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Warum Ausmisten nie verkehrt ist (und wann vielleicht doch)

Tipps zum Ausmisten und KonMari | modernslow.com

Ausmisten ist gefühlt in aller Munde – Marie Kondo und der steigenden Aufmerksamkeit für ein minimalistisches Leben sei dank. Und tatsächlich, die Ideen von Marie Kondo sind wirklich hilfreich. Nach meiner Erfahrung ist es aber mit einmal ausmisten nicht getan. Also, auf geht’s in die nächste Runde?!? In diesem Beitrag stelle ich Dir drei Gründe vor, warum Ausmisten immer eine gute Idee ist, wenn Du Dein Leben bewusster gestalten willst – und spreche aber auch über drei Situationen, in denen Du Dein Ausmisten überdenken (und vielleicht auch beenden) solltest.

Ausmisten bedeutet Aktion

Ein bewusstes Leben zu gestalten, klingt nach einer riesigen Aufgabe und nach viel Veränderung – und genau das macht das Beginnen für uns schwer. Wenn das Ziel so unheimlich weit weg erscheint, verfallen wir oft, aus einem Gefühl der Überwältigung heraus, in eine Schockstarre – und tun erst mal nichts. Der Schlüssel ist es, kleine machbare Schritte zu definieren und das Ausmisten bietet Dir genau diese Möglichkeit. Erst kleinere Dinge wie die Handtasche oder den Junk Drawer, dann größere Dinge wie den Kleiderschrank, Papier, Elektronikprodukte oder und Digitales. Entscheidend ist: Du kommst ins Handeln und schaffst so Motivation und Dynamik für die weiteren Schritte.

Dinge vor Gewohnheiten

Ja, es wäre manchmal besser für uns und unser Wohlbefinden, wenn wir zuerst unsere Gewohnheiten änderten. Aber wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Egal welche Gewohnheit oder Situation Du ändern willst, die ersten Schritte fallen oft richtig schwer. Früher aufstehen – klar, aber vielleicht erst morgen. Sport machen – natürlich, aber nicht heute abend, denn der Tag war so anstrengend. Unser Gehirn produziert nur zu gerne solche Ausreden, denn alles beim alten ist der präferierte Zustand unseres Gehirns.

Es fällt uns dagegen leichter, uns von Dingen zu trennen. Natürlich, auch hier produziert unser Gehirn Ausreden, aber der Widerstand wird deutlich geringer ausfallen als wenn Du versuchst, Deinen gesamten Alltag umzukrempeln. Gleichzeitig liegt es in der Natur der Sache, dass Du beim Ausmisten schneller Erfolgserlebnisse feiern kannst als wenn Du Deine Gewohnheiten änderst. Dein Ausmisten schafft so die Motivation und Dynamik, aber auch das Selbstvertrauen, das Du brauchst, um Deine Gewohnheiten zu verändern.

Von außen nach innen

Ein aufgeräumteres, leichteres Außen hilft uns, uns auf unser Inneres zu konzentrieren und dort Veränderungspotential zu erkennen. Weniger Besitz und eine dementsprechend minimalistischere Wohnung erlauben Dir den Blick nach Innen zu richten – vielmehr als Dir das in einer überladenen, vollgepackten Wohnung möglich ist. Das Ausmisten selbst gibt Dir auch die Möglichkeit bestimmte Muster in Deinem Verhalten zu erkennen und Dich zu hinterfragen und legt so die Basis für eine tiefgründigere Seelenforschung.

Warum Ausmisten nie verkehrt ist. Egal, ob Du zum ersten Mal von Marie Kondo hörst oder schon ausgemistet hast, Ausmisten ist immer eine gute Idee (Ausnahmen bestätigen die Regel) | modernslow.com

Ausmisten ist nie verkehrt, aber…

Ausmisten hat große Vorteile und ich kann es absolut empfehlen, regelmäßig zu hinterfragen, welchen Dingen man Platz in seinem Zuhause gewährt. Aber es sollte nicht zur präferierten Aktivität des Wochenendes werden. Ausmisten muss (und soll) auch nicht zur Gewohnheit werden, wie das Bad zu putzen und staubzusagen. Es ist kein Sport und auch nicht das Endziel. Ausmisten ist ein Hilfmittel, eine Methode, um Dein Leben bewusst zu gestalten.

Keine Ablenkung

Ausmisten sollte nicht ersetzen, dass Du über Deine Prioritäten und Deine Wünsche nachdenkst, dass Du Deine Gedanken- und Verhaltensmuster überdenkst, und Dein Leben achtsamer gestaltest. Ausmisten sollte nicht zu einer Form des Prokrastinierens verkommen, in der Du immer wieder das Ausmisten vorschiebst, um Dich nicht mit den wirklich wichtigen Dingen auseinanderzusetzen.

Keine Verschwendung

Wenn Ausmisten zur Gewohnheit wird, besteht die Gefahr, dass Du Dein Einkaufsverhalten nicht anpasst – und genau dieses Einkaufsverhalten ist ja oft der Grund dafür, dass Du ausmisten möchtest (das Zeug muss ja irgendwo herkommen…). “Ich kann es ja einfach ausmisten” ist ein gefährlicher Gedanke – und ein ziemlich teurer noch dazu! Geld für unnütze Dinge auszugeben, die Dir keine Freude bereiten und die Du kurz darauf wieder ausmistest, ist eine absolute Verschwendung. Und genau dieses Geld fehlt Dir dann, um Deine Werte zu leben und Deine Träume zu verwirklichen.

Kein race to the bottom

Beim Ausmisten geht es nicht darum immer weniger zu besitzen, um bei einer möglichst kleinen Zahl an Besitztümern anzugelangen. Lass Dir nicht einreden, Du wärst erst ein Minimalist, wenn Du nur noch x Teller und y Bücher besitzt. Ich bin kein Freund davon, sich eine Zahl als Limit zu setzen – und finde es toll, dass es Leute wie Sabine gibt, die das genauso sehen. Wie viele Dinge solltest Du denn besitzen dürfen? 100? 125? 200? Was wenn Du 201 besitzt? Hast Du dann versagt? Nein, natürlich nicht. Willkürliche Zielzahlen mögen vielleicht als Indikation oder Inspiration taugen, aber eine wirkliche Handlungsempfehlung sind sie für mich nicht. Das Ziel ist es vielmehr, so die Dinge zu identifizieren, die Dir wichtig sind – und im Umkehrschuss sich von denen zu trennen, die nicht nicht (oder nicht mehr) zu Deinem Leben passen.

 

Ich möchte Dich ermutigen, Deinen Besitz regelmäßig zu hinterfragen. Nicht als Selbstzweck, als Zelebrieren des Ausmistens, sondern als Methode, um Dein Leben und Deine Entscheidungen zu hinterfragen. Manchmal sind wir nicht so achtsam beim Einkaufen, wie wir uns vorgenommen haben. Oft verändern wir uns – und mit uns unsere Bedürfnisse. Die Prämisse, die für mich hinter jeder Ausmist-Entscheidung steht, ist die Dinge zu identifizieren,die ich wirklich schätze, die mich glücklich machen und die ich benutze. Alles andere ist unnütz. Das könnte ich mal brauchen trägt nicht zu Deinem Leben bei.

Wo Du die Linie ziehst, hängt von Dir ab – und wird sich auch im Zeitablauf ändern. Also, nimm den Druck aus der Sache und fang einfach an.

Was fällt Dir beim Ausmisten schwer?

Welche Philosophie verfolgst Du beim Ausmisten?

Konntest Du auch schon einmal feststellen, dass Ausmisten sich auf Dein Innenleben auswirkt?

Minimalistisch packen als Familie – geht das?

Minimalistisch packen als Familie | modernslow.com

Sobald man Kinder hat braucht man einen Kombi, da man ja sprichwörtlich den gesamten Hausstand mitnehmen muss. Soweit die landläufige Meinung. Nun habe ich zwar ein Kind, aber keinen Kombi. Und auch für unseren dreiwöchigen Urlaub in Japan war von Anfang an klar, dass minimalistisch packen die Devise ist. Nach allem was man so hört, möchte man die Tokioter U-Bahn eher ungern mit Buggy und zwei großen Koffern benutzen… So war mein Ziel klar: alles muss in einen Koffer (und zwar diesen, der im Handel üblicherweise für einen einwöchigen Urlaub als Paar empfohlen wird). In diesem Beitrag erfährst Du, wie ich unser Gepäck als dreiköpfige Familie drastisch reduziert habe – keine spezifische Packliste, sondern Strategien, die Du umsetzen kannst, egal wo die Reise hingeht.

Minimalistisch Packen als Familie

Soviel vorneweg: ich habe es tatsächlich geschafft. Der Koffer war voll, aber es war nur ein Koffer. Das noch viel spannendere Ergebnis nach der Reise: es wäre auch mit noch weniger gegangen.

Der bequeme Weg um weniger zu packen, ist natürlich das Packmaß zu reduzieren und möglichst leichte Kleidung und Schuhe zu packen, die Kosmetikartikel in Minituben und -döschen umzufüllen, und die schweren Sachen einfach am Reisetag anzuziehen. Nun mag das bis zu einem gewissen Grad funktionieren, aber wenn Du radikal Dein Gepäck reduzieren willst, musst Du auf andere, ebenfalls radikalere Strategien zurückgreifen.

Wie packt man so wenig wie möglich ein?

Kurz: indem man sich ganz genau überlegt, was man braucht. Wichtig ist sich nicht verleiten lassen, von ich könnte…, sondern auf das konzentrieren was man tatsächlich benötigt.

Nimm Dir also Zeit im Vorfeld für die Planung. Wie ist das Wetter üblicherweise, gibt es Waschmöglichkeiten in Deiner Unterkunft? All das hilft Dir einzuschätzen, was notwendig und was optional ist.

Minimalistisch packen ist möglich - auch als Familie. Meine Strategien auf Modern Slow. | modernslow.com

Übung macht den Meister

So umständlich es klingt, gerade mit Kind(ern) macht es Sinn mehrere Durchläufe einzuplanen. Du denkst Dir bestimmt gerade, dass bei mir ein Schraube locker ist. Habe ich gerade allen Ernstes gesagt, dass Du mehr als einmal packen sollst?!?

Ja und nein. Du musst nicht unbedingt zur Probe Packen, aber ich empfehle Dir zumindest eine Packliste zu schreiben und sie mehrmals zu überdenken. Der Hintergrund: Du möchtest Dein Gepäck auf das Wesentliche reduzieren und das gelingt oft am besten über mehrere Iterationen. Wir haben übrigens für unseren dreiwöchigen Urlaub tatsächlich einmal Probe gepackt. Das hat sich bewährt, da wir so festgestellt haben, dass wir unser Gepäck noch weiter reduzieren müssen – und auch können. Gerade bei der Kleidung für unseren Sohn hatten wir im ersten Durchlauf noch viel zu viel gepackt – man möchte ja für alle möglichen Eventualitäten gewappnet sein.

Angenehmer Nebeneffekt: das tatsächliche Packen läuft nicht nur schneller, sondern auch deutlich entspannter, weil die vielen Entscheidungen schon im Vorfeld getroffen wurden.

Kontrolle ist gut

Um unser Gepäck zu minimieren und zu verhindern, dass wir das ein oder andere optionale Teil in den Koffer schmuggeln, haben mein Mann und ich ein einfaches Mittel benutzt: Transparenz. Jeder hat das, was er mitnehmen wollte aus dem Schrank geholt und auf eine Seite des Bettes gelegt. Dann haben wir gemeinsam unsere Auswahl besprochen. Das klingt umständlich und ein bisschen nach Gruppenzwang, hat aber hervorragend funktioniert. Mir wurde so klar, dass drei Jeanshosen wirklich zu viel sind, und mein Mann hat eingesehen, dass wenn ich 7 Hemden mitnehme, er wohl auch keine 11 mitnehmen muss.

Travel Capsule Wardrobe

Ja, ich bin ein großer Fan von Capsule Wardrobes und kann Euch nur empfehlen dieses tolle Konzept auch für Eure Reisegarderobe zu wählen. Meine Reisegarderobe bestand aus meiner Frühjahrs/Sommer Capsule Wardrobe, die ich auf das Wesentliche – die Essenz – reduziert habe. Für mich bedeutet das eine Hose und ein weißes Hemd (wenn Du meine Reise Outfits sehen willst, schau mal auf meinem zweiten Instagram Account @aheartymatter vorbei – dort siehst Du täglich meine Capsule Wardrobe in Aktion). Ein weiteres Beispiel für eine Travel Capsule Wardrobe findest Du hier bei meiner lieben Freundin und Capsule Wardrobe Kollegin Sunray.

Die Kunst des Packens

Es gibt verschiedene Tipps, wie man möglichst platzsparend packt. Die Methode, die für mich am besten funktioniert, ist alles zu rollen. Wie das für unterschiedliche Kleidungsstücke aussehen kann, findest Du hier. Sauber gerollt verknittert Deine Kleidung nicht, und die kleinen Rollen können so geschlichtet werden, dass Du jeden Quadratzentimeter Deines Koffers ausnutzt.

Auch wenn die Hauptreisezeit des Jahres schon vorbei ist, so stehen spätestens zur Weihnachtszeit wieder vermehrt (Kurz-)Urlaube an. Für mehr Inspiration zu Solo-Wochenendtrips kann ich Euch übrigens den Artikel von Sabine empfehlen, so kann man sich den Koffer auch mal schenken…

Einen schönen Urlaub und eine gute Reise!

Was darf auf keinen Fall in Deinem Koffer fehlen?

Hand aufs Herz: was packst Du gerne zu viel?

 

Reisen erweitert den Horizont

Japan | modernslow.com

Liebe Freunde,

für mich geht es in den heiß ersehnten und wohlverdienten Urlaub, genau genommen sollte ich gerade frisch gelandet sein, wenn dieser Post live geht.

3 Wochen Japan – ich freue mich unheimlich.

Damit wird es die nächsten Wochen ruhig auf dem Blog – denn auch das bedeutet Vereinfachen: Zeit offline verbringen.

Für die Modern Slow Community habe ich ein paar Kleinigkeiten bereits vorbereitet. Du kannst gespannt sein. Wenn Du ebenfalls Teil unserer Community sein willst, dann kannst Du hier Teil der Community werden.

Für alle, die ein bisschen im Fernweh schwelgen wollen, folgt mir auf Instagram, dort poste ich während des Urlaubs ab und zu Fotos und werde bestimmt auch die ein oder andere Instagram Story teilen.