Warum wir deinen Erfolg sehen wollen (und sollten)

Das Ziel ist nicht das Ziel. Das Ziel ist der Weg. Und wir wollen wissen, wie dein Weg war – damit wir den Mut haben unseren zu gehen. Ein Beitrag über Erfolg, Freiheit und den Mut, seine Erfolge zu zeigen.

 

Es ist also geschafft

Diss abgegeben und nun auch verteidigt. Und es fühlt sich ziemlich unspektakulär an. Kein innerlicher Freudentaumel. Kein “ich habe es geschafft!” Jubelschrei. Dieses Ereignis, das Ziel, das „herzlichen Glückwunsch, sie wurden nun promoviert“ fühlte sich ziemlich  unbedeutend im Vergleich zu dem Weg an, wenn ich ehrlich bin.

Versteh mich nicht falsch. Ich bin unheimlich dankbar. Für die Unterstützung von so vielen Seiten. Für die Bekanntschaften und Freundschaften. Für all die Erkenntnisse auf diesem Weg. Natürlich feiere ich. Nur verblasst das Ziel angesichts des Weges.

Wie sehr, das wurde mir erst bewusst, als der Weg zu Ende und das Ziel erreicht war.

 

Und so feiere ich, wer ich durch diese 5 Jahre geworden bin

Als ich damals am Lehrstuhl angefangen habe, war die Vorstellung vor anderen zu sprechen, meine Arbeit vorzustellen und zu verteidigen, erfahreneren Experten Rede und Antwort zu stehen und einzustecken, dass jemand fachlich ganz anderer Meinung ist, eine die mir Angst machte.

Nicht mehr.

Ich feiere, dass auf diesem Weg aus einer zurückhaltenden, manchmal schüchternen jungen Frau eine Frau geworden ist, über die sich ein männlicher Teilnehmer der Prüfungskommission beschwert, sie wäre ihm zu selbstbewusst.*

 

Ja, als ich da stand mit meiner Präsentation, war ich selbstbewusst.

Weil ich weiß, dass meine Arbeit nicht perfekt ist, aber ich auch weiß, dass mein Wert, und mein Selbstwert, davon nicht abhängt. Ich feiere diese Freiheit, denn ohne den Weg hätte ich sie nicht.

Und doch, ich fühle mich immer noch und immer wieder komisch, anderen von meinen Ergebnissen und Erfolgen zu erzählen.

Dieser Weg ist noch nicht zu Ende. Es gibt einen Teil in mir, der hätte es am liebsten niemandem erzählt, dass mein TED-Talk  online ist. Und es gibt tatsächlich Leute, denen ich noch immer nicht davon erzählt habe. Weil es einfacher ist, nichts zu sagen. Weil ich so nicht die Aufmerksamkeit auf mich ziehe. Weil ich mich so nicht angreifbar mache.

 

Warum du deinen Erfolg ruhig zeigen kannst. Weil wir deinen Erfolg sehen wollen.

Nur das gehört auch zu einem gesunden Selbstwertgefühl.

 

Nicht nur die fachlichen Fakten selbstsicher vortragen, sondern mit der gleichen Selbstverständlichkeit die eigene Leistung zeigen.

Viele meiner männlichen Kollegen, die ich in meinem bisherigen Arbeitsleben kennengelernt habe, haben keinerlei Hemmungen, Scheu oder Selbstzweifel regelmäßig vor dem Chef, den Kollegen oder anderen Leuten auf ihre Erfolge und Ergebnisse hinzuweisen.

 

Und niemand kreidet es ihnen an.

 

Naja, nicht unbedingt niemand. Ein paar Leute schon.

Die sich damit unwohl fühlen, sich selbst darzustellen. Die es zwar versuchen wollen, aber nicht über den eigenen Schatten springen, nicht die eigene Komfortzone verlassen.

Und ja, ich zähle mich manchmal leider auch dazu. Auch ich verdrehe manchmal noch innerlich (oder weithin sichtbar) die Augen, wenn einer der Männer mal wieder loslegt und seine Jagdtrophäen auspackt und detailliert.

Nur genauso wie die Aussage des Teilnehmers meiner Prüfungskommission, dass ich ihm zu selbstbewusst auftrete mehr über ihn als über mich aussagt, so sehr sagt mein Augenverdrehen über die Jagdtrophäen der anderen etwas über mich aus.

 

Es ist vollkommen in Ordnung, nur für sich den Weg zu zelebrieren

Die Veränderung an sich selbst wahrzunehmen und zu bestaunen. Und zu wissen, dass das genug ist – für dich, für dein eigenes Selbstwertgefühl.

Aber gerade wir Frauen sollten auch üben, auf unsere eigenen Ergebnisse und Erfolge hinzuweisen.

Damit es normaler wird.

Damit wir gemeinsam wachen können.

Damit wir anderen Frauen sehen, was möglich ist.

Damit andere sehen, was wir zu leisten vermögen- denn Tatsache ist, die anderen sind meist mit sich selbst beschäftigt und nehmen gar nicht wahr, was wir leisten und erreichen.

Und nicht zuletzt damit wir uns selbst nicht schlecht fühlen, wenn wir – versuchen – über unsere eigenen Erfolge zu sprechen.

 

Natürlich wollen wir deinen Erfolg sehen

Ja, es gibt diese Tage, an denen jeder noch so kleine Erfolg oder einfach nur das Bild eines schön gedeckten Frühstückstisches eine negative Vergleichsspirale in Gang setzt. Nur, seien wir ehrlich: an diesen Tagen ist es schon fast egal, was andere tun oder lassen, was sie erreichen oder selbst woran sie scheitern. An den Tagen mögen wir uns selbst nicht. Wiederum, unser Problem mit den anderen, hat am Ende mehr mit uns als mit den anderen zu tun.

 

An allen anderen Tagen freue ich mich einfach, wenn eine von uns einen kleinen oder großen Erfolg verkündet.

Weil es mich stolz macht, Frauen zu kennen, die mich inspirieren. Weil es mir Mut macht. Weil es mir Möglichkeiten zeigt, die ich selbst nicht gesehen hätte.

 

Wir brauchen beides

Die tiefe Zufriedenheit sich selbst zu genügen UND den Mut anderen davon zu erzählen.

Wo genau wir die Linie ziehen, ist individuell und mag sich verändern, je mehr wir zu uns selbst finden.

 

Aber “ich lasse einfach mal meine Erfolge für sich sprechen” ist zu wenig

Denn oft hat diese Einstellung mehr mit unserer Angst vor Aufmerksamkeit zu tun als mit tatsächlichem Großmut und Selbstwertgefühl. Oft steht dahinter das genaue Gegenteil.

 

Zeit das zu ändern. 

Wir wollen sie sehen, deine Erfolge! Wir brauchen sie, damit wir den Mut haben, zu wachsen. Also zeig sie uns, deine Erfolge!

Genauso wie ich feiere, wer ich auf diesem Weg geworden bin, so hast auch du kleine und große Veränderungen erreicht, die du es dir verdient hast, zu feiern. Und genauso wie ich mir die 10.000 Gründe warum ich diesen Artikel nicht veröffentlichen sollte, ausgeredet habe, kannst du dir die 10.000 Gründe ausreden, warum du deine ganz persönlichen Erfolge, JETZT gerade nicht teilen solltest.

Ich meine es ernst: Wir wollen sie sehen, deine Erfolge!

 

Hab Mut und zeig sie uns in den Kommentaren…

 

 

*Was diese Aussage über sein Weltbild und unsere Arbeitswelt sagt, ist eine Geschichte für einen anderen Tag…

 

Lass uns Regeln brechen… Work-Life-Balance und so

 

Ich bin lange um das Thema herumgetanzt. Vielleicht sah es von Außen nicht so aus. Von Innen hat es sich aber so angefühlt. Denn seit der Gründung von Modern Slow gab es eine Regel: sprich nicht über die Arbeit. Weil ich angestellt bin und bestimmte Details nicht ins Internet gehören. Weil ich mir kein Urteil über deine Arbeit erlaube. Weil ich überzeugt bin, dass es keine allgemein gültige Lösung gibt. Denn die Situationen sind so individuell und kompliziert. Und die Regeln in der Arbeitswelt machen meist andere. Im Sinne von mutigen Entscheidungen und verrückten Ideen habe ich aber inzwischen das Gefühl, dass ich Stellung beziehen möchte. Ein Beitrag, den es früher nicht gegeben hätte. Auch ein Beitrag über Regeln und die Erkenntnis, dass wir es nicht allein schaffen.

 

Es geht eben nicht ohne…!

Ich bin inzwischen davon überzeugt, dass wir, wenn wir Frauen über Themen wie Zeitmanagement und Achtsamkeit sprechen, nicht umhin kommen über die Arbeit zu sprechen. Schließlich hat die berühmte Work-Life-Balance zwei Faktoren.

Und wenn wir über Frauen im Job sprechen, dann kommen wir nicht umhin über die Arbeitswelt zu sprechen. Also sprechen wir drüber.

 

 

Ich habe bisher nicht über Arbeit geschrieben, weil es so unheimlich individuell ist.

Und ziemlich emotional – auch wenn wir uns das nicht immer eingestehen. Wer daran zweifelt, verfolge bitte aufmerksam wie Frauen untereinander die Lebensentscheidungen der anderen bewerten.

Die Emotionalität fängt schon bei den Wörtern an.

Karriere – schlechtes Wort. Das klingt nach keine Kinder kriegen, um eine Chance auf den Vorstandsjob oder Senior Management zu haben.

Erfolg – ähnlich schlecht. Suggeriert Karriere, gerne auch das Gehalt.

 

Dabei haben die meisten von uns einen Beruf und Job aus genau diesen Gesichtspunkten gewählt. Es war keine “mir doch egal was ich mache, hauptsache jemand zahlt mir was und ich bin krankenversichert”-Entscheidung.

Du wolltest Erfolg und Karriere. Halt, falsche Wörter. Lass mich das konkreter formulieren:

du wolltest einen Beruf und Job, der dir Freude macht, an dem du wachsen kannst und etwas beiträgst.

Nicht unbedingt Lebenssinn stiftend und allumfassend, aber ein bisschen Erfüllung darf schon sein.

Und anfangs lief das auch ganz gut. Wir haben gute Arbeit gemacht, wurden befördert.

 

Doch mit dem ersten Kind wurde alles anders.

Auf einmal müssen wir anecken. Grenzen ziehen.

Nein, den Termin kann ich nicht wahrnehmen, da ich dann im Mutterschutz sein werde.

Nein, diesen Abendtermin kann ich so kurzfristig nicht wahrnehmen.

Können wir den Termin bitte vor 16.00 Uhr legen?

 

Grenzen ziehen fällt uns so schon oft genug schwer. Aber darum soll es heute nicht gehen.

 

Sondern darum, WARUM wir mit diesen Grenzen anecken.

 

Wenn ich mich in dem Teil der Wirtschaft, den ich in den letzten 10+ Jahren kennengelernt habe, umschaue, dann ist es kein Problem Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen.

Egal, ob Karriere nun die Jagd auf den Vorstandsposten oder einfach eine spannende Position mit Verantwortung bedeutet.

 

Wie kannst du Work-Life-Balance erreichen? Besseres Zeitmanagement? Nicht solange...

Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen, ist kein Problem.

Alles was du dazu brauchst, ist eine Frau.

Eine Frau, die sich um alles andere außerhalb des Büros kümmert.

 

Wenn ich mich umschaue, dann korreliert die “Vereinbarkeit” von Kind und Beruf mit einem bestimmten Lebensmodell: er macht den Job, sie den Rest.

 

Und um das ganz deutlich zu machen: ich habe kein Problem mit dem Lebensmodell. Es gibt viele Gründe das zu wählen. Und so lange es eine wirkliche Wahl für die beiden Beteiligten war, habe ich kein Problem damit.

Es gibt nicht das eine Lebensmodell, das objektiv besser ist. Es gibt nur das Lebensmodell, das für dich und deine Familie ganz subjektiv richtig ist.

Es geht mir nicht darum, dass alle Frauen Karriere machen MÜSSEN.

 

Ich bin ein Verfechter von freier Wahl.

Wenn du aus ganzem Herzen zu Hause bei deinen Kindern sein möchtest, dann unterstütze ich dich dabei aus ganzem Herzen.

 

Was mich wütend macht, ist wenn du arbeiten willst- und die Herausforderung mit der Kinderbetreuung geklärt hast – aber in einem Umfeld arbeitest, dessen Regeln nur noch bedingt mit deinem Lebensmodell übereinstimmen.

 

“Gute Arbeit” sollte ein Ausdruck von Qualität sein.

Oft genug vermischt sich das aber mit Kriterien, die leicht messbar sind, aber nur bedingt mit “guter Arbeit” zusammenhängen: Präsenzzeit, generell lange Arbeiten, die Bereitschaft, auch mal kurzfristig in den Flieger zu steigen.

 

Und genau das ist, was das Grenzen ziehen so schwer macht.

Weil man sich gefühlt – oder in manchen Unternehmen auch tatsächlich – Wege verbaut, die man gerne gegangen wäre.

Weil man gefühlt – oder in manchen Unternehmen auch tatsächlich – eine Anomalie ist.

Weil man manchmal einfach keine Lust hat, für etwas zu kämpfen, was doch keine große Sache sein sollte.

 

All das betrifft natürlich auch Männer.

Männer, die “früher” gehen, die Arbeitszeit reduzieren wollen, oder einfach ein anderes Arbeitsmodell wünschen, stehen oft vor den gleichen Herausforderungen.

 

Und oft steckt hinter den Regeln, hinter den Kommentaren gar keine Bösartigkeit. Sondern einfach Unwissenheit über die Realität des anderen.

 

Es wird Zeit, dass wir die Regeln brechen und miteinander reden.

 

 

 

Warum ich Hilfe brauche (und deshalb Modern Slow ein Team hat)

Tief einatmen. Ich brauche Hilfe. Schon seit längerem und deshalb habe ich sie nun auch. Ein Beitrag über Transparenz, Delegieren und das Problem in unseren Köpfen. Und auch ein Beitrag über meine tolle Assistentin, die Modern Slow besser macht.

 

Ich habe lange überlegt, diesen Post zu machen.

Erst, weil ich mir nicht sicher war, ob ich ihn machen möchte. Dann, weil ich mir nicht sicher war, wie ich ihn machen möchte. Denn das Thema Hilfe ist in unserer Gesellschaft und insbesondere unter Frauen ein Tabuthema und noch dazu begibt man sich auf sehr dünnes Eis.

 

Nein, ich will mich nicht hinstellen und auf dicke Online-Business-Hose machen. “Ich habe ein Team” wird schnell zu “was glaubt die denn, wer sie ist?!” uminterpretiert. Gerade wir Frauen reagieren gerne mal allergisch auf solche Aussagen – manchmal (manchmal!) zu Recht.

Manchmal sagt die Interpretation aber mehr über uns selbst aus.

Sympathiepunkte sammelt Frau eher mit Aussagen wie “ich hatte Glück”, “mir passieren viele tolle Dinge” – nur nicht anecken, nicht zu viel Aufmerksamkeit auf sich selbst lenken und schon gar nicht etwas für sich beanspruchen.

Gleichzeitig schlägt uns bei “ich habe Unterstützung” oftmals auch eine ganz andere Interpretation entgegen: “schaffst Du es nicht?” “ich mache ja xyz immer selbst” – und der böse große Bruder in unserem eigenen Kopf “bist Du nicht gut genug?!”.

Und so schweigen wir. Darüber, dass wir Hilfe haben. Darüber, dass wir Hilfe brauchen.

 

Zeit das zu ändern.

 

Du brauchst Hilfe. Und das ist in Ordnung. | modernslow.com

Mein Tag hat 24 h, wie Deiner.

 

Ganz klar, das haben mir die letzten Jahre gezeigt, Planung und Prioriäten, bewusste und mutige Entscheidungen, Ziele und effektive Gewohnheiten, mein Mann, meine Familie und und und sind wichtige Gründe dafür, warum ich so viel in meinen 24 h schaffe.

 

Aber es sind und bleiben 24 h.

 

Und so ist ein weiterer Grund ist eben auch, dass ich es seit ein paar Monaten nicht mehr alleine tue.

Modern Slow hat inzwischen ein Team.

 

In diesem Beitrag geht es aber um mehr als Transparenz.

Es geht darum, umzudenken.

Mir liegt dieser Beitrag ganz besonders am Herzen, weil er so viele von uns betrifft. Wir Frauen sind Meister darin, viel zu hohe Ansprüche an uns selbst zu stellen. Und oftmals merken wir es gar nicht mehr. Und wenn es mal drunter und drüber geht, wenn wir straucheln und gerade so die Dinge hinkriegen, oder wenn wir tatsächlich scheitern, dann zeigen wir das lieber nicht – nicht einmal vor unseren engsten Freundinnen.

Viel wichtiger ist die Fassade: alles schaffen und es mühelos aussehen lassen.

 

Und dazu möchte ich nicht beitragen. Dass ich das Aufräumen auch mal ausfallen lasse und stattdessen an Modern Slow arbeite oder Zeit mit meiner Familie verbringe, habe ich schon an mehr als einer Stelle erwähnt. Ich arbeite Vollzeit, ich arbeite an Modern Slow, ich habe eine Familie und Sport mache ich auch. Aber: ich schaffe nicht alles und schon gar nicht zur gleichen Zeit. Mühelos hat so viel mit meinem Alltag zu tun, wie Pommes und Schokolade mit gesunder Ernährung.

 

All das was ich da so tagein tagaus tue ist spannend und erfüllend und ich möchte keine Minute missen, aber es ist nicht mühelos.

 

Mein Alltag ist nicht stressig. Aber auch das ist kein Zufall. Das ist das Resultat von vielen bewussten Entscheidungen und einer ganz besonderen: ich akzeptiere meine Grenzen. Ich akzeptiere, dass ich nicht “alles” schaffen kann und entscheide entsprechend meiner Prioritäten.

 

Und so war ich vor ein paar Monaten an dem Punkt, an dem ich mir selbst eingestehen musste, dass ich allein nicht mehr Zeit für Modern Slow aufwenden kann, als ich es tue. Wenn ich also mehr tun möchte, mehr Frauen helfen möchte, dann brauche ich Hilfe. Und so habe ich nun Unterstützung von einer ganz zauberhaften Assistentin, der lieben Chrissi.

 

Für alle, die sie noch nicht kennen: das ist Chrissi.

 

Sie ist eine Modern Slow Leserin der ganz frühen Stunde – und seit gut einem halben Jahr selbstständig als VA. Egal ob im WordPress-Backend, bei der grafischen Unterstützung oder einfach als Brainstorming-Buddy, Chrissi ist inzwischen ein wichtiger Teil von Team Modern Slow.

 

Bei Modern Slow geht es nicht um mich. Ich teile meine Erfahrungen, meinen Weg. Aber letztenendes es geht nicht um mich.

Es geht um Dich.

Es geht darum, möglichst viele Frauen zu inspirieren, ihren Alltag in die Hand zu nehmen, und sie dabei zu unterstützen, kleine und große mutige Entscheidungen zu treffen, damit sie ihr Leben nach ihren Prioritäten gestalten können. Das ist meine Vision. Und genau an diese Vision glaubt auch Chrissi und um diese Vision umzusetzen, hat Modern Slow ein Team.

 

Fotocredit Portrait Chrissi: Foxografie.

 

Inbox Zero: Warum Dein E-Mail-Postfach leer sein sollte

Wieviele Emails kriegst Du pro Tag? Und wie oft glaubst Du, dass Du jede dieser E-Mails im Schnitt öffnest und scanst? Je nach Job und Anzahl an Newslettern flattern pro Tag ganz schön viele digitale Briefe in Dein Postfach und verlangen nach Deiner Aufmerksamkeit. Einige bleiben ungelesen liegen und schwupps vergisst Du, dass da noch jemand auf Deine Antwort wartet. Oder Du screenst mehrmals die gleiche Email, wenn sie kommt, wenn Du Deine To Do-Liste erstellst, wenn Du sie beantwortest und oft auch noch mehrmals dazwischen. Nicht so ideal oder? Oft sieht Dein E-Mail-Postfach aus wie Du Dich in Deinem Alltag fühlst: zu viel zu organisieren und zu tun. Lass uns das ändern! In diesem Beitrag stelle ich Dir das Konzept Inbox Zero vor, das mir hilft mein E-Mailpostfach unter Kontrolle zu haben, welche Vorteile es bringt, warum auch Du Dein E-Mailpostfach leeren solltest, und wie Du es schaffst, dass auch Dein E-Mailpostfach ganz und gar zen ist.

 

 Oft nehmen wir uns tagtäglich viel zu viel vor. Gönne Dir ganz bewusst Zeiten der Ruhe. | www.modernslow.com

 

Digital ausmisten

Wie viele E-Mails bekommst Du so pro Tag? 5? 10? 25? Oder noch mehr? Auf jeden Fall eine Vielzahl mehr als an guter alter Briefpost.

Unser modernes digitales Leben eröffnet uns viele wundervolle Möglichkeiten. Einfach und schnell miteinander zu kommunizieren ist großartig, aber die tägliche E-Mail-Flut bedeutet auch, dass wir ein vielfaches an Entscheidungen Tag für Tag zu treffen haben.

Jede E-Mail schreit nach unserer Aufmerksamkeit – und je länger sie in unserem E-Maileingang verbleibt, desto häufiger bekommt sie auch diese Aufmerksamkeit.

Warum Dein E-Mailpostfach leer sein sollte

Die leicht provokante Antwort: weil Du dein Briefpostfach ja auch nicht zumüllst.

Jeden Tag gehst Du zu Deinem physischen Briefkasten, holst all die Briefe und Postwurfsendungen heraus und sortierst die einkommende Post – wegwerfen, bezahlen, aufheben, usw. Wieso sollte es anders bei Deinem E-Mailpostfach sein? Genauso wie uns ein überquellendes Postfach und ein unaufgeräumter Schreibtisch stressen und überfordern, stresst und überfordert uns ein volles E-Mailpostfach. Also digital ausmisten…!

 

Mehr Zeit und weniger Stress dank Inbox Zero

Mit einem leeren E-Maileingang verbringst Du weniger Zeit in Deinem Account, denn Du weißt ganz genau, welche E-Mails Deine Aufmerksamkeit benötigen. Solange sich eine E-Mail im Posteingang befindet, neigen wir dazu sie nochmals zu lesen oder zumindest zu überfliegen. Das kostet Zeit und lenkt ab! Und mit dem Konzept, das ich Dir hier vorstelle, verschwendest Du auch nicht Stunden Deiner wertvollen Zeit, Dir eine detaillierte Ordnerstruktur zu überlegen, die am Ende doch nie so ganz Deinen Bedürfnissen gerecht wird.

Der weitaus größere – und für mich persönlich wichtigere – Effekt ist, dass ein leeres Postfach positiv auf Dein Wohlbefinden wirkt. Keine E-Mail im Posteingang – das fühlt sich an nach getaner Arbeit, nach Erfolg, nach ich habe meine To-Dos unter Kontrolle. Mir war nie bewusst, wie anstrengend mein übervolles E-Mailpostfach für mich war – bis ich es radikal geändert habe.

 

Inbox Zero: Das leere E-Mailpostfach

Der Name dieses Konzepts, Inbox Zero, ist klar Programm. Das Ziel ist es, dass am Ende jeden Tages 0, ja null, Nachrichten in Deinem Postfach sind.

 

Die Vorteile von Inbox Zero

  1. Zeitliche Ersparnis. Inbox Zero ist zu Beginn mit ein paar Stunden Arbeit verbunden – mehr dazu gleich. Langfristig gewinnst Du dadurch eine erhebliche Zeitersparnis und schonst Deine Nerven.
  2. Ein System, das funktioniert. Inbox Zero ist dafür ausgelegt, einfach und nachvollziehbar zu sein. Keine schwammige Organisationsstruktur mehr, kein “Wo soll ich diese Mail ablegen?”-Rätseln. Du weißt ohne groß nachzudenken, wo jede einzelne Mail hingehört.
  3. Du nimmst den Druck raus. Anstatt dass Dich tagelang dieselben Nachrichten vorwurfsvoll anstarren, kannst Du Dich mit gutem Gewissen in Dein Postfach einloggen. Denn am Ende des Tages hast Du alles bearbeitet.

 

Am Ende des Tages keine einzige E-Mail in Deinem Postfach – wie das funktionieren soll?

Eigentlich ganz einfach mit ein paar kleinen Regeln!

 

Wie Du zu Inbox Zero gelangst

 

Aufräumen –  aber anders als Du denkst

Zu dem Zeitpunkt als ich zu Inbox Zero gewechselt bin, hatte ich gute 1000 E-Mails in meinem Posteingang. Natürlich waren die nicht alle ungelesen! Aber nachdem ich sie erhalten, gelesen und bearbeitet hatte, habe ich sie eben nicht immer in einen meiner vielen Ordner verschoben. Warum? Weil ich oft einfach nicht so genau wusste, in welchen Ordner, die Email nun gehört. Und ja, ich hatte noch weit mehr E-Mails in einer Vielzahl von Ordnern abgelegt.

Wie ich dieses Chaos gezähmt habe?

Ganz einfach: ich habe einen Ordner mit dem Namen “Alte Struktur” angelegt und alle Ordner und alle E-Mails in meinen Posteingang verschoben.

 

Das klingt nach einem faulen Ausweg?

Bei weitem nicht! Überlege Dir mal: was wäre gewonnen, wenn ich 2000 alte und bearbeitete E-Mails in eine neue Ordnerstruktur gebracht hätte? Nichts! Im Gegenteil! Ich hätte unheimlich viel Zeit verschwendet. Wenn ich aus irgendeinem Grund wirklich eine dieser alten E-Mails benötige, dann würde ich sowieso die Suchfunktion benutzen.

Also: verschwende bitte keine unnötige Zeit für das Aufräumen. Stelle sicher, dass keine E-Mails dabei verloren gehen, aber schaffe Dir diese alten E-Mail so schnell wie möglich aus dem Weg!

Der erste Schritt: Ein Postfach für alles

Zu einer übersichtlichen E-Mailstruktur gehört es, alle E-Mails an einem Ort zu haben. Im ersten Schritt solltest Du also alle bestehenden Mail-Postfächer – soweit möglich – auf eines zusammenlegen, so dass Du nur noch ein privates und ein berufliches E-Mail-Postfach zu strukturieren hast. So behältst Du am einfachsten den Überblick.

 

Die Scheingenauigkeit von Ordnern

Um Deinen Posteingang auch langfristig auf null zu reduzieren, legst Du nun eine neue Ordnerstruktur an. Der springende Punkt: diese neue Ordnerstruktur ist nicht thematisch organisiert sondern nach Aufgaben. Das Problem bei einer thematischen Ordnerstruktur ist die Scheinordnung, die Du damit erzeugst. Bei thematischen Ordnern ist Deine Ordnerstruktur nie so fein oder abstrakt, wie Du es gerade brauchst. Das bedeutet, dass Du bei Deinen E-Mails oft eigene Logiken verwendest, warum diese E-Mail in Ordner 1 und diese E-Mail in Ordner 2 kommt. Das Problem: diese Logiken sind über die Zeit hinweg oft nicht stabil, sondern abhängig davon wie wir den Inhalt der E-Mail interpretieren. Das Ergebnis: wir finden die E-Mails nicht da wo wir sie vermuten und benutzen doch schließlich die Suchfunktion.

 

Aufgabenorientierte Ordner für mehr Überblick und weniger Stress

Inbox Zero nutzt die Suchfunktion ganz bewusst – ohne den Umweg über eine detaillierte Ordnerstruktur, die unser Gehirn sowieso überfordert. Stattdessen legst Du eine minimale, aufgabenorientierte Ordnerstruktur an.

 

Mein E-Mailpostfach verfügt aktuell über 4 Ordner:

  1. to do – E-Mails, die eine Aktion meinerseits erfordern
  2. read/review – alle E-Mails, die auf Handbücher oder Anleitungen verweisen
  3. reference – der klassische Ablageordner, d.h. diese E-Mails erfordern keine (weitere) Handlung von mir, aber ich kann die E-Mail auch nicht löschen
  4. maybe – alle E-Mails mit Ideen und Vorschlägen, die toll klingen, aber die – aktuell – weder wichtig noch dringend sind

 

Streng genommen gibt es noch einen weiteren Ordner, den ich nutze – wenn auch im Arbeitsleben nur sehr eingeschränkt: den Papierkorb.

 

Unterstützend kannst Du Color Coding verwenden, um das System der Inbox Zero mit maximal 4-5 Kategorien mithilfe verschiedener Farben zu unterscheiden. Aber, die Farben sollten ebenfalls nicht für Themen und Inhalte stehen, sondern nur die aufgabenorientierte Struktur hervorheben.

 

Inbox Zero radikal umsetzen

Schön, aber nun trudeln natürlich Tag für Tag eine Vielzahl an E-Mails ein. Wie schaffe ich es also, dass am Ende jeden Tages mein Postfach tatsächlich leer ist?

 

Immer wenn ich meine E-Mails checke, screene ich die E-Mails im Posteingang und entscheide sofort was damit zu tun ist.

  • Fall 1: Ich antworte sofort – das mache ich, sofern ich die Antwort in 1-2 Minuten geben kann.
  • Fall 2: Ich transferiere die E-Mail in den Ordner to do.
  • Fall 3: Die E-Mail wandert gleich in die Ablage, also Ordner reference.

Und schon ist mein Postfach wieder leer!

 

Den Posteingang mit Inbox Zero langfristig freihalten

Du hast Deinen Posteingang aufgeräumt und willst ihn natürlich weiterhin leer halten. Nun heißt es, eisern bleiben und die neue Gewohnheit bestmöglich zu unterstützen. Die folgenden Tipps helfen Dir dabei, langfristig vom Inbox Zero System zu profitieren:

 

  • Melde Dich rigoros von allen Newslettern ab, die Du sowieso nicht liest. Jedes Newsletter-Abo, das Du seit mindestens 4 Wochen nicht mehr angeschaut hast – oder Du Dich gar nicht mehr erinnerst, wieso Du Dich dafür überhaupt angemeldet hattest – kann weg.
  • Deaktiviere den Versand von Social Media Benachrichtigungen per E-Mail. In den Einstellungen von Facebook & Co. lassen sich solche Info-Mails abstellen.
  • Lege Dir feste Zeiten für Dein E-Mailpostfach zu. Jeder auch noch so kurze Sprung in Dein Email-Postfach (“nur mal schnell schauen”) reißt Dich aus Deiner Konzentration heraus. Deshalb überlege Dir gut, wann Outlook und Co. im Hintergrund geöffnet sind. Für die meisten von uns reicht es vollkommen 2x am Tag die Emails zu checken und abzuarbeiten.

 

Ich verfolge dieses Konzept nun seit 2,5 Jahren und ich bin so unendlich froh, dass ich meine Herangehensweise an E-Mails geändert habe. Wenn Du das Gefühl hast, dass Du zu viel Zeit mit E-Mails verbringst, dann probier Inbox Zero aus! Ich freue mich, von Deinen Erfahrungen zu hören!

 

Wie viele E-Mails sind gerade in Deinem Postfach?

Wie geht es Dir, wenn Du an Dein E-Mail-Postfach denkst?

 

 

 

Meine minimalistische Garderobe kann nicht ohne: das weiße Hemd. | modernslow.com

In 7 Schritten zu Deiner minimalistischen Garderobe

Unabhängig davon, ob Du eine Capsule Wardrobe hast oder nicht: Du kannst Deinen Kleiderschrank minimalistischer gestalten und Dein Leben so unheimlich vereinfachen. Seit ich vor anderthalb Jahren meinen Kleiderschrank radikal ausgemistet und minimalistisch gestaltet habe, bin ich so zufrieden wie noch nie mit meiner Garderobe. Seit mein Kleiderschrank – nach früheren Standards – quasi leer ist, hatte ich kein einziges Mal mehr den berüchtigten “ahhh, nichts zum Anziehen” Moment. Im Gegenteil, ich bin in kürzester Zeit angezogen und fühle mich jedesmal wohl in meiner Kleidung. In diesem Beitrag stelle ich Dir die Schritte vor, mit denen Du Deine minimalistische Garderobe realisieren kannst.

1 Ausmisten

Ja, am Ausmisten führt kein Weg vorbei. Deine minimalistische Garderobe (oder Teile davon) befindet sich schon in Deinem aktuellen Kleiderschrank, aber sie ist verborgen unter jeder Menge anderer Kleidung. Du weißt schon, die „ach, das kann ich noch zu Hause tragen“ Klamotten, die „das sieht bestimmt klasse aus, wenn … – irgendetwas mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von weniger als 50% – passiert“ Kleidung, die „ich weiß nicht so recht, aber es war im Sale“ Stücke. Um Deine minimalistische Garderobe zu erstellen, muss erst einmal alles raus aus dem Kleiderschrank und auf die Waagschale: sicher behalten – vielleicht – definitiv weg.

2 CSI Kleiderschrank

Sei aufmerksam und achtsam während Du ausmistest. Gibt es Kleidungsstücke, die Du immer wieder kaufst, aber letztendlich (so gut wie) nie trägst? Gibt es Kleidungsstücke, von denen Du am liebsten mehrere hättest? Kannst Du Kaufmuster erkennen? Gibt es Farben/ Stoffe/ Muster, die Du immer wieder kaufst? Welche Kleidungsstücke trägst Du am häufigsten? Was macht die Kleidungsstücke aus, die Du schon seit Jahren gerne trägst? Auch wenn Du Kleidungsstücke aussortierst, versuche möglichst viele Informationen daraus zu ziehen. Diese Informationen werden Dir in vielerlei Hinsicht helfen: um Deinen Stil besser zu verstehen und um Deine Einkäufe in Zukunft bewusster und gezielter zu gestalten.

3 Dein Leben, Dein Stil

Wenn Du ehrlich ausgemistet hast, werden die meisten Teile, die auf dem das kann weg Stapel gelandet sind, in diese Kategorien fallen: passt nicht zu mir, darin fühle ich mich nicht wohl, und das trage ich nie. Was diesen Kategorien gemein ist: sie zeigen Dir was Dein Stil ist. Naja, etwas komplizierter: sie zeigen Dir den Negativabdruck Deines Stils, also was Dein Stil gerade nicht ist. Aber dieses Wissen ist unheimlich wertvoll – genauso wie das Wissen um die Teile, die Du immer und immer wieder trägst. All das hilft Dir zu verstehen, in welchen Kleidungsstücken Du Dich wohl fühlst. Denn das ist doch letztendlich das Ziel hinter all dem Ausmisten und kuratieren und minimalisieren: wir wollen einen Kleiderschrank gefüllt mit Kleidung, in der wir uns wohlfühlen – und gut aussehen.

Eine Capsule Wardrobe kann Dein Leben um sovieles vereinfachen. Wie damit beginnen? Tipps findest Du auf Modern Slow. | modernslow.com

Versuche also Deinen Stil besser zu verstehen. Klingt schwierig? Nun, ganz einfach ist es nicht, aber es ist auch keine Rocket Science. Du musst am Ende nicht Deinen Stil mit einem Adjektiv beschreiben können. Wichtig ist, dass Du selbst eine konkrete Vorstellung davon hast, was Deinen Stil ausmacht und welche Kleidungsstücke Deinem Stil entsprechen. Letztlich ist Dein Stil das Produkt aus Deiner Ästhetik und Deinem Leben.

 

4 Basics

Wenn Du weniger Kleidungsstücke im Kleiderschrank haben willst, kommst Du an vielseitig einsetzbaren Basics nicht vorbei. Basics sind die Kleidungsstücke, die Du in verschiedenen Outfits tragen kannst. Was genau Basics für Dich sind, hängt stark von Deinem (Lebens-)Stil ab. Wo spielt sich der Großteil Deines Tages ab, im Büro oder auf dem Spielplatz oder irgendwo dazwischen? Tolle Basics können eine Jeans, ein Hemd oder ein Strickcardigan sein – vollkommen individuell nach Deinen Bedürfnissen.

 

5 Farblich Abgestimmt

Wenn Du Deinen Stil nun kennst und aufmerksam beim Ausmisten vorgegangen bist, hast Du nun bestimmt eine Vorstellung, was die Farbpalette Deiner Garderobe angeht. Eine farblich abgestimmt Garderobe hilft Dir ebenfalls, die Anzahl Deiner Kleidungsstücke zu reduzieren und Dir gleichzeitig viele Kombinationsmöglichkeiten zu erlauben. Nein, niemand sagt, dass Du ab jetzt als sterotyper Minimalist im Schwarz-Weiß-Look rumlaufen musst. Deine Farbpalette kann vollkommen individuell sein, vielleicht liebst Du dunkle Töne wie burgund, smaragd und lila, oder vielleicht fühlst Du Dich in Pastellfarben am wohlsten. Vielleicht bist Du auch die Person, die sich in kräftigen Farben und auffallenden Prints am wohlsten fühlt. Oder Du bist jemand, der sich am liebsten in neutrale Farben wie weiß, beige, grau, und dunkelblau kleidet. Ganz egal: sei aufmerksam, in welchen Farben Du Dich wohl fühlst – vielleicht hilft Dir auch ein Farbtest, zu finden bei der lieben Sunray von The Organized Cardigan dabei – und stelle Deine Garderobe in diesen Farben zusammen.

Wie in 7 Schritten Deine minimalistische Garderobe erstellst

6 Wunschliste

Jetzt bist Du wahrscheinlich an einem Punkt, an dem Du am liebsten einkaufen gehen würdest. Tu es nicht! Nutze die Gelegenheit und reflektiere noch einmal genau über die Kleidungsstücke, die Du kaufen möchtest. Schreibe alles was Deiner Meinung nach für Deine minimalistische Garderobe fehlt auf. Ja, wie ein Wunschzettel. Sei dabei so konkret wie möglich. Wie genau soll die Jeans aussehen, die noch zu Deinem Glück fehlt? Blau oder schwarz? Skinny oder Boyfriend? Eine bestimmte Waschung? Ziernähte und Reißverschlüsse? Und wenn Du Deinen Wunschzettel erstellt hast, dann wartest Du. Versuche ein paar Tage, vielleicht sogar ein paar Wochen mit Deinem neuen, minimalistischen Kleiderschrank zu leben. Manche Wünsche lösen sich in Luft auf, manche kommen neu dazu. Mit dem Einkaufen zu warten gibt Dir den Raum, ein Gefühl für Deine Garderobe zu entwickeln und Deine Bedürfnisse besser zu verstehen ohne Dein Geld in Kleidungsstücke zu investieren, die Du unter Umständen ein paar Monate später bereits wieder ausmistest.

 

7 Keine Kompromisse

Damit deine Garderobe auch längerfristig minimalistisch bleibt, ist die Devise beim Einkauf: keine Kompromisse. Deine Wunschliste hilft Dir dabei, dass Du die richtigen Kleidungsstücke kaufst und nicht am Ende mit 3 schwarzen Jeans dastehst. Die Devise keine Kompromisse gilt auch bevor Du Deine Bankkarte im Laden zückst. Passt das Kleidungsstück wirklich gut? Fühlst Du Dich wirklich wohl darin? Zwickt nichts und fällt es richtig? Ist das Kleidungsstück gut verarbeitet? Ist das Material, das was Du Dir vorstellst und passend für den gewünschten Einsatz? Auch wenn Du Dir noch so sehr eine schwarze Jeans, ein Strickkleid oder ein weißes Hemd wünscht, lass Dich auf keine Kompromisse hinsichtlich Stil, Farbe, Schnitt und Passform ein. Nur wenn alles Deinen Vorstellungen entspricht, wird das Kleidungsstück Deine minimalistische Garderobe bereichern und Dir Freude bereiten.

 

Ja, eine minimalistische Garderobe zu erstellen, kostet ein wenig Zeit und Energie. Aber all das ist es wert! Ich war noch nie so zufrieden mit meiner Kleidung wie die letzten 1,5 Jahre und dieses Gefühl ist einfach unersetzlich!

 

Marie Kondo ist der Guru für das Ausmisten. Was sind meine Erfahrungen - über ein Jahr nachdem ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe? | modernslow.com

Ausmisten mit Marie Kondo – mein Langzeitexperiment

Wenn man über das Ausmisten nachdenkt, dann begegnet man früher oder später Marie Kondo oder The KonMari Way. Ich habe das Buch das erste Mal vor über einem Jahr gelesen während ich umfassend ausgemistet habe. Nun, nach unserem Japan-Urlaub war ich inspiriert und habe eine neue Runde gestartet und deshalb das Buch noch einmal gelesen. In diesem Beitrag stelle ich Euch die wesentlichen Tipps aus Marie Kondo’s Buch vor und berichte Euch von meinen bisherigen Erfahrungen nach über einem Jahr mit Marie Kondo’s Tipps.

 

Auf die Reihenfolge kommt es an

Laut Marie Kondo sollte man nicht nach Zimmern oder Schrankweise ausmisten, sondern nach Kategorien. Marie Kondo empfiehlt sogar eine bestimmte Reihenfolge. So solltest Du mit Kleidung starten und dann über Bücher, Pflegeprodukte, Elektronik, usw Dich zur letzten Kategorie, den sentimentalen Gegenständen vorarbeiten. Die Idee ist, dass man mit den Kategorien startet, die leichter auszusortieren sind, da man eine weniger starke Bindung zu den Gegenständen hat. Nach Kategorien vorzugehen hat absolut seinen Reiz, da man so den Überblick hat, was man alles besitzt. Auch die Empfehlung mit der Kleidung zu starten, kann ich so unterschreiben. Für mich war das Ausmisten meines Kleiderschranks und das Erstellen einer Capsule Wardrobe definitiv ein wichtiger Schritt hin zu einem minimalistischeren Leben.

Bei meiner aktuell laufenden zweiten Ausmistaktion gehe ich allerdings nicht in dieser Reihenfolge vor. Ich arbeite mich zwar durch die Kategorien, aber begonnen habe ich nicht mit der Kleidung, sondern mit den Pflegeprodukten. Da ich das Ausmisten parallel zum Tagesgeschehen mache, ist für mich Zeit der Faktor, der entscheidet was nun ausgemistet wird. Mein Eindruck ist, dass die Reihenfolge der Kategorien als Ausmist-Veteran eine durchaus weniger wichtige Rolle spielt. Als Ausmist-Neuling empfehle ich Dir auf jeden Fall mit der Kategorie zu beginnen, zu der Du die geringste Bindung hast, vermutlich Pflegeprodukte oder Kleidung und Dich dann analog zu Marie Kondo zu den sentimentalen Kategorien vorzuarbeiten.

 

Alles muss raus!

Du sollst natürlich nicht alles, was Du besitzt, entsorgen. Aber, wenn Du Dich einer Kategorie widmest, empfiehlt Marie Kondo alle Teile dieser Kategorie aus den Schränken zu holen. Du willst Deine Kleidung ausmisten – vielleicht weil Du eine Capsule Wardrobe erstellen möchtest? Dann hol alle Kleidungsstücke aus den Schränken, aus den Wäschekörben, den Schubladen und Kisten. Ganz schön viel oder? Das ist der erste Vorteil dieser Methode und etwas was ich uneingeschränkt empfehle. Egal welche Kategorie Du aussortierst: sich vor Augen zu führen, wie viel man besitzt, ist schockierend – und motivierend zugleich.

Außerdem kannst Du so Kaufmuster erkennen. Gibt es Dinge, die Du immer und immer wieder kaufst? Kaufst Du ständig neue Strumpfhosen, weil Du vergessen hast, wo Du die Notfallstrumpfhose hingeräumt hast? Besitzt Du mehrere schwarze Jeanshosen, obwohl Du immer nur eine trägst? Hast Du mehrere Röcke, die Du noch nie getragen hast, weil Du Dich irgendwie doch nicht darin wohl fühlst? Dieses Wissen über Dein Kaufverhalten ist unheimlich wertvoll, um in Zukunft bewusster einzukaufen – schließlich willst Du ja nicht ein paar Monate später schon wieder vor einem ähnlich großen Berg an Kleidung stehen.

 

Does it spark joy?

Does it spark joy? ist wohl der Satz schlechthin, den man mit Marie Kondo verbindet. Marie Kondo empfiehlt alle Gegenstände in die Hand zu nehmen und sich dabei genau das zu fragen: does it spark joy? Nur wenn der Gegenstand Freude in Dir auslöst, behältst Du ihn. Wenn nicht, wird er aussortiert.

Ich muss gestehen, als ich das Buch das erste Mal gelesen habe, war ich diesem Satz gegenüber ziemlich skeptisch. Für mich klang er ein wenig esoterisch. Vor allem im Vergleich zu klar definierten Kriterien wie habe ich den Gegenstand in den letzten 12 Monaten benutzt?. Aber inzwischen verstehe ich ihr Argument. Ein Gegenstand der uns keine Freude bringt, ist ein Gegenstand den wir nicht vermissen. Also warum nicht aussortieren? Zudem finde ich es schön, dass Marie Kondo’s Kriterium does it spark joy? sich darauf konzentriert, Dinge zu identifizieren, die wir behalten möchten. Positivauswahl statt Negativliste.

Dennoch, gerade am Anfang des Ausmistens, haben harte Kriterien, wie habe ich den Gegenstand in den letzten 12 Monaten benutzt? einen Vorteil: sie sind greifbarer und leichter umzusetzen. Beim Ausmisten stelle ich mir daher mehrere Fragen: bringt mir dieser Gegenstand Freude? Habe ich den Gegenstand in den letzten 12 Monaten benutzt? Wenn ich noch einmal bei einem Umzug nur wenige Boxen mitnehmen könnte, würde ich den Gegenstand mitnehmen?

Marie Kondo ist der Guru für das Ausmisten. Was sind meine Erfahrungen - über ein Jahr nachdem ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe? | modernslow.com

 

Kleider-Origami oder die Kunst Wäsche zu falten

Marie Kondo empfiehlt Kleidung gefaltet und nicht auf Kleiderbügeln hängend zu lagern. Spezieller Twist: die Kleidung wird nicht flach gefaltet, wie Du sie im Laden findest, sondern hochkant, so dass die Kleidung auf der Kante steht. Ganz ehrlich, als ich das das erste Mal gelesen hatte, schwankte meine Reaktion zwischen was für ein Käse und das funktioniert nie. Aber die Technik hat einige Vorteile und trotz meiner anfänglichen Skepsis benutze ich diese Methode nun seit über einem Jahr sehr erfolgreich für den Großteil meines Kleiderschranks. Hemden und Kleider befinden sich weiterhin auf Kleiderbügeln. Der Rest ist tatsächlich hochkant gefaltet. Das klappt übrigens ganz intuitiv, wenn man einfach mal ein Kleidungsstück in die Hand nimmt und es ausprobiert.

Ein wesentlicher Vorteil dieser Technik: man sieht auf einen Blick was man besitzt. Denn mal ehrlich: das T-Shirt, das unten im Stapel liegt, tragen wir nie. Aus den Augen, aus dem Sinn. Weiterer Vorteil: wenn ich mich beim Anziehen umentscheide, ist die Ordnung schnell wieder hergestellt. Aber wehe man zieht ein Kleidungsstück aus einem Stapel mit flach gefalteter Kleidung heraus…

 

Alles hat seinen Platz

Marie Kondo empfiehlt, dass alle Gegenstände einer Kategorie an einem Ort aufgeräumt werden sollten. Ihre Theorie: unser Zuhause wird wieder und wieder unordentlich, weil wir nicht wissen wohin wir all die Gegenstände, die wir besitzen aufräumen sollen. Ja, da hat die Gute den Nagel auf den Kopf getroffen. Wann immer Dinge bei uns zu Hause einfach so rumliegen, hat das genau diesen Grund: wir sind uns nicht so ganz sicher, wo das Teil hingehört. Insgesamt war dieser Rat von Marie Kondo am schwierigsten umzusetzen und durchzuhalten. Das wurde mir so richtig bei meiner aktuellen Ausmistaktion bewusst, denn viele Dinge, die ich dieses mal ausgemistet habe, waren Duplikate.

 

Zusammenfassend, ist Marie Kondo’s Buch absolut empfehlenswert, wenn Du Ausmisten möchtest. Das Buch hat viele wertvolle Tipps, die helfen diese riese Aufgabe leichter umsetzbar zu gestalten. Muss man das Buch gelesen haben, bevor man mit dem Ausmisten startet? Absolut nicht. Ich bin der Meinung, dass beim Ausmisten vor allem eines zählt: dass Du anfängst. Du kannst klein anfangen, z.B. mit Deiner Handtasche, oder Du nimmst Dir gleich Deinen Kleiderschrank vor. Ja, wenn Du klein anfängst, arbeitest Du nicht eine gesamte Kategorie ab. Aber das ist in Ordnung. Ausmisten ist ein Prozess.

 

Meine Morgenroutine und warum Du eine haben solltest

Was passiert nachdem dein Wecker morgens klingelt? Drückst du die Schlummertaste? Checkst Facebook oder Instagram? Beantwortest Emails während Du einen Kaffee trinkst? Es gibt viele Möglichkeiten in den Morgen zu starten. Oft reflektiert unser Morgen bereits den Rest des Tages. Sind wir gehetzt? Getrieben von dem Input anderer Menschen? Wie du in den Tag startest, hat einen großen Einfluss darauf, wie du den Tag als ganzes erlebst. In diesem Beitrag erfährst Du, warum Du eine eigene Morgenroutine haben solltest und wie meine Morgenroutine aussieht.

 

Warum Du eine Morgenroutine haben solltest

Morgenroutine, das klingt ein bisschen nach Drill, nach müssen, nach Zeitverschwendung. Wieso solltest Du Deinen wertvollen – sowieo schon viel zu knappen – Schlaf opfern?

Weil es das wert ist.

Nein, vielmehr, weil Du das wert bist.

 

Eine Frage der Selbstliebe

Mit einer Morgenroutine beginnst Du den Tag damit, etwas nur für Dich zu tun. Was gibt es schöneres? In der Hektik des Alltags bleibt die Achtsamkeit für sich selbst leider oft auf der Strecke. Aber diese Minuten am Morgen, bevor Dich der Alltag einholt, gehören nur Dir. Nach mehreren Monaten mit einer Morgenroutine bin ich inzwischen sogar der Meinung, dass mir meine Morgenroutine mehr gibt, als wenn ich die gleiche Zeit schlafend im Bett verbringen würde. Meine Morgenroutine gibt mir Energie, hilft mir mit einem klaren Kopf in den Tag zu starten, und meine mentale Kraft für die wichtigen Entscheidungen des Tages aufzusparen.

 

 

Die Kraft der Routine

Wenn Du ein Kind hast, dann überrascht Dich das nicht weiter: Routinen sind unheimlich mächtig. Kinder lieben Routinen! Weitaus weniger bekannt: wir Erwachsene auch. Routinen wirken beruhigend, wir wissen genau was uns erwartet und unser Gehirn kann quasi abschalten – und hat so wertvolle Ressourcen für andere Entscheidungen frei. Wenn Du mehr über Routinen – und wie sie Dein Leben beeinflussen (können) – lernen möchtest, kann ich Dir absolut Gretchen Rubin’s Buch Better than Before (deutscher Titel: Erfinde Dich neu) empfehlen (hier gehts zu einer Review des Buchs von Sunray von The Organized Cardigan).

 

Mögliche Bestandteile Deiner Morgenroutine

Grundsätzlich sind Deiner Phantasie keine Grenzen gesetzt. Erlaubt ist was guttut. Lesen, Sport, Meditation, Schreiben, Planen, … Es gibt viele Möglichkeiten, wie Du bewusst und achtsam in Deinen Tag starten kannst. Auch die Dauer kannst Du flexibel gestalten. Eine Morgenroutine bedeutet nicht, dass Du zwei Stunden früher aufstehst, um Deinen Morgen mit zig Aktivitäten zu beginnen. Auch eine fünf-minütige Morgenroutine kann Dich auf den beginnenden Tag vorbereiten und Dich zentrieren.

 

Wenn Du Dir also überlegst, was Teil Deiner neuen Morgenroutine sein könnte, lass Dich nicht nur vom das wäre schön leiten, sondern auch vom das ist mir wirklich wichtig. Wenn ich darüber nachdenke, was ich so gerne morgens machen möchte, dann würde meine Morgenroutine unzählige Aktivitäten beinhalten und wohl bis Mittags dauern. Das ist leider nicht praktikabel, und auch nicht der Sinn der Sache. Wähle also Aktivitäten, die Du tatsächlich in eine Routine, also eine regelmäßige Gewohnheit, verwandeln kannst. Denn seien wir ehrlich, wenn die anfängliche Motivation nachlässt und der Alltag Überhand nimmt, dann sind schon so einige heere Vorsätze über Bord geflogen.

 

Zudem bin ich der Meinung, dass auch im Hinblick auf die Morgenroutine gilt: weniger ist mehr. Das Ziel ist es ja gerade nicht möglichst viele Aktivitäten in ein möglichst kurzes Zeitfenster zu packen, sondern sich bewusst für ein paar Dinge Zeit zu nehmen. Gerade in unserem hektischen, vollgepackten Alltag kann eine ruhige Morgenroutine ein kraftvoller Gegenpol sein, der Dich zur Ruhe bringt und Dir hilft mit dieser Ruhe durch den Alltag zu gehen.

Meine Morgenroutine hilft mir Kraft zu schöpfen und achtsam in den Tag zu starten. | modernslow.com

Meine Morgenroutine

Meine Morgenroutine hat ein Ziel: sie soll einfach und ruhig sein.

Aktuell handhabe ich meine Morgenroutine am Wochenende eher locker, unter der Woche startet aber jeder Tag so:

Um 5.00 Uhr klingelt der Wecker und ich stehe sofort auf. Keine Schlummertaste, denn dann kann ich den Tag vergessen. Es ist als ob die mangelnde Energie aus dem Bett zukommen, den ganzen restlichen Tag beschwert. Dann gibt es erst einmal ein halbes Glas warmes Wasser und gleich darauf starte ich mit einer Yoga-Sequenz und manchmal einer Meditation. Dann fülle ich die Fragen in meinem Achtsamkeitstagebuch aus. Ab und zu schreibe ich eine Morgenseite, je nachdem wie ich mich fühle. Gegen 5.45 Uhr bin ich fertig und setze mich an den Schreibtisch um für gute 30 Minuten an Modern Slow zu arbeiten. Das ist auch der Moment in dem ich auch mein Handy mit dem Internet verbinde. Zwischen Aufstehen und dem Beenden meiner Yoga-Sequenz checke ich keine Emails und kein Social Media. Diese Zeit gehört wirklich nur mir – keinerlei Einflüsse von außen, wie Anfragen, Likes, Kommentare oder Notifications. Nach guten 30 Minuten am Computer ist meine Morgenroutine dann auch vorbei und der Alltag beginnt mit duschen, zurecht machen, Frühstück vorbereiten, usw. Diesen Teil handhabe ich sehr flexibel, da die Reihenfolge stark davon abhängt, wann mein Sohn aufwacht. Meine Routine ist wirklich sehr einfach, aber dennoch wirkungsvoll und ich möchte sie auf keinen Fall missen.

 

 

capsule wardrobe | modernslow.com

Einfach anziehen – warum eine Capsule Wardrobe Dein Leben vereinfacht

Meinen Kleiderschrank auszumisten und mit Hilfe einer Capsule Wardrobe zu organisieren war ein wichtiger Schritt, um mein Leben einfacher zu gestalten. Ich bin jeden Morgen dankbar dafür, wie entspannt und einfach das Anziehen dank meiner Capsule Wardrobe ist. In dem heutigen Artikel möchte ich Dir die Idee vorstellen und Dir zeigen, wie Du sie in Dein Leben integrieren kannst.

Capsule Wardrobe – was ist das?

Eine Capsule Wardrobe ist eine Auswahl an Kleidungsstücken in Deinem Kleiderschrank, auf die Du Dich für eine bestimmte Zeit beschränkst. Im Internet findest Du verschiedene Konzepte, aber meiner Meinung nach geht es bei der Capsule Wardrobe bei weitem nicht nur darum seinen Kleiderschrank auf eine bestimmte Anzahl an Kleidungsstücken zu reduzieren. Vielmehr steht dahinter der Wunsch das Leben einfacher zu gestalten, Unnützes zu elimieren und letztlich Kleidungsstücke zu tragen, in denen man sich wohl fühlt.

Warum sollte ich meinen Kleiderschrank verkleinern?

Kurz: Weil es dein Leben um sovieles einfacher macht.

Ich liebe es morgens eine halbe Stunde vor dem Kleiderschrank zu stehen und danach unzufrieden mit meinem Outfit zu sein – sagt niemand! Aber dennoch ergeht es uns im Alltag oft so: wir stehen vor dem Kleiderschrank, haben keine Idee was wir miteinander kombinieren könnten, sind latent unzufrieden, weil da auch ein paar Teile liegen, die nicht so recht passen wollen, und werden Minute für Minute gestresster, weil wir doch eigentlich fertig werden müssen – für das Kind, für den Job, für die Verabredung.

Eine Capsule Wardrobe bedeutet für Dich weniger zu investieren – weniger Geld, weniger Zeit, und weniger Energie.

Weniger Geld. Die Idee der Capsule Wardrobe beruht auch darauf nicht ständig neue Kleidungsstücke zu kaufen, sondern bewusst einzelne Kleidungsstücke zu kaufen, die zu Dir und Deinem Kleiderschrank passen und damit einen tatsächlichen Mehrwert liefern.

Weniger Zeit. Wenn Du weißt, was in Deinem Kleiderschrank liegt und, dass Du Dich in allen Kleidungsstücken wohl fühlst, dann ist das morgentliche Anziehen auf einmal ein Kinderspiel. Wenn es bei mir morgens mal zeitlich knapp wird, kann ich im Zweifel in einer Minute angezogen sein – ich könnte mir sogar den Blick in den Spiegel sparen, weil ich weiß, dass das gewählte Outfit gut aussieht.

Weniger Energie. Entscheidungen treffen kostet Energie. Was glaubst Du wie viel Energie es kostet, wenn Du 10 Minuten vor dem Kleiderschrank stehst und versuchst ein Outfit zu finden, das Dir gefällt? Mit der Capsule Wardrobe sparst Du diese Energie für die wirklich wichtigen Entscheidungen, die in der Regel nicht vor dem Kleiderschrank, sondern in der Arbeit oder im Alltag mit Deinen Kindern getroffen werden.

Klingt gut oder?

Das Tolle: obwohl Du die Anzahl an Kleidungsstücken reduzierst, fühlst Du Dich nicht eingeschränkt in Deiner Auswahl.

Capsule Wardrobe – wo fange ich an?

Zuerst bei Dir selbst und nicht Deinem Kleiderschrank. Bevor du anfängst Dir Outfits zu überlegen oder zählst, wie viele Schuhe Du Dir denn “erlauben” kannst, solltest Du Dir zuallererst über Deine Motive klar werden. Warum willst Du eine Capsule Wardrobe? Was willst Du mit einer Capsule Wardrobe erreichen? Willst Du weniger Geld für Kleidung ausgeben? Möchtest Du einen nachhaltigeren Lebensstil verfolgen? Willst Du morgens schneller fertig werden? Willst Du Dich wohler in Deiner Kleidung fühlen?

1. Schritt: Kleiderschrank ausmisten

Ohne Ausmisten geht es nicht. Und zwar richtig ausmisten. Oder weißt Du was da so alles in Deinem Kleiderschrank liegt? Räume alles raus und sortiere Deine Kleidung in Stapel: behalten – vielleicht – weg (das kann spenden, verkaufen, oder wegwerfen bedeuten  – je nach Zustand des Kleidungsstücks). Die vielleicht-Kleidungsstücke der kommenden Saison lässt Du erst mal griffbereit – vielleicht wandert ja doch das eine oder andere in deine Capsule. Die anderen vielleicht-Teile wandern erst einmal in eine Kiste oder Kommode außerhalb des Kleiderschrank. Ganz nach dem Motto: aus den Augen, aus dem Sinn. Und dann? Abwarten. Nimm Dir die Kiste noch einmal in ein oder zwei Monaten, spätestens zum Start der neuen Saison, vor. Garantiert wirst Du dann klarer sehen was die Teile in der Kiste angeht.

Den ganzen Kleiderschrank ausmisten, klingt nach einer Mammutaufgabe? Dann miste doch einfach nur die Kleidung der kommenden Saison, also der Saison Deiner Capsule Wardrobe, aus.

2. Schritt: Zusammenstellen der Capsule Wardrobe

Wie geht es nach dem Ausmisten weiter? Mit Kopfarbeit und Zeit vor Deinem Kleiderschrank. Was überwiegt, hängt letztlich von Dir und Deiner Persönlichkeit ab. Überleg Dir, ob Du einem bekannten Capsule Wardrobe Konzept folgen willst oder Dir eigene Regeln überlegst.

Ich persönlich plane den Großteil im Kopf und nehme mir dann eine halbe Stunde bis Stunde vor dem Kleiderschrank, in der ich die Sachen anprobieret und den Kleiderschrank umräume.

Nutze vielseitige Basics

Wenn Du die Anzahl an Kleidungsstücken reduzierst, brauchst Du funktionstüchtige Basics, die Du vielseitig kombinieren kannst. Was für Dich die geeignetsten Basics sind, hängt stark von Deinem Stil und Deinem Lebens ab – studierst Du, arbeitest Du, bist Du aktuell mit Deinen Kindern zu Hause? Meine Favoriten für Basics, sind ein gut sitzendes Paar Skinny Jeans, ein Button-down Shirt, ein Strickcardigan und ein Breton-Shirt.

Bestimme Deine Farbpalette

Ein farblich abgestimmter Kleiderschrank macht das Kombinieren einfacher und ermöglicht Dir mit weniger Kleidungsstücken auszukommen, ohne die Zahl an Outfits zu verkleinern. Mit neutralen Farben geht das am einfachsten. Das bedeutet natürlich nicht, dass Du in Zukunft nur noch schwarz und weiß tragen sollst. Du kannst zum Beispiel wunderbar neutrale Farben wie weiß, grau und dunkelblau mit Pastellfarben und auch einzelnen kräftigen Farben kombinieren. Erlaubt ist, was gefällt!

Vertraue auf Deinen Stil

Je weniger Kleidungsstücke in Deinem Kleiderschrank hängen, desto mehr sollten sie Deinen Stil widerspiegeln. Überleg Dir also was Deinen Stil ausmacht. Welches Outfit würdest Du am liebsten jeden Tag tragen? Inspiration findest Du natürlich bei instagram oder pinterest. Aber um Deinen Stil zu finden, solltest Du vor allem die Lieblingsteile in Deinem Kleiderschrank analysieren.

Probieren und planen

Brainstorm zuerst auf einem Blatt Papier, einer digitalen Notiz oder vor dem Kleiderschrank, welche Kleidungsstücke auf jeden Fall in Deiner Capsule Wardrobe sein sollen und stell dann Stück für Stück Deine Capsule Wardrobe zusammen. Achte darauf, dass Du mehr Ober- als Unterteile benötigst. Probiere Kleidungsstücke und Outfits, bei denen Du Dir nicht sicher bist, an und achte auf die Kompatibilität der Kleidungsstücke untereinander.

Wunschlisten und warten

Während der Planung identifizierst Du bestimmt ein paar Lücken in Deinem Kleiderschrank. Lauf nicht gleich los zum Shoppen! Stattdessen mach eine Liste und halte all das fest, was Deiner Meinung nach in Deinem Kleiderschrank fehlt. Sei so konkret wie möglich – Skinny Jeans, Boyfriend Jeans oder Flare, welche Farbe und Waschung, cropped fit oder normale Länge, mit Rissen, Reißverschlüssen, oder ohne, …? Wenn Du shoppen gehst, halte Dich an die Liste. Sei wählerisch! Mach keine falschen Kompromisse hinsichtlich der Qualität, der Passform, oder der Optik! Nur ein Kleidungsstück, das Dich zu 100% überzeugt, ist eine Bereicherung für Deine Kleiderschrank. Diverse Capsule Wardrobe Konzepte empfehlen das Shopping vor Beginn der Capsule Wardrobe abgeschlossen zu haben. Ich persönlich bin kein großer Fan davon, und habe deshalb für mich auch eine eigene Regel erstellt, wonach ich während meiner Capsule Wardrobe 5 Teile austauschen oder hinzufügen kann. Das nimmt den Druck, vor Beginn der Saison das perfekte Teil finden zu müssen und verhindert, dass ich etwas kaufe, was mich zu Kompromissen (bezüglich Fit, Qualität, Stil, oder Preis) zwingt.

Das wichtigste? Hab Spass!

Setz Dich nicht unter Druck gleich im ersten Anlauf die perfekte Capsule Wardrobe zusammenzustellen. Seine Gewohnheiten zu ändern dauert Zeit – genauso wie den Inhalt Deines Kleiderschranks umzukrempeln. Nimm Dir die Zeit und hab Spass dabei! Mit einer Capsule Wardrobe wirst Du auch viel über Dich selbst und Deinen Stil lernen. Und wenn eine Capsule Wardrobe nicht optimal gepasst hat, dann hast Du etwas gelernt für die nächste.

Disclaimer: Dieser Post basiert auf einem Gastartikel, den ich im April 2016 den tollen Blog Einfach grünlich von der lieben Ann-Kathrin verfasst habe.

Update: Inzwischen hat sich das Konzept, auf dem mein Kleiderschrank basiert, weiterentwickelt. Mein Kleiderschrank ist weniger Capsule Wardrobe im speziellen, sondern mehr eine minimalistische Garderobe. In diesem Beitrag kannst Du mehr über mein Kleiderschrank-System nachlesen und es auf Deine Bedürfnisse anpassen.