Wir alle kennen es, live happens. Der Alltag überrollt uns – und der Plan ein bisschen zu meditieren oder eine Runde Yoga zu machen, ist hinfällig. Das trifft noch viel mehr zu, wenn sich die Yoga-Sequenz wie ein weiteres To Do anfühlt. Egal ob Anfängerin oder erfahrene Yogi, wenn Deine Yoga-Routine nicht Deinen aktuellen Bedürfnissen entspricht, wird es Dir schwerfallen, sie umzusetzen. Wir alle kennen diese Zeiten, in denen der Alltag so voll erscheint, dass unmöglich Zeit für uns und unsere Bedürfnisse ist. In denen wir das Gefühl haben, weder die Zeit noch die Energie zu haben, die Matte auszurollen und etwas für uns selbst zu tun. Dabei ist es unerlässlich für unsere Zufriedenheit, unsere Stress-Resistenz und unsere Produktivität, dass wir in uns selbst investieren.

Genau darüber habe ich vor einiger Zeit geschrieben: wie ich meine Yoga-Routine gestalte, so dass ich sie nicht ausfallen lasse. Jetzt ist daraus eine Serie entstanden.

Das Geheimnis meiner Yoga-Routine ist eine Serie, in der ganz unterschiedliche, echte Frauen erzählen, wie sie Yoga – und ein paar Minuten für sich – in ihren Alltag integrieren.

Der Wunsch hinter dieser Serie: Dich zu inspirieren, damit Du Deine ganz persönliche Antwort, darauf finden kannst, was Deine Yoga-Routine ausmacht und wie sie ein fester Bestandteil Deines Alltags wird.

Heute teilt die liebe Petra von Minimalismus21 ihre Routine mit uns. Jeder von uns kennt es, manchmal bleibt die Yoga-Matte länger zugerollt in der Ecke stehen, als wir eigentlich wollten. Und so findest Du in diesem Interview von Petra ganz viele große und kleine inspirierende Aspekte, wie Du damit umgehen kannst, wenn etwas zwischen Dir und Deiner Yoga-Routine steht und wie wichtig es ist, den für Dich richtigen Weg (und Lehrer) zu finden.

Viel Freude bei diesem Interview!

 

Das Geheimnis von Petras Yoga-Routine

 Das Geheimnis meiner Yoga-Routine | modernslow.de

Seit wann praktizierst Du Yoga?

Angefangen hat alles im März 2017. Genauer gesagt mit Annette. Annette hat bei uns im Office einen zehnwöchigen Yogakurs für Einsteiger angeboten. Mein erster Gedanke: „Jetzt oder nie!“

Ob als hochglanzpoliertes Lifestyle-Erlebnis in Magazinen, als Touristenattraktion im Urlaub, ob als Ratgeberlektüre und Rezensionsexemplar für unseren Blog oder als faszinierende Verkörperung durch eine ehemalige Kollegin: In irgendeiner Form gab es immer wieder Schnittstellen und Kreuzungen zwischen der philosophischen Lehre des Yogas und meinem Leben.

Allerdings nie von Dauer. Denn ich bin mental und körperlich stets auf einen anderen Weg abgebogen.

 

Bis zu dem Tag, als Annette mit ihrer wunderbaren warmen Stimme und ihrem warmen Herzen kam. Aus unserer kleinen Anfängergruppe von Kolleginnen und Kollegen entwickelte sich nach zweieinhalb Monaten ein solider „harter Kern“.

Jeden Mittwoch rollten wir fortan nach Feierabend von Frühjahr bis Winter unsere Matten zwischen Konferenz- und Ruheraum aus. Hund, Katze, Kuh bekamen in diesem Zeitraum eine vollkommen neue Bedeutung für mich – ebenso wie der Krieger, der ich praktisch bzw. praktizierend sein wollte.

Und der doch so oft den Kampf gegen den inneren „Schweinehund“ führte.

 

Welche Rolle spielt Yoga in Deinem Alltag?

Ich würde gerne sagen „eine große“. Doch das wäre nicht ganz richtig. Annette hat es in einem Dreivierteljahr geschafft, den Yogi in mir zu wecken und mit ihm eine Sehnsucht nach einem bis dato unbekannten innerlichen Flow, nach dem unmittelbaren Gefühl des Augenblicks und des absoluten „Bei-sich-Seins“. Dennoch ist es mir am Ende (noch) nicht gelungen, einen dauerhaften Wandel herbeizuführen und diese kraftvolle Form der Entschleunigung konsequent in meinen Alltag zu integrieren.

 

Wie oft praktizierst Du?

Meine Praxis wurde jäh unterbrochen, als Annette der Liebe folgte und München (und damit unseren Kurs) Ende 2017 verlassen hat. Zwischen Urlaub, Krankheit und einem kleinen medizinischen Eingriff habe ich irgendwann die Matte zusammengerollt und meine Yogaroutine unter selbiger begraben. Allerdings nicht, ohne immer wieder den Versuch zu starten, einen großen Schritt nach vorne zu steigen, die Arme nach oben zu strecken und die Schultern nach unten fallen zu lassen. Bei YouTube gibt es nämlich durchaus einige inspirierende Persönlichkeiten, die mich in unregelmäßigen Abständen wieder auf den Boden der achtsamen Tatsachen (zurück-)gebracht haben.

 

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Wie sieht Deine tägliche Yoga-Routine aus?

Meine tägliche Routine artikuliert sich derzeit ehrlicherweise in einem schlechten Gewissen: Yoga wird gedacht, aber weniger gemacht. Ich habe in den letzten Wochen bei verschiedenen neuen Trainern Stunden genommen und gemerkt, wie unterschiedlich die yogische Spielwiese doch sein kann. Mehr als bei jeder anderen körperlichen Betätigung in meinem Leben ist für mich das richtige Wechselspiel aus Anspannung und Entspannung, aus Raum und Atmosphäre, aus Philosophie und Persönlichkeit des Lehrmeisters entscheidend.

 

Was ist das Geheimnis Deiner Yoga-Routine?

Seltsamerweise neigen viele Menschen dazu, ihren Terminkalender mit Pflicht- und Geschäftsterminen vollzupacken. Aber wo bleiben eigentlich die Reservierungen für Freizeit, Ausgleich und Erholung? Um Routine zu erzeugen, muss ich Routine erzeugen – durch feste Uhrzeiten und Wochentage, die nur Yoga und mir gehören. Ohne Ausrede und Unterlass. Momentan regelt meine Firma den Yogakurs in unserer Company neu. Und es sieht so aus, als würde eine Schülerin von Annette den Geist und die Tradition ihrer Lehrerin in Zukunft fortsetzen. Ich bin zuversichtlich, dass ich meinem Geist und meinem Körper bald wieder ein regelmäßiges Ruhekissen im Hier und Jetzt geben kann. Und mich die kurze Abzweigung wieder auf den eigentlichen Weg bringt.

 

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