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Wie klein kann eine minimalistische Garderobe wirklich sein?

Ein minimalistischer Kleiderschrank klingt erstrebenswert und schwierig zugleich. Wie oft solltest Du ein Kleidungsstück tragen, damit es einen Platz in Deiner minimalistischen Garderobe erhält? Wie so oft im Leben, gibt es keine einfache, absolute Antwort. Eine minimalistische Garderobe ist immer eine Gratwanderung zwischen einer kleinen, überschaubaren Garderobe und einer Garderobe, die Dir viele Möglichkeiten bietet und genau deshalb Freude bereitet, weil ein paar besondere oder ausgefallene Teile darin enthalten sind. In diesem Beitrag stelle ich Dir einige Möglichkeiten vor, wie Du eine kleinere Garderobe austesten kannst, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie Deine ganz individuelle minimalistische Garderobe aussehen könnte.

 

Was ist denn nun die magische Zahl?

Mit diversen Capsule Wardrobe Konzepten kursieren genauso viele Empfehlungen, wie viele Teile denn nun in einer Capsule Wardrobe enthalten sein dürfen. Ich persönlich habe mich nie an diese Zahlen gehalten. Wieso ist meine Capsule Wardrobe erst vollständig, wenn ich 33 oder 37 Teile habe? Soll ich jetzt noch Teile kaufen, nur weil ich 31 Teile ausgewählt habe? Oder noch welche aussortieren, weil ich ich 35 Kleidungsstücke ausgewählt habe? Ihr seht schon: von solchen willkürlichen Zielgrößen halte ich wenig.

Aber: sie geben dennoch eine gute Indikation. 30-40 Teile für 3 Monate sind für die meisten von uns genau der Umfang, der uns zwingt, bewusst den Inhalt unseres Kleiderschranks zu hinterfragen, ohne komplett in Angstschweiss auszubrechen. Gerade bei den ersten Versuchen… Selbst wenn Du Dir noch nicht so ganz darüber im Klaren bist, was denn nun Dein Stil ist und welche Teile am Besten zu kombinieren sind, deckst Du mit 30-40 Teilen genügend Optionen ab, um in den 3 Monaten einer Capsule Wardrobe nicht vollkommen verzweifelt vor dem Kleiderschrank zu stehen.

 

Du weißt gar nicht so genau was dein Stil ist?

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Wege zur minimalistischen Garderobe

Ohne Ausmisten geht es nicht. Um eine minimalistische Garderobe zusammenzustellen, wirst Du Teile aus Deinem Kleiderschrank verbannen müssen. Aber welche? Wir tun uns oft schwer einzuschätzen, wie viele Teile aus unserem Kleiderschrank wir tatsächlich tragen. Genauso verhält es sich mit der Frage, wie oft wir bestimmte Kleidungsstücke tragen. Um ein Gefühl für Deine minimalistische Garderobe oder Deine erste Capsule Wardrobe zu erhalten – ohne gleich mit dem Ausmisten zu starten –  kannst Du mehrere Möglichkeiten nutzen. Diese Challenges geben Dir die Möglichkeit, Deine Favoriten – und die Teile, die Du nie trägst – zu identifizieren ohne direkt mit dem Ausmisten zu starten. Gerade wenn Du befürchtest, dass Dir das Ausmisten Deines Kleiderschranks schwerfallen wird, kann so eine Challenge eine gute Möglichkeit sein, um wirklich praktische Informationen zu Deinem Trageverhalten zu sammeln.

Kleiderbügel-Ballett

Am Anfang eines Monats drehst Du alle Kleiderbügel im Kleiderschrank um 180 Grad. Wann immer Du ein Kleidungsstück trägst, drehst Du den zugehörigen Kleiderbügel wieder in die “richtige” Richtung. Die Idee ist, dass Du am Ende des Monats ganz einfach siehst, welche Kleidungsstücke Du tatsächlich nicht trägst. Schwieriger wird es natürlich, wenn Du viele Deiner Kleidungsstücke in Schüben und Fachböden verstaut hast, aber die Grundidee ist sicher adaptierbar.

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Eine Kleiderschrank-Challenge

Kleiderschrank-Challenges sind eine schöne Möglichkeit um das eigene Kleidungsverhalten besser kennenzulernen ohne in große Vorleistung zu gehen, was Ausmisten o.ä. angeht. Das Prinzip ist immer gleich: x Teile für x Tage. Es gibt eine 10×10 Challenge, eine 30×30 Challenge, und ab diesem Donnerstag auch eine 15×30 Challenge. Sunray und Micha legen eine Schippe drauf und laden dazu ein nur 15 Teile in 30 Tagen zu tragen. Ich bin gespannt und dabei. Wer meine Outfits sehen will (die bei 15 Teilen bestimmt schnell repetitiv sind :)), kann diese auf Instagram sehen.

Das Minimalism-Game für den Kleiderschrank

Eine wie ich finde sehr umständliche Methode, aber sicher mit vielen Einsichten verbunden. Analog zum Vorgehen der Minimalists packst Du Deinen Kleiderschrank in Kisten und hängst nur Kleidungsstücke in Deinen Kleiderschrank zurück, wenn Du sie getragen hast.

Eine Travel Capsule

Eine Reise bedeutet für Dich genau das: Du nimmst nur einen Ausschnitt aus Deinem Kleiderschrank mit. Und wenn Du Gepäckbeschränkungen hast, wirst Du die Teile auswählen, die (1) am besten geeignet sind und (2) ohne die Du nicht sein möchtest. Klar, je nach Urlaubsziel und Aktivitäten kann der Informationsgehalt für Deine alltägliche Garderobe begrenzt sein. Aber eine Travel Capsule ist eine tolle Möglichkeit, um in das Mindset zu kommen, dass hinter einer minimalistischen Garderobe steht.

 

Meine Tipps für das Erstellen Deiner minimalistischen Garderobe

In diesem Video findest Du meine Tipps, um Deine Capsule Wardrobe oder eine minimalistische Garderobe zu erstellen. Ja, ein Video…! Heute gibt es ein neues Format auf Modern Slow. Das Video hatte tatsächlich seine Premiere bereits im Frühjahr diesen Jahres, denn es war ein exklusiver Beitrag für die Modern Slow Community. Wenn auch Du regelmäßig exklusive Beiträge, persönliche Inspiration und Hintergrundinfos vor allen anderen erhalten möchtest, kannst Du hier Mitglied der Modern Slow Community werden. Viel Spass mit dem Video (und seid nachsichtig, es war mein Erstes… :))

Was ist Deine Schätzung: wie viele Kleidungsstücke trägst Du in 30 Tagen?

Was hat Dich bisher abgehalten, eine Capsule Wardrobe zu probieren?

 

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Meine minimalistische Garderobe kann nicht ohne: das weiße Hemd. | modernslow.com

In 7 Schritten zu Deiner minimalistischen Garderobe

Unabhängig davon, ob Du eine Capsule Wardrobe hast oder nicht: Du kannst Deinen Kleiderschrank minimalistischer gestalten und Dein Leben so unheimlich vereinfachen. Seit ich vor anderthalb Jahren meinen Kleiderschrank radikal ausgemistet und minimalistisch gestaltet habe, bin ich so zufrieden wie noch nie mit meiner Garderobe. Seit mein Kleiderschrank – nach früheren Standards – quasi leer ist, hatte ich kein einziges Mal mehr den berüchtigten “ahhh, nichts zum Anziehen” Moment. Im Gegenteil, ich bin in kürzester Zeit angezogen und fühle mich jedesmal wohl in meiner Kleidung. In diesem Beitrag stelle ich Dir die Schritte vor, mit denen Du Deine minimalistische Garderobe realisieren kannst.

1 Ausmisten

Ja, am Ausmisten führt kein Weg vorbei. Deine minimalistische Garderobe (oder Teile davon) befindet sich schon in Deinem aktuellen Kleiderschrank, aber sie ist verborgen unter jeder Menge anderer Kleidung. Du weißt schon, die „ach, das kann ich noch zu Hause tragen“ Klamotten, die „das sieht bestimmt klasse aus, wenn … – irgendetwas mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von weniger als 50% – passiert“ Kleidung, die „ich weiß nicht so recht, aber es war im Sale“ Stücke. Um Deine minimalistische Garderobe zu erstellen, muss erst einmal alles raus aus dem Kleiderschrank und auf die Waagschale: sicher behalten – vielleicht – definitiv weg. Mehr Tipps speziell zum Kleiderschrank ausmisten, findest Du hier bei Modern Slow.

2 CSI Kleiderschrank

Sei aufmerksam und achtsam während Du ausmistest. Gibt es Kleidungsstücke, die Du immer wieder kaufst, aber letztendlich (so gut wie) nie trägst? Gibt es Kleidungsstücke, von denen Du am liebsten mehrere hättest? Kannst Du Kaufmuster erkennen? Gibt es Farben/ Stoffe/ Muster, die Du immer wieder kaufst? Welche Kleidungsstücke trägst Du am häufigsten? Was macht die Kleidungsstücke aus, die Du schon seit Jahren gerne trägst? Auch wenn Du Kleidungsstücke aussortierst, versuche möglichst viele Informationen daraus zu ziehen. Diese Informationen werden Dir in vielerlei Hinsicht helfen: um Deinen Stil besser zu verstehen und um Deine Einkäufe in Zukunft bewusster und gezielter zu gestalten.

3 Dein Leben, Dein Stil

Wenn Du ehrlich ausgemistet hast, werden die meisten Teile, die auf dem das kann weg Stapel gelandet sind, in diese Kategorien fallen: passt nicht zu mir, darin fühle ich mich nicht wohl, und das trage ich nie. Was diesen Kategorien gemein ist: sie zeigen Dir was Dein Stil ist. Naja, etwas komplizierter: sie zeigen Dir den Negativabdruck Deines Stils, also was Dein Stil gerade nicht ist. Aber dieses Wissen ist unheimlich wertvoll – genauso wie das Wissen um die Teile, die Du immer und immer wieder trägst. All das hilft Dir zu verstehen, in welchen Kleidungsstücken Du Dich wohl fühlst. Denn das ist doch letztendlich das Ziel hinter all dem Ausmisten und kuratieren und minimalisieren: wir wollen einen Kleiderschrank gefüllt mit Kleidung, in der wir uns wohlfühlen – und gut aussehen.

Eine Capsule Wardrobe kann Dein Leben um sovieles vereinfachen. Wie damit beginnen? Tipps findest Du auf Modern Slow. | modernslow.com

Versuche also Deinen Stil besser zu verstehen. Klingt schwierig? Nun, ganz einfach ist es nicht, aber es ist auch keine Rocket Science. Du musst am Ende nicht Deinen Stil mit einem Adjektiv beschreiben können. Wichtig ist, dass Du selbst eine konkrete Vorstellung davon hast, was Deinen Stil ausmacht und welche Kleidungsstücke Deinem Stil entsprechen. Letztlich ist Dein Stil das Produkt aus Deiner Ästhetik und Deinem Leben.

Finde Deinen Stil und liebe Deine Garderobe. | modernslow.com

Um Dir zu helfen Deinen Stil zu finden, kannst Du Dir hier das neue, überarbeitete Arbeitsbuch Finde Deinen Stil – Ohne Stress Gut Angezogen von Modern Slow herunterladen. Das Arbeitsbuch ist vollkommen kostenlos und hilft Dir besser zu verstehen, in welcher Kleidung Du Dich wirklich wohl fühlst. Auf 25 Seiten findest Du Tipps, Strategien und Gedankenanstöße, mit denen Du Deinen Stil herausfinden kannst.

Du findest das Arbeitsbuch auf der Modern Slow Ressourcen-Plattform, exklusiv für Mitglieder der Modern Slow Community.

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4 Basics

Wenn Du weniger Kleidungsstücke im Kleiderschrank haben willst, kommst Du an vielseitig einsetzbaren Basics nicht vorbei. Basics sind die Kleidungsstücke, die Du in verschiedenen Outfits tragen kannst. Was genau Basics für Dich sind, hängt stark von Deinem (Lebens-)Stil ab. Wo spielt sich der Großteil Deines Tages ab, im Büro oder auf dem Spielplatz oder irgendwo dazwischen? Tolle Basics können eine Jeans, ein Hemd oder ein Strickcardigan sein – vollkommen individuell nach Deinen Bedürfnissen.

 

5 Farblich Abgestimmt

Wenn Du Deinen Stil nun kennst und aufmerksam beim Ausmisten vorgegangen bist, hast Du nun bestimmt eine Vorstellung, was die Farbpalette Deiner Garderobe angeht. Eine farblich abgestimmt Garderobe hilft Dir ebenfalls, die Anzahl Deiner Kleidungsstücke zu reduzieren und Dir gleichzeitig viele Kombinationsmöglichkeiten zu erlauben. Nein, niemand sagt, dass Du ab jetzt als sterotyper Minimalist im Schwarz-Weiß-Look rumlaufen musst. Deine Farbpalette kann vollkommen individuell sein, vielleicht liebst Du dunkle Töne wie burgund, smaragd und lila, oder vielleicht fühlst Du Dich in Pastellfarben am wohlsten. Vielleicht bist Du auch die Person, die sich in kräftigen Farben und auffallenden Prints am wohlsten fühlt. Oder Du bist jemand, der sich am liebsten in neutrale Farben wie weiß, beige, grau, und dunkelblau kleidet. Ganz egal: sei aufmerksam, in welchen Farben Du Dich wohl fühlst – vielleicht hilft Dir auch ein Farbtest, zu finden bei der lieben Sunray von The Organized Cardigan dabei – und stelle Deine Garderobe in diesen Farben zusammen.

Wie in 7 Schritten Deine minimalistische Garderobe erstellst

6 Wunschliste

Jetzt bist Du wahrscheinlich an einem Punkt, an dem Du am liebsten einkaufen gehen würdest. Tu es nicht! Nutze die Gelegenheit und reflektiere noch einmal genau über die Kleidungsstücke, die Du kaufen möchtest. Schreibe alles was Deiner Meinung nach für Deine minimalistische Garderobe fehlt auf. Ja, wie ein Wunschzettel. Sei dabei so konkret wie möglich. Wie genau soll die Jeans aussehen, die noch zu Deinem Glück fehlt? Blau oder schwarz? Skinny oder Boyfriend? Eine bestimmte Waschung? Ziernähte und Reißverschlüsse? Und wenn Du Deinen Wunschzettel erstellt hast, dann wartest Du. Versuche ein paar Tage, vielleicht sogar ein paar Wochen mit Deinem neuen, minimalistischen Kleiderschrank zu leben. Manche Wünsche lösen sich in Luft auf, manche kommen neu dazu. Mit dem Einkaufen zu warten gibt Dir den Raum, ein Gefühl für Deine Garderobe zu entwickeln und Deine Bedürfnisse besser zu verstehen ohne Dein Geld in Kleidungsstücke zu investieren, die Du unter Umständen ein paar Monate später bereits wieder ausmistest.

 

Erstelle Deine minimalistische Garderobe - und fühle Dich wohl mit Deiner Kleidung, jeden einzelnen Tag. | modernslow.com

7 Keine Kompromisse

Damit deine Garderobe auch längerfristig minimalistisch bleibt, ist die Devise beim Einkauf: keine Kompromisse. Deine Wunschliste hilft Dir dabei, dass Du die richtigen Kleidungsstücke kaufst und nicht am Ende mit 3 schwarzen Jeans dastehst. Die Devise keine Kompromisse gilt auch bevor Du Deine Bankkarte im Laden zückst. Passt das Kleidungsstück wirklich gut? Fühlst Du Dich wirklich wohl darin? Zwickt nichts und fällt es richtig? Ist das Kleidungsstück gut verarbeitet? Ist das Material, das was Du Dir vorstellst und passend für den gewünschten Einsatz? Auch wenn Du Dir noch so sehr eine schwarze Jeans, ein Strickkleid oder ein weißes Hemd wünscht, lass Dich auf keine Kompromisse hinsichtlich Stil, Farbe, Schnitt und Passform ein. Nur wenn alles Deinen Vorstellungen entspricht, wird das Kleidungsstück Deine minimalistische Garderobe bereichern und Dir Freude bereiten.

 

Ja, eine minimalistische Garderobe zu erstellen, kostet ein wenig Zeit und Energie. Aber all das ist es wert! Ich war noch nie so zufrieden mit meiner Kleidung wie die letzten 1,5 Jahre und dieses Gefühl ist einfach unersetzlich!

Viel Erfolg beim Umsetzen!

Wenn Du Deine minimalistische Garderobe erstellt hast und ein Foto geteilt hast, lass gerne einen Link dazu hier. Ich freue mich einen Blick in Deinen Kleiderschrank zu erhaschen… 🙂

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Warum einmal Ausmisten nicht reicht

Nachdem ich letzte Woche meine Erfahrungen mit Marie Kondo geteilt habe, geht es heute um das Ausmisten an sich. Ausmisten ist ein Prozess. Und da bin ich ganz und gar anderer Meinung als Marie Kondo, die bekanntermaßen die Meinung vertritt: you tidy once and for all! In diesem Beitrag erläutere ich Dir warum ich Marie Kondo in diesem Punkt vehement widerspreche und stattdessen der Meinung bin, dass einmal Ausmisten nicht reicht.

 

Warum einmal Ausmisten nicht reicht

So provokant die These mit dem einmaligen Ausmisten ist – so gerne hätte ich sie geglaubt. Wenn mich nur mein Baby gelassen hätte. Mein großes Ausmisten fand während meiner Elternzeit statt, während ich meinen ein paar Monate alten Sohn betreut habe. Die Realität war also, dass ich in Zeitintervallen von ungefähr 20 – 60 Minuten ausgemistet habe, je nachdem wie lange das Nickerchen denn dauerte. Mein Ausmisten war also ein sehr iterativer Prozess – musste es sein, wenn ich es überhaupt machen wollte. Nach ein paar Tagen habe ich aber den großen Vorteil dieses Vorgehens festgestellt: Dinge, die in der ersten Runde wehmütig auf dem vielleicht-Stapel gelandet sind, habe ich in zweiten Runde ohne mit der Wimper zu zucken auf den das kann weg-Stapel sortiert.

Nun war das Vorgehen damals zugegebenermaßen ineffizient – es war schlicht eine Notwendigkeit in dieser Situation so vorzugehen- und nichts was ich empfehlen würde. Aber es hat mich skeptisch gemacht. Nun bin ich überzeugt, dass – so schön es auch klingen mag – einmal Ausmisten einfach nicht reicht, um sein Leben zu ordnen und minimalistischer zu leben. Ausmisten ist ein iterativer Prozess. Es ist mehr eine Philosophie als ein einmaliges Ereignis.

 

Ausmisten ist schwer

Ausmisten – das sagt Marie Kondo selbst – will gelernt sein. Dinge wegzugeben fällt uns nicht leicht. Unser prähistorisches Sammlergehirn startet sämtliche aber das könnte man brauchen, wenn… Schleifen, die man sich nur so vorstellen kann (warum das kein Grund sein sollte, kannst Du auch bei Sabine von A Hungry Mind nachlesen). Noch dazu trennen wir uns nicht gerne von Dingen, für die wir unser eigenes Geld investiert haben. Was für eine Verschwendung es doch wäre etwas wegzugeben, was wir gekauft haben – oder so ähnlich klingt die Stimme in unserem Kopf.

Noch schwerer ist es oft mit Dingen, die wir geschenkt bekommen haben. Meine Mutter hat mir vor Jahren ein Buch geschenkt, das ich unbedingt lesen wollte. Nur leider hat mir das Buch so gar nicht gefallen. Es war nicht nur kein nochmal lesen-Kandidat, sondern ein Hätte ich es doch nie gelesen Kandidat. Aber es war ein Geschenk. Noch dazu von meiner Mutter. Also – das stand außer Frage – blieb das Buch im Bücherregal stehen. Auch wenn ich mich jedes mal über dieses Buch geärgert habe. Aber die Schuldgefühle… So hat das Buch mehrere kleinere Ausmistaktionen überstanden, bis ich endlich verstanden hatte, dass niemandem geholfen ist, wenn ich das Buch behalte. Auch sagt das nichts, aber auch gar nichts über die Beziehung zu meiner Mutter aus, wenn ich das Buch verkaufe.

Vielleicht musste ich das Buch so lange behalten, um daran zu wachsen. Vielleicht war ich noch nicht bereit, dazu das Buch auszumisten. Egal. Mein Punkt ist: nur durch mehrmalige Ausmistaktionen habe ich mir immer wieder diese eine entscheidende Frage gestellt: möchte ich dieses Buch behalten?

In einem Punkt widerspreche ich Marie Kondo: ich bin der Meinung, dass einmal Ausmisten nicht reicht. | modernslow.com

 

Wir leben Veränderung

Wir entwickeln uns ständig weiter, manchmal konstant und stetig über einen längeren Zeitraum, manchmal sprunghaft durch besondere Ereignisse wie einen Umzug  oder eine andere Veränderung, wie eine Hochzeit, ein (weiteres) Kind, eine Trennung. Über die Zeit verändert sich mit uns auch die Benchmark, was wir als viel (oder zu viel) Besitz und was wir als wenig Besitz empfinden. Ich war lange Zeit sehr zufrieden mit unserem Status quo, bis ich während unseres Japan-Urlaubs realisiert habe, dass ich noch weniger brauche – schon allein, weil wir mit leichtem Gepäck gereist sind – und gerne noch weniger Dinge besitzen möchte. Und so kam die zweite Runde des großen Ausmistens.

Deine persönliche Entwicklung hält vor nichts an. Dinge, die uns einmal Freude gemacht haben, sind uns nicht mehr wichtig. Dinge, die wir früher ständig benutzt haben, sind in Vergessenheit geraten. Auch diese Veränderung bedeutet, dass ein regelmäßiges Ausmisten notwendig ist.

Nicht zuletzt bedeutet Ausmisten, dass wir uns von dem trennen, was nicht mehr unseren Prioritäten entspricht, was nicht zu unserem Leben im hier und jetzt passt. Ausmisten ist mit der Suche nach unseren Werten vergleichbar: wir besinnen uns auf unser innerstes Selbst und hinterfragen, was uns wirklich wichtig ist. Wir reduzieren, entledigen uns des unnötigen Ballasts und richten so unser Leben nach unseren Bedürfnissen aus.

 

Ich bin bei weitem nicht der Meinung, dass Ausmisten zu einer Art Sport werden sollte. Jedes Wochenende mit Ausmisten zu verbringen, wäre ein Schritte in die falsche Richtung. Das birgt zudem die Gefahr, dass man Ausmistet um des Ausmistens willen – und das ist nie der Sinn und Zweck (schon gar nicht, wenn man dadurch verleitet ist unreflektiert einzukaufen). Vielmehr soll das Ausmisten Dir dienen. Es soll Dein Leben bereichern, indem es Dinge aus Deinem Leben reduziert, die keinen Mehrwert und keine Freude mehr dazu beitragen. Damit es auch wirklich im Einklang mit Deinem Leben steht, muss es also mehr als einmal erfolgen – schließlich stehst Du auch nicht still.

 

Weniger Kram, mehr Klarheit!

Mockup ausmisten

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Marie Kondo ist der Guru für das Ausmisten. Was sind meine Erfahrungen - über ein Jahr nachdem ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe? | modernslow.com

Ausmisten mit Marie Kondo – mein Langzeitexperiment

Wenn man über das Ausmisten nachdenkt, dann begegnet man früher oder später Marie Kondo oder The KonMari Way. Ich habe das Buch das erste Mal vor über einem Jahr gelesen während ich umfassend ausgemistet habe. Nun, nach unserem Japan-Urlaub war ich inspiriert und habe eine neue Runde gestartet und deshalb das Buch noch einmal gelesen. In diesem Beitrag stelle ich Euch die wesentlichen Tipps aus Marie Kondo’s Buch vor und berichte Euch von meinen bisherigen Erfahrungen nach über einem Jahr mit Marie Kondo’s Tipps.

 

Auf die Reihenfolge kommt es an

Laut Marie Kondo sollte man nicht nach Zimmern oder Schrankweise ausmisten, sondern nach Kategorien. Marie Kondo empfiehlt sogar eine bestimmte Reihenfolge. So solltest Du mit Kleidung starten und dann über Bücher, Pflegeprodukte, Elektronik, usw Dich zur letzten Kategorie, den sentimentalen Gegenständen vorarbeiten. Die Idee ist, dass man mit den Kategorien startet, die leichter auszusortieren sind, da man eine weniger starke Bindung zu den Gegenständen hat. Nach Kategorien vorzugehen hat absolut seinen Reiz, da man so den Überblick hat, was man alles besitzt. Auch die Empfehlung mit der Kleidung zu starten, kann ich so unterschreiben. Für mich war das Ausmisten meines Kleiderschranks und das Erstellen einer Capsule Wardrobe definitiv ein wichtiger Schritt hin zu einem minimalistischeren Leben.

Bei meiner aktuell laufenden zweiten Ausmistaktion gehe ich allerdings nicht in dieser Reihenfolge vor. Ich arbeite mich zwar durch die Kategorien, aber begonnen habe ich nicht mit der Kleidung, sondern mit den Pflegeprodukten. Da ich das Ausmisten parallel zum Tagesgeschehen mache, ist für mich Zeit der Faktor, der entscheidet was nun ausgemistet wird. Mein Eindruck ist, dass die Reihenfolge der Kategorien als Ausmist-Veteran eine durchaus weniger wichtige Rolle spielt. Als Ausmist-Neuling empfehle ich Dir auf jeden Fall mit der Kategorie zu beginnen, zu der Du die geringste Bindung hast, vermutlich Pflegeprodukte oder Kleidung und Dich dann analog zu Marie Kondo zu den sentimentalen Kategorien vorzuarbeiten.

 

Alles muss raus!

Du sollst natürlich nicht alles, was Du besitzt, entsorgen. Aber, wenn Du Dich einer Kategorie widmest, empfiehlt Marie Kondo alle Teile dieser Kategorie aus den Schränken zu holen. Du willst Deine Kleidung ausmisten – vielleicht weil Du eine Capsule Wardrobe erstellen möchtest? Dann hol alle Kleidungsstücke aus den Schränken, aus den Wäschekörben, den Schubladen und Kisten. Ganz schön viel oder? Das ist der erste Vorteil dieser Methode und etwas was ich uneingeschränkt empfehle. Egal welche Kategorie Du aussortierst: sich vor Augen zu führen, wie viel man besitzt, ist schockierend – und motivierend zugleich.

Außerdem kannst Du so Kaufmuster erkennen. Gibt es Dinge, die Du immer und immer wieder kaufst? Kaufst Du ständig neue Strumpfhosen, weil Du vergessen hast, wo Du die Notfallstrumpfhose hingeräumt hast? Besitzt Du mehrere schwarze Jeanshosen, obwohl Du immer nur eine trägst? Hast Du mehrere Röcke, die Du noch nie getragen hast, weil Du Dich irgendwie doch nicht darin wohl fühlst? Dieses Wissen über Dein Kaufverhalten ist unheimlich wertvoll, um in Zukunft bewusster einzukaufen – schließlich willst Du ja nicht ein paar Monate später schon wieder vor einem ähnlich großen Berg an Kleidung stehen.

 

Does it spark joy?

Does it spark joy? ist wohl der Satz schlechthin, den man mit Marie Kondo verbindet. Marie Kondo empfiehlt alle Gegenstände in die Hand zu nehmen und sich dabei genau das zu fragen: does it spark joy? Nur wenn der Gegenstand Freude in Dir auslöst, behältst Du ihn. Wenn nicht, wird er aussortiert.

Ich muss gestehen, als ich das Buch das erste Mal gelesen habe, war ich diesem Satz gegenüber ziemlich skeptisch. Für mich klang er ein wenig esoterisch. Vor allem im Vergleich zu klar definierten Kriterien wie habe ich den Gegenstand in den letzten 12 Monaten benutzt?. Aber inzwischen verstehe ich ihr Argument. Ein Gegenstand der uns keine Freude bringt, ist ein Gegenstand den wir nicht vermissen. Also warum nicht aussortieren? Zudem finde ich es schön, dass Marie Kondo’s Kriterium does it spark joy? sich darauf konzentriert, Dinge zu identifizieren, die wir behalten möchten. Positivauswahl statt Negativliste.

Dennoch, gerade am Anfang des Ausmistens, haben harte Kriterien, wie habe ich den Gegenstand in den letzten 12 Monaten benutzt? einen Vorteil: sie sind greifbarer und leichter umzusetzen. Beim Ausmisten stelle ich mir daher mehrere Fragen: bringt mir dieser Gegenstand Freude? Habe ich den Gegenstand in den letzten 12 Monaten benutzt? Wenn ich noch einmal bei einem Umzug nur wenige Boxen mitnehmen könnte, würde ich den Gegenstand mitnehmen?

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Kleider-Origami oder die Kunst Wäsche zu falten

Marie Kondo empfiehlt Kleidung gefaltet und nicht auf Kleiderbügeln hängend zu lagern. Spezieller Twist: die Kleidung wird nicht flach gefaltet, wie Du sie im Laden findest, sondern hochkant, so dass die Kleidung auf der Kante steht. Ganz ehrlich, als ich das das erste Mal gelesen hatte, schwankte meine Reaktion zwischen was für ein Käse und das funktioniert nie. Aber die Technik hat einige Vorteile und trotz meiner anfänglichen Skepsis benutze ich diese Methode nun seit über einem Jahr sehr erfolgreich für den Großteil meines Kleiderschranks. Hemden und Kleider befinden sich weiterhin auf Kleiderbügeln. Der Rest ist tatsächlich hochkant gefaltet. Das klappt übrigens ganz intuitiv, wenn man einfach mal ein Kleidungsstück in die Hand nimmt und es ausprobiert.

Ein wesentlicher Vorteil dieser Technik: man sieht auf einen Blick was man besitzt. Denn mal ehrlich: das T-Shirt, das unten im Stapel liegt, tragen wir nie. Aus den Augen, aus dem Sinn. Weiterer Vorteil: wenn ich mich beim Anziehen umentscheide, ist die Ordnung schnell wieder hergestellt. Aber wehe man zieht ein Kleidungsstück aus einem Stapel mit flach gefalteter Kleidung heraus…

 

Alles hat seinen Platz

Marie Kondo empfiehlt, dass alle Gegenstände einer Kategorie an einem Ort aufgeräumt werden sollten. Ihre Theorie: unser Zuhause wird wieder und wieder unordentlich, weil wir nicht wissen wohin wir all die Gegenstände, die wir besitzen aufräumen sollen. Ja, da hat die Gute den Nagel auf den Kopf getroffen. Wann immer Dinge bei uns zu Hause einfach so rumliegen, hat das genau diesen Grund: wir sind uns nicht so ganz sicher, wo das Teil hingehört. Insgesamt war dieser Rat von Marie Kondo am schwierigsten umzusetzen und durchzuhalten. Das wurde mir so richtig bei meiner aktuellen Ausmistaktion bewusst, denn viele Dinge, die ich dieses mal ausgemistet habe, waren Duplikate.

 

Zusammenfassend, ist Marie Kondo’s Buch absolut empfehlenswert, wenn Du Ausmisten möchtest. Das Buch hat viele wertvolle Tipps, die helfen diese riese Aufgabe leichter umsetzbar zu gestalten. Muss man das Buch gelesen haben, bevor man mit dem Ausmisten startet? Absolut nicht. Ich bin der Meinung, dass beim Ausmisten vor allem eines zählt: dass Du anfängst. Du kannst klein anfangen, z.B. mit Deiner Handtasche, oder Du nimmst Dir gleich Deinen Kleiderschrank vor. Ja, wenn Du klein anfängst, arbeitest Du nicht eine gesamte Kategorie ab. Aber das ist in Ordnung. Ausmisten ist ein Prozess. Mehr dazu nächste Woche

Bis dahin würde mich interessieren:

Hast Du schon einmal umfassend ausgemistet?

Was war der Auslöser für Dein Ausmisten?

 

Du willst Ausmisten?

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