UNIFORM DRESSING: MEIN WEG ZUR MINIMALISTISCHEN GARDEROBE

Ich schreibe nicht so oft über den Inhalt meines Kleiderschranks. Ich liebe meine minimalistische Garderobe, aber zugleich ist sie auch nichts weiter als eine Methode, ein System. Letztendlich ist egal, was sich darin befindet – jeder von uns hat seinen persönlichen Stil – entscheidend ist vielmehr die Intention dahinter. Deshalb gibt es bei mir auch keine Tipps im Sinne von “Die 5 tollsten Trends für die Herbstgarderobe” oder “Die Top 10 Kleidungsstücke für jede Capsule Wardrobe”. Stattdessen also ein System. Mein persönliches System, Uniform Dressing, sowie meinen Weg dorthin möchte ich Dir heute in diesem Beitrag vorstellen.

 

Am Anfang stand die Capsule Wardrobe

Eigentlich stand am Anfang meine Schwangerschaft. Denn dank derer habe ich für etwa 1 Jahr den Großteil meines Kleiderschranks nicht genutzt. Ein paar Monate nach der Schwangerschaft freute ich mich wieder darauf “normale” Sachen zu tragen, nur das erschreckende war, dass ich die wenigsten Dinge in meinem Kleiderschrank tragen wollte. Ich wollte mich wieder wie ich fühlen, aber mein Kleiderschrank fühlte sich nicht wie ich an.

Und wenn ich ehrlich war hatte er das nie.

Meine Reaktion darauf: ich kaufte ein paar neue Sachen, ein paar davon absolute Lieblingsteile, aber auch ein paar Teile, die mehr mit meiner Frustration über meinen Kleiderschrank als mit meinem Stil zu tun hatten. In dieser Zeit stolperte ich über den Begriff Capsule Wardrobe irgendwo in den Untiefen von Youtube – auf der verzweifelten Suche nach Inspiration. Den Begriff hatte ich vor meiner Schwangerschaft schon mal gehört, aber anders als damals, war ich dieses Mal interessiert. Capsule Wardrobe, 33 Teile, das klang nach Herausforderung und gleichzeitig irgendwie entspannt. Denn ein Problem, das mich mehr und mehr seit der Geburt meines Sohnes gestört hatte war, dass ich – anders als früher – einfach keine Zeit oder Energie hatte mehrere Outfits durchzuprobieren, um eines zu finden, in dem ich mich gut oder zumindest ok fühlte.

Zudem klang zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben – vermutlich dank der Überwältung, die ein Neugeborenes mit sich bringt und einem netten Hormonkarusell in mir – weniger unheimlich angenehm. Weniger es klang nach der Lösung, die ich mir so sehr herbeisehnte.

 

 

Eine Capsule Wardrobe kann Dein Leben um sovieles vereinfachen. Wie damit beginnen? Tipps findest Du auf Modern Slow. | modernslow.com

Neustart mit leerem Kleiderschrank

Also Ausmisten und zwar richtig. Ich hatte schon früher ausgemistet (aka hier 3 Teile, da 3 Teile entsorgt) und ein bisschen Respekt vor der Aufgabe, aber ich war bereit für den Neustart – und dementsprechend radikal. Ganze 9 60l Säcke (ja – ich kann es noch immer kaum glauben) habe ich ausgemistet. Diese Masse an Dingen habe ich verschenkt, verkauft und gespendet. Was mich überraschte: es ging eigentlich ganz schnell und einfach – viel schneller und einfacher als ich es gedacht hatte. Das Entscheidende war: ich hatte mir vorher Gedanken gemacht, was ich tragen wollte. Ich war ehrlich zu mir und meinem Stil gewesen und stand vollkommen hinter der Entscheidung, alles los zu werden, was ich nicht gerne trug. Finde auch Du Deinen Stil mit diesem kostenlosen Arbeitsbuch.

Die erste Capsule Wardrobe

Meine erste Capsule Wardrobe erstellte ich dann für Herbst und Winter 2015/16 – nach meinen Regeln. Ich wollte ein Capsule für 6 Monate statt der üblichen 3 Monate, die Zahl der Teile war mir ziemlich egal, so lange es weniger als 40 waren und ich erlaubte mir 5 Teile innerhalb der 6 Monate auszutauschen oder hinzuzufügen. Die ursprünglichen Regeln, z.B. von Unfancy waren eine Inspiration, aber für mich persönlich nichts was ich übernehmen wollte. Das Ausmisten hatte mir Selbstvertrauen gegeben, auf meine Bedürfnisse zu achten und mich auf das zu konzentrieren, was eigentlich zählt. Dass mein Kleiderschrank zu mir und meinem Leben passt.

 

 

Diese Ehrlichkeit war mein Erfolgsrezept.

Ich war vollkommen begeistert von der Leere (und gleichzeitigen Fülle) in meinem Kleiderschrank. In dieser Zeit entwickelte ich auch die Basis meiner jetzigen minimalistischen Garderobe: Uniform Dressing.

 

Uniform Dressing

Uniform Dressing klingt formal und kompliziert. Dabei ist es das genaue Gegenteil. Eine Uniform kann so ziemlich alles sein – ganz nach Deinen Wünschen und Bedürfnissen. Die Idee des Uniform-Dressing ist, durch die Beschränkung auf ein Outfit (oder einen Outfit-Typ) das morgendliche Anziehen noch weiter zu vereinfachen – ohne die Zufriedenheit mit Deinem Kleiderschrank zu schmälern.

 

Uniform Dressing bedeutet für mich einfach jeden Tag (oder annähernd jeden Tag) mein Lieblingsoutfit zu tragen.

 

Meine Uniform – vor zwei Jahren wie auch heute – ist das Outfit, dass ich ganz am Anfang meiner Reise identifiziert hatte, das Outfit, das ich nach der Schwangerschaft tragen wollte: Hemd und Jeans. Das witzige: ich hatte dieses Outfit zwar schon vor der Schwangerschaft gern getragen, aber nie wirklich geschätzt, da es so einfach war, so wenig mit den aktuellen Trends zu tun hatte, einfach insgesamt so  wenig “fashionable” war.

 

Dabei ist das – Trendyness – das absolut falsche Kriterium für Dein Outfit. Das wesentliche und einzig entscheidende Kriterium ist Dein Wohlbefinden. Fühlst Du Dich in einem Outfit wirklich wohl? Nicht nur in den zwei Minuten vor dem Spiegel, sondern in Deinem Alltag, in Deinem Leben? Das ist was zählt. Und das ist, was auf meine Uniform zutrifft. Und so ist sie nun der Dreh- und Angelpunkt meines Kleiderschranks.

 

Wenn Du dieses System auch auf Deinen Kleiderschrank anwenden möchtest, dann hole Dir jetzt mein neuestes Arbeitsbuch zum Thema Uniform Dressing. Uniform Dressing bedeutet nicht zwangsläufig, jeden Tag das Gleiche zu Tragen. Es ist ein System – und Du kannst dieses System auf Deinen Kleiderschrank übertragen. Hier geht’s zu Deinem Arbeitsbuch.

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Kern-Capsule Wardrobe, Ganzjahres-Capsule Wardrobe oder einfach minimalistischer Kleiderschrank

Zwei Jahre später und mein Kleiderschrank hat sich selbstverständlich weiterentwickelt. Nur größer ist er nicht geworden. Ich kaufe bewusst ein und so kommen nur wenige Teile neu hinzu. Alle paar Monate hinterfrage ich kritisch, ob meine Kleidungsstücke noch ihren Platz in meinem Kleiderschrank verdienen und miste ggf. einzelne Teile aus.

Auch erstelle ich nicht mehr 2x jährlich von Grund auf eine komplette Capsule Wardrobe. Vielmehr dreht sich alles um meine Uniform. Diese bleibt das ganze Jahr über gleich und ist damit eine Art Kern-Capsule Wardrobe, die ich das ganze Jahr über trage. Drumherum baue ich meine saisonalen Teile. Ein paar Kleider, Röcke und T-Shirts im Sommer, Pullis, Strickjacken und Wollröcke im Winter. Das ist auch schon alles. Das System ist einfach und doch so effektiv.

Mein Ziel für meinen Kleiderschrank ist es ihn so bewusst wie möglich zu gestalten. Kleidungsstücke, in denen ich nicht wohlfühle oder die ich nicht trage, haben da keinen Platz. Aber es ist für micht vollkommen in Ordnung, dass ich ein paar Kleidungsstücke besitze, die ich eher selten trage. Ein Beispiel: meine Wollröcke. Ich trage im Winter lieber Hosen, aber manchmal habe ich einfach Lust auf einen ganz anderen Style und trage dann einen meiner Röcke. Das ist kommt nicht oft vor, aber es macht mir Freude, also verdienen die Röcke ihren Platz in meiner Garderobe. Ich möchte nicht meine Garderobe bis zum maximal machbaren minimieren.

 

Wo geht die Reise hin?

Auch nach fast 2 Jahren bin ich dem Uniform Dressing nicht überdrüssig. Im Gegenteil, dadurch dass ich ein paar Teile in meinem Kleiderschrank behalte, mit denen ich aus der Uniform ausbrechen kann, habe ich überhaupt nicht das Gefühl mich einzuschränken. Im Gegenteil: ich schätze die Freiheit meiner Uniform. Auch das war ein interessanter Lerneffekt aus dem #juni15x30 Kleiderschrank-Experiment: eine minimalistische Garderobe mit nur 15 Teilen war mir nicht zu klein was die Outfits anging. Es war mir einfach zu anstrengend, um mit der Wäsche hinterher zu kommen.

Ich liebe meine minimalistische Garderobe und möchte sie nicht missen. Nach zwei Jahren hat sich dank meiner minimalistischen Garderobe eine gewisse Gelassenheit im Bezug auf meinen Kleiderschrank eingestellt. Eine Gelassenheit, dass mein Kleiderschrank, das passende Outfit bereit hält (vorbei sind die “oh, was soll ich nur anziehen?!?”-Momente). Eine Gelassenheit nicht jedem Trend hinterhereifern zu müssen – um ehrlich zu sein, weiß ich nicht mal was ich laut Vogue und Co aktuell tragen “sollte”. Eine Gelassenheit auf die richtige Ergänzung ür meinen Kleiderschrank zu warten (aktuell: ein schwarzer Rollkragenpullover). Und diese Gelassenheit fühlt sich einfach gut an.

 

Wie stehst Du zu Deinem Kleiderschrank?

Was würdest Du tragen, wenn Du all die “Tipps” von außen ignorierst?

 

Tipps zum Ausmisten und KonMari | modernslow.com

Warum Ausmisten nie verkehrt ist (und wann vielleicht doch)

Ausmisten ist gefühlt in aller Munde – Marie Kondo und der steigenden Aufmerksamkeit für ein minimalistisches Leben sei dank. Und tatsächlich, die Ideen von Marie Kondo sind wirklich hilfreich. Nach meiner Erfahrung ist es aber mit einmal ausmisten nicht getan. Also, auf geht’s in die nächste Runde?!? In diesem Beitrag stelle ich Dir drei Gründe vor, warum Ausmisten immer eine gute Idee ist, wenn Du Dein Leben bewusster gestalten willst – und spreche aber auch über drei Situationen, in denen Du Dein Ausmisten überdenken (und vielleicht auch beenden) solltest.

 

Ausmisten bedeutet Aktion

Ein bewusstes Leben zu gestalten, klingt nach einer riesigen Aufgabe und nach viel Veränderung – und genau das macht das Beginnen für uns schwer. Wenn das Ziel so unheimlich weit weg erscheint, verfallen wir oft, aus einem Gefühl der Überwältigung heraus, in eine Schockstarre – und tun erst mal nichts. Der Schlüssel ist es, kleine machbare Schritte zu definieren und das Ausmisten bietet Dir genau diese Möglichkeit. Erst kleinere Dinge wie die Handtasche oder den Junk Drawer, dann größere Dinge wie den Kleiderschrank, Papier, Elektronikprodukte oder und Digitales. Entscheidend ist: Du kommst ins Handeln und schaffst so Motivation und Dynamik für die weiteren Schritte.

 

Dinge vor Gewohnheiten

Ja, es wäre manchmal besser für uns und unser Wohlbefinden, wenn wir zuerst unsere Gewohnheiten änderten. Aber wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Egal welche Gewohnheit oder Situation Du ändern willst, die ersten Schritte fallen oft richtig schwer. Früher aufstehen – klar, aber vielleicht erst morgen. Sport machen – natürlich, aber nicht heute abend, denn der Tag war so anstrengend. Unser Gehirn produziert nur zu gerne solche Ausreden, denn alles beim alten ist der präferierte Zustand unseres Gehirns.

Es fällt uns dagegen leichter, uns von Dingen zu trennen. Natürlich, auch hier produziert unser Gehirn Ausreden, aber der Widerstand wird deutlich geringer ausfallen als wenn Du versuchst, Deinen gesamten Alltag umzukrempeln. Gleichzeitig liegt es in der Natur der Sache, dass Du beim Ausmisten schneller Erfolgserlebnisse feiern kannst als wenn Du Deine Gewohnheiten änderst. Dein Ausmisten schafft so die Motivation und Dynamik, aber auch das Selbstvertrauen, das Du brauchst, um Deine Gewohnheiten zu verändern.

 

Von außen nach innen

Ein aufgeräumteres, leichteres Außen hilft uns, uns auf unser Inneres zu konzentrieren und dort Veränderungspotential zu erkennen. Weniger Besitz und eine dementsprechend minimalistischere Wohnung erlauben Dir den Blick nach Innen zu richten – vielmehr als Dir das in einer überladenen, vollgepackten Wohnung möglich ist. Das Ausmisten selbst gibt Dir auch die Möglichkeit bestimmte Muster in Deinem Verhalten zu erkennen und Dich zu hinterfragen und legt so die Basis für eine tiefgründigere Seelenforschung.

Warum Ausmisten nie verkehrt ist. Egal, ob Du zum ersten Mal von Marie Kondo hörst oder schon ausgemistet hast, Ausmisten ist immer eine gute Idee (Ausnahmen bestätigen die Regel) | modernslow.com

 

Ausmisten ist nie verkehrt, aber…

Ausmisten hat große Vorteile und ich kann es absolut empfehlen, regelmäßig zu hinterfragen, welchen Dingen man Platz in seinem Zuhause gewährt. Aber es sollte nicht zur präferierten Aktivität des Wochenendes werden. Ausmisten muss (und soll) auch nicht zur Gewohnheit werden, wie das Bad zu putzen und staubzusagen. Es ist kein Sport und auch nicht das Endziel. Ausmisten ist ein Hilfmittel, eine Methode, um Dein Leben bewusst zu gestalten.

Keine Ablenkung

Ausmisten sollte nicht ersetzen, dass Du über Deine Prioritäten und Deine Wünsche nachdenkst, dass Du Deine Gedanken- und Verhaltensmuster überdenkst, und Dein Leben achtsamer gestaltest. Ausmisten sollte nicht zu einer Form des Prokrastinierens verkommen, in der Du immer wieder das Ausmisten vorschiebst, um Dich nicht mit den wirklich wichtigen Dingen auseinanderzusetzen.

Keine Verschwendung

Wenn Ausmisten zur Gewohnheit wird, besteht die Gefahr, dass Du Dein Einkaufsverhalten nicht anpasst – und genau dieses Einkaufsverhalten ist ja oft der Grund dafür, dass Du ausmisten möchtest (das Zeug muss ja irgendwo herkommen…). “Ich kann es ja einfach ausmisten” ist ein gefährlicher Gedanke – und ein ziemlich teurer noch dazu! Geld für unnütze Dinge auszugeben, die Dir keine Freude bereiten und die Du kurz darauf wieder ausmistest, ist eine absolute Verschwendung. Und genau dieses Geld fehlt Dir dann, um Deine Werte zu leben und Deine Träume zu verwirklichen.

Kein race to the bottom

Beim Ausmisten geht es nicht darum immer weniger zu besitzen, um bei einer möglichst kleinen Zahl an Besitztümern anzugelangen. Lass Dir nicht einreden, Du wärst erst ein Minimalist, wenn Du nur noch x Teller und y Bücher besitzt. Ich bin kein Freund davon, sich eine Zahl als Limit zu setzen – und finde es toll, dass es Leute wie Sabine gibt, die das genauso sehen. Wie viele Dinge solltest Du denn besitzen dürfen? 100? 125? 200? Was wenn Du 201 besitzt? Hast Du dann versagt? Nein, natürlich nicht. Willkürliche Zielzahlen mögen vielleicht als Indikation oder Inspiration taugen, aber eine wirkliche Handlungsempfehlung sind sie für mich nicht. Das Ziel ist es vielmehr, so die Dinge zu identifizieren, die Dir wichtig sind – und im Umkehrschuss sich von denen zu trennen, die nicht nicht (oder nicht mehr) zu Deinem Leben passen.

 

Ich möchte Dich ermutigen, Deinen Besitz regelmäßig zu hinterfragen. Nicht als Selbstzweck, als Zelebrieren des Ausmistens, sondern als Methode, um Dein Leben und Deine Entscheidungen zu hinterfragen. Manchmal sind wir nicht so achtsam beim Einkaufen, wie wir uns vorgenommen haben. Oft verändern wir uns – und mit uns unsere Bedürfnisse. Die Prämisse, die für mich hinter jeder Ausmist-Entscheidung steht, ist die Dinge zu identifizieren,die ich wirklich schätze, die mich glücklich machen und die ich benutze. Alles andere ist unnütz. Das könnte ich mal brauchen trägt nicht zu Deinem Leben bei.

Wo Du die Linie ziehst, hängt von Dir ab – und wird sich auch im Zeitablauf ändern. Also, nimm den Druck aus der Sache und fang einfach an.

Was fällt Dir beim Ausmisten schwer?

capsule wardrobe | modernslow.com

Kleiderschrank ausmisten – so klappts garantiert!

Ich habe schon einiges über das Ausmisten geschrieben. Aber wir Frauen haben manchmal eine ganz schön komische Beziehung zu unserem Kleiderschrank, daher ein eigener Artikel nur zum Ausmisten des Kleiderschranks. Unser Kleiderschrank ist der Ort, an dem wir zeigen wer wir wirklich sind – aber es ist auch der Ort, den wir voll stopfen mit Dingen, die uns helfen sollen zu sein wer wir gerne wären. Klingt kompliziert. Ist es auch. Aber: den Kleiderschrank ausmisten – genauso wie eine Capsule Wardrobe zu erstellen – verlangt gar nicht viel von Dir. In diesem Beitrag teile ich meine Tipps mit Dir wie das Kleiderschrank Ausmisten ein Erfolg wird.

 

Hole alles raus

Marie Kondo hat recht. Alles aus den Schränken und Schubladen zu holen, ist das Gebot der Stunde. Weißt Du was alles in Deinem Kleiderschrank schlummert? Höchstwahrscheinlich nicht. Also alles raus und aufs Bett (und den Boden). Ganz schön viel, oder? Das ist der Sinn und Zweck der Übung. Wenn Du alles rausholst, hast Du nicht nur einen umfassenden Überblick, über all die Kleidungsstücke, die Du besitzt (und die Du schon lange vergessen hattest, weil sie ganz inten oder ganz unten lagen). Du wirst auch mit dem Ergebnis Deines Einkaufsverhaltens konfrontiert.

Das mag vielleicht auch ein wenig unangenehm sein – vor allem, wenn Du viele Kleidungsstücke nie oder nur sehr selten getragen hast. Lass es zu, das Ziel ist es daraus zu lernen. Mache Dir keine Vorwürfe, sondern versuche zu verstehen, warum Du bestimmte Kleidungsstücke immer und immer wieder kaufst und warum Du bestimmte Kleidungsstücke so selten trägst. Dieses Wissen ist viel Wert – gerade auch beim zukünftigen Einkauf.

 

Kenne Dein Warum

Dein warum? ist Dein größter Motivator im Leben – auch außerhalb des Kleiderschranks. Darum sei Dir beim Ausmisten Deines Kleiderschranks darüber im Klaren, warum Du bestimmte Kleidungsstücke aussortierst. Du willst am liebsten nur noch nachhaltige und qualitativ hochwertige Kleidung tragen? Alle Kleidungsstücke auszusortieren, nur weil sie dieser Zielvorstellung nicht entsprechen, und dann vor einem (fast) leeren Kleiderschrank zu stehen, hilft niemandem. Eine solche Umstellung dauert Zeit. Und es ist nachhaltiger Kleidungsstücke weiterhin zu tragen, wenn Sie noch in einem guten Zustand sind und Du Dich in ihnen wohl fühlst. Anders verhält es sich natürlich mit Kleidungsstücken, in denen Du Dich nicht wohlfühlst. Denn das sollte das entscheidende Kriterium für den Inhalt Deines Kleiderschranks sein: Kleidungsstücke zu behalten und zu kaufen, in denen Du Dich wohlfühlst und die Du gerne trägst.

 

Lege die Messlatte hoch

Hand aufs Herz: bei den meisten Kleidungsstücken in Deinem Kleiderschrank hast Du innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde ein Bauchgefühl, ob Du Dich darin wohlfühlst. Versuche dieses Bauchgefühl nicht mit Kriterien wie aber das hat so viel gekostet, das kann ich unmöglich weggeben aufzuwiegen. Zum einen sagt niemand, dass Ausmisten wegwerfen oder spenden bedeutet. Es gibt genügend Möglichkeiten, Deine ausgemusterten Teile zu Geld zu machen – Vestiaire, Kleiderkreisel oder ein selbst organisierter Flohmarkt sind nur einige Beispiele. Zum anderen ist das Geld weg – so oder so.

 

Also warum an einem Kleidungsstück festhalten, dass Dir nur ein schlechtes Gewissen macht, aber keinen Nutzen bringt, da Du es nicht trägst?

 

Sich auf Deine Intuition zu verlassen hat noch einen weiteren Vorteil: wenn Du viele Wackel-Kandidaten im Kleiderschrank behältst (egal ob aus Schuldgefühlen oder Unsicherheit), wirst Du ja dennoch nur zu Deinen Lieblingsstücken greifen – so wie Du es vermutlich schon jetzt tust. Also, warum nicht einfach gleich nur die Lieblingsstücke behalten?!?

Tipps wie das Ausmisten des Kleiderschranks ein Erfolg wird. | modernslow.com

Alles für das hier und jetzt

Dieser Tipp hängt stark mit dem vorherigen zusammen: behalte nur Kleidungsstücke, die Du jetzt (oder über das Jahr hinweg) tatsächlich trägst. Das tolle bodenlange Kleid für die Party, die am Ende doch nie kam – oder für die das Kleid einfach viel zu overdressed war. Die Jeans, die perfekt passen wird, wenn nur die letzten 2, 5, oder 10 Kilo endlich runterkommen. Der Rock, der zwar toll aussieht, aber irgendwie doch ein bisschen kurz ist. Die High Heels, in denen Du super-stylish aussiehst – die Du aber nie trägst, weil Du niemals den ganzen Tag oder auch nur den Abend darin aushalten würdest.

 

Dein Kleiderschrank - Dein Stil - Deine Regeln. | modernslow.com

All diese Einkäufe passieren – ich habe sie selbst alle, leider auch mehrmals, getätigt. Am Ende verfolgen wir mit diesen Einkäufen genau das gleiche Ziel: sie sollen uns näher an das bringen, was wir sein wollen – oder was wir denken, was wir sein sollten. Aber tatsächlich, wenn sie dann in unserem Kleiderschrank hängen, vermitteln sie uns nur eines: ein schlechtes Gewissen.

Unser Leben ist langweilig, wir sind zu dick, und insgesamt einfach eine schlechtere Version eines viel besseren Ichs, das unter den 2, 5 oder 10 Kilo schlummert und darauf wartet in kurzen Röcken, glamourösen Kleidern und High Heels durch das Leben zu laufen stöckeln.

Dabei sind wir absolut toll so wie wir sind. Und selbst wenn wir wirklich – tief in uns – dünner, glamouröser und irgendwie beneidenswerter sein wollen: wir werden es nicht davon, dass diese Kleidungsstücke ungetragen im Schrank hängen! Sei also ehrlich bei der Auswahl: was willst Du wirklich – von Dir selbst heraus – tragen und worin fühlst Du Dich wohl. Versuche nicht einen Kleiderschrank zu erstellen für ein viel tolleres Leben in der Zukunft, sondern für Dein Leben im Hier und Jetzt. Ich bin mir sicher, das ist schon ziemlich großartig.

Vergiss nicht: hab Spass!

Ja, Kleiderschrank ausmisten klingt nach Arbeit. Und das, was dabei an Kaufverhalten und -entscheidungen zu Tage tritt, ist nicht immer angenehm. Aber es ist auch eine unheimlich spannende Aufgabe. Eine Aufgabe, die Dir viel über Dich selbst erzählt. Eine Aufgabe, an der Du wachsen kannst. Und ein Resultat, das Dein Leben unheimlich vereinfachen und Dich um sovieles zufriedener machen wird. Also, lass Dich darauf ein – und hab Spass.

Welche Kleidungsstücke trägst Du am liebsten?

Hand aufs Herz: was war Dein letzter Fehlkauf?

Eine Capsule Wardrobe kann Dein Leben um sovieles vereinfachen. Wie damit beginnen? Tipps findest Du auf Modern Slow. | modernslow.com

5 Tipps für Deine (erste) Capsule Wardrobe

Hast Du den Entschluss eine Capsule Wardrobe zu machen? Was nun? Eine Capsule Wardrobe zu erstellen, klingt zunächst einmal gar nicht so leicht. Zugegeben, gerade die erste Capsule Wardrobe zu erstellen kostet etwas Zeit, aber nach über einem Jahr mit Capsule Wardrobes kann ich Dir auch sagen: mit dem richtigen System wirst Du immer weniger Zeit benötigen. Und Du wirst Dir damit unheimlich viel Zeit und Energie in Deinem Alltag sparen. Also: Du bist bereit? In diesem Beitrag stelle ich Dir meine Top 5 Tipps für Deine (erste) Capsule Wardrobe vor.

 

Tipp 1: Miste vorher aus

Ja, Du würdest am liebsten sofort mit Deiner Capsule Wardrobe starten. Aber halt! Es führt kein Weg daran vorbei: den Kleiderschrank ordentlich auszumisten ist essentiell für Deine Capsule Wardrobe. Weißt Du was da so alles in Deinem Kleiderschrank schlummert? Wenn Du nicht vor kurzem ausgemistet hast, würde ich wetten, dass Du überrascht sein wirst von so manchen Teilen, die Du in den Untiefen Deines Kleiderschranks findest. Genauso ging es mir auch. Zudem wird es viel leichter Deine Capsule Wardrobe zu erstellen, wenn Deine Ausgangsbasis Kleidungsstücke sind, die Dir passen und die Du wirklich trägst. Also bevor es richtig los geht, hole alles aus Deinem Kleidungsschrank heraus – ganz im Stil von Marie Kondo und miste so richtig aus.

 

Tipp 2: Keine Schubladen… im Kopf!

Ja, Deinen Stil zu kennen oder zu finden, ist wichtig – das sage ich selbst. Aber setze Dich nicht zu sehr unter Druck. Der Frauenzeitschriften-Tipp Deinen Stil mit drei Adjektiven zusammenzufassen oder drei Stilikonen zu identifizieren kann zwar hilfreich sein, aber ist keineswegs so essentiell wie mache uns das glauben machen wollen. Natürlich, wenn Du das weißt, hilft Dir das sicherlich, um Deine Garderobe danach auszurichten. Aber es ist keine Voraussetzung. Ich habe noch keine dieser Übungen gemacht – und wüsste aus dem Stehgreif weder die drei richtigen Adjektive noch bekannte Persönlichkeiten, die meinen Stil treffen. Dennoch war und bin ich sehr zufrieden mit meinen Capsule Wardrobes.

Versuche Dich nicht in irgendwelche Schubladen zu pressen, nur um der Schubladen willen. Denke über Deinen Stil nach und wenn Du Ideen im Kopf hast, dann lege los!

 

 

 Wie erstellt man eine Capsule Wardrobe? Vor allem wenn es die erste ist? | modernslow.com

Tipp 3: Mach Dein Ding

Es gibt mehrere Konzepte im Internet was eine Capsule Wardrobe ist und wie viele Teile sie umfassen darf. Ich persönlich finde die Frage, ob es nun 33 oder 37 Teile sein dürfen, vollkommen nebensächlich. Auch die Frage, welche Kategorien nun Teil Deiner Capsule Wardrobe sind, ist für mich etwas, was man nach seinen Bedürfnissen beantworten kann. Typischerweise sind Accessoires Teil der 33 (oder 37) Teile. Ich für mich habe diese Kategorie ausgeschlossen. Nicht weil ich mir ein Hintertürchen bauen wollte, sondern weil ich so gut wie keine Accessoires besitze oder trage. Die Regeln sind ein toller Ausgangspunkt, aber verbiege Dich nicht nur um der Regeln willen. Gestalte die Regeln, dass sie zu Dir und Deinem Lebensstil passen – und dem eigentlichen Ziel dienen: eine Garderobe zusammenzustellen, die Dein Leben vereinfacht und gleichzeitig bereichert.

 

Tipp 4: Kaufe nicht zu viel bevor es losgeht

Ein weiterer Aspekt, wo ich bewusst von den “Regeln” abweiche: sowohl Project333 als auch unfancy empfehlen vor Beginn der Capsule Wardrobe das Shopping dafür zu erledigen. Ich verstehe und unterstütze die Intention: begrenze Dein Shoppen und kaufe nur ganz bewusst ein. Aber ich bin der Meinung, dass die Prämisse alle Teile vor Beginn der Capsule Wardrobe haben zu müssen, einen Druck aufbaut, der vollkommen unnötig ist. Vielmehr bin ich der Meinung, dass eine Shopping-Deadline nur dazu führt, Kleidungsstücke zu kaufen, die ok sind – damit man sie eben hat, da man ja die nächsten 3 Monate nicht mehr einkaufen darf. Aber die Idee der Capsule Wardrobe ist es doch nur noch Kleidungsstücke zu kaufen, die wirklich 100% passen, Kleidnungsstücke, die man wieder und wieder anziehen wird. Mein Tipp daher: kaufe Kleidungsstücke bewusst ein – egal ob vor oder während der Capsule Wardrobe.

Tipp 5: Hab Freude daran

Allen voran: hab Freude daran Deine Capsule Wardrobe zusammenzustellen und damit zu leben. Seinen Stil zu finden und die “perfekte” Capsule Wardrobe zu erstellen kann dauern – zudem entwickeln wir uns ständig weiter. Es wird also nie langweilig. Manche Deiner Capsule Wardrobes werden fantastisch zu Dir passen und andere brauchen ein paar Änderungen. Aber Teile auszutauschen hat nichts mit Versagen zu tun. Du hast etwas dazu gelernt, über Dich, Deine Werte und Deinen Stil. Viele von uns, mich eingeschlossen, kämpfen mit Perfektionismus und das ist nicht nur unheimlich anstrengend, sondern auch voll und ganz fehl am Platz (ein sehr ehrlicher Artikel dazu erschien kürzlich bei der lieben Jenni). Also, die 30/33/37/40 (oder wie viele auch immer) Kleidungsstücke müssen nicht perfekt sein. Freue Dich über die Stücke, die perfekt zu Dir und Deinem Leben passen und lerne aus allen anderen Kleidungsstücken.

 

Viel Erfolg und Freude bei Deiner Capsule Wardrobe!

10 Tipps um bewusster einzukaufen

Ausmisten ist wichtig – keine Frage. Aber Minimalismus als wegwerfen, ausmisten und minimieren zu verstehen, greift meiner Meinung nach zu kurz. Wichtig nämlich auch die andere Seite: was Du in Deine Wohnung und Dein Leben rein lässt. Minimalismus ist für mich daher mindestens genauso sehr mit einem Umdenken auf der Einkaufsseite verbunden. Denn ehrlich: was für eine Verschwendung wäre das denn weiterhin, oftmals impulsiv, Dinge zu kaufen, nur um sie dann kurze Zeit später wieder auszumisten. In diesem Beitrag stelle ich Dir 10 Tipps vor, wie Du in Zukunft bewusster einkaufen kannst.

 

10 Tipps um bewusster einzukaufen

Weihnachtszeit ist Einkaufszeit. Geschenke und Saleangebote an allen Orten und wir mittendrin. Wir wollen anderen und uns etwas Gutes tun – und da sitzt der Geldbeutel schon mal ein bisschen lockerer als sonst. Damit Dich nicht der Shopping-Kater übermannt, habe ich hier 10 Tipps für Dich zusammengestellt, damit Du in Zukunft bewusster einkaufen wirst.

 

1 Was habe ich schon?

Dieser Schritt ist unheimlich wichtig – und doch oft so schwierig. Wer weiß schon, was so alles in der eigenen Wohnung schlummert?!? Oft ist es aber so, dass wir Dinge bereits besitzen oder zumindest ein Ding besitzen, das die gewünschte Funktion erfüllen kann. Frage Dich also brauche ich das wirklich? bevor Du etwas kaufst. Wenn Du diese Frage nicht absolut sicher mit ja beantworten kannst, dann warte ab mit dem Kauf und suche gezielt in Deiner Wohnung oder Deinem Kleiderschrank nach Alternativen.

2 Was will ich?

Wenn Du im Laden (auch Online!) stehst, ist Deine Antwort vermutlich: DAS – das was ich da gerade in meinen Einkaufswagen gelegt habe. Aber ehrlich? Was willst Du wirklich? Sei Dir bewusst, über die Dinge, die Du wirklich brauchst – und welche Eigenschaften dieses Ding haben sollte. Das gilt für alles, vom Küchengerät zur Kleidung. Sei achtsam, wenn Du vor dem Kleiderschrank stehst und merkst, dass genau dieses eine Teil fehlt – das hautfarbene Top, damit Du Dich nicht so nackt in dem weißen Oberteil fühlst, die blickdichte Strumpfhose, damit Du Dich wohler in einem Rock fühlst. Sei achtsam, wenn Du Dich im Haushalt ärgerst, weil ein Teil nicht die Funktionen hat, die Du Dir wünschst.

 

3 Der gute alte Wunschzettel

Und wenn Du weißt, was Du möchtest? Dann schreibst Du es erst einmal auf. Wie Kinder, die einen Wunschzettel für Weihnachten anfertigen, habe ich einen Wunschzettel das ganze Jahr über. Dort notiere ich alles, was ich gerne kaufen möchte – vom roten Lippenstift über die Jeans im perfekten schwarzgrau, zum neuen Kameraobjektiv. Klingt übertrieben? Mir hilft es unheimlich – und ich bin nicht allein. Meine Freundin Ann-Kathrin hat ihrem Wunschzettel kürzlich auch neues Leben eingehaucht. Dinge niederzuschreiben hilft, den ersten Impuls etwas zu kaufen zu befriedigen – ohne, dass Du Geld ausgegeben hast. Manchmal verfliegt der Wunsch etwas zu kaufen sogar, sobald ich es niedergeschrieben habe. Die Wunschliste kannst Du auch – wie einen Einkaufszettel im Supermarkt – mitnehmen, wenn Du shoppen gehst und so sicher stellen, dass Du nur mit den Dingen nach Hause kommst, die Du wirklich wolltest.

Achtsamkeit hat umfassende Auswirkungen auf mein Leben. | modernslow.com

 

 

4 Lege ein Budget fest

Deine Wünsche auf einen Wunschzettel zu schreiben hat noch einen weiteren Vorteil. Es zeigt Dir, dass jede Kaufentscheidung ein Tradeoff ist. Die meisten von uns können nicht losziehen und alle Dinge auf unserem Wunschzettel aufeinmal kaufen. Wir müssen also priorisieren. Dazu kannst Du ein Budget festlegen, das Du für die Wunscherfüllung zur Verfügung hast. Und dann ist die Frage: was ist wichtig genug, dass Du es als erstes kaufst? Und: welche Wünsche willst Du eigentlich gar nicht erfüllen, denn es würde bedeuten, dass Du das Geld nicht für andere Wünsche zur Verfügung hast?

 

5 Lass Dir Zeit

Deine Wunschliste ist geschrieben. Und nun? Warten. Lass etwas Zeit vergehen, so kannst Du Dir über Deine Präferenzen klar werden. Und manchmal lösen sich Wünsche auch einfach in Luft auf. Wenn Du dann tatsächlich im Laden stehst, lass Dir auch dort Zeit. Es ist Dein Geld – denk an die Energie und Zeit, die Du aufgewendet hast, um es zu verdienen. Du willst diese Energie und Zeit nicht auf etwas verschwenden, was Du wenige Monate später wieder ausmistest. Probiere Dein Wunschprodukt aus, ziehe die Kleidung in Ruhe an. Nimm Dir die Zeit herauszufinden, ob es wirklich das ist was Du suchst. Und sofern möglich: vertage den tatsächlichen Kauf. Lass Dir das Stück reservieren oder hoffe das beste und komm später wieder, aber lass Zeit vergehen zwischen dem Moment der Freude darüber, ein Teil Deiner Wunschliste gefunden zu haben und dem Moment, in dem Du Deine Karte zückst. Reflektiere in Ruhe und tätige dann den Kauf, wenn Du sicher bist, dass die Entscheidung rational begründet ist.

 

Bewsusster einkaufen ist möglich - auch in der Weihnachtszeit, wenn Du allerorts zum Konsum animiert wirst. | modernslow.com

6 … drum prüfe, was sich ewig bindet

Nun besitzen wir Dinge in der Regel nicht ewig, aber – zumindest für mich – ist Nachhaltigkeit ein Aspekt, der zum Minimalismus gehört und daher möchte ich Produkte so lange wie möglich benutzen. Prüfe daher vor dem Kauf, ob es sich um ein gut gefertigtes Produkt handelt. Aus welchen Materialien ist das Produkt? Bei Geräten wird oft Plastik verwendet weil es billiger ist, auch wenn es andere Materialien gäbe, die länger halten würden. Bei Kleidung sei kritisch, wie sich das Kleidungsstück anfühlt und trägt. Passt es wirklich? Sitzt es bequem? Fühlst Du Dich wohl?

 

7 Qualität statt Quantität

Du hast mehr Freue mit qualitativ hochwertigen Produkten. Die Kleidungsstücke, die aus hochwertigen Stoffen und nicht in Massenware produziert wurden halten länger. Gebrauchsgegenstände aus hochwertigen Materialen müssen seltener ausgetauscht werden. Geräte können über Jahre und Jahrzehnte benutzt werden, wenn sie qualitativ hochwertig gefertigt sind. Frage dich auch: gibt es eine nachhaltige(re) Alternative? Oft ist man geneigt, zu denken wenns kaputt ist, kaufe ich es einfach neu. Versuche stattdessen, einmal ein qualitativ hochwertiges Produkt zu kaufen, dass Du dann nutzt und nutzt und nutzt.

8 Mach keine Kompromisse

Du hast genau den Pullover gefunden, den Du gesucht hast – nur hat er nicht die Farbe, die Du wolltest. Die Jeans ist perfekt – bis auf den leicht kneifenden Bund. Wie oft hast Du bisher das Kleidungsstück trotzdem gekauft? Also ich für meinen Teil habe diesen Fehler oft gemacht – und mich jedesmal geärgert. Auch wenn es schwer fällt: kaufe nur etwas, wenn es 100% passt. Auch wenn es runtergesetzt ist. Auch wenn es eigentlich perfekt ist. Ich weiß nicht von dem der Spruch ursprünglich stammt, aber ich finde ihn sehr treffend für viele Lebenslagen – auch eine Kaufentscheidung:

“If it’s not a hell yeah, it’s a no!”

 

9 Wiederstehe der Verlockung

Sale. Bald ist es wieder soweit: die Preise sinken und die Verlockung steigt. Aber: nur weil etwas günstiger ist, passt es nicht auf einmal besser zu Dir. Das Küchengerät wird dadurch nicht hochwertiger verarbeitet. Die Jeans sitzt dadurch nicht besser. Wenn das Produkt schon vor der Reduzierung ein wirklicher Kaufkandidat war, dann gratuliere – dann hast Du wirklich ein Schnäppchen gemacht. In allen anderen Fällen nicht. Es ist kein Schnäppchen, wenn Du es nicht brauchst, wenn es nicht zu Dir oder Deinem Leben passt!

 

10 Kaufe für das Hier und Jetzt

Kaufe ausschließlich Dinge, die Du für das Hier und Jetzt brauchst. Dank Online-Shopping kann so ziemlich alles innerhalb von 2-3 Tagen zu Dir geliefert werden. Etwas auf Vorrat oder für den Fall der Fälle zu kaufen ist also unnötig. Die Jeans, die bestimmt perfekt passen wird, wenn Du nur die 2, 5, oder 10 Kilos abnimmst, haben wir bestimmt alle schonmal gekauft. Aber ehrlich. Jedesmal, wenn Du den Kleiderschrank aufmachst, wird Dir diese Jeans zeigen, was Du nicht erreicht hast… Für so etwas willst Du nicht Dein Geld ausgeben. Kaufe nur Kleidungsstücke und Produkte, die zu Deinem tollen Leben im Hier und Jetzt passen!

 

Übrigens: Apfelmädchen hat im November eine #konsumauszeit veranstaltet mit genau diesem Hintergedanken: bewusster einzukaufen und auch mal zu verzichten. Hier findest Du ihr Fazit dazu.

Hast Du schon einmal bewusst nicht konsumiert?

Wie gehst Du mit Einkäufen in der Weihnachtszeit um?

Was war die letzte Kaufentscheidung, die Du bereut hast?

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Einfach anziehen – warum eine Capsule Wardrobe Dein Leben vereinfacht

Meinen Kleiderschrank auszumisten und mit Hilfe einer Capsule Wardrobe zu organisieren war ein wichtiger Schritt, um mein Leben einfacher zu gestalten. Ich bin jeden Morgen dankbar dafür, wie entspannt und einfach das Anziehen dank meiner Capsule Wardrobe ist. In dem heutigen Artikel möchte ich Dir die Idee vorstellen und Dir zeigen, wie Du sie in Dein Leben integrieren kannst.

Capsule Wardrobe – was ist das?

Eine Capsule Wardrobe ist eine Auswahl an Kleidungsstücken in Deinem Kleiderschrank, auf die Du Dich für eine bestimmte Zeit beschränkst. Im Internet findest Du verschiedene Konzepte, aber meiner Meinung nach geht es bei der Capsule Wardrobe bei weitem nicht nur darum seinen Kleiderschrank auf eine bestimmte Anzahl an Kleidungsstücken zu reduzieren. Vielmehr steht dahinter der Wunsch das Leben einfacher zu gestalten, Unnützes zu elimieren und letztlich Kleidungsstücke zu tragen, in denen man sich wohl fühlt.

Warum sollte ich meinen Kleiderschrank verkleinern?

Kurz: Weil es dein Leben um sovieles einfacher macht.

Ich liebe es morgens eine halbe Stunde vor dem Kleiderschrank zu stehen und danach unzufrieden mit meinem Outfit zu sein – sagt niemand! Aber dennoch ergeht es uns im Alltag oft so: wir stehen vor dem Kleiderschrank, haben keine Idee was wir miteinander kombinieren könnten, sind latent unzufrieden, weil da auch ein paar Teile liegen, die nicht so recht passen wollen, und werden Minute für Minute gestresster, weil wir doch eigentlich fertig werden müssen – für das Kind, für den Job, für die Verabredung.

 

Eine Capsule Wardrobe bedeutet für Dich weniger zu investieren – weniger Geld, weniger Zeit, und weniger Energie.

Weniger Geld. Die Idee der Capsule Wardrobe beruht auch darauf nicht ständig neue Kleidungsstücke zu kaufen, sondern bewusst einzelne Kleidungsstücke zu kaufen, die zu Dir und Deinem Kleiderschrank passen und damit einen tatsächlichen Mehrwert liefern.

Weniger Zeit. Wenn Du weißt, was in Deinem Kleiderschrank liegt und, dass Du Dich in allen Kleidungsstücken wohl fühlst, dann ist das morgentliche Anziehen auf einmal ein Kinderspiel. Wenn es bei mir morgens mal zeitlich knapp wird, kann ich im Zweifel in einer Minute angezogen sein – ich könnte mir sogar den Blick in den Spiegel sparen, weil ich weiß, dass das gewählte Outfit gut aussieht.

Weniger Energie. Entscheidungen treffen kostet Energie. Was glaubst Du wie viel Energie es kostet, wenn Du 10 Minuten vor dem Kleiderschrank stehst und versuchst ein Outfit zu finden, das Dir gefällt? Mit der Capsule Wardrobe sparst Du diese Energie für die wirklich wichtigen Entscheidungen, die in der Regel nicht vor dem Kleiderschrank, sondern in der Arbeit oder im Alltag mit Deinen Kindern getroffen werden.

Klingt gut oder?

Das Tolle: obwohl Du die Anzahl an Kleidungsstücken reduzierst, fühlst Du Dich nicht eingeschränkt in Deiner Auswahl.

Eine Capsule Wardrobe bedeutet für Dich weniger zu investieren – weniger Geld, weniger Zeit, und weniger Energie. Erfahre mehr darüber, wie Du selbst eine Capsule Wardrobe erstellen kannst. | modernslow.com

Capsule Wardrobe – wo fange ich an?

Zuerst bei Dir selbst und nicht Deinem Kleiderschrank. Bevor du anfängst Dir Outfits zu überlegen oder zählst, wie viele Schuhe Du Dir denn “erlauben” kannst, solltest Du Dir zuallererst über Deine Motive klar werden. Warum willst Du eine Capsule Wardrobe? Was willst Du mit einer Capsule Wardrobe erreichen? Willst Du weniger Geld für Kleidung ausgeben? Möchtest Du einen nachhaltigeren Lebensstil verfolgen? Willst Du morgens schneller fertig werden? Willst Du Dich wohler in Deiner Kleidung fühlen?

 

1. Schritt: Kleiderschrank ausmisten

Ohne Ausmisten geht es nicht. Und zwar richtig ausmisten. Oder weißt Du was da so alles in Deinem Kleiderschrank liegt? Räume alles raus und sortiere Deine Kleidung in Stapel: behalten – vielleicht – weg (das kann spenden, verkaufen, oder wegwerfen bedeuten  – je nach Zustand des Kleidungsstücks). Die vielleicht-Kleidungsstücke der kommenden Saison lässt Du erst mal griffbereit – vielleicht wandert ja doch das eine oder andere in deine Capsule. Die anderen vielleicht-Teile wandern erst einmal in eine Kiste oder Kommode außerhalb des Kleiderschrank. Ganz nach dem Motto: aus den Augen, aus dem Sinn. Und dann? Abwarten. Nimm Dir die Kiste noch einmal in ein oder zwei Monaten, spätestens zum Start der neuen Saison, vor. Garantiert wirst Du dann klarer sehen was die Teile in der Kiste angeht.

Den ganzen Kleiderschrank ausmisten, klingt nach einer Mammutaufgabe? Dann miste doch einfach nur die Kleidung der kommenden Saison, also der Saison Deiner Capsule Wardrobe, aus.

 

Plane Deine Capsule Wardrobe nachdem Du Deinen Kleiderschrank ausgemistet hast. Meine besten Tipps erfährst Du hier. | modernslow.com

2. Schritt: Zusammenstellen der Capsule Wardrobe

Wie geht es nach dem Ausmisten weiter? Mit Kopfarbeit und Zeit vor Deinem Kleiderschrank. Was überwiegt, hängt letztlich von Dir und Deiner Persönlichkeit ab. Überleg Dir, ob Du einem bekannten Capsule Wardrobe Konzept folgen willst oder Dir eigene Regeln überlegst.

Ich persönlich plane den Großteil im Kopf und nehme mir dann eine halbe Stunde bis Stunde vor dem Kleiderschrank, in der ich die Sachen anprobieret und den Kleiderschrank umräume.

Nutze vielseitige Basics

Wenn Du die Anzahl an Kleidungsstücken reduzierst, brauchst Du funktionstüchtige Basics, die Du vielseitig kombinieren kannst. Was für Dich die geeignetsten Basics sind, hängt stark von Deinem Stil und Deinem Lebens ab – studierst Du, arbeitest Du, bist Du aktuell mit Deinen Kindern zu Hause? Meine Favoriten für Basics, sind ein gut sitzendes Paar Skinny Jeans, ein Button-down Shirt, ein Strickcardigan und ein Breton-Shirt.

 

 Bestimme Deine Farbpalette

Ein farblich abgestimmter Kleiderschrank macht das Kombinieren einfacher und ermöglicht Dir mit weniger Kleidungsstücken auszukommen, ohne die Zahl an Outfits zu verkleinern. Mit neutralen Farben geht das am einfachsten. Das bedeutet natürlich nicht, dass Du in Zukunft nur noch schwarz und weiß tragen sollst. Du kannst zum Beispiel wunderbar neutrale Farben wie weiß, grau und dunkelblau mit Pastellfarben und auch einzelnen kräftigen Farben kombinieren. Erlaubt ist, was gefällt!

Vertraue auf Deinen Stil

Je weniger Kleidungsstücke in Deinem Kleiderschrank hängen, desto mehr sollten sie Deinen Stil widerspiegeln. Überleg Dir also was Deinen Stil ausmacht. Welches Outfit würdest Du am liebsten jeden Tag tragen? Inspiration findest Du natürlich bei instagram oder pinterest. Aber um Deinen Stil zu finden, solltest Du vor allem die Lieblingsteile in Deinem Kleiderschrank analysieren.

Du bist Dir nicht sicher, was Dein Stil ist?

Ich habe ein umfassendes kostenloses Arbeitsbuch für Dich erstellt, das Dir genau dabei hilft!

Eine abgestimmte Farbpalette vereinfacht das Kombinieren. | modernslow.com

Probieren und planen

Brainstorm zuerst auf einem Blatt Papier, einer digitalen Notiz oder vor dem Kleiderschrank, welche Kleidungsstücke auf jeden Fall in Deiner Capsule Wardrobe sein sollen und stell dann Stück für Stück Deine Capsule Wardrobe zusammen. Achte darauf, dass Du mehr Ober- als Unterteile benötigst. Probiere Kleidungsstücke und Outfits, bei denen Du Dir nicht sicher bist, an und achte auf die Kompatibilität der Kleidungsstücke untereinander.

Wunschlisten und warten

Während der Planung identifizierst Du bestimmt ein paar Lücken in Deinem Kleiderschrank. Lauf nicht gleich los zum Shoppen! Stattdessen mach eine Liste und halte all das fest, was Deiner Meinung nach in Deinem Kleiderschrank fehlt. Sei so konkret wie möglich – Skinny Jeans, Boyfriend Jeans oder Flare, welche Farbe und Waschung, cropped fit oder normale Länge, mit Rissen, Reißverschlüssen, oder ohne, …? Wenn Du shoppen gehst, halte Dich an die Liste. Sei wählerisch! Mach keine falschen Kompromisse hinsichtlich der Qualität, der Passform, oder der Optik! Nur ein Kleidungsstück, das Dich zu 100% überzeugt, ist eine Bereicherung für Deine Kleiderschrank. Diverse Capsule Wardrobe Konzepte empfehlen das Shopping vor Beginn der Capsule Wardrobe abgeschlossen zu haben. Ich persönlich bin kein großer Fan davon, und habe deshalb für mich auch eine eigene Regel erstellt, wonach ich während meiner Capsule Wardrobe 5 Teile austauschen oder hinzufügen kann. Das nimmt den Druck, vor Beginn der Saison das perfekte Teil finden zu müssen und verhindert, dass ich etwas kaufe, was mich zu Kompromissen (bezüglich Fit, Qualität, Stil, oder Preis) zwingt.

Das wichtigste? Hab Spass!

Setz Dich nicht unter Druck gleich im ersten Anlauf die perfekte Capsule Wardrobe zusammenzustellen. Seine Gewohnheiten zu ändern dauert Zeit – genauso wie den Inhalt Deines Kleiderschranks umzukrempeln. Nimm Dir die Zeit und hab Spass dabei! Mit einer Capsule Wardrobe wirst Du auch viel über Dich selbst und Deinen Stil lernen. Und wenn eine Capsule Wardrobe nicht optimal gepasst hat, dann hast Du etwas gelernt für die nächste.

 

Hast Du schon von Capsule Wardrobes gehört? Vielleicht schon eine ausprobiert?

Wie klingt Die Vorstellung mit 30-40 Kleidungsstücken auszukommen?

Was ist Dein absolutes Lieblingskleidungsstück?

 

Disclaimer: Dieser Post basiert auf einem Gastartikel, den ich im April 2016 den tollen Blog Einfach grünlich von der lieben Ann-Kathrin verfasst habe. Klick auf jeden Fall rüber und schau Dich auf Ann-Kathrin’s Blog um, denn sie hat ganz tolle Rezepte und u.a. ein paar richtig gute Tipps zum Thema Achtsamkeit.

Update: Inzwischen hat sich das Konzept, auf dem mein Kleiderschrank basiert, weiterentwickelt. Mein Kleiderschrank ist weniger Capsule Wardrobe im speziellen, sondern mehr eine minimalistische Garderobe. In diesem Beitrag kannst Du mehr über mein Kleiderschrank-System nachlesen und es auf Deine Bedürfnisse anpassen.