aufgabe – aber auch, um mal kurz mit mir allein zu sein.

Es vergeht kein Tag im Büro, in dem ich nicht eine dieser kleinen Achtsamkeits-Pausen mache.

Das ist eher unüblich in meiner Arbeitswelt. Aber damit tue ich nicht nur mir etwas Gutes, sondern auch meiner Produktivität…

 

All die kleinen Dinge, das ist Achtsamkeit

In meinem Alltag setzt Achtsamkeit den Rahmen, morgens, abends und zwischendurch. All die kleinen und großen Rituale helfen mir, dass ich die Ruhe bewahre, konzentriert bin und auf gut deutsch nicht wahnsinnig werde. Achtsamkeit macht mich produktiver, ausgeglichener und zu einem netteren Menschen.

Ich kann mit Wutausbrüchen meines Sohnes besser umgehen. Ich kann mit einem blöden Spruch einer schlechtgelaunten, gestressten Person besser umgehen. Ich werde selbst nicht zur schlechtgelaunten, gestressten Person, die anderen blöde Sprüche reindrückt (meistens…  – nobody’s perfect).

 

Achtsamkeit ist mehr als Yogalehrer zu werden

Eigentlich hat sie gar nichts mit deiner Berufswahl zu tun. Ja, die meisten Menschen, die über Achtsamkeit sprechen, habe sie in irgendeiner Form zu ihrem Beruf gemacht. Aber das bedeutet nicht, dass ein Job oder Lifestyle die Voraussetzung für Achtsamkeit ist.

 

Gerade, wenn sie das erste mal mit Achtsamkeit in Kontakt kommen, schwanken viele zwischen “das bringt doch nichts” und “dafür muss man Yogalehrer oder irgendsoeine Eso-Tante sein”.

Ich kann dir aus meiner eigenen Erfahrung bestätigen, es bringt wirklich etwas – vielmehr als du denkst und für möglich hältst – und ich bin jetzt auch nicht als hippie-dippie Eso-Tante unterwegs, sondern einfach eine viel ausgeglichenere Projektmanagerin in einer Strategieabteilung.

 

Bei Achtsamkeit helfen die guten alten Schubladen im Kopf nicht viel.

Denn Achtsamkeit ist das, was auch immer du möchtest, dass sie sein soll.

Achtsamkeit ist das, was du brauchst.

 

 

Achtsamkeit im Alltag - weniger Stress, mehr Fokus und Gelassenheit trotz langer To Do-Liste #stress #achtsamkeit

Was ist also Achtsamkeit für mich?

Auf der Mindful Blogging Conference* im April wurden wir Speaker gebeten, den Satz “Achtsamkeit ist für mich…” mit einem Wort zu vervollständigen. Vor laufender Kamera. Meine erste Reaktion: “was?!?! wie?!?! nur ein Wort?!?! Und dann auch noch in die Kamera sagen?!?! Hilfe, ich bin doch noch total zerknittert vom Flug! Kann ich sagen, die sollen mich in einer halben Stunde noch mal fragen?! Wenn ich meine Gedanken sortiert habe…”

Nachdem sich die Panik der ersten Millisekunden gelegt hat (ja Millisekunden, meine Gedanken sind schnell glaub mir), übernahm meine “sag einfach ja”-Reaktion, die ich mir in den letzten Jahren antrainiert habe. Und schon war ich auf dem Weg zum Kameraspot. Aber während ich da so darauf zuging, wusste ich genau die Antwort. Keine Panik. Einfach Ruhe, Sicherheit, Gelassenheit. Ich weiß meine Antwort.

Achtsamkeit ist für mich Fokus.

Achtsamkeit schafft Fokus. Sie stellt sicher, dass ich fokussiert bleibe. Dass ich bei mir bleibe und gleichzeitig offen bin für das da draußen. Dass ich mich nicht in blindem Aktionismus verrenne. Achtsamkeit macht mir bewusst, dass meine Ressourcen (insbesondere meine mentalen) begrenzt sind. Und nicht zuletzt, verdrängt sie all den Bullshit, den ich nicht brauche.

Achtsamkeit ist Fokus.

Und genau deshalb ist Achtsamkeit auch so unersetzlich in meinem Alltag. Ohne geht es schlichtweg nicht. Naja, es geht schon. Es gab ja auch in meinem Leben eine Zeit vor der Achtsamkeit. Die Zeit war geprägt von Stress, negativen Gedankenspiralen und einem ständigen Gefühl von nicht gut genug. Es hat funktioniert…so lange, bis mich die Aussicht darauf einen Termin mit einem Klempner zu vereinbaren, zum Weinen gebracht hat.

Es hat funktioniert, bis ich nicht mehr funktioniert habe.

 

Welchen Rahmen kann Achtsamkeit in deinem Leben setzen?

Das spannende an der Aktion auf der Mindful Blogging Conference?

Fast alle Speaker haben sich für ein anderes Wort entschieden.

Jede von uns hat einen anderen Zugang zur Achtsamkeit, jede von uns macht ihre eigenen Erfahrungen damit.

Die Antwort, was Achtsamkeit für dich ist und was sie für dich tun kann, ist abhängig davon, wo du gerade stehst.

Deine individuelle Antwort wird eine andere sein, wenn du mit beiden Beinen im Berufsleben stehst, wenn du gerade ein Neugeborenes durch die Wohnung schukelst, wenn du den Spagat zwischen Familie und Beruf versuchst, wenn du… Deine individuelle Antwort ist eine andere, wenn du schon mit Achtsamkeit in Kontakt gekommen warst, wenn du ein Meditationsprofi bist, wenn du noch nie etwas in die Richtung versucht hast.

Das ist – gerade am Anfang – frustrierend. Schließlich wäre ein Rezept, ein 5-Schritte-Plan schön.

Aber den gibt es nicht  den brauchst du nicht. Denn Achtsamkeit setzt bei deinen Bedürfnissen an.

Und ja, deine Bedürfnisse sind so individuell wie du.

Achtsamkeit bedeutet ja gerade eben in dich hineinzuhorchen. Und dafür brauchst du keinen 5-Schritte-Plan. Sondern einfach nur ein bisschen Mut, um Zeit mit dir selbst zu verbringen.

Diese Zeit findest du bei einer Pause im Alltag – vielleicht ähnlich wie meine Kaffeepause.

Diese Zeit findest du bei einer Morgenroutine, einer Abendroutine, auf dem Weg zur Arbeit, beim Spazierengehen, beim Kochen, Bügeln, Wäsche falten, …

Eigentlich brauchst du nicht mehr für ein bisschen mehr Achtsamkeit in deinem Alltag. Du musst nur damit anfangen, hineinzuhorchen und mit dir zu sein.

 

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Wie du mit weniger Informationen endlich ins Handeln kommst

In dieser Welt voller Informationen muss man manchmal die Scheuklappen anziehen. Den ständigen Informationsfluss unterbrechen. Weniger Informationen konsumieren. Nicht nach links oder rechts schauen. Nicht in das nächste schwarze Loch gezogen werden. Ein Beitrag über Informationen und Kreativität – und warum du deine Kreativität mit all den Informationen erstickst und dich selbst daran hinderst, ins Handeln zu kommen.

Information ist nicht Inspiration

Information sind Daten, Zahlen, Fakten, Meinungen.

Information führt nur zu Inspiration, wenn noch eine wichtige Sache hinzukommt: Raum.

Der Raum in deinem Kopf zu denken „mhm, was wäre wohl, wenn…“.
Doch je mehr wir Inspiration durch Information suchen, desto mehr ersticken wir den Raum und die Inspiration gleich mit. Dann ist da stattdessen eher dieser Gedanke in unserem Kopf: „ich sollte das und das und dann das machen…“

 

DU.BIST.KREATIV!

Dem zugrunde liegt ein fundamentales Missverständnis, dem die meisten von uns bewusst oder unbewusst folgen: „ich bin nicht kreativ“. Wir sind felsenfest davon überzeugt, dass Inspiration nur von außen kommen kann.
Und so machen wir uns auf und googlen wie wild, folgen zig Blogs, die „mal interessant sein könnten“, abonnieren Podcasts und folgen Instagram-Accounts, weil die Bilder so schön sind, so dass sie uns bestimmt inspirieren.
All das um Inspiration zu spüren.
Dabei bist du kreativ.
Jede von uns hat das in sich.
Denn das, was wir für Kreativität brauchen ist nicht eine bestimmte Genetik, sondern Raum in unserem Kopf.
Den Raum in unserem Kopf einen bestimmten Schritt zu vollziehen, den wir uns nicht zutrauen:

Eigenleistung.

Das Verknüpfen von existierenden Konzepten mit deinen Erfahrungen, deinen Erkenntnissen und deinen ganz eigenen Daten.
Das ist, was Kreativität ausmacht.

Warum du weniger Informationen konsumieren solltest - für deine Kreativität und um ins Handeln zu kommen.

Kreativität ist nichts anderes als bestehende Dinge neu zu kombinieren oder etwas Bestehendes mit etwas Neuem zu kombinieren. 

Je mehr Informationen du konsumierst und recherchierst, desto mehr unterdrückst du den Raum in deinem Kopf (und deinem Terminkalender), den du brauchst, um inspiriert und kreativ zu sein.

Die kleine Flamme in dir

Inspiration ist dieses gute Gefühl im Bauch von Veränderung zum Besseren, von Möglichkeit und Potential.
Das gleiche Gefühl, das uns Vorsätze fassen, Pläne erstellen und Bullet Journals vollkritzeln lässt.

A time to consume and a time to produce

Natürlich ist es schön zu konsumieren, es ist schön in die Gedankengänge anderer Leute einzutauchen und einfach Informationen aufzusaugen.
Nur, wann immer du Konzepte anwenden willst, wann immer du eine Veränderung schaffen willst, ist nicht die Zeit zu konsumieren. Dann ist die Zeit ins Handeln zu kommen und die Ideen auf den Prüfstand zu stellen. Die Inspiration zu finden und deine Kreativität anzufeuern, den Ideen deinen eigenen Stempel aufzudrücken.
Es gibt Zeiten, da verschlinge ich Hörbücher und Podcasts. Da tauche ich in Themen auf YouTube ein, mit denen ich mich bisher nicht beschäftigt habe (aktuell: Ayurveda). Und dann gibt es Zeiten, in denen ich fast nichts lese. Anfang April, nachdem ich die Diss fertig hatte, habe ich so viel gelesen, gehört und geschaut wie schon lange nicht mehr. Nicht nur weil ich die Zeit dafür hatte, sondern weil ich Lust auf Neues hatte. Aber als es dann daran ging, den Talk für die Mindful Blogging Conference vorzubereiten, als ich meinen TED-Talk vorbereitet habe, da habe ich die Scheuklappen angezogen. Denn nur dann kann ich über meine Meinung und meine Erfahrung sprechen.

Die Angst hervorzustechen

Das ist es doch, warum wir Informationen suchen und konsumieren. Wir haben Angst, nicht genug zu wissen. Wir haben Angst zu scheitern. Aber noch viel mehr haben wir Angst vor unserer eigenen Individualität. Wir haben Angst, mit unserer Meinung, unseren Gedanken hervorzustechen. Denn genau damit machen wir uns – zumindest gefühlt – angreifbar.

Trau dir zu, deinen eigenen Weg zu finden!

Egal vor welcher Herausforderung du stehst, in den meisten Fällen wird die bestmögliche Lösung individuell sein. Die bestmögliche Lösung wird nicht die Kopie eines How-to-Videos auf YouTube oder dem Folgen einer “5 Schritte zu…”-Liste sein.

Die bestmögliche Lösung entdeckst du, wenn du in dich hineinhorchst.

Wenn du Dinge ausprobierst und dir dabei bewusst bist über deine Bedürfnisse und Wünsche. Und wenn du dir in dieser Welt voller Informationen den Raum lässt, deine ganz eigene Lösung zu entwickeln.

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Warum Multitasking Dir nichts bringt – und wie Du stattdessen achtsam produktiv wirst

Oder (das war mal der Arbeitstitel) “Wie Du wirklich, endlich, ein für alle mal mit dem Multitasking aufhörst, obwohl Du es schon x Mal versucht hast”. Denn die Sache ist: wir wissen, dass Multitasking nicht gut für uns ist. Aufhören tun wir trotzdem nicht. Denn es ist einfach so verdammt attraktiv. Mehr schaffen in weniger Zeit – wer wünscht sich sich das nicht (zumindest insgeheim)? Und noch dazu ist es so verdammt einfach. “Nur mal schnell…” ist das neue “getting sh*t done”, 10 Tabs gleichzeitig offen gilt als Zeichen von Produktivität, und sich aufs Smartphone-starrend anzuschweigen ist sozial akzeptiert. Ein Beitrag über die schöne neue Welt, das Karussell in Deinem Kopf und wie Du dem Wissen auch Taten folgen lässt.

 

Wir alle wissen, dass Multitasking schlecht ist. Eigentlich.

Eine Google-Suche nach “Multitasking” und schon die ersten Überschriften zeigen, dass Multitasking nichts Gutes ist: “Mythos”, “Märchen”, “funktioniert nicht”. Soweit, so bekannt. Nur liegen zwischen diesem Wissen und unserem Handeln oftmals Welten. Die Möglichkeiten, Multitasking zu betreiben, werden eher mehr denn weniger. Dank Smartphone, Smart Home und einer stabilen Internetverbindung können wir jederzeit und überall “mal nebenbei” 2, 3 oder 5 Dinge gleichzeitig tun. Und unser vollgepackter Alltag suggeriert uns dabei, dass Multitasking der Schlüssel zu unserer Produktivität ist. Der Reiz, so mehr zu schaffen ist groß – aber leider ein Trugschluss.

Effizienz durch Multitasking ist ein – siehe Schlagwort aus der Google-Suche – Mythos. Und Märchen.

Und es funktioniert nicht. Alles gleichzeitig zu erledigen macht nicht schneller. Du bist sogar deutlich langsamer, als wenn Du eines nach dem anderen abarbeiten würdest. Je mehr Aufgaben wir gleichzeitig erledigen möchten, desto mehr versetzen wir unser Gehirn in einen Stresszustand. Wer regelmäßig multitaskt, befindet sich unter permanenten Stress und es wird immer schwerer, sich davon wieder zu erholen. Multitasking macht also nicht produktiver, sondern treibt nur den Stresslevel nach oben.

 

Und mehr Fehler machen wir  auch. Beispiel: Hast Du Dich schon einmal dabei beobachtet, was passiert, wenn Du telefonierst und gleichzeitig den Einkaufszettel schreibst? Es geht, so mehr oder weniger. Aber im Nachhinein merkt man oft, dass man sich nicht so ganz daran erinnern kann, was der Gesprächspartner am anderen Ende da alles erzählt hat. Hand aufs Herz, wir alle haben schon mehr als einmal nicht mitgekriegt was uns unser Partner oder unsere Kinder von ihrem Tag erzählt haben, weil wir während dessen gekocht/Emails beantwortet/Instagram gecheckt haben. Deine Aufmerksamkeit kann nicht auf beides gleichzeitig gerichtet werden. Wenn Du zwei Dinge gleichzeitig tust, dann springt Deine Aufmerksamkeit zwischen beiden Dingen – so entstehen Fehler und Lücken in Deiner Erinnerung, ganz zu schweigen von dem Stress in Deinem Kopf.

 

Aber: das wissen wir ja eigentlich schon alles.

 

 

Dass Multitasking nicht gut ist, weißt Du. Aber wie kannst Du achtsam produktiv werden? | modernslow.com #stress

 

Entweder…oder… Multitasking vs. Singletasking

Multitasking ist letztlich nichts anderes als eine Gewohnheit – eine Gewohnheit, die wir uns tagein tagaus antrainieren, indem wir – mit dem Smartphone in der Hand – unseren Alltag effizienter gestalten.

Wie bei jeder Gewohnheit ist der erste Schritt zur Besserung immer die bewusste Entscheidung, die Gewohnheit zu ändern. Deshalb ist Achtsamkeit so eine kraftvolle Möglichkeit, mit Multitasking aufzuhören. Anstatt ins Rödeln zukommen und Fehler zu machen oder den Überblick über unsere Arbeit zu verlieren, besinnen wir uns wieder bewusst auf den Ist-Zustand. Was ist jetzt gerade wichtig?

Achtsam vorzugehen bedeutet auch, sich einer Tätigkeit nach der anderen zu widmen. Prioritäten setzen ist das effektivste Mittel gegen den Drang, alles gleichzeitig machen zu wollen.

Das ist nicht gerade einfach und wir werden auch mal Scheitern – vor allem weil unser treuer Begleiter beim Multitasking (unser Smartphone) nur einen Handgriff entfernt ist. Aber Fokussieren hilft und Stück für Stück wird es einfacher.

 

Trau Dir selbst nicht!

Um es (mehr oder weniger) mit Simon Sineks Worten zu sagen: We hate email, but man do we love the bing, beep, and buzz.*

Wir sind alle ein bisschen süchtig nach unseren Smartphones und genau deshalb fällt es auch so schwer, unseren Vorsatz, das Multitasking endlich sein zu lassen, umzusetzen. Solange diese wunderbaren Geräte, die uns so viele positive Dinge ermöglichen, in Reichweite sind, ist “nur mal schnell…” immer eine Option.

Um also Deinem Wissen endlich Taten folgen zu lassen, hilft es oftmals schon enorm, einfach mal das Smartphone wegzulegen.

Ich weiß, das wolltest Du nicht hören. Wahrscheinlich, weil Du es schonmal gehört hast. Mehrmals.

Andererseits die gute Nachricht ist: es hat weniger mit Disziplin und persönlicher Stärke zu tun, als mit den Rahmenbedingungen, die Du Dir setzt.

Solche Rahmenbedingungen könnten sein:

  • kein Smartphone am Esstisch
  • während Deiner besten Arbeitszeit liegt dein Smartphone in einem anderen Zimmer
  • nur ein Medium konsumieren: Fernsehen oder Smartphone
  • kein Smartphone während einer Konversation

 

Wirklich, vergiss Disziplin!!

Wenn Du darauf baust, dass Du aus schierer Willenskraft nicht zum Smartphone greifst, während ein Kollege von seinem Wochenende erzählt, wenn Du auf etwas nicht sofort die Antwort weißt, oder wenn Du “nur mal schnell” Instagram checken willst, während Dein Laptop ein Programm öffnet, verurteilst Du Dich selbst zum Scheitern.

Selbst, wenn Du Dein Multitasking damit unter Kontrolle hast (wohl eher: hättest).

Denn: Du hast nur eine endliche Menge an Willenskraft. Wenn Du also Deine Willenskraft dafür aufbrauchst, Dein Smartphone nicht anzufassen, obwohl es direkt neben Dir liegt, hast Du deutlich weniger Willenskraft zur Verfügung, um “nein” zu anderen Dingen zu sagen.

Du hast deutlich weniger Willenskraft, um bei dem Vorsatz “heute kein Dessert” zu bleiben. Du hast auch weniger Willenskraft zur Verfügung, um mit Gelassenheit auf den Wutanfall Deines Kindes zu reagieren. Du hast weniger Willenskraft, um “nein” zu einem Impulseinkauf zu sagen. Du hast weniger Willenskraft, um den Wecker für Deine Morgenroutine zu stellen. Und und und.

Regeln klingen auf einmal so viel besser nicht wahr?!

 

Was Du tun kannst, wenn Du Dich doch beim Multitasken ertappst

Egal welchen Ansatz zu wählst, es wird nicht immer funktionieren. Multitasking ist schwer loszulassen. Und: gerade mit Kindern fühlt es sich manchmal unmöglich an, sich nur auf eine Sache zu konzentrieren, da Kinder häufig Deine Aufmerksamkeit – gerne auch lauthals – einfordern, während Du eigentlich etwas anderes tust.

Nur, Multitasking ist auch keine Lösung. (Wie wir ja auch schon wissen.)

 

Dein 3-Schritte-Plan, wenn Du Dich beim Multitasking ertappst

Multitasking ist wie eine Spirale, ein ständiges mehr, mehr, mehr. Um nicht in Stress zu verfallen, ist es wichtig, diese Spirale bewusst zu durchbrechen.

Das kannst Du in 3 Schritten angehen:

  1. Stoppe bewusst: Sobald es Dir auffällt, dass Du multitaskst, hörst du mit beiden Tätigkeiten auf.
  2. Halte inne: Atme tief durch, und schließ (wenn möglich) für ein paar Sekunden die Augen, um zur Ruhe zu kommen und Abstand zu gewinnen. Versuche, dich ganz allein auf Deine Atmung zu konzentrieren – so als ob Du Meditieren würdest. Wenn Du spürst, dass Du entspannst, geht es an den nächsten Schritt.
  3. Setze Deine Prioritäten neu: Was hast Du eben alles versucht, gleichzeitig zu tun? Entscheide jetzt, welche Tätigkeit die Wichtigste ist und gehe sie als Erstes an. Konzentriere Dich nur auf sie, bis sie abgeschlossen ist. Erst dann widmest Du Dich der nächsten Aufgabe.

 

Multitasking lässt sich nicht von heute auf morgen abstellen. Es ist anstrengend und bedeutet, dass Du Deine Gewohnheiten verändern musst.

 

Der Grund für dein Multitasking? Du drückst Dich um eine Entscheidung!

Bereit für die letzte provokante These? Du multitaskst, weil Du Dich um eine Entscheidung drückst. Weil du für dich keine klaren Prioritäten setzt.

Multitasking ist nichts anderes als der Kram in Deiner Wohnung. Vertagte Entscheidungen.

Statt unnütze Dinge zu entsorgen, entwickeln wir komplexe Ordnungssysteme. Statt Aufgaben zu priorisieren (oder nein zu sagen), multitasken wir.

Triff die Entscheidung.

 

Du gewinnst Klarheit, wirst sogar produktiver, gelassener und zufriedener.

Auch das hast Du wahrscheinlich schon mal gehört…

 

 

Hast Du auch immer wieder mit Multitasking zu kämpfen? In welchen Situationen verspürst Du den Wunsch, zu multitasken?

 

*full disclosure: ich konnte nicht mehr den Vortrag finden, in dem Simon Sinek (mehr oder weniger) diese Aussage getroffen hat. Sinngemäß findet sie sich aber meisten aktuellen auf Youtube verfügbaren Vorträgen von Simon Sinek.

 

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