Wie du Klarheit findest (wahrscheinlich nicht, was du hören willst…)

Klarheit. Wir alle wollen sie und (ver)zweifeln doch regelmäßig daran. Denn immer wieder kommen sie, die Selbstzweifel, das Nichtweiterwissen, die “und was ist jetzt die richtige Entscheidung?”-Gedanken. Ein Beitrag über Zweifel, Klarheit und deinen inneren Frieden, wenn du gerade jetzt Klarheit suchst.

 

Wann hören die Zweifel auf und fängt die Klarheit an?

Klarheit ist keine “been there, done that”-Geschichte. Kein To Do, das du abhaken kannst. Du meditierst dich nicht dorthin und bleibst dann dein fokussiertes, klarsehendes Selbst. Trotz all der Meditation, der Selbstreflexion, dem Journaling wird es immer wieder Episoden geben, in denen du an dir oder deinem Weg oder beidem zweifelst.

Durch Meditation, Selbstreflexion und Journaling wirst du weniger zweifeln und du wirst leichter den Weg, den du gehen möchtest, wiederfinden. Aber du wirst zweifeln.

Durch Meditation, Selbstreflexion und Journaling wirst du mehr Vertrauen in dich und deinen individuellen Weg haben – mehr Vertrauen, dass du dich und deinen Weg wiederfindet. Aber du wirst zweifeln.

 

 

Wenn du also gerade zweifelst: es liegt nicht an dir.

Du hast keinen Fehler gemacht. Du bist nicht zu schwach. Glaub nicht, dass all die anderen Menschen, die nach Klarheit streben und sie leben – versuchen zu leben – nicht auch ab und an solche Zweifel spüren. Man sieht die Momente des Zweifeln selten auf Instagram & Co. Aber Klarheit korreliert nicht mit der Anzahl an Followern. Und du scheiterst auch nicht daran die Klarheit zu finden, die du dir wünschst, weil dir ein Worksheet fehlt oder du eine Strategie oder Technik erst noch verinnerlichen musst.

 

Du scheiterst an der Klarheit, weil das Konzept genau das vorsieht.

Weil Klarheit kein To Do ist, dass du Abhaken kannst. Sondern ein Weg. Probiere all die Meditationen, Worksheets, und Selbstreflexionsübungen aus, die dir sinnvoll erscheinen auf dem Weg. Aber glaube nicht, dass eine ganz bestimmte oder die Kombination aller dich an das Ziel, den Endpunkt, die Klarheit bringen werden.

Wenn die Meditation, das Worksheet, die Selbstreflexionsübung genau da ansetzt, wo du gerade stehst, wunderbar. Dann bringt sie dich ein wenig weiter auf deinem Weg. Nur nicht näher, denn das Ziel bewegt sich ständig.

 

Innere Klarheit finden und Selbstzweifel überwinden. Gibt es einen Weg?

 

Klarheit findest du nur in dir selbst.

Und das ist Arbeit. Wie ein Bildhauer, der einen Stein bearbeitet – mit dem spannenden Twist, dass du selbst nicht einmal so genau weißt, wie das Ergebnis aussehen wird. Aber du weißt und vertraust – meistens – dass du es finden wirst.

 

Klarheit, vielmehr der Weg zu mehr Klarheit, ist immer Arbeit – und wird für immer Arbeit sein.

Aber es ist eine Arbeit für dich und dein Leben. Es ist pure Selbstliebe. Und so gesehen, ist es eigentlich gut, dass es kein To Do zum Abhaken, kein “been there, done that” ist…

 


 

Achtsamkeit im Alltag – Gelassenheit und Fokus trotz voller To Do-Liste

Auf den ersten Blick hat mein Leben nicht viel mit Achtsamkeit zu tun. Ich arbeite Vollzeit in der Wirtschaft, ich arbeite in meiner Freizeit an Modern Slow und Mutter und Ehefrau bin ich auch noch. Wie passt das mit Achtsamkeit zusammen? Schließlich bin ich ja keine Yogalehrerin…!?! Oder Coach. Oder zumindest Vollzeit-Blogger. Mein Alltag ist voll und – da ich für ein Unternehmen und nicht mich selbst arbeite – auch bis zu einem gewissen Grad fremdbestimmt. Dabei ist Achtsamkeit ein unheimlich wichtiger Bestandteil meines Alltags, von morgens bis abends. Und genau das ist das Geheimnis: du brauchst keinen bestimmten Lifestyle, um Achtsamkeit zu leben. Du musst nicht Dinge in deinem Leben verändern, um achtsamer zu leben. Im Gegenteil: Achtsamkeit funktioniert wo du gerade jetzt bist. Und so ist Achtsamkeit – und wie ich sie in meinen Alltag integriere – der Grund, warum ich all das sein und tun kann. Ein Beitrag über Achtsamkeit im Alltag. Auch eine Einladung alte und bekannte Muster zu hinterfragen.

 

Voller Alltag – wo bleibt da bitte die Achtsamkeit?!

Auch wenn ich als BWLerin wie ein reiner Kopfmensch klinge, Achtsamkeit hat einen hohen Stellenwert für mich und ist ein unheimlich wichtiger Bestandteil meines Alltags.

Regelmäßig in mich hineinhören. Meine Morgenroutine, die ich jeden, wirklich jeden Tag mache. Meine Abendroutine, mit der ich immer wieder mal hadere (und sie nicht tue, um dann wieder zu ihr zurückzukommen). Meine Pausen im Laufe des Tages. Ein kleiner Check-in während ich den Espresso trinke. Einfach aus dem Fenster schauen. Das Fenster aufmachen und einmal tief einatmen.

 

All das, Achtsamkeit generell, geht auch im Büro

In meinem Fall mit 10+ Kollegen daneben…

Und im Zweifel hilft es, einfach mal kurz die Flucht aus dem Großraumbüro zu ergreifen. Auch ich saß schon im leeren Essenraum, habe die Schuhe ausgezogen mich im Schneidersitz hingesetzt (so gut das in einer Anzughose geht) und meditiert. Oder bin samt Laptop in einen leeren Meetingraum umgezogen, um mal für 30 Minuten Ruhe zu haben für eine denkintensive Aufgabe – aber auch, um mal kurz mit mir allein zu sein.

Es vergeht kein Tag im Büro, in dem ich nicht eine dieser kleinen Achtsamkeits-Pausen mache.

Das ist eher unüblich in meiner Arbeitswelt. Aber damit tue ich nicht nur mir etwas Gutes, sondern auch meiner Produktivität…

 

All die kleinen Dinge, das ist Achtsamkeit

In meinem Alltag setzt Achtsamkeit den Rahmen, morgens, abends und zwischendurch. All die kleinen und großen Rituale helfen mir, dass ich die Ruhe bewahre, konzentriert bin und auf gut deutsch nicht wahnsinnig werde. Achtsamkeit macht mich produktiver, ausgeglichener und zu einem netteren Menschen.

Ich kann mit Wutausbrüchen meines Sohnes besser umgehen. Ich kann mit einem blöden Spruch einer schlechtgelaunten, gestressten Person besser umgehen. Ich werde selbst nicht zur schlechtgelaunten, gestressten Person, die anderen blöde Sprüche reindrückt (meistens…  – nobody’s perfect).

 

Achtsamkeit ist mehr als Yogalehrer zu werden

Eigentlich hat sie gar nichts mit deiner Berufswahl zu tun. Ja, die meisten Menschen, die über Achtsamkeit sprechen, habe sie in irgendeiner Form zu ihrem Beruf gemacht. Aber das bedeutet nicht, dass ein Job oder Lifestyle die Voraussetzung für Achtsamkeit ist.

 

Gerade, wenn sie das erste mal mit Achtsamkeit in Kontakt kommen, schwanken viele zwischen “das bringt doch nichts” und “dafür muss man Yogalehrer oder irgendsoeine Eso-Tante sein”.

Ich kann dir aus meiner eigenen Erfahrung bestätigen, es bringt wirklich etwas – vielmehr als du denkst und für möglich hältst – und ich bin jetzt auch nicht als hippie-dippie Eso-Tante unterwegs, sondern einfach eine viel ausgeglichenere Projektmanagerin in einer Strategieabteilung.

 

Bei Achtsamkeit helfen die guten alten Schubladen im Kopf nicht viel.

Denn Achtsamkeit ist das, was auch immer du möchtest, dass sie sein soll.

Achtsamkeit ist das, was du brauchst.

 

 

Achtsamkeit im Alltag - weniger Stress, mehr Fokus und Gelassenheit trotz langer To Do-Liste #stress #achtsamkeit

Was ist also Achtsamkeit für mich?

Auf der Mindful Blogging Conference* im April wurden wir Speaker gebeten, den Satz “Achtsamkeit ist für mich…” mit einem Wort zu vervollständigen. Vor laufender Kamera. Meine erste Reaktion: “was?!?! wie?!?! nur ein Wort?!?! Und dann auch noch in die Kamera sagen?!?! Hilfe, ich bin doch noch total zerknittert vom Flug! Kann ich sagen, die sollen mich in einer halben Stunde noch mal fragen?! Wenn ich meine Gedanken sortiert habe…”

Nachdem sich die Panik der ersten Millisekunden gelegt hat (ja Millisekunden, meine Gedanken sind schnell glaub mir), übernahm meine “sag einfach ja”-Reaktion, die ich mir in den letzten Jahren antrainiert habe. Und schon war ich auf dem Weg zum Kameraspot. Aber während ich da so darauf zuging, wusste ich genau die Antwort. Keine Panik. Einfach Ruhe, Sicherheit, Gelassenheit. Ich weiß meine Antwort.

Achtsamkeit ist für mich Fokus.

Achtsamkeit schafft Fokus. Sie stellt sicher, dass ich fokussiert bleibe. Dass ich bei mir bleibe und gleichzeitig offen bin für das da draußen. Dass ich mich nicht in blindem Aktionismus verrenne. Achtsamkeit macht mir bewusst, dass meine Ressourcen (insbesondere meine mentalen) begrenzt sind. Und nicht zuletzt, verdrängt sie all den Bullshit, den ich nicht brauche.

Achtsamkeit ist Fokus.

Und genau deshalb ist Achtsamkeit auch so unersetzlich in meinem Alltag. Ohne geht es schlichtweg nicht. Naja, es geht schon. Es gab ja auch in meinem Leben eine Zeit vor der Achtsamkeit. Die Zeit war geprägt von Stress, negativen Gedankenspiralen und einem ständigen Gefühl von nicht gut genug. Es hat funktioniert…so lange, bis mich die Aussicht darauf einen Termin mit einem Klempner zu vereinbaren, zum Weinen gebracht hat.

Es hat funktioniert, bis ich nicht mehr funktioniert habe.

 

Welchen Rahmen kann Achtsamkeit in deinem Leben setzen?

Das spannende an der Aktion auf der Mindful Blogging Conference?

Fast alle Speaker haben sich für ein anderes Wort entschieden.

Jede von uns hat einen anderen Zugang zur Achtsamkeit, jede von uns macht ihre eigenen Erfahrungen damit.

Die Antwort, was Achtsamkeit für dich ist und was sie für dich tun kann, ist abhängig davon, wo du gerade stehst.

Deine individuelle Antwort wird eine andere sein, wenn du mit beiden Beinen im Berufsleben stehst, wenn du gerade ein Neugeborenes durch die Wohnung schukelst, wenn du den Spagat zwischen Familie und Beruf versuchst, wenn du… Deine individuelle Antwort ist eine andere, wenn du schon mit Achtsamkeit in Kontakt gekommen warst, wenn du ein Meditationsprofi bist, wenn du noch nie etwas in die Richtung versucht hast.

Das ist – gerade am Anfang – frustrierend. Schließlich wäre ein Rezept, ein 5-Schritte-Plan schön.

Aber den gibt es nicht  den brauchst du nicht. Denn Achtsamkeit setzt bei deinen Bedürfnissen an.

Und ja, deine Bedürfnisse sind so individuell wie du.

Achtsamkeit bedeutet ja gerade eben in dich hineinzuhorchen. Und dafür brauchst du keinen 5-Schritte-Plan. Sondern einfach nur ein bisschen Mut, um Zeit mit dir selbst zu verbringen.

Diese Zeit findest du bei einer Pause im Alltag – vielleicht ähnlich wie meine Kaffeepause.

Diese Zeit findest du bei einer Morgenroutine, einer Abendroutine, auf dem Weg zur Arbeit, beim Spazierengehen, beim Kochen, Bügeln, Wäsche falten, …

Eigentlich brauchst du nicht mehr für ein bisschen mehr Achtsamkeit in deinem Alltag. Du musst nur damit anfangen, hineinzuhorchen und mit dir zu sein.

 

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How to Om: Online-Ressourcen für Yoga im Alltag

Soviel vorneweg: hier gehts nicht um Produkte. Im Gegenteil, eigentlich geht es in diesem Beitrag um Gewohnheiten, nämlich darum, wie Dir Online-Ressourcen helfen können, Yoga in Deinen Alltag zu holen. Dein Alltag ist voll, und Yoga eine wunderbare Möglichkeit einen Gegenpol zu setzen, indem Du zum Beispiel morgens ganz sanft in den Tag startest oder abends den Tag achtsam beendest. Entscheidend dafür, ob Du dran bleibst, ist – wie so oft bei Routinen – dass Deine individuelle Yoga-Praxis Deinen persönlichen Bedürfnissen und Lebensumständen entspricht. In diesem Beitrag teile ich meine liebsten Online-Ressourcen für Yoga mit Dir, damit auch Du Yoga in Deinen Alltag integrieren kannst.

 

Yoga im Alltag – einfach zuhause

In meinem vollen Alltag hat Yoga einen unschlagbaren Vorteil: ich kann es jederzeit im eigenen Wohnzimmer praktizieren. Gerade, wenn Du mit Yoga startest oder Dich schon der Gedanken an einen festen Termin im Studio stresst, ist zuhause üben eine wesentlich entspanntere Variante. Ganz ehrlich: wenn Du startest, brauchst Du erst einmal gar nichts, außer 20 Minuten Zeit und ein Video, das Dir erklärt, wie die einzelnen Asanas funktionieren. Es gibt ganz wunderbare, ökologisch verantwortungsvoll produzierte Matten – und ja, ich hätte auch gerne eine – aber ganz ehrlich, die alte Matte, die ich vor inzwischen 7 Jahren ganz spontan bei Hema in Maastricht gekauft habe, funktioniert immer noch. Und – liebe Profi-Yogis verzeiht es mir – wenn Du es einfach nur ausprobieren willst, tuts auch der Teppich im Wohnzimmer.

Auch der Dresscode ist zuhause um einiges entspannter. Gerade wenn Du Yoga in Deine Morgen- oder Abendroutine einbaust, kannst Du die Sequenz auch ohne Probleme im Schlafanzug machen. Kleines Geheimnis: das mache ich auch. Wenn ich um 5.00 oder 6.00 Uhr morgens bei gedämpften Licht im Wohnzimmer ein sanfte Yoga-Sequenz mache, werfe ich mich nicht erst in ein Instagram-taugliches Yoga-Outfit.

 

Online-Ressourcen für Yoga im Alltag

Und genau das ist das schöne an den vielen Online-Ressourcen zum Yoga: sie erlauben Dir pragmatisch zu sein und Dich an Deinen persönlichen Bedürfnissen zu orientieren. Hier findest Du Ressourcen, die ich gerne nutze bzw. die Anlaufstellen, die ich aufsuche, wenn ich mal Lust auf eine neue Sequenz habe oder einfach Inspiration rund um Yoga und Meditation suche. Probiere ich gerne durch und lass mir unbedingt in den Kommentaren einen Link zu Deinen persönlichen Lieblings-Sequenzen oder Beiträgen da. Ich freue mich, wenn die Modern Slow Leser (und ich) so neue Inspiration für unsere Yoga-Praxis finden können.

 

 

 

Meine liebsten Yoga Ressourcen

 

Youtube-Kanäle für mehr Om im Alltag

Wie schon an anderer Stelle beschrieben, schätze ich eher sanftere Sequenzen und so wirst Du in den Video-Empfehlungen hier keinen auspowernden Vinyasa-Flow finden. Die hier vorgestellten Kanäle decken aber ein ganzes Spektrum an Yoga-Stilen ab, so dass Du dort auch kraftvollere Sequenzen finden kannst.

 

Mady Morrison (deutschsprachig) | Video-Empfehlung: Sanfter Morgen

 

Happy and Fit Yoga (deutschsprachig) | Video-Empfehlung: Yin Yoga für Entspannung

 

Boho Beautiful (englischsprachig) | Video-Empfehlung: Meditation to end your day

 

Ju Yogi (deutschsprachig) | Video-Empfehlung: Sanfte Morgenroutine im Bett

 

Jana Ciura (deutschsprachig) | Video-Empfehlung: Body Scan

 

Yoga by Candace (englischsprachig) | Video-Empfehlung: Yoga in Bed to Unwind in the Evening

Online-Yoga-Ressourcen helfen Dir Yoga in Deinen Alltag zu integrieren. Mehr Tipps zur Yoga-Routine. | modernslow.com #yoga

Blogs für mehr Om im Alltag

Wenn ich auf der Suche nach Inspiration bin oder konkrete Infos suche, werde ich hier fündig:

Flow&Glow – Yin Yoga, Meditation & achtsame Ernährung | Lese-Empfehlung: Sitzhaltungen für Meditation

 

MOMazing – Yoga für Mütter | Lese-Empfehlung: Mama meditiert: Drei Schritte zu Deiner Meditationspraxis

 

Kaerlighed – Mind, Body & Soul | Lese-Empfehlung: Irrtümer über Meditation

 

OhMyYogi – Yoga, Achtsamkeit, Yogi Lifestyle | Lese-Empfehlung: Wie Du Dich mit Yoga vom Stress befreist

 

Yogareich – Yoga, Meditation, Ayurveda | Lese-Empfehlung: Der Alltag einer Yoga-Mum

 

Wenn Du noch weitere teilenswerte Yoga-Ressourcen hast, poste sie gerne in die Kommentare!

 

Das Geheimnis von Annas Yoga Routine || www.modernslow.de

DAS GEHEIMNIS MEINER YOGA-ROUTINE: ANNA {SERIE}

Wir alle kennen es, live happens. Der Alltag überrollt uns – und der Plan ein bisschen zu meditieren oder eine Runde Yoga zu machen, ist hinfällig. Das trifft noch viel mehr zu, wenn sich die Yoga-Sequenz wie ein weiteres To Do anfühlt. Egal ob Anfängerin oder erfahrene Yogi, wenn Deine Yoga-Routine nicht Deinen aktuellen Bedürfnissen entspricht, wird es Dir schwerfallen, sie umzusetzen. Wir alle kennen diese Zeiten, in denen der Alltag so voll erscheint, dass unmöglich Zeit für uns und unsere Bedürfnisse ist. In denen wir das Gefühl haben, weder die Zeit noch die Energie zu haben, die Matte auszurollen und etwas für uns selbst zu tun. Dabei ist es unerlässlich für unsere Zufriedenheit, unsere Stress-Resistenz und unsere Produktivität, dass wir in uns selbst investieren.

Genau darüber habe ich vor einiger Zeit geschrieben: wie ich meine Yoga-Routine gestalte, so dass ich sie nicht ausfallen lasse. Jetzt ist daraus eine Serie entstanden.

Das Geheimnis meiner Yoga-Routine ist eine Serie, in der ganz unterschiedliche, echte Frauen erzählen, wie sie Yoga – und ein paar Minuten für sich – in ihren Alltag integrieren.

Der Wunsch hinter dieser Serie: Dich zu inspirieren, damit Du Deine ganz persönliche Antwort, darauf finden kannst, was Deine Yoga-Routine ausmacht und wie sie ein fester Bestandteil Deines Alltags wird.

Heute teilt die liebe Anna von langsam.achtsam.echt ihre Routine mit uns. Auf ihrem Instagram-Account produziert Anna unheimlich kreative Fotos und schreibt sehr ehrliche, inspirierende und zum nachdenken anregende Beiträge. Anna ist Mutter von zwei Mädchen und ist gerade schwanger mit Baby #3. Und auch in diesem Interview findest Du ein paar Weisheiten und Erkenntnisse, die Dir in Deinem Alltag und Deiner Yoga-Routine helfen werden, z.B. wie man wieder in die Routine kommt, wie sehr Yoga auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten werden kann, und wie viel Dir selbst kleine Einheiten an Kraft geben können.

 

Viel Freude bei diesem Interview. 

 

Das Geheimnis von Annas Yoga-Routine

 

Seit wann praktizierst Du Yoga?

Irgendwann in der Oberstufenzeit hat mir eine Freundin mal ein Buch mit Yoga-Übungen ausgeliehen. Es waren nur Standbilder, keine Anleitungen, aber ich habe diese ab und an gemacht und es fühlte sich gut an. Früher habe ich sehr viel Judo gemacht und bin mit meinem Mann bouldern gegangen. Ersteres verschwand mit dem Umzug in eine andere Stadt für mein Studium, letzteres haben wir auch nach der Geburt der ersten Tochter wieder aufgenommen. Das lief sich aber dann aus, weil es mir aufgrund meiner Rektus-Diastase unangenehm war.

Ich suchte also nach einer Sportart, die mir gefiel und mir gut tat. Eine Weile lang probierte ich Kanga (Aerobic mit Baby im Tragetuch). Mit dem Umzug nach Berlin vor drei Jahren ergaben sich dann wieder neue Möglichkeiten. Auf Yoga stieß ich an ungefähr jeder zweiten Ecke und machte auch mal ein Youtube-Video mit. Als dann eine gute Bekannte während ihrer Yoga-Ausbildung Kurse anbot, war ich sofort dabei. Seitdem ist Yoga in der einen oder anderen Form immer in meinem Leben.

 

Welche Rolle spielt Yoga in Deinem Alltag?

Ich bin immer noch absolute Anfängerin. Mein Leben möchte ich gern langsam und achtsam führen. Ich merke, wie ich deutlich entspannter bin, wenn ich regelmäßig Yoga mache und meditiere, auch wenn es nur kurz ist. Mein Körper wird flexibler, ich fühle mich ausgeruhter, schlafe besser und bin auch geduldiger mit mir selbst und den Kindern.

  Das Geheimnis von Annas Yoga Routine || www.modernslow.de

Wie oft praktizierst Du?

Eine Zeit lang habe ich es geschafft, jeden Wochentag morgens um 6 Uhr aufzustehen und Yoga zu machen. Mit besagter guten Bekannten hatte ich in einer Einzelstunde eine Morgenroutine ausgearbeitet, an die ich mich noch leidlich erinnerte. Manchmal machte ich auch Yoga nach Videos. Im Sommer ging ich einmal die Woche morgens zum Open Air Yoga am Haubentaucher.

 

Während dieser Zeit habe ich wieder festgestellt, wie unheimlich gut es mir tut!

 

Mit dem Beginn meiner dritten Schwangerschaft kam eine große Müdigkeit. Ich musste 10 Stunden Schlaf bekommen, ansonsten war ich den ganzen Tag müde. Leider fiel meine Yoga-Routine dem zum Opfer. Nachdem die Müdigkeit und Übelkeit vorbei waren, versuchte ich wieder, wenigstens dreimal die Woche morgens oder abends Yoga zu machen. Dann kamen die Feiertage und wir waren viel unterwegs.

 

Seit Anfang des Jahres mache ich wieder regelmäßig Yoga. Wenn ich früh genug aufwache, mache ich es morgens.

 

Ich habe mir aber auch eine kleine Gute-Nacht-Routine erarbeitet (bzw. bei Pinterest herausgesucht), sodass ich es meistens schaffe, wenigstens einmal am Tag ein bisschen Yoga zu machen. Nicht an allen Tagen, aber es wird wieder mehr.

Wie sieht Deine tägliche Yoga-Routine aus?

Unter der Woche klingelt mein Wecker um 6:30 Uhr. Ich mache Yoga ganz unprätentiös in Yogahose und Schlafshirt, die Matte rolle ich meistens sogar noch am Abend vorher aus, damit ich mich auch wirklich daran erinnere. Ich beginne im Sitzen, schließe die Augen und versuche, mich ganz auf mich und die bevorstehende Einheit zu konzentrieren. Ich meditiere für etwa 10 Minuten; auch weil ich weiß, dass es immer sein kann, dass die Kinder aufwachen. Mit Meditation startet mein Tag ganz anders. Yoga kann ich auch am Abend noch machen, aber dass ich morgens meditiere ist mir sehr wichtig.

Dann strecke und dehne ich mich zu allen Seiten, um meinen Körper aufzuwecken. Meine Routine sieht jeden Tag etwas anders aus. Ich bin noch zu sehr Anfängerin, um mir eine ganze, aufeinander aufbauende Stunde (beziehungsweise halbe oder auch nur Viertelstunde) zusammen zu stellen. Daher suche ich mir am Anfang der Woche einige Videos heraus, die ich ausprobieren will, und ergänze sie mit dem, was mir einfällt. Es sind aber immer rückenstreckende, beckenöffnende und rückenstärkende Übungen dabei, weil das gerade für mich in der Schwangerschaft am wichtigsten ist.

 Das Geheimnis von Annas Yoga Routine || www.modernslow.de

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Die Routine endet mit einem kurzen Shavasana, bei dem ich mir gern eine entspannende Musik anmache (“Weightless” von der Gruppe Marconi Union). Dann gehe ich ins Bad und meistens wachen dann auch schon die Kinder auf. Wenn nicht, gehe ich anschließend in die Küche, bereite mir einen Tee zu und reflektiere über die wichtigsten Punkte, die ich an dem Tag erledigen möchte. Auch das gehört für mich zum Yoga.

 

Was ist das Geheimnis Deiner Yoga-Routine?

Ich habe erfahren, dass es beim Yoga um mehr geht als nur körperliche Flexibilität und Stärke. Es ist etwas, das mein Lebensgefühl verkörpert. Yoga bereichert mich. Ich bin aber auch entspannt, wenn ich es mehrere Tage oder sogar wochenlang nicht schaffe, zu praktizieren. Ein Innehalten, Durchatmen und bewusstes Handeln, das ist für mich Yoga. Und auch wenn ich nicht jeden Tag einer Yoga-Routine folge, so integriere ich doch diese Achtsamkeit im Alltag.

 

Außerdem weiß ich, was genau für mich am wichtigsten ist, nämlich die Meditation, der Fokus des Geistes. Deswegen mache ich das immer am Anfang, damit ich ruhig reagieren kann, wenn ich gestört werde. Wachen die Kinder auf, schauen sie entweder zu, machen mit oder sind unruhig und wollen in ihrem Morgen begleitet werden. Dann unterbreche ich, denn es ist mir nicht so sehr wichtig, ob Yoga am Morgen oder am Abend mache und wie lange meine Einheit wird.

 

Am besten tut es mir, eine angeleitete Stunde mitzumachen. Derzeit schaffe ich das leider nicht, aber ich mache lieber das, was ich kann, anstatt es aufgrund fehlender Möglichkeiten ganz zu lassen. Diese Flexibilität und der Fokus auf das, worum es für mich wirklich geht, sind vielleicht mein “Geheimnis”.

Das Geheimnis meiner Yoga-Routine. Yoga-Routine beibehalten, auch in der Schwangerschaft. | modernslow.com #schwangerenyoga