UNIFORM DRESSING: MEIN WEG ZUR MINIMALISTISCHEN GARDEROBE

Ich schreibe nicht so oft über den Inhalt meines Kleiderschranks. Ich liebe meine minimalistische Garderobe, aber zugleich ist sie auch nichts weiter als eine Methode, ein System. Letztendlich ist egal, was sich darin befindet – jeder von uns hat seinen persönlichen Stil – entscheidend ist vielmehr die Intention dahinter. Deshalb gibt es bei mir auch keine Tipps im Sinne von “Die 5 tollsten Trends für die Herbstgarderobe” oder “Die Top 10 Kleidungsstücke für jede Capsule Wardrobe”. Stattdessen also ein System. Mein persönliches System, Uniform Dressing, sowie meinen Weg dorthin möchte ich Dir heute in diesem Beitrag vorstellen.

 

Am Anfang stand die Capsule Wardrobe

Eigentlich stand am Anfang meine Schwangerschaft. Denn dank derer habe ich für etwa 1 Jahr den Großteil meines Kleiderschranks nicht genutzt. Ein paar Monate nach der Schwangerschaft freute ich mich wieder darauf “normale” Sachen zu tragen, nur das erschreckende war, dass ich die wenigsten Dinge in meinem Kleiderschrank tragen wollte. Ich wollte mich wieder wie ich fühlen, aber mein Kleiderschrank fühlte sich nicht wie ich an.

Und wenn ich ehrlich war hatte er das nie.

Meine Reaktion darauf: ich kaufte ein paar neue Sachen, ein paar davon absolute Lieblingsteile, aber auch ein paar Teile, die mehr mit meiner Frustration über meinen Kleiderschrank als mit meinem Stil zu tun hatten. In dieser Zeit stolperte ich über den Begriff Capsule Wardrobe irgendwo in den Untiefen von Youtube – auf der verzweifelten Suche nach Inspiration. Den Begriff hatte ich vor meiner Schwangerschaft schon mal gehört, aber anders als damals, war ich dieses Mal interessiert. Capsule Wardrobe, 33 Teile, das klang nach Herausforderung und gleichzeitig irgendwie entspannt. Denn ein Problem, das mich mehr und mehr seit der Geburt meines Sohnes gestört hatte war, dass ich – anders als früher – einfach keine Zeit oder Energie hatte mehrere Outfits durchzuprobieren, um eines zu finden, in dem ich mich gut oder zumindest ok fühlte.

Zudem klang zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben – vermutlich dank der Überwältung, die ein Neugeborenes mit sich bringt und einem netten Hormonkarusell in mir – weniger unheimlich angenehm. Weniger es klang nach der Lösung, die ich mir so sehr herbeisehnte.

 

 

Eine Capsule Wardrobe kann Dein Leben um sovieles vereinfachen. Wie damit beginnen? Tipps findest Du auf Modern Slow. | modernslow.com

Neustart mit leerem Kleiderschrank

Also Ausmisten und zwar richtig. Ich hatte schon früher ausgemistet (aka hier 3 Teile, da 3 Teile entsorgt) und ein bisschen Respekt vor der Aufgabe, aber ich war bereit für den Neustart – und dementsprechend radikal. Ganze 9 60l Säcke (ja – ich kann es noch immer kaum glauben) habe ich ausgemistet. Diese Masse an Dingen habe ich verschenkt, verkauft und gespendet. Was mich überraschte: es ging eigentlich ganz schnell und einfach – viel schneller und einfacher als ich es gedacht hatte. Das Entscheidende war: ich hatte mir vorher Gedanken gemacht, was ich tragen wollte. Ich war ehrlich zu mir und meinem Stil gewesen und stand vollkommen hinter der Entscheidung, alles los zu werden, was ich nicht gerne trug. Finde auch Du Deinen Stil mit diesem kostenlosen Arbeitsbuch.

Die erste Capsule Wardrobe

Meine erste Capsule Wardrobe erstellte ich dann für Herbst und Winter 2015/16 – nach meinen Regeln. Ich wollte ein Capsule für 6 Monate statt der üblichen 3 Monate, die Zahl der Teile war mir ziemlich egal, so lange es weniger als 40 waren und ich erlaubte mir 5 Teile innerhalb der 6 Monate auszutauschen oder hinzuzufügen. Die ursprünglichen Regeln, z.B. von Unfancy waren eine Inspiration, aber für mich persönlich nichts was ich übernehmen wollte. Das Ausmisten hatte mir Selbstvertrauen gegeben, auf meine Bedürfnisse zu achten und mich auf das zu konzentrieren, was eigentlich zählt. Dass mein Kleiderschrank zu mir und meinem Leben passt.

 

Kein Stress vor deinem Kleiderschrank!

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Diese Ehrlichkeit war mein Erfolgsrezept.

Ich war vollkommen begeistert von der Leere (und gleichzeitigen Fülle) in meinem Kleiderschrank. In dieser Zeit entwickelte ich auch die Basis meiner jetzigen minimalistischen Garderobe: Uniform Dressing.

 

Uniform Dressing

Uniform Dressing klingt formal und kompliziert. Dabei ist es das genaue Gegenteil. Eine Uniform kann so ziemlich alles sein – ganz nach Deinen Wünschen und Bedürfnissen. Die Idee des Uniform-Dressing ist, durch die Beschränkung auf ein Outfit (oder einen Outfit-Typ) das morgendliche Anziehen noch weiter zu vereinfachen – ohne die Zufriedenheit mit Deinem Kleiderschrank zu schmälern.

 

Uniform Dressing bedeutet für mich einfach jeden Tag (oder annähernd jeden Tag) mein Lieblingsoutfit zu tragen.

 

Meine Uniform – vor zwei Jahren wie auch heute – ist das Outfit, dass ich ganz am Anfang meiner Reise identifiziert hatte, das Outfit, das ich nach der Schwangerschaft tragen wollte: Hemd und Jeans. Das witzige: ich hatte dieses Outfit zwar schon vor der Schwangerschaft gern getragen, aber nie wirklich geschätzt, da es so einfach war, so wenig mit den aktuellen Trends zu tun hatte, einfach insgesamt so  wenig “fashionable” war.

 

Dabei ist das – Trendyness – das absolut falsche Kriterium für Dein Outfit. Das wesentliche und einzig entscheidende Kriterium ist Dein Wohlbefinden. Fühlst Du Dich in einem Outfit wirklich wohl? Nicht nur in den zwei Minuten vor dem Spiegel, sondern in Deinem Alltag, in Deinem Leben? Das ist was zählt. Und das ist, was auf meine Uniform zutrifft. Und so ist sie nun der Dreh- und Angelpunkt meines Kleiderschranks.

 

 

Uniform Dressing reduziert Deine Garderobe auf ihre Essenz - und vereinfacht Dein Leben ungemein. #capsulewardrobe #minimalistischegarderobe #kleiderschrank

 

 

 

Kern-Capsule Wardrobe, Ganzjahres-Capsule Wardrobe oder einfach minimalistischer Kleiderschrank

Zwei Jahre später und mein Kleiderschrank hat sich selbstverständlich weiterentwickelt. Nur größer ist er nicht geworden. Ich kaufe bewusst ein und so kommen nur wenige Teile neu hinzu. Alle paar Monate hinterfrage ich kritisch, ob meine Kleidungsstücke noch ihren Platz in meinem Kleiderschrank verdienen und miste ggf. einzelne Teile aus.

Auch erstelle ich nicht mehr 2x jährlich von Grund auf eine komplette Capsule Wardrobe. Vielmehr dreht sich alles um meine Uniform. Diese bleibt das ganze Jahr über gleich und ist damit eine Art Kern-Capsule Wardrobe, die ich das ganze Jahr über trage. Drumherum baue ich meine saisonalen Teile. Ein paar Kleider, Röcke und T-Shirts im Sommer, Pullis, Strickjacken und Wollröcke im Winter. Das ist auch schon alles. Das System ist einfach und doch so effektiv.

Mein Ziel für meinen Kleiderschrank ist es ihn so bewusst wie möglich zu gestalten. Kleidungsstücke, in denen ich nicht wohlfühle oder die ich nicht trage, haben da keinen Platz. Aber es ist für micht vollkommen in Ordnung, dass ich ein paar Kleidungsstücke besitze, die ich eher selten trage. Ein Beispiel: meine Wollröcke. Ich trage im Winter lieber Hosen, aber manchmal habe ich einfach Lust auf einen ganz anderen Style und trage dann einen meiner Röcke. Das ist kommt nicht oft vor, aber es macht mir Freude, also verdienen die Röcke ihren Platz in meiner Garderobe. Ich möchte nicht meine Garderobe bis zum maximal machbaren minimieren.

 

Wo geht die Reise hin?

Auch nach fast 2 Jahren bin ich dem Uniform Dressing nicht überdrüssig. Im Gegenteil, dadurch dass ich ein paar Teile in meinem Kleiderschrank behalte, mit denen ich aus der Uniform ausbrechen kann, habe ich überhaupt nicht das Gefühl mich einzuschränken. Im Gegenteil: ich schätze die Freiheit meiner Uniform. Auch das war ein interessanter Lerneffekt aus dem #juni15x30 Kleiderschrank-Experiment: eine minimalistische Garderobe mit nur 15 Teilen war mir nicht zu klein was die Outfits anging. Es war mir einfach zu anstrengend, um mit der Wäsche hinterher zu kommen.

Ich liebe meine minimalistische Garderobe und möchte sie nicht missen. Nach zwei Jahren hat sich dank meiner minimalistischen Garderobe eine gewisse Gelassenheit im Bezug auf meinen Kleiderschrank eingestellt. Eine Gelassenheit, dass mein Kleiderschrank, das passende Outfit bereit hält (vorbei sind die “oh, was soll ich nur anziehen?!?”-Momente). Eine Gelassenheit nicht jedem Trend hinterhereifern zu müssen – um ehrlich zu sein, weiß ich nicht mal was ich laut Vogue und Co aktuell tragen “sollte”. Eine Gelassenheit auf die richtige Ergänzung ür meinen Kleiderschrank zu warten (aktuell: ein schwarzer Rollkragenpullover). Und diese Gelassenheit fühlt sich einfach gut an.

 

Wie stehst Du zu Deinem Kleiderschrank?

Was würdest Du tragen, wenn Du all die “Tipps” von außen ignorierst?

 

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Tipps zum Ausmisten und KonMari | modernslow.com

Warum Ausmisten nie verkehrt ist (und wann vielleicht doch)

Ausmisten ist gefühlt in aller Munde – Marie Kondo und der steigenden Aufmerksamkeit für ein minimalistisches Leben sei dank. Und tatsächlich, die Ideen von Marie Kondo sind wirklich hilfreich. Nach meiner Erfahrung ist es aber mit einmal ausmisten nicht getan. Also, auf geht’s in die nächste Runde?!? In diesem Beitrag stelle ich Dir drei Gründe vor, warum Ausmisten immer eine gute Idee ist, wenn Du Dein Leben bewusster gestalten willst – und spreche aber auch über drei Situationen, in denen Du Dein Ausmisten überdenken (und vielleicht auch beenden) solltest.

 

Ausmisten bedeutet Aktion

Ein bewusstes Leben zu gestalten, klingt nach einer riesigen Aufgabe und nach viel Veränderung – und genau das macht das Beginnen für uns schwer. Wenn das Ziel so unheimlich weit weg erscheint, verfallen wir oft, aus einem Gefühl der Überwältigung heraus, in eine Schockstarre – und tun erst mal nichts. Der Schlüssel ist es, kleine machbare Schritte zu definieren und das Ausmisten bietet Dir genau diese Möglichkeit. Erst kleinere Dinge wie die Handtasche oder den Junk Drawer, dann größere Dinge wie den Kleiderschrank, Papier, Elektronikprodukte oder und Digitales. Entscheidend ist: Du kommst ins Handeln und schaffst so Motivation und Dynamik für die weiteren Schritte.

 

Dinge vor Gewohnheiten

Ja, es wäre manchmal besser für uns und unser Wohlbefinden, wenn wir zuerst unsere Gewohnheiten änderten. Aber wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Egal welche Gewohnheit oder Situation Du ändern willst, die ersten Schritte fallen oft richtig schwer. Früher aufstehen – klar, aber vielleicht erst morgen. Sport machen – natürlich, aber nicht heute abend, denn der Tag war so anstrengend. Unser Gehirn produziert nur zu gerne solche Ausreden, denn alles beim alten ist der präferierte Zustand unseres Gehirns.

Es fällt uns dagegen leichter, uns von Dingen zu trennen. Natürlich, auch hier produziert unser Gehirn Ausreden, aber der Widerstand wird deutlich geringer ausfallen als wenn Du versuchst, Deinen gesamten Alltag umzukrempeln. Gleichzeitig liegt es in der Natur der Sache, dass Du beim Ausmisten schneller Erfolgserlebnisse feiern kannst als wenn Du Deine Gewohnheiten änderst. Dein Ausmisten schafft so die Motivation und Dynamik, aber auch das Selbstvertrauen, das Du brauchst, um Deine Gewohnheiten zu verändern.

 

Von außen nach innen

Ein aufgeräumteres, leichteres Außen hilft uns, uns auf unser Inneres zu konzentrieren und dort Veränderungspotential zu erkennen. Weniger Besitz und eine dementsprechend minimalistischere Wohnung erlauben Dir den Blick nach Innen zu richten – vielmehr als Dir das in einer überladenen, vollgepackten Wohnung möglich ist. Das Ausmisten selbst gibt Dir auch die Möglichkeit bestimmte Muster in Deinem Verhalten zu erkennen und Dich zu hinterfragen und legt so die Basis für eine tiefgründigere Seelenforschung.

Warum Ausmisten nie verkehrt ist. Egal, ob Du zum ersten Mal von Marie Kondo hörst oder schon ausgemistet hast, Ausmisten ist immer eine gute Idee (Ausnahmen bestätigen die Regel) | modernslow.com

 

Ausmisten ist nie verkehrt, aber…

Ausmisten hat große Vorteile und ich kann es absolut empfehlen, regelmäßig zu hinterfragen, welchen Dingen man Platz in seinem Zuhause gewährt. Aber es sollte nicht zur präferierten Aktivität des Wochenendes werden. Ausmisten muss (und soll) auch nicht zur Gewohnheit werden, wie das Bad zu putzen und staubzusagen. Es ist kein Sport und auch nicht das Endziel. Ausmisten ist ein Hilfmittel, eine Methode, um Dein Leben bewusst zu gestalten.

Keine Ablenkung

Ausmisten sollte nicht ersetzen, dass Du über Deine Prioritäten und Deine Wünsche nachdenkst, dass Du Deine Gedanken- und Verhaltensmuster überdenkst, und Dein Leben achtsamer gestaltest. Ausmisten sollte nicht zu einer Form des Prokrastinierens verkommen, in der Du immer wieder das Ausmisten vorschiebst, um Dich nicht mit den wirklich wichtigen Dingen auseinanderzusetzen.

Keine Verschwendung

Wenn Ausmisten zur Gewohnheit wird, besteht die Gefahr, dass Du Dein Einkaufsverhalten nicht anpasst – und genau dieses Einkaufsverhalten ist ja oft der Grund dafür, dass Du ausmisten möchtest (das Zeug muss ja irgendwo herkommen…). “Ich kann es ja einfach ausmisten” ist ein gefährlicher Gedanke – und ein ziemlich teurer noch dazu! Geld für unnütze Dinge auszugeben, die Dir keine Freude bereiten und die Du kurz darauf wieder ausmistest, ist eine absolute Verschwendung. Und genau dieses Geld fehlt Dir dann, um Deine Werte zu leben und Deine Träume zu verwirklichen.

Kein race to the bottom

Beim Ausmisten geht es nicht darum immer weniger zu besitzen, um bei einer möglichst kleinen Zahl an Besitztümern anzugelangen. Lass Dir nicht einreden, Du wärst erst ein Minimalist, wenn Du nur noch x Teller und y Bücher besitzt. Ich bin kein Freund davon, sich eine Zahl als Limit zu setzen – und finde es toll, dass es Leute wie Sabine gibt, die das genauso sehen. Wie viele Dinge solltest Du denn besitzen dürfen? 100? 125? 200? Was wenn Du 201 besitzt? Hast Du dann versagt? Nein, natürlich nicht. Willkürliche Zielzahlen mögen vielleicht als Indikation oder Inspiration taugen, aber eine wirkliche Handlungsempfehlung sind sie für mich nicht. Das Ziel ist es vielmehr, so die Dinge zu identifizieren, die Dir wichtig sind – und im Umkehrschuss sich von denen zu trennen, die nicht nicht (oder nicht mehr) zu Deinem Leben passen.

 

Ich möchte Dich ermutigen, Deinen Besitz regelmäßig zu hinterfragen. Nicht als Selbstzweck, als Zelebrieren des Ausmistens, sondern als Methode, um Dein Leben und Deine Entscheidungen zu hinterfragen. Manchmal sind wir nicht so achtsam beim Einkaufen, wie wir uns vorgenommen haben. Oft verändern wir uns – und mit uns unsere Bedürfnisse. Die Prämisse, die für mich hinter jeder Ausmist-Entscheidung steht, ist die Dinge zu identifizieren,die ich wirklich schätze, die mich glücklich machen und die ich benutze. Alles andere ist unnütz. Das könnte ich mal brauchen trägt nicht zu Deinem Leben bei.

Wo Du die Linie ziehst, hängt von Dir ab – und wird sich auch im Zeitablauf ändern. Also, nimm den Druck aus der Sache und fang einfach an.

Was fällt Dir beim Ausmisten schwer?

Weniger Kram, mehr Klarheit!

Mockup ausmisten

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Wie fange ich an? Erste Schritte zu einem bewussten Leben

Da bist Du also: Du möchtest ein bewusstes Leben führen. Aber wie fängst Du an? Und womit? An Inspiration mangelt es nicht und auch nicht an Beiträgen, die Dir erklären, wie Du ausmisten kannst, wie Du eine minimalistische Garderobe erstellst, wie Du meditierst, usw. Aber was ist denn nun der erste Schritt?!? In diesem Beitrag findest Du meine Empfehlung, um Deine ersten Schritte zu einem bewussten Leben zum Beginn einer Erfolgsgeschichte werden zu lassen.

 

Ein Gefühl der Überwältigung

Jedem Anfang wohnt eine wundervolle Magie, eine ganz besondere Motivation und auch eine ganz schöne Dosis Überwältigung inne. In Deinem Kopf ist dieses Bild, wie Dein Leben aussehen sollte – und um Dich herum die Realität, die eine gefühlte Ewigkeit von dieser Zielvorstellung entfernt ist.

Ich habe lange darüber nachgedacht, was mein Rat für Frauen ist, die ganz am Anfang stehen und die ersten Schritte in ein bewusstes Leben wagen sollen. Sollten sie so vorgehen wie ich? Erst Ausmisten, dann um das Innenleben kümmern? Oder lieber erst meditieren und dann das äußere Chaos zähmen?

 

Der eine Weg zum bewussten Leben

Die ehrliche Antwort ist: ich weiß es nicht. Ich denke, niemand kann das wissen – außer Du selbst. Es gibt – wie so oft im Leben – nicht den einen Weg. Ich teile auf Modern Slow und in meinem Buch Modern Mindful meinen Weg, in der Hoffnung, dass er Dich inspiriert und zum Nachdenken animiert. Aber es ist mein persönlicher Weg und ich erhebe nicht den Anspruch, dass dieser der allgemein gültige Weg ist.

In diesem Beitrag findest Du daher keine Antwort auf die etwas plakative Frage “erst Ausmisten oder erst meditieren?”. Stattdessen findest Du hier meine Schritte und Tipps, um für Dich selbst herauszufinden, wie Deine ganz eigenen ersten Schritte zu einem bewussten Leben aussehen.

 

Entscheiden, nicht wünschen

Der Startpunkt Deiner Reise sollte genau das sein: eine Entscheidung. Eine Entscheidung, Dein Leben bewusst zu gestalten – nicht nur der Wunsch, ein bewusstes Leben zu führen. Das klingt wie Haarspalterei, aber es ist doch eine so wichtige Unterscheidung. Wünsche sind großartig, sie regen zum Träumen an und geben uns ein wohlig-warmes Gefühl. Aber sie führen nicht zu Veränderung. Veränderung bedeutet Arbeit – und das bedeutet immer auch: Motivation, Disziplin und Anstrengung.

Wenn Du also wirklich ein bewusstes Leben führen möchtest, dann nimm Die Zügel in die Hand. Gestehe Dir selbst eine aktive Rolle zu. Du gestaltest Dein Leben. Wenn Du Dir Deine Entscheidungskompetenz aberkennst, werden Entscheidungen von anderen für Dich getroffen werden – und andere Menschen verfolgen in der Regel andere Ziele als Du. Also starte genau damit: entscheide Dich, dass Du Dein Leben bewusst gestalten wirst. Sieh der Veränderung – der Selbstmotivation, Disziplin und Anstrengung – ins Auge und sage – ganz bewusst – JA!

 

Reflektion statt Aktionismus

Solltest Du direkt beginnen wollen – mit dem Ausmisten, mit dem Meditieren, mit einem Achtsamkeitstagebuch – tue das, aber schiebe die Selbstreflektion nicht zu lange vor Dir her.

Reflektiere über Deinen Wunsch – und Deine Entscheidung – ein bewusstes Leben zu führen und versuche, Dein Warum zu identifizieren.

Dein Warum ist genau das – der Wunsch, das Gefühl, das Ziel, das hinter dem bewussten Leben steht. Warum möchtest Du ein bewusstes Leben führen? Dein Warum ist ein unheimlich starker Motivator – und Dein Wissen darüber wird Dir helfen, die Veränderung Stück für Stück Realität werden zu lassen.

Dein Warum zu kennen, hat aber noch einen weiteren Vorteil: es gibt Dir Hinweise darauf, was Du verändern solltest. Wenn Dein Warum ist, dass Du mehr Zeit mit Deiner Familie verbringen möchtest, werden Deine Schritte anders aussehen, als wenn Dein Warum ist, dass Du ein zufriedenerer Mensch sein möchtest. Die Schritte auf diesem Weg sind nicht konträr, aber der Fokus ist nichtsdestotrotz ein anderer – und das bedingt Dein Vorgehen.

Achtsamkeit hat umfassende Auswirkungen auf mein Leben. | modernslow.com

Bewusstes Leben heißt…

Wenn Du reflektierst – und das ist bei so einem großen Ziel ein Prozess und nicht eine einmalige Angelegenheit – dann werde konkret, wie Dein bewusstes Leben aussieht. Wohnst Du ländlicher? Wohnst Du in einer kleineren Wohnung als bisher? Reist Du um die Welt? Wie sieht es mit der Arbeit aus? Gibt es bestimmte Dinge oder Tätigkeiten, die Du Dir für Deinen Alltag wünscht? Werde so konkret wie es geht, um Klarheit zu bekommen wie ein bewusstes Leben für Dich aussieht. Du kannst definieren, was ein bewusstes Leben für Dich ganz persönlich umfasst.

Wann immer sich bestimmte Aspekte konkretieren, reflektiere noch einmal kritisch, ob es sich wirklich um Deine persönliche Definition handelt, oder ob Du Dich zu sehr von anderen Leuten inspirieren lassen hast. Inspiration ist etwas wundervolles, aber Inspiration verlangt auch immer von uns, dass wir uns die Frage stellen, was Inspiration und was unser eigener, intrinsischer Wunsch ist. Diese konkreten Aspekte Deines bewussten Lebens geben Dir wertvolle Hinweise darauf, welche Veränderungen Du angehen solltest.

 

Wie sehen die ersten Schritte für ein bewusstes Leben aus? Wie kannst Du anfangen, ein bewusstes Leben zu gestalten? | modernslow.com

Fang an – ein bewusstes Leben passiert nicht, Du erschaffst es!

Und dann kommt letztendlich der Punkt, an dem Du Deinem eigenen Bauchgefühl vertrauen musst, und einfach startest. Du bist der Experte für Dein Leben. Vertrau Dir selbst und leg los. Triff eine Entscheidung, bei der Du ein gutes Gefühl hast – oder die gut in Dein Leben passt (z.B. ein bereits geplanter Umzug, der das Ausmisten in den Mittelpunkt rückt) – und dann leg los!

 

Sei achtsam bei jedem Schritt

Während Du Deine Schritte in Richtung bewusstes Leben gehst, sei achtsam, was die Veränderung mit Dir macht. Veränderungen passieren oft in Schüben. Du arbeitest darauf hin und findest Dein Gleichgewicht und dann – weil sich etwas in Deinem Umfeld verändert hat oder weil Du Dich selbst verändert hast – hast Du erneut das Bedürfnis, etwas anzupassen und Dir Dein neues Gleichgewicht zu suchen.

Und ja, Du kannst natürlich mehr als eine Veränderung angehen. Du kannst Ausmisten und Meditieren. Du kannst Deine Wohnung und Dein Innenleben gleichzeitig bewusster gestalten. Beides schließt sich nicht aus. Es passt sogar hervorragend zusammen und verstärkt sich auch gegenseitig. Aber wiederum: sei achtsam. Lass Dich nicht von einem versteckten Perfektionismus überrollen!

Das Leben, das die meisten von uns leben, ist oftmals ein ganzes Stück von einem bewussten Leben entfernt. Stress ist ein ganz normaler Bestandteil des Alltags und Zeit für uns selbst Mangelware. Um solche Gewohnheiten hin zu einem bewussten Leben zu verändern, braucht es Zeit und Energie. Gewähre sie Dir! Wenn Du Dir zu viel auf einmal zugemutet hast, dann fokussiere Dich neu auf einzelne Bereiche – und vertage bestimmte Veränderungen auf später. Vor allem: sei nachsichtig mit Dir selbst. Wichtig ist, dass Du Dich Veränderung bewusst und aktiv vorantreibst. Das Tempo ist Deine Entscheidung.

 

Was ist auf Deinem persönlichen Weg gerade Deine größte Herausforderung?

Worauf legst Du gerade den Fokus?  Ausmisten oder Innenleben?

 

Egal wofür du dich entscheidest – in der Modern Slow Community findest du Unterstützung!

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capsule wardrobe | modernslow.com

Kleiderschrank ausmisten – so klappts garantiert!

Ich habe schon einiges über das Ausmisten geschrieben. Aber wir Frauen haben manchmal eine ganz schön komische Beziehung zu unserem Kleiderschrank, daher ein eigener Artikel nur zum Ausmisten des Kleiderschranks. Unser Kleiderschrank ist der Ort, an dem wir zeigen wer wir wirklich sind – aber es ist auch der Ort, den wir voll stopfen mit Dingen, die uns helfen sollen zu sein wer wir gerne wären. Klingt kompliziert. Ist es auch. Aber: den Kleiderschrank ausmisten – genauso wie eine Capsule Wardrobe zu erstellen – verlangt gar nicht viel von Dir. In diesem Beitrag teile ich meine Tipps mit Dir wie das Kleiderschrank Ausmisten ein Erfolg wird.

 

Hole alles raus

Marie Kondo hat recht. Alles aus den Schränken und Schubladen zu holen, ist das Gebot der Stunde. Weißt Du was alles in Deinem Kleiderschrank schlummert? Höchstwahrscheinlich nicht. Also alles raus und aufs Bett (und den Boden). Ganz schön viel, oder? Das ist der Sinn und Zweck der Übung. Wenn Du alles rausholst, hast Du nicht nur einen umfassenden Überblick, über all die Kleidungsstücke, die Du besitzt (und die Du schon lange vergessen hattest, weil sie ganz inten oder ganz unten lagen). Du wirst auch mit dem Ergebnis Deines Einkaufsverhaltens konfrontiert.

Das mag vielleicht auch ein wenig unangenehm sein – vor allem, wenn Du viele Kleidungsstücke nie oder nur sehr selten getragen hast. Lass es zu, das Ziel ist es daraus zu lernen. Mache Dir keine Vorwürfe, sondern versuche zu verstehen, warum Du bestimmte Kleidungsstücke immer und immer wieder kaufst und warum Du bestimmte Kleidungsstücke so selten trägst. Dieses Wissen ist viel Wert – gerade auch beim zukünftigen Einkauf.

 

Kenne Dein Warum

Dein warum? ist Dein größter Motivator im Leben – auch außerhalb des Kleiderschranks. Darum sei Dir beim Ausmisten Deines Kleiderschranks darüber im Klaren, warum Du bestimmte Kleidungsstücke aussortierst. Du willst am liebsten nur noch nachhaltige und qualitativ hochwertige Kleidung tragen? Alle Kleidungsstücke auszusortieren, nur weil sie dieser Zielvorstellung nicht entsprechen, und dann vor einem (fast) leeren Kleiderschrank zu stehen, hilft niemandem. Eine solche Umstellung dauert Zeit. Und es ist nachhaltiger Kleidungsstücke weiterhin zu tragen, wenn Sie noch in einem guten Zustand sind und Du Dich in ihnen wohl fühlst. Anders verhält es sich natürlich mit Kleidungsstücken, in denen Du Dich nicht wohlfühlst. Denn das sollte das entscheidende Kriterium für den Inhalt Deines Kleiderschranks sein: Kleidungsstücke zu behalten und zu kaufen, in denen Du Dich wohlfühlst und die Du gerne trägst.

 

Lege die Messlatte hoch

Hand aufs Herz: bei den meisten Kleidungsstücken in Deinem Kleiderschrank hast Du innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde ein Bauchgefühl, ob Du Dich darin wohlfühlst. Versuche dieses Bauchgefühl nicht mit Kriterien wie aber das hat so viel gekostet, das kann ich unmöglich weggeben aufzuwiegen. Zum einen sagt niemand, dass Ausmisten wegwerfen oder spenden bedeutet. Es gibt genügend Möglichkeiten, Deine ausgemusterten Teile zu Geld zu machen – Vestiaire, Kleiderkreisel oder ein selbst organisierter Flohmarkt sind nur einige Beispiele. Zum anderen ist das Geld weg – so oder so.

 

Also warum an einem Kleidungsstück festhalten, dass Dir nur ein schlechtes Gewissen macht, aber keinen Nutzen bringt, da Du es nicht trägst?

 

Sich auf Deine Intuition zu verlassen hat noch einen weiteren Vorteil: wenn Du viele Wackel-Kandidaten im Kleiderschrank behältst (egal ob aus Schuldgefühlen oder Unsicherheit), wirst Du ja dennoch nur zu Deinen Lieblingsstücken greifen – so wie Du es vermutlich schon jetzt tust. Also, warum nicht einfach gleich nur die Lieblingsstücke behalten?!?

Tipps wie das Ausmisten des Kleiderschranks ein Erfolg wird. | modernslow.com

Alles für das hier und jetzt

Dieser Tipp hängt stark mit dem vorherigen zusammen: behalte nur Kleidungsstücke, die Du jetzt (oder über das Jahr hinweg) tatsächlich trägst. Das tolle bodenlange Kleid für die Party, die am Ende doch nie kam – oder für die das Kleid einfach viel zu overdressed war. Die Jeans, die perfekt passen wird, wenn nur die letzten 2, 5, oder 10 Kilo endlich runterkommen. Der Rock, der zwar toll aussieht, aber irgendwie doch ein bisschen kurz ist. Die High Heels, in denen Du super-stylish aussiehst – die Du aber nie trägst, weil Du niemals den ganzen Tag oder auch nur den Abend darin aushalten würdest.

 

Dein Kleiderschrank - Dein Stil - Deine Regeln. | modernslow.com

All diese Einkäufe passieren – ich habe sie selbst alle, leider auch mehrmals, getätigt. Am Ende verfolgen wir mit diesen Einkäufen genau das gleiche Ziel: sie sollen uns näher an das bringen, was wir sein wollen – oder was wir denken, was wir sein sollten. Aber tatsächlich, wenn sie dann in unserem Kleiderschrank hängen, vermitteln sie uns nur eines: ein schlechtes Gewissen.

Unser Leben ist langweilig, wir sind zu dick, und insgesamt einfach eine schlechtere Version eines viel besseren Ichs, das unter den 2, 5 oder 10 Kilo schlummert und darauf wartet in kurzen Röcken, glamourösen Kleidern und High Heels durch das Leben zu laufen stöckeln.

Dabei sind wir absolut toll so wie wir sind. Und selbst wenn wir wirklich – tief in uns – dünner, glamouröser und irgendwie beneidenswerter sein wollen: wir werden es nicht davon, dass diese Kleidungsstücke ungetragen im Schrank hängen! Sei also ehrlich bei der Auswahl: was willst Du wirklich – von Dir selbst heraus – tragen und worin fühlst Du Dich wohl. Versuche nicht einen Kleiderschrank zu erstellen für ein viel tolleres Leben in der Zukunft, sondern für Dein Leben im Hier und Jetzt. Ich bin mir sicher, das ist schon ziemlich großartig.

Vergiss nicht: hab Spass!

Ja, Kleiderschrank ausmisten klingt nach Arbeit. Und das, was dabei an Kaufverhalten und -entscheidungen zu Tage tritt, ist nicht immer angenehm. Aber es ist auch eine unheimlich spannende Aufgabe. Eine Aufgabe, die Dir viel über Dich selbst erzählt. Eine Aufgabe, an der Du wachsen kannst. Und ein Resultat, das Dein Leben unheimlich vereinfachen und Dich um sovieles zufriedener machen wird. Also, lass Dich darauf ein – und hab Spass.

Welche Kleidungsstücke trägst Du am liebsten?

Hand aufs Herz: was war Dein letzter Fehlkauf?

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