Warum Multitasking Dir nichts bringt – und wie Du stattdessen achtsam produktiv wirst

Oder (das war mal der Arbeitstitel) “Wie Du wirklich, endlich, ein für alle mal mit dem Multitasking aufhörst, obwohl Du es schon x Mal versucht hast”. Denn die Sache ist: wir wissen, dass Multitasking nicht gut für uns ist. Aufhören tun wir trotzdem nicht. Denn es ist einfach so verdammt attraktiv. Mehr schaffen in weniger Zeit – wer wünscht sich sich das nicht (zumindest insgeheim)? Und noch dazu ist es so verdammt einfach. “Nur mal schnell…” ist das neue “getting sh*t done”, 10 Tabs gleichzeitig offen gilt als Zeichen von Produktivität, und sich aufs Smartphone-starrend anzuschweigen ist sozial akzeptiert. Ein Beitrag über die schöne neue Welt, das Karussell in Deinem Kopf und wie Du dem Wissen auch Taten folgen lässt.

 

Wir alle wissen, dass Multitasking schlecht ist. Eigentlich.

Eine Google-Suche nach “Multitasking” und schon die ersten Überschriften zeigen, dass Multitasking nichts Gutes ist: “Mythos”, “Märchen”, “funktioniert nicht”. Soweit, so bekannt. Nur liegen zwischen diesem Wissen und unserem Handeln oftmals Welten. Die Möglichkeiten, Multitasking zu betreiben, werden eher mehr denn weniger. Dank Smartphone, Smart Home und einer stabilen Internetverbindung können wir jederzeit und überall “mal nebenbei” 2, 3 oder 5 Dinge gleichzeitig tun. Und unser vollgepackter Alltag suggeriert uns dabei, dass Multitasking der Schlüssel zu unserer Produktivität ist. Der Reiz, so mehr zu schaffen ist groß – aber leider ein Trugschluss.

Effizienz durch Multitasking ist ein – siehe Schlagwort aus der Google-Suche – Mythos. Und Märchen.

Und es funktioniert nicht. Alles gleichzeitig zu erledigen macht nicht schneller. Du bist sogar deutlich langsamer, als wenn Du eines nach dem anderen abarbeiten würdest. Je mehr Aufgaben wir gleichzeitig erledigen möchten, desto mehr versetzen wir unser Gehirn in einen Stresszustand. Wer regelmäßig multitaskt, befindet sich unter permanenten Stress und es wird immer schwerer, sich davon wieder zu erholen. Multitasking macht also nicht produktiver, sondern treibt nur den Stresslevel nach oben.

 

Und mehr Fehler machen wir  auch. Beispiel: Hast Du Dich schon einmal dabei beobachtet, was passiert, wenn Du telefonierst und gleichzeitig den Einkaufszettel schreibst? Es geht, so mehr oder weniger. Aber im Nachhinein merkt man oft, dass man sich nicht so ganz daran erinnern kann, was der Gesprächspartner am anderen Ende da alles erzählt hat. Hand aufs Herz, wir alle haben schon mehr als einmal nicht mitgekriegt was uns unser Partner oder unsere Kinder von ihrem Tag erzählt haben, weil wir während dessen gekocht/Emails beantwortet/Instagram gecheckt haben. Deine Aufmerksamkeit kann nicht auf beides gleichzeitig gerichtet werden. Wenn Du zwei Dinge gleichzeitig tust, dann springt Deine Aufmerksamkeit zwischen beiden Dingen – so entstehen Fehler und Lücken in Deiner Erinnerung, ganz zu schweigen von dem Stress in Deinem Kopf.

 

Aber: das wissen wir ja eigentlich schon alles.

 

 

Dass Multitasking nicht gut ist, weißt Du. Aber wie kannst Du achtsam produktiv werden? | modernslow.com #stress

 

Entweder…oder…

Multitasking ist letztlich nichts anderes als eine Gewohnheit – eine Gewohnheit, die wir uns tagein tagaus antrainieren, indem wir – mit dem Smartphone in der Hand – unseren Alltag effizienter gestalten.

Wie bei jeder Gewohnheit ist der erste Schritt zur Besserung immer die bewusste Entscheidung, die Gewohnheit zu ändern. Deshalb ist Achtsamkeit so eine kraftvolle Möglichkeit, mit Multitasking aufzuhören. Anstatt ins Rödeln zukommen und Fehler zu machen oder den Überblick über unsere Arbeit zu verlieren, besinnen wir uns wieder bewusst auf den Ist-Zustand. Was ist jetzt gerade wichtig?

Achtsam vorzugehen bedeutet auch, sich einer Tätigkeit nach der anderen zu widmen. Prioritäten setzen ist das effektivste Mittel gegen den Drang, alles gleichzeitig machen zu wollen.

Das ist nicht gerade einfach und wir werden auch mal Scheitern – vor allem weil unser treuer Begleiter beim Multitasking (unser Smartphone) nur einen Handgriff entfernt ist. Aber Fokussieren hilft und Stück für Stück wird es einfacher.

 

Trau Dir selbst nicht!

Um es (mehr oder weniger) mit Simon Sineks Worten zu sagen: We hate email, but man do we love the bing, beep, and buzz.*

Wir sind alle ein bisschen süchtig nach unseren Smartphones und genau deshalb fällt es auch so schwer, unseren Vorsatz, das Multitasking endlich sein zu lassen, umzusetzen. Solange diese wunderbaren Geräte, die uns so viele positive Dinge ermöglichen, in Reichweite sind, ist “nur mal schnell…” immer eine Option.

Um also Deinem Wissen endlich Taten folgen zu lassen, hilft es oftmals schon enorm, einfach mal das Smartphone wegzulegen.

Ich weiß, das wolltest Du nicht hören. Wahrscheinlich, weil Du es schonmal gehört hast. Mehrmals.

Andererseits die gute Nachricht ist: es hat weniger mit Disziplin und persönlicher Stärke zu tun, als mit den Rahmenbedingungen, die Du Dir setzt.

Solche Rahmenbedingungen könnten sein:

  • kein Smartphone am Esstisch
  • während Deiner besten Arbeitszeit liegt dein Smartphone in einem anderen Zimmer
  • nur ein Medium konsumieren: Fernsehen oder Smartphone
  • kein Smartphone während einer Konversation

 

Wirklich, vergiss Disziplin!!

Wenn Du darauf baust, dass Du aus schierer Willenskraft nicht zum Smartphone greifst, während ein Kollege von seinem Wochenende erzählt, wenn Du auf etwas nicht sofort die Antwort weißt, oder wenn Du “nur mal schnell” Instagram checken willst, während Dein Laptop ein Programm öffnet, verurteilst Du Dich selbst zum Scheitern.

Selbst, wenn Du Dein Multitasking damit unter Kontrolle hast (wohl eher: hättest).

Denn: Du hast nur eine endliche Menge an Willenskraft. Wenn Du also Deine Willenskraft dafür aufbrauchst, Dein Smartphone nicht anzufassen, obwohl es direkt neben Dir liegt, hast Du deutlich weniger Willenskraft zur Verfügung, um “nein” zu anderen Dingen zu sagen.

Du hast deutlich weniger Willenskraft, um bei dem Vorsatz “heute kein Dessert” zu bleiben. Du hast auch weniger Willenskraft zur Verfügung, um mit Gelassenheit auf den Wutanfall Deines Kindes zu reagieren. Du hast weniger Willenskraft, um “nein” zu einem Impulseinkauf zu sagen. Du hast weniger Willenskraft, um den Wecker für Deine Morgenroutine zu stellen. Und und und.

Regeln klingen auf einmal so viel besser nicht wahr?!

 

Was Du tun kannst, wenn Du Dich doch beim Multitasken ertappst

Egal welchen Ansatz zu wählst, es wird nicht immer funktionieren. Multitasking ist schwer loszulassen. Und: gerade mit Kindern fühlt es sich manchmal unmöglich an, sich nur auf eine Sache zu konzentrieren, da Kinder häufig Deine Aufmerksamkeit – gerne auch lauthals – einfordern, während Du eigentlich etwas anderes tust.

Nur, Multitasking ist auch keine Lösung. (Wie wir ja auch schon wissen.)

 

Dein 3-Schritte-Plan, wenn Du Dich beim Multitasking ertappst

Multitasking ist wie eine Spirale, ein ständiges mehr, mehr, mehr. Um nicht in Stress zu verfallen, ist es wichtig, diese Spirale bewusst zu durchbrechen.

Das kannst Du in 3 Schritten angehen:

  1. Stoppe bewusst: Sobald es Dir auffällt, dass Du multitaskst, hörst du mit beiden Tätigkeiten auf.
  2. Halte inne: Atme tief durch, und schließ (wenn möglich) für ein paar Sekunden die Augen, um zur Ruhe zu kommen und Abstand zu gewinnen. Versuche, dich ganz allein auf Deine Atmung zu konzentrieren – so als ob Du Meditieren würdest. Wenn Du spürst, dass Du entspannst, geht es an den nächsten Schritt.
  3. Sortiere Deine Prioritäten neu: Was hast Du eben alles versucht, gleichzeitig zu tun? Entscheide jetzt, welche Tätigkeit die Wichtigste ist und gehe sie als Erstes an. Konzentriere Dich nur auf sie, bis sie abgeschlossen ist. Erst dann widmest Du Dich der nächsten Aufgabe.

 

Multitasking lässt sich nicht von heute auf morgen abstellen. Es ist anstrengend und bedeutet, dass Du Deine Gewohnheiten verändern musst.

 

Du drückst Dich um die Entscheidung.

Bereit für die letzte provokante These? Du multitaskst, weil Du Dich um eine Entscheidung drückst.

Multitasking ist nichts anderes als der Kram in Deiner Wohnung. Vertagte Entscheidungen.

Statt unnütze Dinge zu entsorgen, entwickeln wir komplexe Ordnungssysteme. Statt Aufgaben zu priorisieren (oder nein zu sagen), multitasken wir.

Triff die Entscheidung.

 

Du gewinnst Klarheit, wirst sogar produktiver, gelassener und zufriedener.

Auch das hast Du wahrscheinlich schon mal gehört…

 

 

Hast Du auch immer wieder mit Multitasking zu kämpfen? In welchen Situationen verspürst Du den Wunsch, zu multitasken?

 

*full disclosure: ich konnte nicht mehr den Vortrag finden, in dem Simon Sinek (mehr oder weniger) diese Aussage getroffen hat. Sinngemäß findet sie sich aber meisten aktuellen auf Youtube verfügbaren Vorträgen von Simon Sinek.

Warum ich Hilfe brauche (und deshalb Modern Slow ein Team hat)

Tief einatmen. Ich brauche Hilfe. Schon seit längerem und deshalb habe ich sie nun auch. Ein Beitrag über Transparenz, Delegieren und das Problem in unseren Köpfen. Und auch ein Beitrag über meine tolle Assistentin, die Modern Slow besser macht.

 

Ich habe lange überlegt, diesen Post zu machen.

Erst, weil ich mir nicht sicher war, ob ich ihn machen möchte. Dann, weil ich mir nicht sicher war, wie ich ihn machen möchte. Denn das Thema Hilfe ist in unserer Gesellschaft und insbesondere unter Frauen ein Tabuthema und noch dazu begibt man sich auf sehr dünnes Eis.

 

Nein, ich will mich nicht hinstellen und auf dicke Online-Business-Hose machen. “Ich habe ein Team” wird schnell zu “was glaubt die denn, wer sie ist?!” uminterpretiert. Gerade wir Frauen reagieren gerne mal allergisch auf solche Aussagen – manchmal (manchmal!) zu Recht.

Manchmal sagt die Interpretation aber mehr über uns selbst aus.

Sympathiepunkte sammelt Frau eher mit Aussagen wie “ich hatte Glück”, “mir passieren viele tolle Dinge” – nur nicht anecken, nicht zu viel Aufmerksamkeit auf sich selbst lenken und schon gar nicht etwas für sich beanspruchen.

Gleichzeitig schlägt uns bei “ich habe Unterstützung” oftmals auch eine ganz andere Interpretation entgegen: “schaffst Du es nicht?” “ich mache ja xyz immer selbst” – und der böse große Bruder in unserem eigenen Kopf “bist Du nicht gut genug?!”.

Und so schweigen wir. Darüber, dass wir Hilfe haben. Darüber, dass wir Hilfe brauchen.

 

Zeit das zu ändern.

 

Du brauchst Hilfe. Und das ist in Ordnung. | modernslow.com

Mein Tag hat 24 h, wie Deiner.

 

Ganz klar, das haben mir die letzten Jahre gezeigt, Planung und Prioriäten, bewusste und mutige Entscheidungen, Ziele und effektive Gewohnheiten, mein Mann, meine Familie und und und sind wichtige Gründe dafür, warum ich so viel in meinen 24 h schaffe.

 

Aber es sind und bleiben 24 h.

 

Und so ist ein weiterer Grund ist eben auch, dass ich es seit ein paar Monaten nicht mehr alleine tue.

Modern Slow hat inzwischen ein Team.

 

In diesem Beitrag geht es aber um mehr als Transparenz.

Es geht darum, umzudenken.

Mir liegt dieser Beitrag ganz besonders am Herzen, weil er so viele von uns betrifft. Wir Frauen sind Meister darin, viel zu hohe Ansprüche an uns selbst zu stellen. Und oftmals merken wir es gar nicht mehr. Und wenn es mal drunter und drüber geht, wenn wir straucheln und gerade so die Dinge hinkriegen, oder wenn wir tatsächlich scheitern, dann zeigen wir das lieber nicht – nicht einmal vor unseren engsten Freundinnen.

Viel wichtiger ist die Fassade: alles schaffen und es mühelos aussehen lassen.

 

Und dazu möchte ich nicht beitragen. Dass ich das Aufräumen auch mal ausfallen lasse und stattdessen an Modern Slow arbeite oder Zeit mit meiner Familie verbringe, habe ich schon an mehr als einer Stelle erwähnt. Ich arbeite Vollzeit, ich arbeite an Modern Slow, ich habe eine Familie und Sport mache ich auch. Aber: ich schaffe nicht alles und schon gar nicht zur gleichen Zeit. Mühelos hat so viel mit meinem Alltag zu tun, wie Pommes und Schokolade mit gesunder Ernährung.

 

All das was ich da so tagein tagaus tue ist spannend und erfüllend und ich möchte keine Minute missen, aber es ist nicht mühelos.

 

Mein Alltag ist nicht stressig. Aber auch das ist kein Zufall. Das ist das Resultat von vielen bewussten Entscheidungen und einer ganz besonderen: ich akzeptiere meine Grenzen. Ich akzeptiere, dass ich nicht “alles” schaffen kann und entscheide entsprechend meiner Prioritäten.

 

Und so war ich vor ein paar Monaten an dem Punkt, an dem ich mir selbst eingestehen musste, dass ich allein nicht mehr Zeit für Modern Slow aufwenden kann, als ich es tue. Wenn ich also mehr tun möchte, mehr Frauen helfen möchte, dann brauche ich Hilfe. Und so habe ich nun Unterstützung von einer ganz zauberhaften Assistentin, der lieben Chrissi.

 

Für alle, die sie noch nicht kennen: das ist Chrissi.

 

Sie ist eine Modern Slow Leserin der ganz frühen Stunde – und seit gut einem halben Jahr selbstständig als VA. Egal ob im WordPress-Backend, bei der grafischen Unterstützung bei meinem “Mehr Zeit für Dich”-Programm, oder einfach als Brainstorming-Buddy, Chrissi ist inzwischen ein wichtiger Teil von Team Modern Slow.

 

Bei Modern Slow geht es nicht um mich. Ich teile meine Erfahrungen, meinen Weg. Aber letztenendes es geht nicht um mich.

Es geht um Dich.

Es geht darum, möglichst viele Frauen zu inspirieren, ihren Alltag in die Hand zu nehmen, und sie dabei zu unterstützen, kleine und große mutige Entscheidungen zu treffen, damit sie ihr Leben nach ihren Prioritäten gestalten können. Das ist meine Vision. Und genau an diese Vision glaubt auch Chrissi und um diese Vision umzusetzen, hat Modern Slow ein Team.

 

Fotocredit Portrait Chrissi: Foxografie.

Inbox Zero: Warum Dein E-Mail-Postfach leer sein sollte

Wieviele Emails kriegst Du pro Tag? Und wie oft glaubst Du, dass Du jede dieser E-Mails im Schnitt öffnest und scanst? Je nach Job und Anzahl an Newslettern flattern pro Tag ganz schön viele digitale Briefe in Dein Postfach und verlangen nach Deiner Aufmerksamkeit. Einige bleiben ungelesen liegen und schwupps vergisst Du, dass da noch jemand auf Deine Antwort wartet. Oder Du screenst mehrmals die gleiche Email, wenn sie kommt, wenn Du Deine To Do-Liste erstellst, wenn Du sie beantwortest und oft auch noch mehrmals dazwischen. Nicht so ideal oder? Oft sieht Dein E-Mail-Postfach aus wie Du Dich in Deinem Alltag fühlst: zu viel zu organisieren und zu tun. Lass uns das ändern! In diesem Beitrag stelle ich Dir das Konzept Inbox Zero vor, das mir hilft mein E-Mailpostfach unter Kontrolle zu haben, welche Vorteile es bringt, warum auch Du Dein E-Mailpostfach leeren solltest, und wie Du es schaffst, dass auch Dein E-Mailpostfach ganz und gar zen ist.

 

 Oft nehmen wir uns tagtäglich viel zu viel vor. Gönne Dir ganz bewusst Zeiten der Ruhe. | www.modernslow.com

 

Digital vereinfachen

Wie viele E-Mails bekommst Du so pro Tag? 5? 10? 25? Oder noch mehr? Auf jeden Fall eine Vielzahl mehr als an guter alter Briefpost.

Unser modernes digitales Leben eröffnet uns viele wundervolle Möglichkeiten. Einfach und schnell miteinander zu kommunizieren ist großartig, aber die tägliche E-Mail-Flut bedeutet auch, dass wir ein vielfaches an Entscheidungen Tag für Tag zu treffen haben.

Jede E-Mail schreit nach unserer Aufmerksamkeit – und je länger sie in unserem E-Maileingang verbleibt, desto häufiger bekommt sie auch diese Aufmerksamkeit.

Warum Dein E-Mailpostfach leer sein sollte

Die leicht provokante Antwort: weil Du dein Briefpostfach ja auch nicht zumüllst. Jeden Tag gehst Du zu Deinem physischen Briefkasten, holst all die Briefe und Postwurfsendungen heraus und sortierst die einkommende Post – wegwerfen, bezahlen, aufheben, usw. Wieso sollte es anders bei Deinem E-Mailpostfach sein? Genauso wie uns ein überquellendes Postfach und ein unaufgeräumter Schreibtisch stressen und überfordern, stresst und überfordert uns ein volles E-Mailpostfach.

 

Mehr Zeit und weniger Stress

Mit einem leeren E-Maileingang verbringst Du weniger Zeit in Deinem Account, denn Du weißt ganz genau, welche E-Mails Deine Aufmerksamkeit benötigen. Solange sich eine E-Mail im Posteingang befindet, neigen wir dazu sie nochmals zu lesen oder zumindest zu überfliegen. Das kostet Zeit und lenkt ab! Und mit dem Konzept, das ich Dir hier vorstelle, verschwendest Du auch nicht Stunden Deiner wertvollen Zeit, Dir eine detaillierte Ordnerstruktur zu überlegen, die am Ende doch nie so ganz Deinen Bedürfnissen gerecht wird.

Der weitaus größere – und für mich persönlich wichtigere – Effekt ist, dass ein leeres Postfach positiv auf Dein Wohlbefinden wirkt. Keine E-Mail im Posteingang – das fühlt sich an nach getaner Arbeit, nach Erfolg, nach ich habe meine To-Dos unter Kontrolle. Mir war nie bewusst, wie anstrengend mein übervolles E-Mailpostfach für mich war – bis ich es radikal geändert habe.

 

Inbox Zero: Das leere E-Mailpostfach

Der Name dieses Konzepts, Inbox Zero, ist klar Programm. Das Ziel ist es, dass am Ende jeden Tages 0, ja null, Nachrichten in Deinem Postfach sind.

 

Die Vorteile von Inbox Zero

  1. Zeitliche Ersparnis. Inbox Zero ist zu Beginn mit ein paar Stunden Arbeit verbunden – mehr dazu gleich. Langfristig gewinnst Du dadurch eine erhebliche Zeitersparnis und schonst Deine Nerven.
  2. Ein System, das funktioniert. Inbox Zero ist dafür ausgelegt, einfach und nachvollziehbar zu sein. Keine schwammige Organisationsstruktur mehr, kein “Wo soll ich diese Mail ablegen?”-Rätseln. Du weißt ohne groß nachzudenken, wo jede einzelne Mail hingehört.
  3. Du nimmst den Druck raus. Anstatt dass Dich tagelang dieselben Nachrichten vorwurfsvoll anstarren, kannst Du Dich mit gutem Gewissen in Dein Postfach einloggen. Denn am Ende des Tages hast Du alles bearbeitet.

 

Am Ende des Tages keine einzige E-Mail in Deinem Postfach – wie das funktionieren soll?

Eigentlich ganz einfach mit ein paar kleinen Regeln!

 

Wie Du zu Inbox Zero gelangst

 

Aufräumen –  aber anders als Du denkst

Zu dem Zeitpunkt als ich zu Inbox Zero gewechselt bin, hatte ich gute 1000 E-Mails in meinem Posteingang. Natürlich waren die nicht alle ungelesen! Aber nachdem ich sie erhalten, gelesen und bearbeitet hatte, habe ich sie eben nicht immer in einen meiner vielen Ordner verschoben. Warum? Weil ich oft einfach nicht so genau wusste, in welchen Ordner, die Email nun gehört. Und ja, ich hatte noch weit mehr E-Mails in einer Vielzahl von Ordnern abgelegt.

Wie ich dieses Chaos gezähmt habe?

Ganz einfach: ich habe einen Ordner mit dem Namen “Alte Struktur” angelegt und alle Ordner und alle E-Mails in meinen Posteingang verschoben.

Das klingt nach einem faulen Ausweg?

Bei weitem nicht! Überlege Dir mal: was wäre gewonnen, wenn ich 2000 alte und bearbeitete E-Mails in eine neue Ordnerstruktur gebracht hätte? Nichts! Im Gegenteil! Ich hätte unheimlich viel Zeit verschwendet. Wenn ich aus irgendeinem Grund wirklich eine dieser alten E-Mails benötige, dann würde ich sowieso die Suchfunktion benutzen.

Also: verschwende bitte keine unnötige Zeit für das Aufräumen. Stelle sicher, dass keine E-Mails dabei verloren gehen, aber schaffe Dir diese alten E-Mail so schnell wie möglich aus dem Weg!

Inbox Zero ist die Möglichkeit Dein digitales Leben zu vereinfachen. Erfahre auf modernslow, wie Du Dein Emailpostfach leer hälst und wie Du davon profitieren wirst. | modernslow.com

 

Der erste Schritt: Ein Postfach für alles

Zu einer übersichtlichen E-Mailstruktur gehört es, alle E-Mails an einem Ort zu haben. Im ersten Schritt solltest Du also alle bestehenden Mail-Postfächer – soweit möglich – auf eines zusammenlegen, so dass Du nur noch ein privates und ein berufliches E-Mail-Postfach zu strukturieren hast. So behältst Du am einfachsten den Überblick.

 

Die Scheingenauigkeit von Ordnern

Um Deinen Posteingang auch langfristig auf null zu reduzieren, legst Du nun eine neue Ordnerstruktur an. Der springende Punkt: diese neue Ordnerstruktur ist nicht thematisch organisiert sondern nach Aufgaben. Das Problem bei einer thematischen Ordnerstruktur ist die Scheinordnung, die Du damit erzeugst. Bei thematischen Ordnern ist Deine Ordnerstruktur nie so fein oder abstrakt, wie Du es gerade brauchst. Das bedeutet, dass Du bei Deinen E-Mails oft eigene Logiken verwendest, warum diese E-Mail in Ordner 1 und diese E-Mail in Ordner 2 kommt. Das Problem: diese Logiken sind über die Zeit hinweg oft nicht stabil, sondern abhängig davon wie wir den Inhalt der E-Mail interpretieren. Das Ergebnis: wir finden die E-Mails nicht da wo wir sie vermuten und benutzen doch schließlich die Suchfunktion.

 

Aufgabenorientierte Ordner

Inbox Zero nutzt die Suchfunktion ganz bewusst – ohne den Umweg über eine detaillierte Ordnerstruktur, die unser Gehirn sowieso überfordert. Stattdessen legst Du eine minimale, aufgabenorientierte Ordnerstruktur an.

 

Mein E-Mailpostfach verfügt aktuell über 4 Ordner:

  1. to do – E-Mails, die eine Aktion meinerseits erfordern
  2. read/review – alle E-Mails, die auf Handbücher oder Anleitungen verweisen
  3. reference – der klassische Ablageordner, d.h. diese E-Mails erfordern keine (weitere) Handlung von mir, aber ich kann die E-Mail auch nicht löschen
  4. maybe – alle E-Mails mit Ideen und Vorschlägen, die toll klingen, aber die – aktuell – weder wichtig noch dringend sind

 

Streng genommen gibt es noch einen weiteren Ordner, den ich nutze – wenn auch im Arbeitsleben nur sehr eingeschränkt: den Papierkorb.

 

Unterstützend kannst Du Color Coding verwenden, um das System der Inbox Zero mit maximal 4-5 Kategorien mithilfe verschiedener Farben zu unterscheiden. Aber, die Farben sollten ebenfalls nicht für Themen und Inhalte stehen, sondern nur die aufgabenorientierte Struktur hervorheben.

 

Radikal umsetzen

Schön, aber nun trudeln natürlich Tag für Tag eine Vielzahl an E-Mails ein. Wie schaffe ich es also, dass am Ende jeden Tages mein Postfach tatsächlich leer ist?

 

Immer wenn ich meine E-Mails checke, screene ich die E-Mails im Posteingang und entscheide sofort was damit zu tun ist.

  • Fall 1: Ich antworte sofort – das mache ich, sofern ich die Antwort in 1-2 Minuten geben kann.
  • Fall 2: Ich transferiere die E-Mail in den Ordner to do.
  • Fall 3: Die E-Mail wandert gleich in die Ablage, also Ordner reference.

Und schon ist mein Postfach wieder leer!

 

Den Posteingang langfristig freihalten

Du hast Deinen Posteingang aufgeräumt und willst ihn natürlich weiterhin leer halten. Nun heißt es, eisern bleiben und die neue Gewohnheit bestmöglich zu unterstützen. Die folgenden Tipps helfen Dir dabei, langfristig vom Inbox Zero System zu profitieren:

 

  • Melde Dich rigoros von allen Newslettern ab, die Du sowieso nicht liest. Ja, das gilt auch für die Modern Slow Community. Jedes Newsletter-Abo, das Du seit mindestens 4 Wochen nicht mehr angeschaut hast – oder Du Dich gar nicht mehr erinnerst, wieso Du Dich dafür überhaupt angemeldet hattest – kann weg.
  • Deaktiviere den Versand von Social Media Benachrichtigungen per E-Mail. In den Einstellungen von Facebook & Co. lassen sich solche Info-Mails abstellen.
  • Lege Dir feste Zeiten für Dein E-Mailpostfach zu. Jeder auch noch so kurze Sprung in Dein Email-Postfach (“nur mal schnell schauen”) reißt Dich aus Deiner Konzentration heraus. Deshalb überlege Dir gut, wann Outlook und Co. im Hintergrund geöffnet sind. Für die meisten von uns reicht es vollkommen 2x am Tag die Emails zu checken und abzuarbeiten.

 

Ich verfolge dieses Konzept nun seit 2,5 Jahren und ich bin so unendlich froh, dass ich meine Herangehensweise an E-Mails geändert habe. Wenn Du das Gefühl hast, dass Du zu viel Zeit mit E-Mails verbringst, dann probier Inbox Zero aus! Ich freue mich, von Deinen Erfahrungen zu hören!

 

Wie viele E-Mails sind gerade in Deinem Postfach?

Wie geht es Dir, wenn Du an Dein E-Mail-Postfach denkst?

 

Das Geheimnis meiner Yoga-Routine

GANZ ODER GAR NICHT?! GEWOHNHEITEN BEGINNEN UND BEIBEHALTEN

In der Silvesternacht werden wir mutig. Wir nehmen uns Vorsätze für’s neue Jahr, stoßen auf unser neues, besseres Leben an – und würden oft all das ein paar Tage später wieder vergessen. Veränderung ist anstrengend. Gepaart mit einem vollen Alltag sind Stress und Selbstzweifel vorprogrammiert. Jedes Ziele, jede angestrebte Veränderung beruht auf Gewohnheiten. Gewohnheiten zu etablieren ist das eine, sie dann wirklich – langfristig – beizubehalten das andere. In diesem Beitrag dreht sich alles um diese Herausforderung und ich teile meine Tipps, wie eine “ganz oder gar nicht” Einstellung nicht das Ende für Deine Vorsätze und Ziele bedeutet.

 

 

Ganz oder gar nicht!

Die meisten von uns fallen zumindest für einige Routinen und Gewohnheiten in die “ganz oder gar nicht” Kategorie. Wir essen gar keine Schokolade oder gleich die ganze Tafel. Wir sind richtig diszipliniert oder verfallen in die “jetzt ist es auch schon egal” Denkweise. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem man sich mit dieser Denkweise auseinander setzen muss. Will ich das wirklich? Will ich es nicht doch noch einmal mit dem Ziel versuchen? Wenn Du Dich im “gar nicht” Bereich des Gewohnheiten-Spektrums befindest, dann gibt es für mich nur einen Weg, wie Du da wieder herausfindest. Du fängst da an, wo Du aufgehört hast.

 

 

Wie Du Gewohnheiten beibehältst

Gewohnheiten neu einzuführen ist aufregend. Die Motivation hilft Dir in den ersten Tagen und Wochen. Aber was, wenn die Motivation nachlässt? Und der Alltag überhand nimmt? Und Du dann auch noch der “ganz oder gar nicht”-Typ bist? Genau diese Frage wurde mir in der Modern Slow Community vor gut einem dreiviertel Jahr gestellt – und die Antwort findest Du in diesem Video. Darin dreht sich alles darum, wie Du Gewohnheiten beibehältst – gerade, wenn Du ein “ganz oder gar nicht” Typ bist und das Fallen aus einer Gewohnheit mit Schuldgefühlen verbunden ist.

 

 

 

Ein Durchhänger ist noch nicht das Ende

 

Selbst wenn Du nur eine Kleinigkeit verändern willst, kommt eben doch das Leben mit seinen unerwarteten dazwischen. Du bist auf Reisen, Dein krankes Kind braucht Deine Aufmerksamkeit oder Dein innerer Schweinehund macht sich bemerkbar. Sei Dir darüber im Klaren, dass ein Durchhänger nicht bedeutet, dass all die Schritte und Anstrengungen umsonst war. Anstatt aufzugeben, hake es ab und mach morgen weiter.

 

Gewohnheiten beginnen und beibehalten. Ziele erreichen - aber wie? Tipps und Workshop | modernslow.com

Wenn Dir die Gewohnheit schwerfällt

 

Es gibt diese Momente, in denen die (vielleicht gar nicht mehr so) neue Gewohnheit schwerfällt. Wenn alles andere wichtiger erscheint. Wenn da einfach ein Widerstand in uns ist. Die Frage ist, wie gehen wir damit um? Mit dieser Frage beschäftigt sich der nachfolgende Podcast (kann man das so nennen, so ganz ohne “richtigen” Podcast bei itunes?!?). Das Video ist zwar ein dreiviertel Jahr alt, aber für mich noch immer absolut relevant und wichtig. Dennoch wollte ich mich dem Thema noch einmal aus einem anderen Blickwinkel annähern. Diesmal dreht sich alles um Disziplin und Deine Komfortzone.

 

 

Gewohnheiten sind die Basis

Gewohnheiten sind die Basis jedes Ziels. Welchen Wunsch Du auch gerade verfolgst – oder träumst zu verfolgen. Diesem Wunsch liegt immer auch die Veränderung von Gewohnheiten zugrunde. Dieses Thema ist nicht nur unheimlich spannend besser zu verstehen, sondern hat weitgreifende Auswirkungen auf Dein Leben. Besser zu verstehen, welche Ziele wirklich die richtigen für Dich sind und welche Veränderungen notwendig sind, um diese Ziele zu erreichen, ist eine der besten Investitionen in Dich selbst, die Du tätigen kannst. Zu verstehen, welche Schritte es Dir möglich machen, Dein Leben Stück für Stück zu verändern, ist wahrlich lebensverändernd. Und: Du kannst diese Schritte lernen. In meinem Workshop “Ziele mit Herz und Verstand” lernst Du meine 4-Schritte-Erfolgsformel, die Du auf alle Deine Ziele anwenden kannst – damit Du Deine wertvolle Zeit und Energie fokussiert einsetzt. Du erhältst 7 Videos, insgesamt 120 Minuten Training und Coaching und ein gut 40-seitiges Workbook, damit Du all die Veränderungen tatsächlich erreichst, die Du Dir wünschst. Mehr Informationen und die Bestellung findest Du hier.

 

Ziele mit Herz und Verstand - Lerne, wie Du die für Dich richtigen Ziele setzt und tatsächlich erreichst. | modernslow.com

 

Welche Gewohnheit möchtest du 2018 endlich ändern?

OHNE STRESS DURCH DIE WEIHNACHTSZEIT

Ja, die Adventszeit hat noch nicht angefangen. Aber Du denkst schon an die Weihnachtszeit, nicht wahr? Vielleicht hast Du schon eine To Do-Liste mit all den Dingen, die vor dem 24.12. noch zu erledigen sind. Und Du weißt noch aus dem letzten Jahr: irgendwann zwischer ersten und der vierten Kerze wird es stressig. Lass uns das dieses Jahr ändern. Wie wäre es mit weniger Stress in der Weihnachtszeit und dafür mehr genießen? In diesem Beitrag stelle ich Dir drei Strategien vor, wie Du ohne Stress durch die Weihnachtszeit kommst – und drei Erste-Hilfe-Strategien, wenn doch Stress ausbricht.

 

Warum ist die Weihnachtszeit oft stressig?

Weihnachten ist nur 1x im Jahr

Ja, diese Beobachtung ist ziemlich trivial. Aber ganau das ist einer der Gründe, warum die Weihnachtszeit oft stressig wird. Man kann so, so viele schöne Dinge in der Weihnachtszeit machen. Plätzchen backen, mit den Kindern basteln, Weihnachtsmärkte besuchen, sich mit Freunden auf einen Glühwein treffen, und und und. Bestimmt hast Du auch eine Liste und Bilder im Kopf mit Aktivitäten, auf die Du Dich freust. Die Sache hat nur einen großen Haken: nur weil Weihnachten ist, hört unser normaler Alltag nicht auf. Arbeit, Kinder, Haushalt, all das, was wir an jeden anderen Tag des Jahres auch tun (müssen), läuft weiter.

Wenn also der Stress in der (Vor-)Weihnachtszeit überhand nimmt – und das gilt auch für den Rest des Jahres – dann liegt das meistens auch daran, dass Du versuchst, zu viel in Deinen Alltag zu packen. Du lässt Dich leiten von “das wäre schön, wenn…”, ebenso wie von hohen Ansprüchen an Dich selbst. Hand aufs Herz, wir Frauen sind oft wirkliche Meister darin, unseren Alltag zu verkennen und stattdessen Ansprüche an uns zu stellen, die mehr mit einer utopischen Vorstellung als unserer Realität zu tun haben. Ja, es wäre schön, wenn wir all die schönen weihnachtlichen Aktivitäten und Vorbereitungen machen könnten. Aber wir haben in diesen Wochen des Jahres ja nicht automatisch mehr Zeit pro Tag. Nein, wir haben unseren ganz normalen Alltag. Vielmehr noch, genau in diese Zeit fallen oft noch viele zusätzliche Termine.

 

Weihnachtszeit heißt viele Termine

Weihnachtszeit heißt Termine über Termine: Nikolaus, Weihnachtsfeiern, Wichteln … Und dann fällt die Weihnachtszeit ja auch zusammen mit den letzten Wochen des Jahres, d.h. es kommen noch all die Dinge und Termine auf uns zu, die noch dieses Jahr erledigt werden müssen. Und all das zusätzlich zu unserem ganz normalen Alltag. Also eigentlich kein Wunder, dass wir die Weihnachtszeit oft auch als stressig wahrnehmen. Und was kannst Du dagegen tun?

 

Strategien für weniger Stress in der Weihnachtszeit

Strategie #1: Priorisieren

Je mehr Termine und To Dos, Aktivitäten und Ansprüche um Deine Aufmerksamkeit und Deine Zeit buhlen, desto wichtiger ist es, klar zu priorisieren. Was ist Dir wirklich wichtig? Auf welche Aktivitäten möchtest Du in der Weihnachtszeit nicht verzichten? Gibt es Familienrituale? Gibt es Termine oder Aktivitäten, die unvermeidbar (wirklich, ehrlich unvermeidbar?!) sind? Nutze die Zeit bevor die Weihnachtszeit losgeht, um Klarheit zu haben, welche Dinge in den kommenden Wochen auf Dich zukommen werden. Evaluiere ganz ehrlich: wie viel steht jetzt schon in Deinem Kalender? Wie viel Platz (Zeit und Energie) ist da noch für andere Aktivitäten? Gibt es Termine und Aktivitäten, die Dir eigentlich nicht wichtig sind und kannst Du noch aus der Nummer raus oder eine andere Lösung finden? Klarheit über Deine Prioritäten in dieser Weihnachtszeit wird Dir auch helfen zu entwcheiden, wenn im Laufe des Dezembers immer neue To Dos und Aktivitäten auf Dich zukommen.

 

Strategie #2: Ruhepausen und Kraftrituale

Schon während der letzten 11 Monate waren Pausen und Zeit für Dich oft optional – etwas, was Du machst, wenn Du Zeit hast? Umso wichtiger ist es, in der vollen Weihnachtszeit ganz bewusst Pausen für Dich einzuplanen. Sei es, dass Du mit Tee und Plätzchen einfach ein paar Minuten auf der Couch entspanntst – ohne Fernseher, ohne Smartphone, ohne währenddessen etwas zu planen. Oder, dass Du Dir einen freien Abend gönnst. Wichtig ist, überlege Dir schon jetzt, wie Du in der Weihnachtszeit Kraft tanken möchtest und plane die Zeit dafür fest ein.

Alle Jahre wieder... Die Weihnachtszeit ist oft stressig. Strategien und Erste Hilfe Tipps für weniger Stress in der Weihnachtszeit. | modernslow.com

Strategie #3: Frühzeitig aktiv werden

Viele Aktivitäten und To Dos, die in die Weihnachtszeit fallen, können wir bereits jetzt schon absehen – und abarbeiten. Wer sagt, dass Du die Weihnachtskarten nicht schon dieses Wochenende schreiben kannst? Du kannst ja mit dem abschicken noch warten, um die Adressaten nicht zu verwirren. 🙂

Diese drei Strategien helfen natürlich für sich genommen, aber die größte Wirkung entfalten sie, wenn Du alle Strategien gemeinsam nutzt und sie ineinander greifen lässt. Wenn Du frühzeitig aktiv wirst, kannst Du Dir guten Gewissens Mitte Dezember eine Pause gönnen. Wenn Du die Termine, Aktivitäten und To Dos priorisiert hast, ist nicht nur Platz für Pausen, sondern Du weißt auch, welche Dinge Du schon im November abhaken kannst und solltest.

 

 

Troubleshooting: Was tun, wenn die Weihnachtszeit doch stressig wird?

Erste Hilfe Schritt 1: Auf die Bremse treten

Wirklich Pause machen und abschalten. Wenn Du Dich gestresst fühlst, musst Du die damit verbundenen Verhaltens- und Gedankenmuster (Multitasking, “das schaffe ich auch noch”-Mentalität, usw.) unterbrechen und Abstand dazu gewinnen. Wie die Pause aussieht, hängt von Deinem Stresslevel ab. Horche in Dich hinein und sei ehrlich. Reicht ein ruhiger Abend, mit einem heißen Bad und einem Buch? Solltest Du früher ins Bett gehen? In den meisten Fällen ist es damit aber nicht getan und Du musst wirklich etwas ändern.

 

Erste Hilfe Schritt 2: Prioritäten klären

Du schaffst es, Dein Pensum zu ändern, indem Du alle Termine und To Dos, Aktivitäten und Ansprüche hinterfragst und priorisierst. Was muss wirklich erledigt werden? Was ist Dir wirklich wichtig? Was ist versteckter Perfektionismus und übertriebene Ansprüche an Dich selbst? Wenn Du weißt, was Dir wirklich wichtig ist, kannst Du auch entscheiden, was unwichtig (und damit zu vernachlässigen) ist.

 

Erste Hilfe Schritt 3: Delegieren und Plan B

Nachdem Du Klarheit erlangt hast, brauchst Du einen neuen Plan. Wichtig: dieser neue Plan muss weniger Termine, To Dos, Aktivitäten und Ansprüche beinhalten als der vorherige. Sonst stehst Du ein paar Tage später wieder vor dem gleichen Problem. Das bedeutet, Du musst Dinge absagen, Aufgaben delegieren, oder Ansprüche loslassen, um Dir mehr Zeit zu ermöglichen. Frage Dich hier: Kann Dein Partner, Deine Mutter, Deine Kinder oder eine Freundin Dir etwas abnehmen? Kannst Du bestimmte Tätigkeiten an einen Dienstleister auslagern? Was genau würde Dir helfen? Einmal Essen liefern lassen, um den Haushalt auf Vordermann zu bringen? Geschenke verpacken lassen? Das Weihnachtsessen streichen und zum Essen gehen? Die Familie bitten, Essen mitzubringen? Plätzchen kaufen statt backen? Zeit statt Zeug schenken? Es gibt unheimlich viele Möglichkeiten. Nutze Deine Zeit und Energie für das, was Dir wirklich wichtig ist und finde für den Rest eine andere Lösung.

 

Worauf freust Du Dich in der Weihnachtszeit besonders?

 

Warum Zeitmangel eigentlich ein Geschenk ist

Wann hast Du zum letzten Mal etwas für Dich getan? Wann hast Du eine Tätigkeit unterbrochen oder abgebrochen, weil es Zeit für das nächste To Do war? Wie viele To Dos schiebst Du von Tag zu Tag, in der Hoffnung, dass Du endlich die Zeit findest, sie abzuarbeiten? Wer kennt ihn nicht: Zeitmangel. In diesem Beitrag stelle ich Dir die wichtigste Veränderung vor, die ich in meinem Mindset innerhalb des letzten Jahres vollzogen habe und aufgrund derer ich inzwischen dankbar für meinen Zeitmangel bin.

 

Zeitmangel oder 1000 Dinge zu tun

Wessen Alltag ist nicht vollgepackt? Da sind Dinge, die andere von uns erwarten – Chef, Kollegen, Partner, Kinder – und mindestens genauso viele Anforderungen, die wir an uns selbst stellen. Neben dem Alltag, den To Dos, sind da ja auch noch unsere Ideen und Träume. Dieses DIY und jenes Up-Cycling, dieses Rezept oder jenes Beauty-Ritual. Unserer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und Instagram, Pinterest und Co sei dank, mangelt es auch nie an immer neuen Ideen, mit denen wir uns selbst verwirklichen können.

Nun sagen uns unzählige Motivationssprüche auf genau jenen Plattformen doch unseren Träumen zu folgen, to go the extra mile because it’s never crowded. Und ja, unsere Ideen umzusetzen hat eine ungeheure Kraft, eine ungeheure Magie. Ich bin sogar überzeugt davon (nicht erst seit Year of Yes), dass es unheimlich wichtig ist, ja zu Ideen zu sagen – gerade auch, wenn sie außerhalb unserer Komfortzone liegen. Aber in der Realität entscheiden wir uns, Ideen zu verfolgen, um dann – bereits am Anfang oder während der Umsetzung – festzustellen, dass wir uns zu viel aufgehalst haben, dass wir gestresst sind. Und dann? Zwingen wir uns die Extrameile zu gehen, denn aufgeben ist etwas für Verlierer. Oder wir sind von uns enttäuscht, weil wir es offensichtlich nicht schaffen, unsere Ideen zu leben.

Die 1-Million-Euro-Frage

Aber wie geht es denn nun? Wo ist die Balance zwischen ja und nein sagen? Wie können wir Träume verwirklichen und gleichzeitig dem Alltag gerecht werden? Wie sollen wir all das tun, was wir müssen und was wir wollen, ohne ständig zu wenig Zeit zu haben?

 

Mein Mindset-Shift im Umgang mit Zeitmangel

Wenn  Job, Familie, Selbstverwirklichung, Gesundheit, Freunde, Hobbies und all das zusammenkommen, dann fühlen die meisten von uns genau das: dass die Zeit hinten und vorne nicht reicht. So geht es auch mir: ich habe viele Ideen für alle Bereiche meines Lebens und nie genug Zeit, um diese Ideen umzusetzen. Ich bin kein Fan von busy. Im Gegenteil, Stress und Zeitmangel tun mir nicht gut. Und so habe auch ich mich lange Zeit mit dieser Frage gequält: wie kann ich meine Ideen umsetzen, wenn ich doch sowieso schon zu wenig Zeit habe?

Bis ich eines verstanden habe: Mein chronischer Zeitmangel ist nicht mein größtes Hindernis, sondern meine größte Chance. Mein Zeitmangel ist die beste Möglichkeit um herauszufinden, was wirklich wichtig ist. Wenn Zeit gefühlt in großem Maße zur Verfügung steht, dann verlieren wir uns in Dingen, die ganz nett, aber nicht essentiell sind. So auch mit meinen Ideen. Mein Zeitmangel ist die Möglichkeit, mich auf die Dinge zu konzentrieren, die wirklich toll und wichtig und nicht nur ganz nett sind. Die Kunst ist es natürlich, genau die Ideen und Möglichkeiten zu identifizieren, die tatsächlich die richtigen sind.

 

Zeitmangel, Stress - unser Alltag ist voll! Dabei war es so befreiend, als ich erkannt habe, dass mein Zeitmangel ein Geschenk ist. | modernslow.com

Die Qual der Wahl

Die richtigen Ideen zu identifizieren, ist manchmal gar nicht so einfach. Egal ob in meinem Job, bei Modern Slow und auch in meiner Freizeit bieten sich ständig Möglichkeiten und Ideen an, die zunächst unheimlich toll klingen. Doch inzwischen versuche ich mich nicht von dem Hochgefühl, das mit einer Möglichkeit einher geht, verführen zu lassen. Stattdessen nehme mir einen kurzen Moment – und ja manchmal auch länger – um zu überlegen, was wirklich eine Möglichkeit und was nur eine Ablenkung ist. Manchmal fällt es mir einfach. Aber manchmal ist es wieder da: das fast reflexartige ja zu allen Möglichkeiten, die mir begegnen.

Fear of Missing Out gibt es wirklich. Egal, um welchen Lebensbereich es geht, es gibt eigentlich immer mehr als nur eine Möglichkeit. Und wer die Wahl hat, hat oft wortwörtlich die Qual. Im Englischen gibt es einen sehr passenden Begriff dafür: analysis paralysis – man überdenkt sämtliche Optionen in einem Maße, das man nicht mehr in der Lage ist, zu entscheiden. Aber, wer die Wahl hat, hat auch Macht – die Macht der Entscheidung. Und das ist eine mächtige Erkenntnis, Denn anstatt reaktiv mit Ideen und Möglichkeiten umzugehen, oder paralysiert auf die vermeintlich beste Möglichkeit zu warten, hast Du – wenn Du Dir darüber bewusst bist – die Macht, die Dinge in Deine Hand zu nehmen und so aktiv etwas gegen den Zeitmangel zu tun.

 

Meine Währung im Kampf gegen Zeitmangel: Return on invested time

Ich versuche, dass alles was ich tue, dass all die Möglichkeiten, die ich verfolge, einen hohen return on invested time haben. What? Was heißt das jetzt konkret? In der Finanzwelt ist der return on investment, das was Du an Geld zurückbekommst für das Geld das Du eingesetzt hast. Das Konzept ist vergleichbar, aber mir geht es nicht um den monetären Return. Ich meine stattdessen mit Return das, was mir wichtig ist, meine Ziele und Werte. Die Frage, die ich mir bei jeder neuen Möglichkeit oder Idee stelle, ist:

Wenn ich meine Zeit in diese Möglichkeit investiere, hilft mir das meine Ziele zu erreichen und meine Werte zu leben?

Genau diese Frage ist übrigens auch der Grund, warum die Hausarbeit oft den Kürzeren zieht. Egal womit ich es vergleiche, meinem Day Job, Modern Slow, Projekten wie meinem Buch, Zeit mit meinem Sohn und meinem Mann, Zeit für mich und mein Wohlbefinden, Zeit mit Freunden und Familie, der Haushalt hat immer einen niedrigeren return on invested time – außer wir haben nichts mehr zum Anziehen 😉

Das klingt womöglich ziemlich utilitaristisch, dabei ist es vor allem Eines: unheimlich befreiend. Eben weil ich – und meine Umwelt – vor Ideen sprühen, ist Zeitmangel für mich ein echtes Problem. Dieses Kriterium hilft mir, dass ich mich nicht verzettele. Dass ich nicht wieder in Perfektionismus verfalle. Dass ich nicht Dinge tue, die gar nicht im Einklang mit meinen Werten stehen. Dieses Kriterium gibt mir die Freiheit, nein zu sagen. Zu Aufgaben, zu Ideen, zu Erwartungen. Und gleichzeitig gibt es mir die Kraft ja! ja! ja! zu sagen, zu den Dingen, die mir wirklich wichtig sind und die auch für mich wichtig sind.

If it’s not a hell yeah, it’s a no!

 

Hast Du manchmal das Gefühl, dass Du Dich verzettelst? Oder dass Du zu viel Zeit auf unwichtige Aufgaben verwendest?

Was ist Dein Gefühl: Solltest Du häufiger ja oder häufiger nein sagen?

Tagebuch schreiben verbessert Dein Leben. | modernslow.com

Tagebuch schreiben oder Journaling – wie Dich Schreiben glücklicher macht

Ich möchte, dass die Inhalte von Modern Slow Dir dabei helfen, Dein Leben bewusster zu gestalten und zufriedener zu sein. Dass Du hier nicht nur Inspiration findest, sondern auch das Handwerkszeug, dass Du benötigst, um diese Ideen in Dein Leben zu integrieren. Oft sind die Beiträge daher in Form von Tipps und Strategien aufgebaut. Der heutige Beitrag ist anders. Nicht in seinem Ziel. Ganz und gar nicht. Auch in diesem Beitrag möchte ich Dir eine Methode vorstellen, die mein Leben unendlich bereichert. Aber dieser Beitrag ist dennoch anders. Er ist persönlicher und weniger strategiegetrieben. Weil es zu dem Thema passt. Und weil viele von uns mentale Blockaden und Gedankenmuster haben, die uns den Zugang zu diesem Thema versperren oder zumindest erschweren. Der heutige Beitrag stellt Dir ein unheimlich mächtiges Hilfmittel vor – das Tagebuch schreiben – und zeigt Dir, wie ich nach vielen vielen Jahren endlich einen Zugang dazu gefunden habe, der mir guttut.

 

Tagebuch schreiben, Journaling, oder einfach schreiben

Wenn ich ehrlich bin, hätte ich, wenn ich vor einem guten halben Jahr den Titel gelesen hätte, den Artikel weggeklickt. Schön, dass Du noch da bist. 🙂 Der Grund dafür ist, dass ich bis vor kurzem eine Assoziation mit Tagebuch schreiben in meinem Kopf hatte, die alles andere als positiv war. Die meisten von uns haben es schon mal versucht, aber viele haben es wieder aufgegeben. Wenn das auch auf Dich zutrifft, lass Dich nicht von dem Begriff abschrecken: Tagebuch schreiben, Journaling, oder einfach schreiben – wichtig ist nicht, wie Du es nennst, sondern dass Du es tust – denn schreiben hat eine unheimliche Kraft.

 

Die Kraft des Schreibens

Forschung aus dem Feld der positiven Psychologie legt nahe, dass Schreiben sich positiv auf unser Wohlbefinden auswirkt. Du hast das sicherlich schon einmal an Dir selbst beobachtet. Wenn Du Dich geärgert hast und eine wütende Email verfasst hast, um Dich bei dem Verursacher zu beschweren und Deinem Ärger Luft zu machen, ist die ganze Situation deutlich entspannter, nachdem Du die Email geschrieben hast. Nicht nachdem Du sie abgeschickt hast, sondern bereits nachdem Du sie geschrieben hast, geht es Dir schon deutlich besser.

 

Erwartungshaltung und Gedankenmuster

Obwohl ich schon als Kind eine große Faszination für Bücher und das Schreiben hatte, habe ich nie ein Tagebuch geschrieben. Na gut, für ein, zwei Wochen hier und da. Aber nichts was der Rede wert ist. Nichts, was einer Routine nahekommt. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob die Bücher noch existieren. Ich habe die starke Vermutung, dass ich sie weggeworfen habe, als ich mein Kinderzimmer ausgemistet habe und von zuhause ausgezogen sind. Wenn dem so ist, nicht weiter schlimm. Denn eben weil das Tagebuchschreiben nie eine wichtige Routine für mich war, habe ich auch keine emotionale Bindung an wenigen Versuche, die ich in meiner Kindheit gewagt habe.

Achtsamkeit hat umfassende Auswirkungen auf mein Leben. | modernslow.com

Dabei hatte ich immer die Idee, wie schön es wäre Tagbuch zu schreiben. Ein schönes Tagebuch. Eines, dass man selbst Jahre später liest. Eines, dass die Kinder oder Enkel mal lesen werden. Eines, dass vielleicht eines Tages so interessant ist, dass es auch andere Menschen lesen werden.

Ganz schön schwere Gedanken und ganz schön hohe Anforderungen an einen Teenager, der sich gerade mit den üblichen Problemen dieser Zeit herumschlägt (wieso mag mich XYZ nicht?, was wohl die anderen über mich denken?, bin ich gut genug? und all diese schönen, zerstörerischen Gedanken, die einem in seiner Jugend durch den Kopf geistern).

Was schade ist, denn genau diese absurde Erwartungshaltung und diese negativen Gedankenmuster haben letztlich dazu geführt, dass ich zu dieser traurigen Schlussfolgerung gekommen bin: ich bin dafür einfach nicht gemacht. Zum Tagebuchschreiben. Zum Schreiben generell. Schließlich schreibt doch jeder, der das später mehr oder weniger Ernst betreibt schon seit frühester Kindheit. Jeder Schreiberling, ob Schriftsteller oder Journalist, wird doch nicht müde zu erwähnen, wie viel er schon während seiner Kindheit und Jugend geschrieben hat. Tagebuch, Gedichte, vielleicht sogar einen Roman. Also lieber gar nicht schreiben!

 

Sag nein zu dem inneren Zensor

Nach Jahren ohne nenneswerte Schreibpraxis, hat das Schreiben inzwischen einen sehr hohen Stellenwert in meinem Leben. By design. Denn ich habe über die Jahre verstanden, dass Schreiben eben doch für mich wichtig ist. Nun schreibe ich für Modern Slow, Schreiben hat auch eine wichtige Rolle in meinem day job, und ich schreibe inzwischen auch in einem Tagebuch. Schreiben ist nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken und das möchte ich auch gar nicht.

Der Schlüssel zum Schreiben, den ich in meinem Job und auf Modern Slow gelernt habe – und der insbesondere für das Tagebuchschreiben essentiell ist, ist dabei so einfach: Schreib was Du denkst – ohne gleich zu redigieren. Natürlich, geschriebenes das veröffentlicht werden soll, muss irgendwann überarbeitet werden. Aber das ist der zweite Schritt. Und für Dein Tagebuch gilt das umso mehr: die Gedanken sollen raus auf dem Kopf und auf das Papier. Keine Angst vor dem – vermeitlichen – Versagen.

 

Tagebuch schreiben - journaling - oder einfach nur schreiben: egal ist, wie Du es nennst. Wichtig - für Dein Wohlbefinden - ist, dass Du es tust. | modernslow.com

Einfacher Einstieg: Stream of Consciousness

Für mich der einfachste Einstieg zum Tagebuch-Schreiben ist das Stream of Consciousness-Schreiben, d.h. Du schreibst einfach was Du denkst. Diese Methode ist leicht umzusetzen, da Du nicht von vornherein in die Rolle des Bewerters (“was war heute erwähnenswert”) kommst, sondern einfach das zu Papier bringst, was Dich gerade in dem Moment bewegt. Das sind manchmal triviale Dinge.

Das ist vollkommen egal: das Ziel ist bring das zu Papier, was gerade in Deinem Kopf ist. Danach fühlst Du Dich aufgeräumter und ruhiger.

Das ist auch die Methode, die Julia Cameron in The Artist’s Way als Morgenseiten empfiehlt: morgens, bevor Du etwas anders tust, 3 Seiten handschriftlich als stream of consciousness schreiben. Für den Einstieg mag das vielleicht zu umfangreich sein. Vielleicht möchtest Du auch lieber als Tagesabschluss schreiben.

Ich persönlich schreibe auch keine 3 Seiten, wenn ich als stream of consciousness schreibe. Meistens schreibe ich eine Seite. Aber ich gehe ohne Erwartungshaltung ran. Ich schreibe einfach so lange, wie es sich gut anfühlt. Wenn Dich das Konzept interessiert, findest Du hier auf Julia Cameron’s Homepage mehr Infos und hier bei Sunray von The Organized Cardigan einen Erfahrungsbericht.

Schreiben ist ehrlich

Inzwischen habe ich auch meinen Frieden mit den Tagebuch-Versuchen als Kind geschlossen. Das, was mich damals abgehalten hat, einfach zu schreiben, das, was mir ein unangenehmes Gefühl gegeben hat, nachdem ich etwas geschrieben hatte, war die Ehrlichkeit und die Authentizität, die damit einher geht, seine Gedanken auf Papier zu bannen. Dinge zu Papier zu bringen, vor allem wenn es sich um die eigenen Gefühle handelt, ist ehrlich, ungeschönt, und manchmal ein bisschen brutal. Aber gerade aus diesem Grund ist es eine wundervolle und starke Methode, mit der Du Dein Leben bewusster und achtsamer gestalten kannst.

Schreibst Du Tagebuch oder hast als Kind Tagebuch geschrieben?

Wie fühlst Du Dich dabei Dinge auf Papier festzuhalten?

Nachhaltig Stress abbauen und aus seinem Leben verbannen ist gar nicht so schwer. | modernslow.com

Wie ich Stress verbannt habe {Stress-Strategie 5: Dankbarkeit}

Zeit offline zu verbringen, To Dos zu streichen, Stressgefühle gar nicht erst aufkommen zu lassen, all das ist unheimlich wichtig für mein heutiges Leben. Aber das war nicht immer so. Immer mehr, mehr, mehr war für mich lange Zeit auch bei Projekten, To Dos und der täglichen Planung mein Credo. In dieser Beitragsreihe erfährst Du wie ich mein Leben nachhaltig entschleunigt habe und es geschafft habe, Stress aus meinem Leben zu verbannen. In diesem Beitrag stelle ich Dir meine fünfte Stress-Strategie vor: Dankbarkeit.

 

Stress-Strategie 5: Dankbarkeit

Wir kennen bestimmt alle diese Situation: wir empfinden negative Situationen und Emotionen als weniger schlimm, wenn wir positive Gefühle haben. Mehr noch: es fördert unser gesamtes Wohlbefinden, wenn wir mehr positive als negative Emotionen erleben. Auch wenn wir die negativen Emotionen bis zu einem gewissen Grad beeinflussen können – indem wir uns nicht über kleine belanglose Dinge ärgern, indem wir uns nicht mehr mit Menschen umgeben, die uns nicht guttun – den größten Hebel haben wir selbst auf die positiven Gefühle. Dankbarkeit ist ein wundervolles Mittel um genau dieses mehr an positiven Emotionen zu erreichen.

 

Wenn wir dankbar sind, können wir die Anzahl an positiven Gefühlen erhöhen und diese positiven Gefühle sogar intensivieren, wenn wir uns später an bestimmte Erlebnisse oder Situationen zurückerinnern.

Dankbarkeit. | modernslow.com

 

Wie kannst Du Dankbarkeit in Deinen Alltag integrieren?

Sei präsent

Genießen und dankbar sein setzt voraus, dass Du all die positiven Dinge, die Dir widerfahren, die um Dich herum passieren, auch tatsächlich wahr nimmst. Oft sind wir in Gedanken, grübeln über die Vergangenheit oder planen die Zukunft, ohne wirklich wahrzunehmen was im jetzt passiert. Je mehr Du versuchst, achtsam durch Deinen Tag zu gehen, desto mehr wirst Du positive Dinge wahrnehmen können.

 

Dankbar zu sein und Dankbarkeit zu zeigen hat unheimlich viel für mein Wohlbefinden getan. | modernslow.com

Dankbarkeit zeigen

Nicht nur, dass wir oft gar nicht im gegenwärtigen Moment leben. Oft sind wir in unserem Kopf so fokussiert auf uns, unsere Bedürfnisse, unsere Wünsche, unsere To Dos, dass wir all die Menschen um uns herum nicht wirklich wahrnehmen und dabei all das, was uns an positiven Dingen widerfährt als selbstverständlich annehmen. Die Unterstützung der Kollegin, die nette Geste der anderen Kita-Mutter, den Beitrag unseres Partners – dass andere Menschen für uns Mühen auf sich nehmen, nehmen wir oft gar nicht wahr. Sei achtsam dafür, was andere für Dich tun und zeige ehrliche Dankbarkeit dafür. Damit schaffst Du nicht nur positive Emotionen für Dich, sondern auch für die anderen Menschen.

 

Counting my blessings

Gerade in Stress-Situationen, wenn ich mit Dingen konfrontiert werde, die mir vollkommen gegen den Strich laufen, aber auch vollkommen außer meiner Kontrolle liegen (z.B. eine S-Bahn-Vollsperrung, wenn ich meinen Sohn aus der Kita holen will), hilft es mir, in meinem Kopf eine Liste zu führen, für Dinge die ich dankbar bin. Damit kann ich meine rasenden Gedanken beruhigen und meinen Blick auf das Wesentliche lenken. Gerade wenn der Alltag durcheinander gewirbelt wird, hilft diese Methode, sich bewusst zu machen, was zählt – und was einfach eine Übung unserer Geduld ist. Im Fall der S-Bahn-Vollsperrung kam ich über eine halbe Stunde zu spät zur Kita. Mein Sohn hatte es nicht einmal gemerkt, dass er später als sonst geholt wurde. Das Essen stand trotzdem schnell auf dem Tisch – Leftovers sei dank (das war auch eines der Dinge für die ich dankbar war, als ich in der Kälte auf einen Zug gewartet habe :)). Im Endeffekt: alles kein Problem. Und die Dankbarkeitsliste hat mir geholfen, die Ruhe zu bewahren.

 

Reflexion

Ruhepausen oder der Abend bieten sich an, um den Tag positiv Revue passieren zu lassen. Egal ob in Gedanken oder auf Papier, positive Momente zu reflektieren und dankbar dafür zu sein, macht Dich zufriedener und glücklicher. Ich persönliche praktiziere meine Dankbarkeitsroutine am Abend schriftlich in Tagebuchform (und zwar diesem), da ich so die positiven Effekte einer Abendroutine, des Tagebuchschreibens und der Dankbarkeitspraxis kombinieren kann.

 

Welche Rolle spielt Dankbarkeit für Dein Leben?

Nachhaltig Stress abbauen und aus seinem Leben verbannen ist gar nicht so schwer. | modernslow.com

Wie ich Stress verbannt habe {Stress-Strategie 3: Smart Arbeiten}

Zeit offline zu verbringen, To Dos zu streichen, Stressgefühle gar nicht erst aufkommen zu lassen, all das ist unheimlich wichtig für mein heutiges Leben. Aber das war nicht immer so. Immer mehr, mehr, mehr war für mich lange Zeit auch bei Projekten, To Dos und der täglichen Planung mein Credo. In dieser Beitragsreihe erfährst Du wie ich mein Leben nachhaltig entschleunigt habe und es geschafft habe, Stress aus meinem Leben zu verbannen. In diesem Beitrag stelle ich Dir meine dritte Stress-Strategie vor: smart Arbeiten.

Stress-Strategie 3: Smart Arbeiten

Smart arbeiten braucht vor allem eines: eine ordentliche Planung im Vorfeld. Wenn ich zu viel geplant habe, wenn ich To Dos mit Want Tos vermischt habe, dann wird mich selbst die smarteste Ausführung in Zeitnot und Stress bringen. Die Strategien hier sind zum Teil Dinge die ich von Zeitmanagement-Experten, wie z.B. Ivan Blatter aufgeschnappt habe, als ich Anfang letzten Jahres versucht habe, effizienter zu arbeiten – ohne allerdings Probleme wie meinen Perfektionismus oder meine falsche Planung zu adressieren. Damit bin ich ziemlich baden gegangen, weshalb ich mich mit diesen Tipps nun nicht mehr aktiv befasse. Die Strategien, die ich in dieser Zeit kennengelernt habe, habe ich nun für meine Bedürfnisse angepasst, mit dem Ziel, meine To Dos smart abzuarbeiten – ohne Stressgefühle.

 

Batching: Gleich und gleich gesellt sich gern

Die Idee des Batching ist recht einleuchtend: um die Übergänge zwischen Aufgaben und die damit verbundene Einarbeitungszeit so kurz wie möglich zu halten, arbeitet man gleiche oder ähnliche Aufgaben hintereinander ab. Ein Beispiel: Blogfotos mache ich oft für mehrere Beiträge in einer Fotosession – auch weil ich im Winter gute Lichtverhältnisse ausnutzen muss, wenn sie da sind. Die Idee hinter Batching habe ich inzwischen auch weiter ausgedehnt. Vor dem Batching waren meine Abende immer etwas stressig. Nachdem mein Sohn im Bett war, wollte ich den Haushalt in Ordnung bringen, aber auch etwas für Modern Slow tun. Egal, für welche Aufgabe ich mich entschieden hatte, ich fühlte mich immer als sollte ich eigentlich etwas anderes tun. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass ich weder Haushaltsaufgaben noch Blogaufgaben zufriedenstellend erledigt habe.

Seit ich Batching eingeführt habe, konnte ich diese Form von Stress vollständig ausschalten. Nun sind bestimmte Abende in der Woche reine Haushaltstage. An diesen Tagen mache ich nichts für Modern Slow. An anderen Tagen mache ich nur Dinge für Modern Slow, d.h. nachdem das Geschirr in der Spülmaschine verschwunden ist, widme ich meine gesamte Aufmerksamkeit Modern Slow – und habe so das Gefühl, wirklich etwas zu schaffen.

 

 Um Stress zu vermeiden, solltest Du all Deine täglichen To Dos smart abarbeiten. | modernslow.com

Automatisieren und Delegieren

Der Klassiker der Zeitmanagement und Effizienz-Literatur darf natürlich nicht fehlen. Beides sind Strategien, die mir nicht einfach fallen, aber ich versuche sie – für meine eigene mentale Gesundheit – mehr und mehr zu erörtern und auch endlich zu benutzen. Automatisieren kann man inzwischen einige Dinge, von Überweisungen über Backups. Wer schon mal auf If This Then That war, bekommt das Gefühl, dass man nichts mehr auf dem Smartphone selbst machen muss.

Es gibt mehr und mehr Möglichkeiten Aufgaben zu delegieren – ganz nach Deinen Prioritäten. Von gesunden Lieferservices (wie etepetete), zum Onlineshopping von Lebensmitteln, zu Wäscheservices. Klar, all das ist eine Frage des Geldes, aber je nach Zeitintentisität und Deinen Werten kann es für Dein Wohlbefinden eine sinnvolle Investition sein – um Zeit und Energie für Dich zu gewinnen.

Kein Multitasking

Wir alle kennen die Verlockung von Multitasking: mehr schaffen in der gleichen Zeit. Ach es klingt so gut – zu gut um wahr zu sein. Denn die Realität sieht anders aus: wenn wir zwei Dinge gleichzeitig tun, brauchen wir oft länger als wenn wir die Aufgaben nacheinander abgearbeitet hätten. Noch dazu ist die Qualität viel schlechter, oft machen wir sogar Fehler, da wir eben nur einen Teil unserer Aufmerksamkeit jeder einzelnen Aufgabe widmen. Als wären das nicht schon genug Nachteile, versetzt Multitasking unser Gehirn in einen Stresszustand. Ich fühle mich wirklich gehetzt und getrieben von meinen Aufgaben, wenn ich dem Lockruf des Multitasking erlegen bin. Daher versuche ich mich – wenn notwendig auch mehrmals täglich – daran zu erinnern, meine Aufgaben nacheinander abzuarbeiten.

 

Gamification oder der Kampf gegen den Timer

Gamification ist der wissenschaftliche Begriff dafür, dass wir Aufgaben lieber tun, wenn sie eine Challenge beinhalten oder spielerische Elemente haben. Die Challenge, die ich immer benutze, ist den Timer zu stellen. Denn obwohl ich oft das Gefühl habe, dass ich keine Zeit für nichts habe (klar, eine Übertreibung), weiß ich auch, dass ich oft Zeit vertrödle. Egal ob Aufgaben im Haushalt, in der Arbeit oder für Modern Slow, wenn ich für die Erledigung keine klare Vorstellung habe, wann ich fertig sein will, brauche ich ewig, um die Aufgabe abzuschließen. Deshalb überlege ich mir im Vorfeld wie lange ich für eine Aufgabe brauche und stelle mir dann einen Timer.

 

Hand aufs Herz: ich unterschätze die Zeit oft. Aber über die Zeit habe ich gelernt aufmerksamer zu sein, wie lange ich für bestimmte Tätigkeiten brauche und kann den Timer nun bewusster nutzen. Oberflächlich betrachtet kreiert der Timer ein Gefühl von Druck und Stress. Das mag der Fall sein, wenn Du die Zeit für eine Aufgabe willkürlich wählst, oder bewusst zu kurz setzt. Aber das ist gar nicht meine Intention. Vielmehr schaffe ich es mit dem Timer mir vorher Gedanken zu machen, wie lange eine Tätigkeit dauert und mich dann nicht zu verzetteln. Ich gehe so bewusster mit meiner wertvollen Zeit um.

 

 Um Stress zu vermeiden, solltest Du all Deine täglichen To Dos smart abarbeiten. | modernslow.com

Done is better than perfect

Ja der Perfektionismus, er zieht sich durch diese Serie. Wenn Du selbst zu Perfektionismus neigst, wirst Du verstehen, wie schwer es ist, sich diesen Gedanken zu entziehen. Um smart zu arbeiten, halte ich mir das immer wieder vor Augen:

“Don’t let the perfect be the enemy of the good.” – frei nach Voltaire

Aufgaben perfekt zu erledigen, kostet unheimlich viel Zeit und Energie. Und für die meisten Aufgaben, die wir tagtäglich erledigen, ist das schlichtweg nicht nötig. Fass Dir ein Herz und befreie Dich davon!

Warum alles – auch Minimalismus – mit Deinen Werten beginnt

Kennst Du Deine Werte? Bist Du Dir bewusst, was Du möchtest, was Deine Ziele sind? Ich bin der Meinung, dass Du Deine Werte kennen musst, damit Du Dein Leben ganz bewusst so gestalten kannst, dass es Dich erfüllt und glücklich macht. Seine Werte zu kennen, bedeutet zudem etwas sehr ähnliches wie Minimalismus für mich: bewusst entscheiden. In diesem Beitrag erfährst Du, warum die eigenen Werte zu kennen so wichtig ist und wie Du Deine Werte finden kannst, inklusive eines Arbeitsbuchs mit vielen Tipps und Platz zum Brainstormen.

 

Warum Du Deine Werte kennen solltest

Seine Werte zu identifizieren, bedeutet letztlich sich selbst besser kennenzulernen und aktiver und bewusster sein Leben zu gestalten. Lange Zeit – wie so viele Anfang 20 – habe ich mich von Werten und Vorstellungen von mir und dem “richtigen” Lebensstil leiten lassen, die nicht vollständig mit meinen eigenen Werten übereinstimmten. Ich bin nicht in die vollkommen falsche Richtung gelaufen, aber es hat eben auch nicht wirklich gepasst. Wiederum: ich bin der Meinung, dass man nicht todunglücklich sein muss, um die „Erlaubnis“ zu haben, sich eine Veränderung zu wünschen.

Wenn Du Dir Deiner Werte nicht bewusst bist, läufst Du Gefahr, dass Deine Werte – das, was Du tief in Dir willst – nicht zu Deinem Leben passen. Tagtäglich stehst Du vor einer unglaublichen Menge an Anforderungen. Anforderungen, die Du Dir selbst stellst und Anforderungen, die andere an Dich stellen. Was passiert, wenn die Vielzahl der Anforderungen nicht zu Dir und Deinen Werten passen? Das birgt vor allem eines: Unzufriedenheit. Diese Unzufriedenheit kann viele Gesichter haben – Du fühlst Dich unwohl, Du bist ausgelaugt, Du fühlst Dich nicht ausgelastet, Du fühlst Dich nicht richtig aufgehoben, Du bist unmotiviert, Du fühlst vielleicht sogar Angst.

 

Deine Werte sind Dein Kompass

Wenn Du Deine Werte kennst, kannst Du all die Anforderungen einordnen, Du kannst sie priorisieren und manche sogar eliminieren (dazu mehr in der Stress-Serie in ein paar Tagen). Du kannst sogar, über die Zeit, die Anforderungen verändern und gestalten und so Dein Leben mehr und mehr in Einklang mit Deinen Werten bringen. Was das bedeutet, ist denke ich offensichtlich: Glück und Zufriedenheit. Deine Werte helfen Dir dabei bei all den kleinen täglichen Entscheidungen, als auch bei den großen Entscheidungen.

Spürst Du eine Unzufriedenheit in Dir?

Es versteht sich von selbst, dass sobald Du Deine Werte kennst, ist nicht alles eitel Sonnenschein ist. Es wird weiterhin Situationen geben, in denen Du unzufrieden, wütend oder traurig bist. That’s life. Aber wenn Du im Einklang mit Deinen Werten lebst, wirst Du mehr Glück und Zufriedenheit erleben, als wenn Du Deine Werte nicht kennst oder sie bewusst missachtest.

Eine Episode aus meinem Leben: vor vielen Jahren in meinem früheren Job – noch vor meinem Sabbatical – spürte ich eine große Unzufriedenheit. Es war genau der Job, den ich im Studium angestrebt hatte. Ich war erfolgreich und stieg auf. Auf dem Papier war alles richtig.

Finde Deine Werte für mehr Zufriedenheit und ein bewusstes Leben. | modernslow.com

Aber der Job passte einfach nicht zu mir und meinen Werten. Ich meine damit nicht, dass ich eigentlich keine Karriere machen wollte oder dass meine Tätigkeit ethisch fragwürdig war, sondern dass der Job einfach mit all seinen Facetten nicht zu mir passte. Ich bin wahrlich kein Abenteurer, aber sehr wissbegierig und liebe es Neues zu lernen. Obwohl ich dort immer wieder mit neuen Aufgaben herausgefordert wurde, war das Anforderungsprofil für mein persönliches Empfinden relativ stabil – und mir irgendwie langweilig. Zudem schätze ich sehr viel Freiheit beim Gestalten meiner Arbeit – und das war leider nur begrenzt möglich. All das war mir damals nicht bewusst, ich spürte nur, dass es nicht passte. Ich hatte eine Intuition, was anders sein sollte und habe versucht das umzusetzen.

Wirklich verstanden habe ich all das erst vor ein, zwei Jahren als ich mich mehr mit mir selbst, meinen Wünschen und meinen Werten auseinander gesetzt habe. Dieses Wissen über meine Werte gibt mir ein unheimlich gutes Gefühl. Ein Gefühl von Selbstvertrauen, ein Gefühl von Kontrolle und letztlich ein Gefühl von Zufriedenheit.

Finde Deine Werte - Finde deinen inneren Kompass für ein bewusstes Leben. | modernslow.com

Deine individuellen Werte

Deine Werte sind dabei vollkommen individuell – und nicht besser oder schlechter als meine Werte. Wir unterscheiden uns darin, welche Wichtigkeit wir bestimmten Werten beimessen. So mögen viele Menschen Familie als einen Wert von Wichtigkeit für sich identifizieren, aber die Auslegung umfasst das volle Spektrum – Ehe, Kinder, wie wir Familie überhaupt definieren, wie wichtig Familie im Vergleich zu unseren anderen Werten ist. Genauso verhält es sich mit Werten wie Karriere oder Geld. Diese anzustreben macht Dich nicht zu einem schlechten Menschen und es sind keine Werte für die Du Dich schämen solltest. Es liegt an Dir was Du mit diesen Zielen machst und wie Du sie verwirklichst. Vielmehr: zu verleugnen, dass Dir Deine Karriere am Herzen liegt, wird Dich auf Dauer unglücklich machen, da Du das Gefühl hast ein Teil von Dir kann oder darf sich nicht zeigen.

Es sind Deine Werte

Nochmal – denn der Punkt ist mir sehr wichtig: Deine Werte sind individuell und sie sind vor allem das: DEINE. Löse Dich von Anforderungen an Deine Werte, die andere an Dich stellen. Wünsche und Anforderungen von Menschen, die Dir viel bedeuten, können (und werden wohl auch) eine Rolle in Deinem Leben spielen. Aber im ersten Schritt löse Dich von all dem und forsche in Deiner Seele. Was willst Du? Nur Du? Ganz tief drin? In einem späteren Schritt ist die Herausforderung, Deine Werte mit den Anforderungen der Außenwelt in Einklang zu bringen – aber wenn Du Deine Werte kennst, werden sie Dir dafür als Kompass dienen.

Warum seine Werte zu kennen so wichtig für Minimalismus und ein bewusstes Leben ist

Nach dem Artikel ist denke ich klar, warum ich der Meinung bin, dass es erstrebenswert ist, die eigenen Werte zu kennen – ganz egal ob man nun minimalistischer leben möchte oder nicht. Minimalistisch zu leben kann außerdem in sich selbst ein Wert sein. Ich bin aber überzeugt, dass gerade wenn man nach Minimalismus strebt, den eigenen Werte eine besonders hohe Bedeutung zukommt. Minimalismus bedeutet Reduktion. Reduktion auf das Wesentliche. Sowohl was materielle Dinge angeht, als auch nicht materielle Dinge. Nur mit Deinen Werten kannst Du wissen, was wirklich wesentlich für Dich ist. Denn genau darauf kommt es an: was ist wesentlich für Dich. Deine Werte sind so ein Kompass, der dir hilft nach dem zu streben was essentiell ist für Dich und Dein Leben.

 

Dein Arbeitsbuch, um Deine Werte zu finden

Um Dir zu helfen Deine Werte zu identifizieren, habe ich ein 24-seitiges kostenloses Arbeitsbuch erstellt. Darin findest Du weiterführende Informationen und die Schritte, die ich benutze, um meine Werte zu finden.

 

Hast Du schon mal über Deine Werte nachgedacht?

Teile gerne Deine Erfahrungen in den Kommentaren.

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