UNIFORM DRESSING: MEIN WEG ZUR MINIMALISTISCHEN GARDEROBE

Ich schreibe nicht so oft über den Inhalt meines Kleiderschranks. Ich liebe meine minimalistische Garderobe, aber zugleich ist sie auch nichts weiter als eine Methode, ein System. Letztendlich ist egal, was sich darin befindet – jeder von uns hat seinen persönlichen Stil – entscheidend ist vielmehr die Intention dahinter. Deshalb gibt es bei mir auch keine Tipps im Sinne von “Die 5 tollsten Trends für die Herbstgarderobe” oder “Die Top 10 Kleidungsstücke für jede Capsule Wardrobe”. Stattdessen also ein System. Mein persönliches System, Uniform Dressing, sowie meinen Weg dorthin möchte ich Dir heute in diesem Beitrag vorstellen.

 

Am Anfang stand die Capsule Wardrobe

Eigentlich stand am Anfang meine Schwangerschaft. Denn dank derer habe ich für etwa 1 Jahr den Großteil meines Kleiderschranks nicht genutzt. Ein paar Monate nach der Schwangerschaft freute ich mich wieder darauf “normale” Sachen zu tragen, nur das erschreckende war, dass ich die wenigsten Dinge in meinem Kleiderschrank tragen wollte. Ich wollte mich wieder wie ich fühlen, aber mein Kleiderschrank fühlte sich nicht wie ich an.

Und wenn ich ehrlich war hatte er das nie.

Meine Reaktion darauf: ich kaufte ein paar neue Sachen, ein paar davon absolute Lieblingsteile, aber auch ein paar Teile, die mehr mit meiner Frustration über meinen Kleiderschrank als mit meinem Stil zu tun hatten. In dieser Zeit stolperte ich über den Begriff Capsule Wardrobe irgendwo in den Untiefen von Youtube – auf der verzweifelten Suche nach Inspiration. Den Begriff hatte ich vor meiner Schwangerschaft schon mal gehört, aber anders als damals, war ich dieses Mal interessiert. Capsule Wardrobe, 33 Teile, das klang nach Herausforderung und gleichzeitig irgendwie entspannt. Denn ein Problem, das mich mehr und mehr seit der Geburt meines Sohnes gestört hatte war, dass ich – anders als früher – einfach keine Zeit oder Energie hatte mehrere Outfits durchzuprobieren, um eines zu finden, in dem ich mich gut oder zumindest ok fühlte.

Zudem klang zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben – vermutlich dank der Überwältung, die ein Neugeborenes mit sich bringt und einem netten Hormonkarusell in mir – weniger unheimlich angenehm. Weniger es klang nach der Lösung, die ich mir so sehr herbeisehnte.

 

 

Eine Capsule Wardrobe kann Dein Leben um sovieles vereinfachen. Wie damit beginnen? Tipps findest Du auf Modern Slow. | modernslow.com

Neustart mit leerem Kleiderschrank

Also Ausmisten und zwar richtig. Ich hatte schon früher ausgemistet (aka hier 3 Teile, da 3 Teile entsorgt) und ein bisschen Respekt vor der Aufgabe, aber ich war bereit für den Neustart – und dementsprechend radikal. Ganze 9 60l Säcke (ja – ich kann es noch immer kaum glauben) habe ich ausgemistet. Diese Masse an Dingen habe ich verschenkt, verkauft und gespendet. Was mich überraschte: es ging eigentlich ganz schnell und einfach – viel schneller und einfacher als ich es gedacht hatte. Das Entscheidende war: ich hatte mir vorher Gedanken gemacht, was ich tragen wollte. Ich war ehrlich zu mir und meinem Stil gewesen und stand vollkommen hinter der Entscheidung, alles los zu werden, was ich nicht gerne trug. Finde auch Du Deinen Stil mit diesem kostenlosen Arbeitsbuch.

Die erste Capsule Wardrobe

Meine erste Capsule Wardrobe erstellte ich dann für Herbst und Winter 2015/16 – nach meinen Regeln. Ich wollte ein Capsule für 6 Monate statt der üblichen 3 Monate, die Zahl der Teile war mir ziemlich egal, so lange es weniger als 40 waren und ich erlaubte mir 5 Teile innerhalb der 6 Monate auszutauschen oder hinzuzufügen. Die ursprünglichen Regeln, z.B. von Unfancy waren eine Inspiration, aber für mich persönlich nichts was ich übernehmen wollte. Das Ausmisten hatte mir Selbstvertrauen gegeben, auf meine Bedürfnisse zu achten und mich auf das zu konzentrieren, was eigentlich zählt. Dass mein Kleiderschrank zu mir und meinem Leben passt.

 

 

Diese Ehrlichkeit war mein Erfolgsrezept.

Ich war vollkommen begeistert von der Leere (und gleichzeitigen Fülle) in meinem Kleiderschrank. In dieser Zeit entwickelte ich auch die Basis meiner jetzigen minimalistischen Garderobe: Uniform Dressing.

 

Uniform Dressing

Uniform Dressing klingt formal und kompliziert. Dabei ist es das genaue Gegenteil. Eine Uniform kann so ziemlich alles sein – ganz nach Deinen Wünschen und Bedürfnissen. Die Idee des Uniform-Dressing ist, durch die Beschränkung auf ein Outfit (oder einen Outfit-Typ) das morgendliche Anziehen noch weiter zu vereinfachen – ohne die Zufriedenheit mit Deinem Kleiderschrank zu schmälern.

 

Uniform Dressing bedeutet für mich einfach jeden Tag (oder annähernd jeden Tag) mein Lieblingsoutfit zu tragen.

 

Meine Uniform – vor zwei Jahren wie auch heute – ist das Outfit, dass ich ganz am Anfang meiner Reise identifiziert hatte, das Outfit, das ich nach der Schwangerschaft tragen wollte: Hemd und Jeans. Das witzige: ich hatte dieses Outfit zwar schon vor der Schwangerschaft gern getragen, aber nie wirklich geschätzt, da es so einfach war, so wenig mit den aktuellen Trends zu tun hatte, einfach insgesamt so  wenig “fashionable” war.

 

Dabei ist das – Trendyness – das absolut falsche Kriterium für Dein Outfit. Das wesentliche und einzig entscheidende Kriterium ist Dein Wohlbefinden. Fühlst Du Dich in einem Outfit wirklich wohl? Nicht nur in den zwei Minuten vor dem Spiegel, sondern in Deinem Alltag, in Deinem Leben? Das ist was zählt. Und das ist, was auf meine Uniform zutrifft. Und so ist sie nun der Dreh- und Angelpunkt meines Kleiderschranks.

 

Wenn Du dieses System auch auf Deinen Kleiderschrank anwenden möchtest, dann hole Dir jetzt mein neuestes Arbeitsbuch zum Thema Uniform Dressing. Uniform Dressing bedeutet nicht zwangsläufig, jeden Tag das Gleiche zu Tragen. Es ist ein System – und Du kannst dieses System auf Deinen Kleiderschrank übertragen. Hier geht’s zu Deinem Arbeitsbuch.

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Kern-Capsule Wardrobe, Ganzjahres-Capsule Wardrobe oder einfach minimalistischer Kleiderschrank

Zwei Jahre später und mein Kleiderschrank hat sich selbstverständlich weiterentwickelt. Nur größer ist er nicht geworden. Ich kaufe bewusst ein und so kommen nur wenige Teile neu hinzu. Alle paar Monate hinterfrage ich kritisch, ob meine Kleidungsstücke noch ihren Platz in meinem Kleiderschrank verdienen und miste ggf. einzelne Teile aus.

Auch erstelle ich nicht mehr 2x jährlich von Grund auf eine komplette Capsule Wardrobe. Vielmehr dreht sich alles um meine Uniform. Diese bleibt das ganze Jahr über gleich und ist damit eine Art Kern-Capsule Wardrobe, die ich das ganze Jahr über trage. Drumherum baue ich meine saisonalen Teile. Ein paar Kleider, Röcke und T-Shirts im Sommer, Pullis, Strickjacken und Wollröcke im Winter. Das ist auch schon alles. Das System ist einfach und doch so effektiv.

Mein Ziel für meinen Kleiderschrank ist es ihn so bewusst wie möglich zu gestalten. Kleidungsstücke, in denen ich nicht wohlfühle oder die ich nicht trage, haben da keinen Platz. Aber es ist für micht vollkommen in Ordnung, dass ich ein paar Kleidungsstücke besitze, die ich eher selten trage. Ein Beispiel: meine Wollröcke. Ich trage im Winter lieber Hosen, aber manchmal habe ich einfach Lust auf einen ganz anderen Style und trage dann einen meiner Röcke. Das ist kommt nicht oft vor, aber es macht mir Freude, also verdienen die Röcke ihren Platz in meiner Garderobe. Ich möchte nicht meine Garderobe bis zum maximal machbaren minimieren.

 

Wo geht die Reise hin?

Auch nach fast 2 Jahren bin ich dem Uniform Dressing nicht überdrüssig. Im Gegenteil, dadurch dass ich ein paar Teile in meinem Kleiderschrank behalte, mit denen ich aus der Uniform ausbrechen kann, habe ich überhaupt nicht das Gefühl mich einzuschränken. Im Gegenteil: ich schätze die Freiheit meiner Uniform. Auch das war ein interessanter Lerneffekt aus dem #juni15x30 Kleiderschrank-Experiment: eine minimalistische Garderobe mit nur 15 Teilen war mir nicht zu klein was die Outfits anging. Es war mir einfach zu anstrengend, um mit der Wäsche hinterher zu kommen.

Ich liebe meine minimalistische Garderobe und möchte sie nicht missen. Nach zwei Jahren hat sich dank meiner minimalistischen Garderobe eine gewisse Gelassenheit im Bezug auf meinen Kleiderschrank eingestellt. Eine Gelassenheit, dass mein Kleiderschrank, das passende Outfit bereit hält (vorbei sind die “oh, was soll ich nur anziehen?!?”-Momente). Eine Gelassenheit nicht jedem Trend hinterhereifern zu müssen – um ehrlich zu sein, weiß ich nicht mal was ich laut Vogue und Co aktuell tragen “sollte”. Eine Gelassenheit auf die richtige Ergänzung ür meinen Kleiderschrank zu warten (aktuell: ein schwarzer Rollkragenpullover). Und diese Gelassenheit fühlt sich einfach gut an.

 

Wie stehst Du zu Deinem Kleiderschrank?

Was würdest Du tragen, wenn Du all die “Tipps” von außen ignorierst?

 

capsule wardrobe | modernslow.com

Kleiderschrank ausmisten – so klappts garantiert!

Ich habe schon einiges über das Ausmisten geschrieben. Aber wir Frauen haben manchmal eine ganz schön komische Beziehung zu unserem Kleiderschrank, daher ein eigener Artikel nur zum Ausmisten des Kleiderschranks. Unser Kleiderschrank ist der Ort, an dem wir zeigen wer wir wirklich sind – aber es ist auch der Ort, den wir voll stopfen mit Dingen, die uns helfen sollen zu sein wer wir gerne wären. Klingt kompliziert. Ist es auch. Aber: den Kleiderschrank ausmisten – genauso wie eine Capsule Wardrobe zu erstellen – verlangt gar nicht viel von Dir. In diesem Beitrag teile ich meine Tipps mit Dir wie das Kleiderschrank Ausmisten ein Erfolg wird.

 

Hole alles raus

Marie Kondo hat recht. Alles aus den Schränken und Schubladen zu holen, ist das Gebot der Stunde. Weißt Du was alles in Deinem Kleiderschrank schlummert? Höchstwahrscheinlich nicht. Also alles raus und aufs Bett (und den Boden). Ganz schön viel, oder? Das ist der Sinn und Zweck der Übung. Wenn Du alles rausholst, hast Du nicht nur einen umfassenden Überblick, über all die Kleidungsstücke, die Du besitzt (und die Du schon lange vergessen hattest, weil sie ganz inten oder ganz unten lagen). Du wirst auch mit dem Ergebnis Deines Einkaufsverhaltens konfrontiert.

Das mag vielleicht auch ein wenig unangenehm sein – vor allem, wenn Du viele Kleidungsstücke nie oder nur sehr selten getragen hast. Lass es zu, das Ziel ist es daraus zu lernen. Mache Dir keine Vorwürfe, sondern versuche zu verstehen, warum Du bestimmte Kleidungsstücke immer und immer wieder kaufst und warum Du bestimmte Kleidungsstücke so selten trägst. Dieses Wissen ist viel Wert – gerade auch beim zukünftigen Einkauf.

 

Kenne Dein Warum

Dein warum? ist Dein größter Motivator im Leben – auch außerhalb des Kleiderschranks. Darum sei Dir beim Ausmisten Deines Kleiderschranks darüber im Klaren, warum Du bestimmte Kleidungsstücke aussortierst. Du willst am liebsten nur noch nachhaltige und qualitativ hochwertige Kleidung tragen? Alle Kleidungsstücke auszusortieren, nur weil sie dieser Zielvorstellung nicht entsprechen, und dann vor einem (fast) leeren Kleiderschrank zu stehen, hilft niemandem. Eine solche Umstellung dauert Zeit. Und es ist nachhaltiger Kleidungsstücke weiterhin zu tragen, wenn Sie noch in einem guten Zustand sind und Du Dich in ihnen wohl fühlst. Anders verhält es sich natürlich mit Kleidungsstücken, in denen Du Dich nicht wohlfühlst. Denn das sollte das entscheidende Kriterium für den Inhalt Deines Kleiderschranks sein: Kleidungsstücke zu behalten und zu kaufen, in denen Du Dich wohlfühlst und die Du gerne trägst.

 

Lege die Messlatte hoch

Hand aufs Herz: bei den meisten Kleidungsstücken in Deinem Kleiderschrank hast Du innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde ein Bauchgefühl, ob Du Dich darin wohlfühlst. Versuche dieses Bauchgefühl nicht mit Kriterien wie aber das hat so viel gekostet, das kann ich unmöglich weggeben aufzuwiegen. Zum einen sagt niemand, dass Ausmisten wegwerfen oder spenden bedeutet. Es gibt genügend Möglichkeiten, Deine ausgemusterten Teile zu Geld zu machen – Vestiaire, Kleiderkreisel oder ein selbst organisierter Flohmarkt sind nur einige Beispiele. Zum anderen ist das Geld weg – so oder so.

 

Also warum an einem Kleidungsstück festhalten, dass Dir nur ein schlechtes Gewissen macht, aber keinen Nutzen bringt, da Du es nicht trägst?

 

Sich auf Deine Intuition zu verlassen hat noch einen weiteren Vorteil: wenn Du viele Wackel-Kandidaten im Kleiderschrank behältst (egal ob aus Schuldgefühlen oder Unsicherheit), wirst Du ja dennoch nur zu Deinen Lieblingsstücken greifen – so wie Du es vermutlich schon jetzt tust. Also, warum nicht einfach gleich nur die Lieblingsstücke behalten?!?

Tipps wie das Ausmisten des Kleiderschranks ein Erfolg wird. | modernslow.com

Alles für das hier und jetzt

Dieser Tipp hängt stark mit dem vorherigen zusammen: behalte nur Kleidungsstücke, die Du jetzt (oder über das Jahr hinweg) tatsächlich trägst. Das tolle bodenlange Kleid für die Party, die am Ende doch nie kam – oder für die das Kleid einfach viel zu overdressed war. Die Jeans, die perfekt passen wird, wenn nur die letzten 2, 5, oder 10 Kilo endlich runterkommen. Der Rock, der zwar toll aussieht, aber irgendwie doch ein bisschen kurz ist. Die High Heels, in denen Du super-stylish aussiehst – die Du aber nie trägst, weil Du niemals den ganzen Tag oder auch nur den Abend darin aushalten würdest.

 

Dein Kleiderschrank - Dein Stil - Deine Regeln. | modernslow.com

All diese Einkäufe passieren – ich habe sie selbst alle, leider auch mehrmals, getätigt. Am Ende verfolgen wir mit diesen Einkäufen genau das gleiche Ziel: sie sollen uns näher an das bringen, was wir sein wollen – oder was wir denken, was wir sein sollten. Aber tatsächlich, wenn sie dann in unserem Kleiderschrank hängen, vermitteln sie uns nur eines: ein schlechtes Gewissen.

Unser Leben ist langweilig, wir sind zu dick, und insgesamt einfach eine schlechtere Version eines viel besseren Ichs, das unter den 2, 5 oder 10 Kilo schlummert und darauf wartet in kurzen Röcken, glamourösen Kleidern und High Heels durch das Leben zu laufen stöckeln.

Dabei sind wir absolut toll so wie wir sind. Und selbst wenn wir wirklich – tief in uns – dünner, glamouröser und irgendwie beneidenswerter sein wollen: wir werden es nicht davon, dass diese Kleidungsstücke ungetragen im Schrank hängen! Sei also ehrlich bei der Auswahl: was willst Du wirklich – von Dir selbst heraus – tragen und worin fühlst Du Dich wohl. Versuche nicht einen Kleiderschrank zu erstellen für ein viel tolleres Leben in der Zukunft, sondern für Dein Leben im Hier und Jetzt. Ich bin mir sicher, das ist schon ziemlich großartig.

Vergiss nicht: hab Spass!

Ja, Kleiderschrank ausmisten klingt nach Arbeit. Und das, was dabei an Kaufverhalten und -entscheidungen zu Tage tritt, ist nicht immer angenehm. Aber es ist auch eine unheimlich spannende Aufgabe. Eine Aufgabe, die Dir viel über Dich selbst erzählt. Eine Aufgabe, an der Du wachsen kannst. Und ein Resultat, das Dein Leben unheimlich vereinfachen und Dich um sovieles zufriedener machen wird. Also, lass Dich darauf ein – und hab Spass.

Welche Kleidungsstücke trägst Du am liebsten?

Hand aufs Herz: was war Dein letzter Fehlkauf?

10 Tipps um bewusster einzukaufen

Ausmisten ist wichtig – keine Frage. Aber Minimalismus als wegwerfen, ausmisten und minimieren zu verstehen, greift meiner Meinung nach zu kurz. Wichtig nämlich auch die andere Seite: was Du in Deine Wohnung und Dein Leben rein lässt. Minimalismus ist für mich daher mindestens genauso sehr mit einem Umdenken auf der Einkaufsseite verbunden. Denn ehrlich: was für eine Verschwendung wäre das denn weiterhin, oftmals impulsiv, Dinge zu kaufen, nur um sie dann kurze Zeit später wieder auszumisten. In diesem Beitrag stelle ich Dir 10 Tipps vor, wie Du in Zukunft bewusster einkaufen kannst.

 

10 Tipps um bewusster einzukaufen

Weihnachtszeit ist Einkaufszeit. Geschenke und Saleangebote an allen Orten und wir mittendrin. Wir wollen anderen und uns etwas Gutes tun – und da sitzt der Geldbeutel schon mal ein bisschen lockerer als sonst. Damit Dich nicht der Shopping-Kater übermannt, habe ich hier 10 Tipps für Dich zusammengestellt, damit Du in Zukunft bewusster einkaufen wirst.

 

1 Was habe ich schon?

Dieser Schritt ist unheimlich wichtig – und doch oft so schwierig. Wer weiß schon, was so alles in der eigenen Wohnung schlummert?!? Oft ist es aber so, dass wir Dinge bereits besitzen oder zumindest ein Ding besitzen, das die gewünschte Funktion erfüllen kann. Frage Dich also brauche ich das wirklich? bevor Du etwas kaufst. Wenn Du diese Frage nicht absolut sicher mit ja beantworten kannst, dann warte ab mit dem Kauf und suche gezielt in Deiner Wohnung oder Deinem Kleiderschrank nach Alternativen.

2 Was will ich?

Wenn Du im Laden (auch Online!) stehst, ist Deine Antwort vermutlich: DAS – das was ich da gerade in meinen Einkaufswagen gelegt habe. Aber ehrlich? Was willst Du wirklich? Sei Dir bewusst, über die Dinge, die Du wirklich brauchst – und welche Eigenschaften dieses Ding haben sollte. Das gilt für alles, vom Küchengerät zur Kleidung. Sei achtsam, wenn Du vor dem Kleiderschrank stehst und merkst, dass genau dieses eine Teil fehlt – das hautfarbene Top, damit Du Dich nicht so nackt in dem weißen Oberteil fühlst, die blickdichte Strumpfhose, damit Du Dich wohler in einem Rock fühlst. Sei achtsam, wenn Du Dich im Haushalt ärgerst, weil ein Teil nicht die Funktionen hat, die Du Dir wünschst.

 

3 Der gute alte Wunschzettel

Und wenn Du weißt, was Du möchtest? Dann schreibst Du es erst einmal auf. Wie Kinder, die einen Wunschzettel für Weihnachten anfertigen, habe ich einen Wunschzettel das ganze Jahr über. Dort notiere ich alles, was ich gerne kaufen möchte – vom roten Lippenstift über die Jeans im perfekten schwarzgrau, zum neuen Kameraobjektiv. Klingt übertrieben? Mir hilft es unheimlich – und ich bin nicht allein. Meine Freundin Ann-Kathrin hat ihrem Wunschzettel kürzlich auch neues Leben eingehaucht. Dinge niederzuschreiben hilft, den ersten Impuls etwas zu kaufen zu befriedigen – ohne, dass Du Geld ausgegeben hast. Manchmal verfliegt der Wunsch etwas zu kaufen sogar, sobald ich es niedergeschrieben habe. Die Wunschliste kannst Du auch – wie einen Einkaufszettel im Supermarkt – mitnehmen, wenn Du shoppen gehst und so sicher stellen, dass Du nur mit den Dingen nach Hause kommst, die Du wirklich wolltest.

Achtsamkeit hat umfassende Auswirkungen auf mein Leben. | modernslow.com

 

 

4 Lege ein Budget fest

Deine Wünsche auf einen Wunschzettel zu schreiben hat noch einen weiteren Vorteil. Es zeigt Dir, dass jede Kaufentscheidung ein Tradeoff ist. Die meisten von uns können nicht losziehen und alle Dinge auf unserem Wunschzettel aufeinmal kaufen. Wir müssen also priorisieren. Dazu kannst Du ein Budget festlegen, das Du für die Wunscherfüllung zur Verfügung hast. Und dann ist die Frage: was ist wichtig genug, dass Du es als erstes kaufst? Und: welche Wünsche willst Du eigentlich gar nicht erfüllen, denn es würde bedeuten, dass Du das Geld nicht für andere Wünsche zur Verfügung hast?

 

5 Lass Dir Zeit

Deine Wunschliste ist geschrieben. Und nun? Warten. Lass etwas Zeit vergehen, so kannst Du Dir über Deine Präferenzen klar werden. Und manchmal lösen sich Wünsche auch einfach in Luft auf. Wenn Du dann tatsächlich im Laden stehst, lass Dir auch dort Zeit. Es ist Dein Geld – denk an die Energie und Zeit, die Du aufgewendet hast, um es zu verdienen. Du willst diese Energie und Zeit nicht auf etwas verschwenden, was Du wenige Monate später wieder ausmistest. Probiere Dein Wunschprodukt aus, ziehe die Kleidung in Ruhe an. Nimm Dir die Zeit herauszufinden, ob es wirklich das ist was Du suchst. Und sofern möglich: vertage den tatsächlichen Kauf. Lass Dir das Stück reservieren oder hoffe das beste und komm später wieder, aber lass Zeit vergehen zwischen dem Moment der Freude darüber, ein Teil Deiner Wunschliste gefunden zu haben und dem Moment, in dem Du Deine Karte zückst. Reflektiere in Ruhe und tätige dann den Kauf, wenn Du sicher bist, dass die Entscheidung rational begründet ist.

 

Bewsusster einkaufen ist möglich - auch in der Weihnachtszeit, wenn Du allerorts zum Konsum animiert wirst. | modernslow.com

6 … drum prüfe, was sich ewig bindet

Nun besitzen wir Dinge in der Regel nicht ewig, aber – zumindest für mich – ist Nachhaltigkeit ein Aspekt, der zum Minimalismus gehört und daher möchte ich Produkte so lange wie möglich benutzen. Prüfe daher vor dem Kauf, ob es sich um ein gut gefertigtes Produkt handelt. Aus welchen Materialien ist das Produkt? Bei Geräten wird oft Plastik verwendet weil es billiger ist, auch wenn es andere Materialien gäbe, die länger halten würden. Bei Kleidung sei kritisch, wie sich das Kleidungsstück anfühlt und trägt. Passt es wirklich? Sitzt es bequem? Fühlst Du Dich wohl?

 

7 Qualität statt Quantität

Du hast mehr Freue mit qualitativ hochwertigen Produkten. Die Kleidungsstücke, die aus hochwertigen Stoffen und nicht in Massenware produziert wurden halten länger. Gebrauchsgegenstände aus hochwertigen Materialen müssen seltener ausgetauscht werden. Geräte können über Jahre und Jahrzehnte benutzt werden, wenn sie qualitativ hochwertig gefertigt sind. Frage dich auch: gibt es eine nachhaltige(re) Alternative? Oft ist man geneigt, zu denken wenns kaputt ist, kaufe ich es einfach neu. Versuche stattdessen, einmal ein qualitativ hochwertiges Produkt zu kaufen, dass Du dann nutzt und nutzt und nutzt.

8 Mach keine Kompromisse

Du hast genau den Pullover gefunden, den Du gesucht hast – nur hat er nicht die Farbe, die Du wolltest. Die Jeans ist perfekt – bis auf den leicht kneifenden Bund. Wie oft hast Du bisher das Kleidungsstück trotzdem gekauft? Also ich für meinen Teil habe diesen Fehler oft gemacht – und mich jedesmal geärgert. Auch wenn es schwer fällt: kaufe nur etwas, wenn es 100% passt. Auch wenn es runtergesetzt ist. Auch wenn es eigentlich perfekt ist. Ich weiß nicht von dem der Spruch ursprünglich stammt, aber ich finde ihn sehr treffend für viele Lebenslagen – auch eine Kaufentscheidung:

“If it’s not a hell yeah, it’s a no!”

 

9 Wiederstehe der Verlockung

Sale. Bald ist es wieder soweit: die Preise sinken und die Verlockung steigt. Aber: nur weil etwas günstiger ist, passt es nicht auf einmal besser zu Dir. Das Küchengerät wird dadurch nicht hochwertiger verarbeitet. Die Jeans sitzt dadurch nicht besser. Wenn das Produkt schon vor der Reduzierung ein wirklicher Kaufkandidat war, dann gratuliere – dann hast Du wirklich ein Schnäppchen gemacht. In allen anderen Fällen nicht. Es ist kein Schnäppchen, wenn Du es nicht brauchst, wenn es nicht zu Dir oder Deinem Leben passt!

 

10 Kaufe für das Hier und Jetzt

Kaufe ausschließlich Dinge, die Du für das Hier und Jetzt brauchst. Dank Online-Shopping kann so ziemlich alles innerhalb von 2-3 Tagen zu Dir geliefert werden. Etwas auf Vorrat oder für den Fall der Fälle zu kaufen ist also unnötig. Die Jeans, die bestimmt perfekt passen wird, wenn Du nur die 2, 5, oder 10 Kilos abnimmst, haben wir bestimmt alle schonmal gekauft. Aber ehrlich. Jedesmal, wenn Du den Kleiderschrank aufmachst, wird Dir diese Jeans zeigen, was Du nicht erreicht hast… Für so etwas willst Du nicht Dein Geld ausgeben. Kaufe nur Kleidungsstücke und Produkte, die zu Deinem tollen Leben im Hier und Jetzt passen!

 

Übrigens: Apfelmädchen hat im November eine #konsumauszeit veranstaltet mit genau diesem Hintergedanken: bewusster einzukaufen und auch mal zu verzichten. Hier findest Du ihr Fazit dazu.

Hast Du schon einmal bewusst nicht konsumiert?

Wie gehst Du mit Einkäufen in der Weihnachtszeit um?

Was war die letzte Kaufentscheidung, die Du bereut hast?

Japan | modernslow.com

Was ich in Japan über ein bewusstes Leben gelernt habe

Die Zeit in Japan war unheimlich beeindruckend und inspirierend. Das Land und seine Kultur haben mich tief berührt und mir gleichzeitig viel über meine eigenen Werte gezeigt. Inspiriert haben mich viele kleine und große Dinge. In diesem Post stelle ich Euch fünf große Bereiche vor, in denen mich Japan inspiriert hat und ich mehr über Minimalismus und ein bewusstes Leben gelernt habe.

 

Einfaches Essen

Die japanische Küche ist bekannt dafür, dass sie weitgehend auf Gewürze verzichtet und den Eigengeschmack der verwendeten Zutaten in den Vordergrund stellt. Das japanische Gericht schlechthin, Sashimi, ist das beste Beispiel: frischer Fisch, Reis, etwas Sojasoße und vielleicht ein wenig Wasabi – that’s it. Wir haben während unseres Urlaubs oft selbst gekocht und dabei einmal mehr festgestellt mit wie wenigen Zutaten man sehr geschmackvolle Gerichte kreieren kann. Mit Reis, Gemüse, Fisch und Sojasoße kommt man ziemlich weit. Das hat mich bestärkt, die Dinge in unserer Küche weiterhin einfach anzugehen und einzelnen Zutaten, wie Fisch und Gemüse, bewusst die Hauptrolle zuzugestehen.

 

Nachhaltigkeit ist Teil meiner Definition

So sehr mir Japan gefallen hat, es hat mir auch gezeigt, dass es einen Aspekt gibt, bei dem meine Interpretation von einem bewusstem, minimalistischem Leben über das hinausgeht was üblicherweise unter Minimalismus verstanden wird. Für mich hat mein minimalistischer Lebensstil auch immer eine Nachhaltigkeitskomponente. Ich bin wahrlich kein Vorreiter auf diesem Gebiet (wenn auch regelmäßig inspiriert von Ann-Kathrin, Jenni, und vielen mehr), aber für mich gehört Nachhaltigkeit mit zu den Entscheidungen, die ich bewusst treffe. Dazu gehören regionale und saisonale Bio-Produkte und insbesondere auch der Verzicht auf Plastik. Schon vor Jahren habe ich Plastiktaschen aus meinem Einkauf verbannt, zu einer Zeit wo man noch schief angeschaut wurde, wenn man seinen Apfel nicht in ein eigenes Plastiktütchen verpackt hat. In Japan wird alles in Plastik verpackt, vorzugsweise mehrmals. So kann man bei einem Einkauf in einer Food Hall schon mal gut und gerne 5 Plastiktüten anhäufen, obwohl man nur 3 Dinge gekauft hat.

 

Einkaufen in Japan | modernslow.com

 

Entscheidungsmüdigkeit gibt es wirklich

Entscheidungsmüdigkeit ist ein Grund, warum mich Minimalismus, Ausmisten und generelles Vereinfachen überzeugt haben. So hat auch jeder Besuch eines japanischen Kaufhaus mir  eindrucksvoll vor Augen geführt, wie Entscheidungsmüdigkeit auf uns wirkt. Es gibt so viel Auswahl. Immer. Von allem. Das ist schön, wenn man etwas bestimmtes sucht. Aber die meiste Zeit ist es einfach nur verdammt anstrengend. Es gab mehrere Abende, an denen wir durch die Food Hall eines Kaufhauses geirrt sind, vollkommen paralysiert von der Auswahl und unfähig eine Entscheidung zu treffen – bis entweder mein Mann oder ich aus dieser Entscheidungsstarre herausgefunden haben und einfach ein Teil in den Einkaufswagen gelegt haben. Auf einmal war die Entscheidung, was wir abends essen wollen gar nicht mehr so schwer, denn: der Entscheidungsspielraum war eingeschränkt.

 

Tiny homes: Wohnen auf kleinstem Raum

Wohnen auf wenig Platz ist möglich. In Kyoto hatten wir ein traditionelles japanisches Stadthaus gemietet. Die Küche, das Bad, die Wohnräume, alles unheimlich klein nach deutschen Standards. Aber es hat gereicht – ohne Probleme. Als wir nach Hause kamen, hatten sowohl mein Mann als auch ich das Gefühl, dass unsere Wohnung riesig ist. Unsere Küche – mit 6qm immer das Zimmer, das wir als viel zu klein empfunden haben, wirkte auf einmal riesig. Seitdem überlegen wir ernsthaft, ob wir nicht in eine kleinere Wohnung ziehen sollen und nicht nur unseren Besitzstand, sondern auch unseren Wohnraum verkleinern. Je größer die Wohnung, desto mehr ist zu tun. Jedes Eckchen will dekoriert, aufgeräumt und sauber gehalten werden. In Japan wurde mir bewusst, wie wenig Raum wir in unserer Wohnung tatsächlich bewohnen.

 

 

Minimalistische Einrichtung

Das Geheimnis wie man auf so wenig Raum leben kann, ist eine minimalistische Einrichtung. In traditionellen japanischen Häusern sind die Schränke alle eingebaut, es gibt keine Regale und fast keine Möbel. Keine Deko. Nichts was von der natürlichen Schönheit und Ruhe des Raums ablenkt. Es ist herrlich! Insbesondere, wenn man außerhalb des Hauses mit unheimlich vielen Eindrücken bombardiert wird. Jede Einkaufsstraße, jeder Laden stehen nämlich in starkem Kontrast zu der Ruhe und Ausgeglichenheit der traditionellen japanischen Einrichtung. Laute Musik, extrem helle Beleuchtung und unzählige Werbeplakate und Screens gehören zum üblichen Bild in jeder japanischen Einkaufsstraße. Ein minimalistisches Zuhause ist dann wahrlich eine Ruheinsel.

Diese Erfahrung hat mich inspiriert noch einmal gehörig in unserer Wohnung auszumisten. Wenn ich auch erst vor gut einem Jahr ziemlich umfassend ausgemistet habe, so bin ich mir nach diesem Urlaub sicher, dass in unserer Wohnung noch viele Dinge schlummern, die nicht mehr zu unserem Leben beitragen.

5 Dinge, die ich in Japan über Minimalismus und bewusstes Leben gelernt habe. | modernslow.com

 

 

Kennst Du auch diesen Tatendrang nach dem Urlaub, wenn man es nicht erwarten kann all die neuen Eindrücke in seinen Alltag zu integrieren?

Welcher Urlaub hat Dich nachhaltig beeinflusst?

 

Einfach essen - Minimalismus in der Küche | modernslow.com

Einfach essen: Minimalismus in der Küche

Minimalistisch essen – heißt das so wenig wie möglich essen? Natürlich nicht. Einfach und bewusst Essen bedeutet für mich frische und gesunde Lebensmittel, möglichst einfach zubereitet und möglichst ohne etwas zu verschwenden. In diesem Beitrag stelle ich Dir meine Philosophie zum Thema Minimalismus in der Küche vor und gebe Dir ein paar Tipps, wie auch Du Deine Küche und Dein Essen einfacher und bewusster gestalten kannst.

 

Einfach essen: Meine Philosophie in der Küche

Erstmal vorneweg: Ich liebe Essen! Es gibt Menschen, für die ist Essen einfach nur Nahrungsaufnahme, Mittel zum Zweck. Nicht für mich! Ich finde es spannend neue Geschmäcker und Gerichte auszuprobieren und ich freue mich wirklich aufs Essen.

Mir ist es wichtig, dass sich meine Familie gesund und natürlich ernährt. Stichwort: real food. Damit meine ich frische, qualitativ hochwertige Zutaten in Bio-Qualität, vorzugsweise regional und saisonal. Was wir Essen soll frisch von uns zubereitet sein, möglichst kein Industrie-Essen, und natürlich nichts mit Zusatzstoffen, Geschmacksverstärkern und ähnlichem.

 

Meine Strategien für mehr Minimalismus in der Küche

Soweit die Zielvorstellung. Aber seien wir ehrlich: Vollzeit-Job und Kind sind schwer mit ausgefeilten Gerichten vereinbar – und unsere Bemühungen uns gesund zu ernähren sollen ja auch nicht in Stress ausarten. Dennoch bereiten mein Mann und ich fast alles, was wir essen “from scratch” zu. Jawohl, bei uns gibt es fast ausnahmslos selbstgemachte Gerichte.

Wie wir das schaffen? Durch eine Kombination aus Vereinfachen, Vorbereitung, und Planung.

 

stuffed sweet potato via the kitchn | modernslow.com

Minimalismus in der Küche heißt einfache Rezepte

Natürlich gibt es bei uns all abendlich einfache Gerichte. Es ist schlichtweg keine Zeit für ausgefeilte Rezepte und lange Zubereitungszeiten. Die Zeit ist knapp, zwischen nach Hause kommen und Abendessen liegt weniger als eine Stunde, und die möchte ich (oder mein Mann – wir wechseln uns ab) nicht ausschließlich am Herd verbringen. Dennoch möchte ich aber auch, dass unsere Familie gesundes, vollwertiges und selbstgekochtes Essen zu sich nimmt. Einfache Gerichte mit viel Gemüse und einer vollwertigen Proteinquelle sind da die Lösung.

Ein Beispiel gefällig?

Dieses Rezept für Süßkartoffeln mit Bohnen und Grünkohl (oder Spinat) ist recht neu in unserem Repertoir, aber ein Gewinner auf ganzer Linie. Die Bohnen kochen sich quasi von selbst, die Süßkartoffeln backen im Ofen und ich kann in der Zwischenzeit mit meinem Sohn spielen. Den Spinat bereiten wir dann zusammen zu und schon steht das Essen auf dem Tisch. Und es schmeckt hervorragend – besonders mit einer Avocado noch oben drauf!

Meal Prep

Ich muss gestehen, ich habe ein zwiespältiges Verhältnis zum Meal Prep. Zum einen, bin ich der Meinung, dass gerade Obst und Gemüse möglichst frisch vor dem Verzehr zubereitet werden sollte, um die Nährstoffe zu bewahren. Zum anderen ist mir natürlich bewusst, dass am Wochenende vorgeschnibbeltes Gemüse das Kochen unter der Woche deutlich vereinfacht. Die Lösung, die ich für mich gefunden habe ist diese: Wenn ich Gerichte vorbereite, dann koche ich sie komplett vor, zum Beispiel eine Kürbissuppe, die ich dann einfriere und unter der Woche auftaue. Insgesamt ist Meal Prep aber nichts was ich regelmäßig tue – aber es gibt viele Leute, für die das der Schlüssel zum gesunden Essen unter der Woche ist. Probier es aus – und wenn Du ein erfahrener Meal Prepper bist, dann lass mir gerne Deine Tipps da!

 

Minimalismus in der Küche beginnt beim Einkauf

Ein wichtiger Bestandteil meiner Essensphilosophie ist auch der Einkauf. Das fängt ganz klassisch an mit dem guten alten Einkaufszettel. Wir gehen einmal die Woche, i.d.R. am Samstag, einkaufen und es wird gekauft was auf dem Einkaufszettel steht – in der Regel, aber dazu gleich mehr. Nur einmal pro Woche einzukaufen hat nicht nur den Vorteil, dass Du unter der Woche nicht auf dem Nachhauseweg noch den Umweg über den Supermarkt machen musst. Zugleich verschwenden wir auch weniger Nahrungsmittel, wenn wir weniger häufig zum Einkaufen gehen.

 

Minimalismus in der Küche: Planung ist alles

Der gute alte Einkaufzettel ist immer noch die beste Möglichkeit für mich bewusst einzukaufen und möglichst wenig Nahrungsmittel zu verschwenden. Doch richtig mächtig wird der Einkaufszettel für mich erst in Kombination mit einem anderen Tool: dem Meal Planning. Meal Planning bedeutet die Gerichte der Woche am Wochenende bereits vorzuplanen. Das hat den Vorteil, dass Du gezielt Vorräte miteinplanen kannst.

Minimalismus in der Küche - einfach und bewusst Essen | modernslow.com

Zudem reduziert das Meal Planning den alltäglichen Stress ungemein. Ich weiß, was es abends zu Essen gibt, ich weiß, dass die nötigen Zutaten zu Hause sind und muss mich dementsprechend nur auf das Tun konzentrieren, aber keine Energie und Zeit auf die Entscheidung verschwenden. Unser wöchentlicher Meal Plan ist dabei sehr einfach und undogmatisch. Wir planen die Gerichte der Woche, legen uns aber nicht auf den Tag fest. Dieses System nutzen wir nun schon über ein Jahr und es hat mein Leben definitiv vereinfacht. Die Planung geht inzwischen in wenigen Minuten von der Hand. Der Bonus, wenn Du digital (z.B. mit Notizen oder Evernote) planst: Du hast ein Archiv an Essenplänen, auf das Du zur Inspiration zurückgreifen kannst.

Dieses System aus Vereinfachen und Planen zahlt sich in unserem Alltag unheimlich aus. Wir wenden diese Routine schon seit über einem Jahr erfolgreich an.  Auch wenn viele Leute erst einmal skeptisch sind, kann ich Dir versichern: es funktioniert!

Was ist ein Gericht, das Du immer und immer wieder kochst? Ich freue mich über alle Rezeptideen! 🙂