Das Geheimnis meiner Yoga-Routine

DAS GEHEIMNIS MEINER YOGA-ROUTINE

Wie mit jeder Routine gibt es auch beim Yoga Phasen, in denen sich die Routine wie eine Aufgabe auf der täglichen To Do-Liste anfühlt und Phasen, in denen uns die Routine gar nicht wie Routine vorkommt. Seit ich Yoga vor über einem Jahr in meinen täglichen Tagesablauf integriert habe, hat auch meine Yoga-Routine solche Phasen durchlaufen. Doch selbst wenn ich die Routine mal schleifen lies, so habe ich sie doch immer wieder aufgenommen. Meine Yoga-Routine tut mir gut und inzwischen habe ich auch verstanden, wie ich vermeiden kann, dass sich meine Yoga-Routine wie ein To Do anfühlt. Und genau das erfährst Du in diesem Beitrag.

 

Routine ist nicht gleich Routine

Ja, Menschen sind Gewohnheitstiere. Um eine Routine zu etablieren, musst Du sie oft genug durchführen und wiederholen, um sie zu einer Gewohnheit werden zu lassen. All das ist richtig. All das ist wichtig, wenn Du Deine Gewohnheiten ändern willst. Nur was Du tust, ist genauso wichtig. Wenn Deine Routine nicht zu Dir, Deinen Bedürfnissen und Deinem Leben passt, wird Dir die Ausübung der Routine immer schwer fallen.

Egal ob Yoga oder ein anderer Sport. Wir verwenden Zeit und Energie darauf, uns die Gewohnheit anzutrainieren – uns zu disziplieren, die Gewohnheit aufzubauen und beizubehalten. Wir verwenden ebenso Zeit und Energie darauf Gründe zu identifizieren, warum wir die Gewohnheit haben sollten (Ausgeglichenheit, Stressabbau, bessere Figur, weniger Gewicht, …). Was wir tun und wie wir es tun ist oft dagegen weniger der Fokus.

 

 

Das Geheimnis meiner Yoga-Routine

Ich dachte zum Beispiel lange Zeit, dass meine Yoga-Praxis unbedingt Power Flows umfassen sollte. Ja, sollte bedeutet meistens, dass etwas nicht stimmt. Und genau das war auch der Fall. So schön auch in der Theorie, in der Praxis machen mir Power Flows einfach keinen Spass, was vor allem an den Zeiten liegt, zu denen ich Yoga praktiziere: frühmorgens direkt nach dem Aufwachen und abends vor dem Schlafen.

 

Immer wenn ich denke, ich sollte eine anspruchsvolle, schweißtreibende Routine machen, habe ich besonders große Lust die Yoga-Routine sein zu lassen. Der Zyniker mag geneigt sein zu denken, das liegt an meiner Faulheit. Ich bin zu einem anderen Ergebnis gekommen. Die Wahrheit über meine Yoga-Praxis ist nämlich die: Yoga fühlt sich gut und richtig an, wenn es zwei Dinge für mich tut. 1. meinen Bürostuhl-verkrümmten Körper lockern und dehnen und 2. meine immer aktiven Gedanken beruhigen.

 

Ja, Du hast es erahnt. Power-Vinyasa trifft nicht so ganz diese Bedürfnisse. Yin Yoga dagegen schon. Genauso wie sanfte Flows, die den Fokus auf bewusste Dehnung und Ruhe legen. Wenn ich Lust habe auch ein paar Inversions, aber sonst nichts besonderes.

 

 

 

Du vor allem anderen

 

Das Geheimnis meiner Yoga-Routine ist also das: ich bin mir über meine Bedürfnisse bewusst und akzeptiere sie. Mein Alltag ist voll genug und Yoga soll mir helfen zu entspannen, zu entschleunigen, mich zu erden. Wenn meine Routine das widerspiegelt, freue ich mich darauf – und erreiche genau das, was ich mir davon erhoffe.

Eine Routine zu etablieren oder beizubehalten, die nicht Deinen (wahren) Bedürfnissen entspricht ist dagegen unheimlich schwer. Es wird immer diesen inneren Kampf geben, diese Diskussion, in der Du Dich davon überzeugen willst, eine Routine durchzuführen, auf die Du keine Lust hast. Ein innerer Kampf, dank dem Du Dich nach einiger Zeit wie ein willenloser Verlierer fühlst, der aber auch gar keine Veränderung auf die Reihe kriegt.

Wenn Du auch immer mal wieder mit Deinen Gewohnheiten haderst: wie wäre es mit einer anderen Strategie? Wie wäre es, wenn Du Dir Deine Bedürfnisse bewusst machst, und die Routine danach gestaltest?

 

 

Wie sieht Deine Yoga-Routine aus?

 

UNIFORM DRESSING: MEIN WEG ZUR MINIMALISTISCHEN GARDEROBE

Ich schreibe nicht so oft über den Inhalt meines Kleiderschranks. Ich liebe meine minimalistische Garderobe, aber zugleich ist sie auch nichts weiter als eine Methode, ein System. Letztendlich ist egal, was sich darin befindet – jeder von uns hat seinen persönlichen Stil – entscheidend ist vielmehr die Intention dahinter. Deshalb gibt es bei mir auch keine Tipps im Sinne von “Die 5 tollsten Trends für die Herbstgarderobe” oder “Die Top 10 Kleidungsstücke für jede Capsule Wardrobe”. Stattdessen also ein System. Mein persönliches System, Uniform Dressing, sowie meinen Weg dorthin möchte ich Dir heute in diesem Beitrag vorstellen.

 

Am Anfang stand die Capsule Wardrobe

Eigentlich stand am Anfang meine Schwangerschaft. Denn dank derer habe ich für etwa 1 Jahr den Großteil meines Kleiderschranks nicht genutzt. Ein paar Monate nach der Schwangerschaft freute ich mich wieder darauf “normale” Sachen zu tragen, nur das erschreckende war, dass ich die wenigsten Dinge in meinem Kleiderschrank tragen wollte. Ich wollte mich wieder wie ich fühlen, aber mein Kleiderschrank fühlte sich nicht wie ich an.

Und wenn ich ehrlich war hatte er das nie.

Meine Reaktion darauf: ich kaufte ein paar neue Sachen, ein paar davon absolute Lieblingsteile, aber auch ein paar Teile, die mehr mit meiner Frustration über meinen Kleiderschrank als mit meinem Stil zu tun hatten. In dieser Zeit stolperte ich über den Begriff Capsule Wardrobe irgendwo in den Untiefen von Youtube – auf der verzweifelten Suche nach Inspiration. Den Begriff hatte ich vor meiner Schwangerschaft schon mal gehört, aber anders als damals, war ich dieses Mal interessiert. Capsule Wardrobe, 33 Teile, das klang nach Herausforderung und gleichzeitig irgendwie entspannt. Denn ein Problem, das mich mehr und mehr seit der Geburt meines Sohnes gestört hatte war, dass ich – anders als früher – einfach keine Zeit oder Energie hatte mehrere Outfits durchzuprobieren, um eines zu finden, in dem ich mich gut oder zumindest ok fühlte.

Zudem klang zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben – vermutlich dank der Überwältung, die ein Neugeborenes mit sich bringt und einem netten Hormonkarusell in mir – weniger unheimlich angenehm. Weniger es klang nach der Lösung, die ich mir so sehr herbeisehnte.

 

 

Eine Capsule Wardrobe kann Dein Leben um sovieles vereinfachen. Wie damit beginnen? Tipps findest Du auf Modern Slow. | modernslow.com

Neustart mit leerem Kleiderschrank

Also Ausmisten und zwar richtig. Ich hatte schon früher ausgemistet (aka hier 3 Teile, da 3 Teile entsorgt) und ein bisschen Respekt vor der Aufgabe, aber ich war bereit für den Neustart – und dementsprechend radikal. Ganze 9 60l Säcke (ja – ich kann es noch immer kaum glauben) habe ich ausgemistet. Diese Masse an Dingen habe ich verschenkt, verkauft und gespendet. Was mich überraschte: es ging eigentlich ganz schnell und einfach – viel schneller und einfacher als ich es gedacht hatte. Das Entscheidende war: ich hatte mir vorher Gedanken gemacht, was ich tragen wollte. Ich war ehrlich zu mir und meinem Stil gewesen und stand vollkommen hinter der Entscheidung, alles los zu werden, was ich nicht gerne trug. Finde auch Du Deinen Stil mit diesem kostenlosen Arbeitsbuch.

Die erste Capsule Wardrobe

Meine erste Capsule Wardrobe erstellte ich dann für Herbst und Winter 2015/16 – nach meinen Regeln. Ich wollte ein Capsule für 6 Monate statt der üblichen 3 Monate, die Zahl der Teile war mir ziemlich egal, so lange es weniger als 40 waren und ich erlaubte mir 5 Teile innerhalb der 6 Monate auszutauschen oder hinzuzufügen. Die ursprünglichen Regeln, z.B. von Unfancy waren eine Inspiration, aber für mich persönlich nichts was ich übernehmen wollte. Das Ausmisten hatte mir Selbstvertrauen gegeben, auf meine Bedürfnisse zu achten und mich auf das zu konzentrieren, was eigentlich zählt. Dass mein Kleiderschrank zu mir und meinem Leben passt.

 

 

Diese Ehrlichkeit war mein Erfolgsrezept.

Ich war vollkommen begeistert von der Leere (und gleichzeitigen Fülle) in meinem Kleiderschrank. In dieser Zeit entwickelte ich auch die Basis meiner jetzigen minimalistischen Garderobe: Uniform Dressing.

 

Uniform Dressing

Uniform Dressing klingt formal und kompliziert. Dabei ist es das genaue Gegenteil. Eine Uniform kann so ziemlich alles sein – ganz nach Deinen Wünschen und Bedürfnissen. Die Idee des Uniform-Dressing ist, durch die Beschränkung auf ein Outfit (oder einen Outfit-Typ) das morgendliche Anziehen noch weiter zu vereinfachen – ohne die Zufriedenheit mit Deinem Kleiderschrank zu schmälern.

 

Uniform Dressing bedeutet für mich einfach jeden Tag (oder annähernd jeden Tag) mein Lieblingsoutfit zu tragen.

 

Meine Uniform – vor zwei Jahren wie auch heute – ist das Outfit, dass ich ganz am Anfang meiner Reise identifiziert hatte, das Outfit, das ich nach der Schwangerschaft tragen wollte: Hemd und Jeans. Das witzige: ich hatte dieses Outfit zwar schon vor der Schwangerschaft gern getragen, aber nie wirklich geschätzt, da es so einfach war, so wenig mit den aktuellen Trends zu tun hatte, einfach insgesamt so  wenig “fashionable” war.

 

Dabei ist das – Trendyness – das absolut falsche Kriterium für Dein Outfit. Das wesentliche und einzig entscheidende Kriterium ist Dein Wohlbefinden. Fühlst Du Dich in einem Outfit wirklich wohl? Nicht nur in den zwei Minuten vor dem Spiegel, sondern in Deinem Alltag, in Deinem Leben? Das ist was zählt. Und das ist, was auf meine Uniform zutrifft. Und so ist sie nun der Dreh- und Angelpunkt meines Kleiderschranks.

 

Wenn Du dieses System auch auf Deinen Kleiderschrank anwenden möchtest, dann hole Dir jetzt mein neuestes Arbeitsbuch zum Thema Uniform Dressing. Uniform Dressing bedeutet nicht zwangsläufig, jeden Tag das Gleiche zu Tragen. Es ist ein System – und Du kannst dieses System auf Deinen Kleiderschrank übertragen. Hier geht’s zu Deinem Arbeitsbuch.

Uniform Dressing reduziert Deine Garderobe auf ihre Essenz - und vereinfacht Dein Leben ungemein. #capsulewardrobe #minimalistischegarderobe #kleiderschrank

 

 

 

Kern-Capsule Wardrobe, Ganzjahres-Capsule Wardrobe oder einfach minimalistischer Kleiderschrank

Zwei Jahre später und mein Kleiderschrank hat sich selbstverständlich weiterentwickelt. Nur größer ist er nicht geworden. Ich kaufe bewusst ein und so kommen nur wenige Teile neu hinzu. Alle paar Monate hinterfrage ich kritisch, ob meine Kleidungsstücke noch ihren Platz in meinem Kleiderschrank verdienen und miste ggf. einzelne Teile aus.

Auch erstelle ich nicht mehr 2x jährlich von Grund auf eine komplette Capsule Wardrobe. Vielmehr dreht sich alles um meine Uniform. Diese bleibt das ganze Jahr über gleich und ist damit eine Art Kern-Capsule Wardrobe, die ich das ganze Jahr über trage. Drumherum baue ich meine saisonalen Teile. Ein paar Kleider, Röcke und T-Shirts im Sommer, Pullis, Strickjacken und Wollröcke im Winter. Das ist auch schon alles. Das System ist einfach und doch so effektiv.

Mein Ziel für meinen Kleiderschrank ist es ihn so bewusst wie möglich zu gestalten. Kleidungsstücke, in denen ich nicht wohlfühle oder die ich nicht trage, haben da keinen Platz. Aber es ist für micht vollkommen in Ordnung, dass ich ein paar Kleidungsstücke besitze, die ich eher selten trage. Ein Beispiel: meine Wollröcke. Ich trage im Winter lieber Hosen, aber manchmal habe ich einfach Lust auf einen ganz anderen Style und trage dann einen meiner Röcke. Das ist kommt nicht oft vor, aber es macht mir Freude, also verdienen die Röcke ihren Platz in meiner Garderobe. Ich möchte nicht meine Garderobe bis zum maximal machbaren minimieren.

 

Wo geht die Reise hin?

Auch nach fast 2 Jahren bin ich dem Uniform Dressing nicht überdrüssig. Im Gegenteil, dadurch dass ich ein paar Teile in meinem Kleiderschrank behalte, mit denen ich aus der Uniform ausbrechen kann, habe ich überhaupt nicht das Gefühl mich einzuschränken. Im Gegenteil: ich schätze die Freiheit meiner Uniform. Auch das war ein interessanter Lerneffekt aus dem #juni15x30 Kleiderschrank-Experiment: eine minimalistische Garderobe mit nur 15 Teilen war mir nicht zu klein was die Outfits anging. Es war mir einfach zu anstrengend, um mit der Wäsche hinterher zu kommen.

Ich liebe meine minimalistische Garderobe und möchte sie nicht missen. Nach zwei Jahren hat sich dank meiner minimalistischen Garderobe eine gewisse Gelassenheit im Bezug auf meinen Kleiderschrank eingestellt. Eine Gelassenheit, dass mein Kleiderschrank, das passende Outfit bereit hält (vorbei sind die “oh, was soll ich nur anziehen?!?”-Momente). Eine Gelassenheit nicht jedem Trend hinterhereifern zu müssen – um ehrlich zu sein, weiß ich nicht mal was ich laut Vogue und Co aktuell tragen “sollte”. Eine Gelassenheit auf die richtige Ergänzung ür meinen Kleiderschrank zu warten (aktuell: ein schwarzer Rollkragenpullover). Und diese Gelassenheit fühlt sich einfach gut an.

 

Wie stehst Du zu Deinem Kleiderschrank?

Was würdest Du tragen, wenn Du all die “Tipps” von außen ignorierst?

 

capsule wardrobe | modernslow.com

Wie klein kann eine minimalistische Garderobe wirklich sein?

Ein minimalistischer Kleiderschrank klingt erstrebenswert und schwierig zugleich. Wie oft solltest Du ein Kleidungsstück tragen, damit es einen Platz in Deiner minimalistischen Garderobe erhält? Wie so oft im Leben, gibt es keine einfache, absolute Antwort. Eine minimalistische Garderobe ist immer eine Gratwanderung zwischen einer kleinen, überschaubaren Garderobe und einer Garderobe, die Dir viele Möglichkeiten bietet und genau deshalb Freude bereitet, weil ein paar besondere oder ausgefallene Teile darin enthalten sind. In diesem Beitrag stelle ich Dir einige Möglichkeiten vor, wie Du eine kleinere Garderobe austesten kannst, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie Deine ganz individuelle minimalistische Garderobe aussehen könnte.

 

Was ist denn nun die magische Zahl?

Mit diversen Capsule Wardrobe Konzepten kursieren genauso viele Empfehlungen, wie viele Teile denn nun in einer Capsule Wardrobe enthalten sein dürfen. Ich persönlich habe mich nie an diese Zahlen gehalten. Wieso ist meine Capsule Wardrobe erst vollständig, wenn ich 33 oder 37 Teile habe? Soll ich jetzt noch Teile kaufen, nur weil ich 31 Teile ausgewählt habe? Oder noch welche aussortieren, weil ich ich 35 Kleidungsstücke ausgewählt habe? Ihr seht schon: von solchen willkürlichen Zielgrößen halte ich wenig.

Aber: sie geben dennoch eine gute Indikation. 30-40 Teile für 3 Monate sind für die meisten von uns genau der Umfang, der uns zwingt, bewusst den Inhalt unseres Kleiderschranks zu hinterfragen, ohne komplett in Angstschweiss auszubrechen. Gerade bei den ersten Versuchen… Selbst wenn Du Dir noch nicht so ganz darüber im Klaren bist, was denn nun Dein Stil ist (hier findest Du Hilfe, um Deinen Stil zu finden) und welche Teile am Besten zu kombinieren sind, deckst Du mit 30-40 Teilen genügend Optionen ab, um in den 3 Monaten einer Capsule Wardrobe nicht vollkommen verzweifelt vor dem Kleiderschrank zu stehen.

Wege zur minimalistischen Garderobe

Ohne Ausmisten geht es nicht. Um eine minimalistische Garderobe zusammenzustellen, wirst Du Teile aus Deinem Kleiderschrank verbannen müssen. Aber welche? Wir tun uns oft schwer einzuschätzen, wie viele Teile aus unserem Kleiderschrank wir tatsächlich tragen. Genauso verhält es sich mit der Frage, wie oft wir bestimmte Kleidungsstücke tragen. Um ein Gefühl für Deine minimalistische Garderobe oder Deine erste Capsule Wardrobe zu erhalten – ohne gleich mit dem Ausmisten zu starten –  kannst Du mehrere Möglichkeiten nutzen. Diese Challenges geben Dir die Möglichkeit, Deine Favoriten – und die Teile, die Du nie trägst – zu identifizieren ohne direkt mit dem Ausmisten zu starten. Gerade wenn Du befürchtest, dass Dir das Ausmisten Deines Kleiderschranks schwerfallen wird, kann so eine Challenge eine gute Möglichkeit sein, um wirklich praktische Informationen zu Deinem Trageverhalten zu sammeln.

Kleiderbügel-Ballett

Am Anfang eines Monats drehst Du alle Kleiderbügel im Kleiderschrank um 180 Grad. Wann immer Du ein Kleidungsstück trägst, drehst Du den zugehörigen Kleiderbügel wieder in die “richtige” Richtung. Die Idee ist, dass Du am Ende des Monats ganz einfach siehst, welche Kleidungsstücke Du tatsächlich nicht trägst. Schwieriger wird es natürlich, wenn Du viele Deiner Kleidungsstücke in Schüben und Fachböden verstaut hast, aber die Grundidee ist sicher adaptierbar.

Wie klein kann eine minimalistische Garderobe sein? | modernslow.com

Eine Kleiderschrank-Challenge

Kleiderschrank-Challenges sind eine schöne Möglichkeit um das eigene Kleidungsverhalten besser kennenzulernen ohne in große Vorleistung zu gehen, was Ausmisten o.ä. angeht. Das Prinzip ist immer gleich: x Teile für x Tage. Es gibt eine 10×10 Challenge, eine 30×30 Challenge, und ab diesem Donnerstag auch eine 15×30 Challenge. Sunray und Micha legen eine Schippe drauf und laden dazu ein nur 15 Teile in 30 Tagen zu tragen. Ich bin gespannt und dabei. Wer meine Outfits sehen will (die bei 15 Teilen bestimmt schnell repetitiv sind :)), kann diese auf Instagram sehen.

Das Minimalism-Game für den Kleiderschrank

Eine wie ich finde sehr umständliche Methode, aber sicher mit vielen Einsichten verbunden. Analog zum Vorgehen der Minimalists packst Du Deinen Kleiderschrank in Kisten und hängst nur Kleidungsstücke in Deinen Kleiderschrank zurück, wenn Du sie getragen hast.

Eine Travel Capsule

Eine Reise bedeutet für Dich genau das: Du nimmst nur einen Ausschnitt aus Deinem Kleiderschrank mit. Und wenn Du Gepäckbeschränkungen hast, wirst Du die Teile auswählen, die (1) am besten geeignet sind und (2) ohne die Du nicht sein möchtest. Klar, je nach Urlaubsziel und Aktivitäten kann der Informationsgehalt für Deine alltägliche Garderobe begrenzt sein. Aber eine Travel Capsule ist eine tolle Möglichkeit, um in das Mindset zu kommen, dass hinter einer minimalistischen Garderobe steht.

 

Meine Tipps für das Erstellen Deiner minimalistischen Garderobe

In dem folgenden Video findest Du meine Tipps, um Deine Capsule Wardrobe oder eine minimalistische Garderobe zu erstellen. Ja, ein Video…! Heute gibt es ein neues Format auf Modern Slow. Das Video hatte tatsächlich seine Premiere bereits im Frühjahr diesen Jahres, denn es war ein exklusiver Beitrag für die Modern Slow Community. Wenn auch Du regelmäßig exklusive Beiträge, persönliche Inspiration und Hintergrundinfos vor allen anderen erhalten möchtest, kannst Du hier Mitglied der Modern Slow Community werden. Viel Spass mit dem Video (und seid nachsichtig, es war mein Erstes… :))

Was ist Deine Schätzung: wie viele Kleidungsstücke trägst Du in 30 Tagen?

Was hat Dich bisher abgehalten, eine Capsule Wardrobe zu probieren?

Meine minimalistische Garderobe kann nicht ohne: das weiße Hemd. | modernslow.com

In 7 Schritten zu Deiner minimalistischen Garderobe

Unabhängig davon, ob Du eine Capsule Wardrobe hast oder nicht: Du kannst Deinen Kleiderschrank minimalistischer gestalten und Dein Leben so unheimlich vereinfachen. Seit ich vor anderthalb Jahren meinen Kleiderschrank radikal ausgemistet und minimalistisch gestaltet habe, bin ich so zufrieden wie noch nie mit meiner Garderobe. Seit mein Kleiderschrank – nach früheren Standards – quasi leer ist, hatte ich kein einziges Mal mehr den berüchtigten “ahhh, nichts zum Anziehen” Moment. Im Gegenteil, ich bin in kürzester Zeit angezogen und fühle mich jedesmal wohl in meiner Kleidung. In diesem Beitrag stelle ich Dir die Schritte vor, mit denen Du Deine minimalistische Garderobe realisieren kannst.

1 Ausmisten

Ja, am Ausmisten führt kein Weg vorbei. Deine minimalistische Garderobe (oder Teile davon) befindet sich schon in Deinem aktuellen Kleiderschrank, aber sie ist verborgen unter jeder Menge anderer Kleidung. Du weißt schon, die „ach, das kann ich noch zu Hause tragen“ Klamotten, die „das sieht bestimmt klasse aus, wenn … – irgendetwas mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von weniger als 50% – passiert“ Kleidung, die „ich weiß nicht so recht, aber es war im Sale“ Stücke. Um Deine minimalistische Garderobe zu erstellen, muss erst einmal alles raus aus dem Kleiderschrank und auf die Waagschale: sicher behalten – vielleicht – definitiv weg. Mehr Tipps speziell zum Kleiderschrank ausmisten, findest Du hier bei Modern Slow. Und Sabine von A Hungry Mind hat einen tollen Artikel, der mit den üblichen Gedankenschleifen rund ums Ausmisten gehörig aufräumt.

2 CSI Kleiderschrank

Sei aufmerksam und achtsam während Du ausmistest. Gibt es Kleidungsstücke, die Du immer wieder kaufst, aber letztendlich (so gut wie) nie trägst? Gibt es Kleidungsstücke, von denen Du am liebsten mehrere hättest? Kannst Du Kaufmuster erkennen? Gibt es Farben/ Stoffe/ Muster, die Du immer wieder kaufst? Welche Kleidungsstücke trägst Du am häufigsten? Was macht die Kleidungsstücke aus, die Du schon seit Jahren gerne trägst? Auch wenn Du Kleidungsstücke aussortierst, versuche möglichst viele Informationen daraus zu ziehen. Diese Informationen werden Dir in vielerlei Hinsicht helfen: um Deinen Stil besser zu verstehen und um Deine Einkäufe in Zukunft bewusster und gezielter zu gestalten.

3 Dein Leben, Dein Stil

Wenn Du ehrlich ausgemistet hast, werden die meisten Teile, die auf dem das kann weg Stapel gelandet sind, in diese Kategorien fallen: passt nicht zu mir, darin fühle ich mich nicht wohl, und das trage ich nie. Was diesen Kategorien gemein ist: sie zeigen Dir was Dein Stil ist. Naja, etwas komplizierter: sie zeigen Dir den Negativabdruck Deines Stils, also was Dein Stil gerade nicht ist. Aber dieses Wissen ist unheimlich wertvoll – genauso wie das Wissen um die Teile, die Du immer und immer wieder trägst. All das hilft Dir zu verstehen, in welchen Kleidungsstücken Du Dich wohl fühlst. Denn das ist doch letztendlich das Ziel hinter all dem Ausmisten und kuratieren und minimalisieren: wir wollen einen Kleiderschrank gefüllt mit Kleidung, in der wir uns wohlfühlen – und gut aussehen.

Eine Capsule Wardrobe kann Dein Leben um sovieles vereinfachen. Wie damit beginnen? Tipps findest Du auf Modern Slow. | modernslow.com

Versuche also Deinen Stil besser zu verstehen. Klingt schwierig? Nun, ganz einfach ist es nicht, aber es ist auch keine Rocket Science. Du musst am Ende nicht Deinen Stil mit einem Adjektiv beschreiben können. Wichtig ist, dass Du selbst eine konkrete Vorstellung davon hast, was Deinen Stil ausmacht und welche Kleidungsstücke Deinem Stil entsprechen. Letztlich ist Dein Stil das Produkt aus Deiner Ästhetik und Deinem Leben.

Finde Deinen Stil und liebe Deine Garderobe. | modernslow.com

Um Dir zu helfen Deinen Stil zu finden, kannst Du Dir hier das neue, überarbeitete Arbeitsbuch Finde Deinen Stil – Ohne Stress Gut Angezogen von Modern Slow herunterladen. Das Arbeitsbuch ist vollkommen kostenlos und hilft Dir besser zu verstehen, in welcher Kleidung Du Dich wirklich wohl fühlst. Auf 25 Seiten findest Du Tipps, Strategien und Gedankenanstöße, mit denen Du Deinen Stil herausfinden kannst.

4 Basics

Wenn Du weniger Kleidungsstücke im Kleiderschrank haben willst, kommst Du an vielseitig einsetzbaren Basics nicht vorbei. Basics sind die Kleidungsstücke, die Du in verschiedenen Outfits tragen kannst. Was genau Basics für Dich sind, hängt stark von Deinem (Lebens-)Stil ab. Wo spielt sich der Großteil Deines Tages ab, im Büro oder auf dem Spielplatz oder irgendwo dazwischen? Tolle Basics können eine Jeans, ein Hemd oder ein Strickcardigan sein – vollkommen individuell nach Deinen Bedürfnissen.

 

5 Farblich Abgestimmt

Wenn Du Deinen Stil nun kennst und aufmerksam beim Ausmisten vorgegangen bist, hast Du nun bestimmt eine Vorstellung, was die Farbpalette Deiner Garderobe angeht. Eine farblich abgestimmt Garderobe hilft Dir ebenfalls, die Anzahl Deiner Kleidungsstücke zu reduzieren und Dir gleichzeitig viele Kombinationsmöglichkeiten zu erlauben. Nein, niemand sagt, dass Du ab jetzt als sterotyper Minimalist im Schwarz-Weiß-Look rumlaufen musst. Deine Farbpalette kann vollkommen individuell sein, vielleicht liebst Du dunkle Töne wie burgund, smaragd und lila, oder vielleicht fühlst Du Dich in Pastellfarben am wohlsten. Vielleicht bist Du auch die Person, die sich in kräftigen Farben und auffallenden Prints am wohlsten fühlt. Oder Du bist jemand, der sich am liebsten in neutrale Farben wie weiß, beige, grau, und dunkelblau kleidet. Ganz egal: sei aufmerksam, in welchen Farben Du Dich wohl fühlst – vielleicht hilft Dir auch ein Farbtest, zu finden bei der lieben Sunray von The Organized Cardigan dabei – und stelle Deine Garderobe in diesen Farben zusammen.

Wie in 7 Schritten Deine minimalistische Garderobe erstellst

6 Wunschliste

Jetzt bist Du wahrscheinlich an einem Punkt, an dem Du am liebsten einkaufen gehen würdest. Tu es nicht! Nutze die Gelegenheit und reflektiere noch einmal genau über die Kleidungsstücke, die Du kaufen möchtest. Schreibe alles was Deiner Meinung nach für Deine minimalistische Garderobe fehlt auf. Ja, wie ein Wunschzettel. Sei dabei so konkret wie möglich. Wie genau soll die Jeans aussehen, die noch zu Deinem Glück fehlt? Blau oder schwarz? Skinny oder Boyfriend? Eine bestimmte Waschung? Ziernähte und Reißverschlüsse? Und wenn Du Deinen Wunschzettel erstellt hast, dann wartest Du. Versuche ein paar Tage, vielleicht sogar ein paar Wochen mit Deinem neuen, minimalistischen Kleiderschrank zu leben. Manche Wünsche lösen sich in Luft auf, manche kommen neu dazu. Mit dem Einkaufen zu warten gibt Dir den Raum, ein Gefühl für Deine Garderobe zu entwickeln und Deine Bedürfnisse besser zu verstehen ohne Dein Geld in Kleidungsstücke zu investieren, die Du unter Umständen ein paar Monate später bereits wieder ausmistest.

 

Erstelle Deine minimalistische Garderobe - und fühle Dich wohl mit Deiner Kleidung, jeden einzelnen Tag. | modernslow.com

7 Keine Kompromisse

Damit deine Garderobe auch längerfristig minimalistisch bleibt, ist die Devise beim Einkauf: keine Kompromisse. Deine Wunschliste hilft Dir dabei, dass Du die richtigen Kleidungsstücke kaufst und nicht am Ende mit 3 schwarzen Jeans dastehst. Die Devise keine Kompromisse gilt auch bevor Du Deine Bankkarte im Laden zückst. Passt das Kleidungsstück wirklich gut? Fühlst Du Dich wirklich wohl darin? Zwickt nichts und fällt es richtig? Ist das Kleidungsstück gut verarbeitet? Ist das Material, das was Du Dir vorstellst und passend für den gewünschten Einsatz? Auch wenn Du Dir noch so sehr eine schwarze Jeans, ein Strickkleid oder ein weißes Hemd wünscht, lass Dich auf keine Kompromisse hinsichtlich Stil, Farbe, Schnitt und Passform ein. Nur wenn alles Deinen Vorstellungen entspricht, wird das Kleidungsstück Deine minimalistische Garderobe bereichern und Dir Freude bereiten.

 

Ja, eine minimalistische Garderobe zu erstellen, kostet ein wenig Zeit und Energie. Aber all das ist es wert! Ich war noch nie so zufrieden mit meiner Kleidung wie die letzten 1,5 Jahre und dieses Gefühl ist einfach unersetzlich!

Viel Erfolg beim Umsetzen!

Wenn Du Deine minimalistische Garderobe erstellt hast und ein Foto geteilt hast, lass gerne einen Link dazu hier. Ich freue mich einen Blick in Deinen Kleiderschrank zu erhaschen… 🙂

Eine Capsule Wardrobe kann Dein Leben um sovieles vereinfachen. Wie damit beginnen? Tipps findest Du auf Modern Slow. | modernslow.com

5 Tipps für Deine (erste) Capsule Wardrobe

Hast Du den Entschluss eine Capsule Wardrobe zu machen? Was nun? Eine Capsule Wardrobe zu erstellen, klingt zunächst einmal gar nicht so leicht. Zugegeben, gerade die erste Capsule Wardrobe zu erstellen kostet etwas Zeit, aber nach über einem Jahr mit Capsule Wardrobes kann ich Dir auch sagen: mit dem richtigen System wirst Du immer weniger Zeit benötigen. Und Du wirst Dir damit unheimlich viel Zeit und Energie in Deinem Alltag sparen. Also: Du bist bereit? In diesem Beitrag stelle ich Dir meine Top 5 Tipps für Deine (erste) Capsule Wardrobe vor.

 

Tipp 1: Miste vorher aus

Ja, Du würdest am liebsten sofort mit Deiner Capsule Wardrobe starten. Aber halt! Es führt kein Weg daran vorbei: den Kleiderschrank ordentlich auszumisten ist essentiell für Deine Capsule Wardrobe. Weißt Du was da so alles in Deinem Kleiderschrank schlummert? Wenn Du nicht vor kurzem ausgemistet hast, würde ich wetten, dass Du überrascht sein wirst von so manchen Teilen, die Du in den Untiefen Deines Kleiderschranks findest. Genauso ging es mir auch. Zudem wird es viel leichter Deine Capsule Wardrobe zu erstellen, wenn Deine Ausgangsbasis Kleidungsstücke sind, die Dir passen und die Du wirklich trägst. Also bevor es richtig los geht, hole alles aus Deinem Kleidungsschrank heraus – ganz im Stil von Marie Kondo und miste so richtig aus.

 

Tipp 2: Keine Schubladen… im Kopf!

Ja, Deinen Stil zu kennen oder zu finden, ist wichtig – das sage ich selbst. Aber setze Dich nicht zu sehr unter Druck. Der Frauenzeitschriften-Tipp Deinen Stil mit drei Adjektiven zusammenzufassen oder drei Stilikonen zu identifizieren kann zwar hilfreich sein, aber ist keineswegs so essentiell wie mache uns das glauben machen wollen. Natürlich, wenn Du das weißt, hilft Dir das sicherlich, um Deine Garderobe danach auszurichten. Aber es ist keine Voraussetzung. Ich habe noch keine dieser Übungen gemacht – und wüsste aus dem Stehgreif weder die drei richtigen Adjektive noch bekannte Persönlichkeiten, die meinen Stil treffen. Dennoch war und bin ich sehr zufrieden mit meinen Capsule Wardrobes.

Versuche Dich nicht in irgendwelche Schubladen zu pressen, nur um der Schubladen willen. Denke über Deinen Stil nach und wenn Du Ideen im Kopf hast, dann lege los!

 

 

 Wie erstellt man eine Capsule Wardrobe? Vor allem wenn es die erste ist? | modernslow.com

Tipp 3: Mach Dein Ding

Es gibt mehrere Konzepte im Internet was eine Capsule Wardrobe ist und wie viele Teile sie umfassen darf. Ich persönlich finde die Frage, ob es nun 33 oder 37 Teile sein dürfen, vollkommen nebensächlich. Auch die Frage, welche Kategorien nun Teil Deiner Capsule Wardrobe sind, ist für mich etwas, was man nach seinen Bedürfnissen beantworten kann. Typischerweise sind Accessoires Teil der 33 (oder 37) Teile. Ich für mich habe diese Kategorie ausgeschlossen. Nicht weil ich mir ein Hintertürchen bauen wollte, sondern weil ich so gut wie keine Accessoires besitze oder trage. Die Regeln sind ein toller Ausgangspunkt, aber verbiege Dich nicht nur um der Regeln willen. Gestalte die Regeln, dass sie zu Dir und Deinem Lebensstil passen – und dem eigentlichen Ziel dienen: eine Garderobe zusammenzustellen, die Dein Leben vereinfacht und gleichzeitig bereichert.

 

Tipp 4: Kaufe nicht zu viel bevor es losgeht

Ein weiterer Aspekt, wo ich bewusst von den “Regeln” abweiche: sowohl Project333 als auch unfancy empfehlen vor Beginn der Capsule Wardrobe das Shopping dafür zu erledigen. Ich verstehe und unterstütze die Intention: begrenze Dein Shoppen und kaufe nur ganz bewusst ein. Aber ich bin der Meinung, dass die Prämisse alle Teile vor Beginn der Capsule Wardrobe haben zu müssen, einen Druck aufbaut, der vollkommen unnötig ist. Vielmehr bin ich der Meinung, dass eine Shopping-Deadline nur dazu führt, Kleidungsstücke zu kaufen, die ok sind – damit man sie eben hat, da man ja die nächsten 3 Monate nicht mehr einkaufen darf. Aber die Idee der Capsule Wardrobe ist es doch nur noch Kleidungsstücke zu kaufen, die wirklich 100% passen, Kleidnungsstücke, die man wieder und wieder anziehen wird. Mein Tipp daher: kaufe Kleidungsstücke bewusst ein – egal ob vor oder während der Capsule Wardrobe.

Tipp 5: Hab Freude daran

Allen voran: hab Freude daran Deine Capsule Wardrobe zusammenzustellen und damit zu leben. Seinen Stil zu finden und die “perfekte” Capsule Wardrobe zu erstellen kann dauern – zudem entwickeln wir uns ständig weiter. Es wird also nie langweilig. Manche Deiner Capsule Wardrobes werden fantastisch zu Dir passen und andere brauchen ein paar Änderungen. Aber Teile auszutauschen hat nichts mit Versagen zu tun. Du hast etwas dazu gelernt, über Dich, Deine Werte und Deinen Stil. Viele von uns, mich eingeschlossen, kämpfen mit Perfektionismus und das ist nicht nur unheimlich anstrengend, sondern auch voll und ganz fehl am Platz (ein sehr ehrlicher Artikel dazu erschien kürzlich bei der lieben Jenni). Also, die 30/33/37/40 (oder wie viele auch immer) Kleidungsstücke müssen nicht perfekt sein. Freue Dich über die Stücke, die perfekt zu Dir und Deinem Leben passen und lerne aus allen anderen Kleidungsstücken.

 

Viel Erfolg und Freude bei Deiner Capsule Wardrobe!

Eine Capsule Wardrobe macht Dein Leben um so vieles einfacher. | modernslow.com

Was wirklich über den Erfolg Deiner Capsule Wardrobe entscheidet

Eine Capsule Wardrobe zu erstellen, klingt zunächst einmal gar nicht so leicht. Und noch dazu kostet es erst mal Zeit. Es gibt einige Tools (wie Polyvore) und Apps, die versprechen bei dem Unterfangen zu helfen. Ich persönlich habe solche Sachen nie ausprobiert. In diesem Beitrag erfährst Du, warum ich der Meinung bin, dass solche Tools nicht über den Erfolg Deiner Capsule Wardrobe entscheiden und was Du tun kannst, damit Deine erste (oder nächste) Capsule Wardrobe ein Erfolg wird.

Warum Tools nicht entscheidend sind

Tools sind eine schöne Sache, wenn sie den Prozess für Dich einfacher gestalten. Keine Frage. Doch entscheidend für den Erfolg sind sie nicht. Selbst Tools wie Pinterest-Moodboards sind zwar schön, aber letztlich eben nicht entscheidend. Ja, ich benutze inzwischen auch regelmäßig Moodboards.

Es macht einfach unheimlich Spass und ja, man lernt dabei über seine Vorlieben, aber es ist dennoch nicht entscheidend. Meine erste Capsule Wardrobe habe ich zum Beispiel komplett ohne Moodboard erstellt und war mit meiner Garderobe mehr als zufrieden. Was nach meiner Erfahrung dagegen über den Erfolg Deiner Capsule Wardrobe entscheidet sind zwei Dinge: die Zeit mit Deiner Garderobe und Deine Ehrlichkeit.

 

Die Zeit mit Deiner Garderobe

Meiner Meinung nach kannst Du auf zwei Arten Zeit mit Deiner Garderobe verbringen. Zum einen auf abstrakte Art in Deinem Kopf – wenn Du über Deine Kleidung nachdenkst, Deine Capsule Wardrobe auf einem Stück Papier oder mithilfe eines Planners (zum Beispiel dem meiner lieben Freundin und Capsule Wardrobe Kollegin Sunray) planst.

Zum anderen ganz konkret indem Du Zeit vor Deinem Kleiderschrank mit Deiner Kleidung verbringst. Wieviel Du brainstormst und wieviel Zeit Du vor Deinem Kleiderschrank verbringst, hängt von Deiner Persönlichkeit ab. Vielleicht musst Du die Stoffe fühlen, die Outfits vor dem Spiegel anprobieren. Vielleicht überlegst Du erst mehrere Optionen in Deinem Kopf oder auf einem Blatt Papier und probierst nur vereinzelt Outfits tatsächlich aus.

Ich persönlich bin definitv mehr der Kopfmensch. Ich plane erst in meinem Kopf und meinem Bullet Journal und dann nehme ich mir etwa eine Stunde Zeit, in der ich meine Capsule Wardrobe in meinem Kleiderschrank zusammenstelle und einzelne Outfits teste.

 Planung ist ein wesentlicher Bestandteil einer Capsule Wardrobe. | modernslow.com

 

 Was wirklich über den Erfolg Deiner Capsule Wardrobe entscheidet. | modernslow.com

 

Deine Ehrlichkeit

Das Ziel einer Capsule Wardrobe ist doch letzlich eine Garderobe zusammenzustellen, die Du liebst – jeden einzelnen Tag. Eine Garderobe, die zu Deinem Leben passt und in der Du Dich jeden Tag wohl fühlst, weil sie sowohl Dein Leben als auch Deinen Stil reflektiert. Damit dieses Ziel Realität wird, musst Du ehrlich sein mit Dir und Deinen Bedürfnissen. All die Inspiration, all die gepinnten Fashion-Blogger Outfits bringen Dir nichts, wenn sie nicht auf Deinen Alltag, auf Dein Leben übertragbar sind. Versteh mich bitte nicht falsch, hol Dir so viel Inspiration wie Du möchtest, umgib Dich mit so viel Schönen wie nur geht! Aber sei ehrlich was Dein Leben, Deinen Alltag und Deine Bedürfnisse angeht. Nimm die Inspiration als Ausgangspunkt und reduziere sie auf das Wesentliche. Was inspiriert Dich an dem Outfit? Der Schnitt? Die Farben? Die Kombination aus Schnitten oder Stilen? Versuch genau zu verstehen, was Dich inspiriert.

 

Seien wir ehrlich: manchmal sind diese Outfits auf Pinterest oder anderen Blogs einfach nur so so schön. Oft pinnen wir diese Fotos gar nicht so sehr wegen des Outfits, sondern wegen des Gefühls, das das Foto in uns hervorruft. Aber wenn Du ehrlich bist, dann bringt Dich das keinen Schritt näher an Deine Traum-Garderobe.

 

Was Dich dagegen weiterbringt, ist Ehrlichkeit. Wie sieht Dein Alltag aus? Was möchtest Du mit Deiner Kleidung ausstrahlen? Arbeitest Du zuhause oder im Büro oder bist Du vielleicht im Erziehungsurlaub? Was machst Du so an einem typischen Tag? Gab es Situationen in der Du komplett over- oder under-dressed warst? Gibt es bestimmte weitere Anforderungen an Deine Kleidung?

Wenn Du diese Fragen ehrlich beantwortest, verspreche ich Dir, dass Du zufrieden mit Deiner Capsule Wardrobe –  und Deinem gesamten Kleiderschrank – sein wirst. Unabhängig davon, wie Du sie zusammengestellt hast.

Übrigens: Ähnliche – und weitere – Fragen findest Du auch in meinem kostenlosen Workbook Finde Deinen Stil. Schau gerne einmal rein und lerne mehr über Dich und Deine Anforderungen an Deinen Kleiderschrank!

 Finde Deinen Stil - und fühle Dich wohl mit Deiner Kleidung, jeden einzelnen Tag. | modernslow.com

modernslow.com

5 Dinge, die Du dieses Wochenende ausmisten kannst

Ganz klar, die Wohnung und sein gesamtes Leben auszumisten, ist ein riesiger Schritt. All den Ballast, der einen herunterzieht – emotional oder wortwörtlich – abzuwerfen, ist ein unheimlich wertvoller Schritt, um sein Leben bewusster zu gestalten und wieder mehr zu genießen. Aber manchmal ist der Schritt einfach zu groß. Gerade, wenn die Veränderung zu umwälzend, zu drastisch erscheint, scheuen wir davor zurück den ersten Schritt zu gehen. Deshalb möchte ich Dich ermutigen, anzufangen – einfach anzufangen. In diesem Beitrag, stelle ich Dir 5 Bereiche vor, die Du dieses Wochenende ausmisten kannst – such Dir einen aus, wenn Du nicht so viel Zeit hast, oder arbeite alle 5 ab. Egal. Das wichtigste ist: fang an. Und lass die Resultate für sich sprechen!

 

5 Dinge, die Du dieses Wochenende ausmisten kannst

Egal, wieviel Zeit Du dieses Wochenende hast, zumindest einen dieser Bereiche kannst Du ohne Probleme ausmisten. Und dann achte in den nächsten Tagen darauf, was die Ordnung in einem noch so kleinen Teil Deines Lebens mit Dir macht. Ordnung schafft Ordnung. Wenn Du anfängst, in einem Bereich bewusster zu handeln, den Ballast auszumisten, und Dein Leben einfacher machen, dann hat auch das einen positiven Effekt auf andere Bereiche. Probier es aus!

Egal, welchen dieser Bereich Du ausmistest, eine Regel möchte ich Dir dabei ans Herz legen: räum alles raus. Versuche nicht die Sachen, die Du aussortieren möchtest, herauszupicken. Räume stattdessen alles heraus, miste aus und entscheide Dich ganz bewusst dafür, was Du behältst und wieder einräumst.

 

Ausmisten #1: Deine Handtasche

Je größer die Handtasche, desto mehr verwandelt sie sich in ein Schwarzes Loch – oder geht das nur mir so? Haargummis, Lippenstifte, Notizzettel, Kassenzettel, Taschentücher, wahlweise auch Haarnadeln, Kinderspielzeug, Ladekabel, und Stifte. Oder vielleicht auch etwas Essbares? Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, in der Handtasche landet alles. Nimm Dir ein paar Minuten Zeit, leere Deine Handtasche komplett aus und packe nur die Dinge ein, die Du wirklich brauchst. Nichts für “es könnte ja sein, dass…” Fälle – die treten sowieso nie ein und selbst wenn sie doch eintreten, Du bist intelligent und kreativ – Du findest eine Lösung.

Nimm Dir am Wochenende ein paar Minuten Zeit und miste Deine Handtasche aus. Nur das Nötige mitzunehmen tut nicht nur Deinem Rücken gut! | modernslow.com

 

Ausmisten #2: Junk Drawer

Das Schwarze Loch in Eurer Küche oder Garderobe: der Junk Drawer. Gibt es da einen deutschen Begriff? Ich finde den englischen Begriff einfach so treffend – und ihr wisst garantiert, welchen Schub ich meine. Der Schub, in dem alles landet, wofür man kein Zuhause hat. Tesa, Tempo-Packungen, Stifte, Notizblöcke, Kram – vorzugsweise halb aufgebraucht. Als ich unseren Junk Drawer das letzte Mal ausgemistet habe, kamen sage und schreibe 8 Packungen Papiertaschentücher zum Vorschein – alle angebrochen.

 

 

Sein Leben auszumisten ist eine riesige Aufgabe. Lass Dich nicht einschüchtern davon. In diesem Beitrag stelle ich Dir 5 Bereiche vor, die Du dieses Wochenende ausmisten kannst. | modernslow.com

Ausmisten #3: Vorratsschrank

Ein paar Vorräte zu haben ist praktisch – keine Frage. Manchmal vergisst man etwas auf den Einkaufszettel zu schreiben, manchmal ändert sich die Planung, manchmal hat man unerwartet Gäste. Aber ganz ehrlich: weißt Du was so alles in Deinem Vorratsschrank auf seinen Einsatz wartet? Oft lagern wir mehr als wir brauchen. Seien wir ehrlich – für die meisten Dinge, ist es kein Problem kurzfristig Ersatz zu finden oder zu kaufen. Nimm Dir also eine Stunde Zeit und miste Deinen Vorratsschrank aus. Ist schon etwas weit über das Haltbarkeitsdatum? Was solltest Du baldmöglichst aufbrauchen? Mache Dir eine Liste oder räume alles was möglichst bald aufgebraucht werden sollte in ein Fach, so dass Du Dir darüber bewusst bist und in den nächsten Wochen Deine Vorräte reduzierst.

Unseren Vorratsschrank miste ich inzwischen regelmäßig aus. Auch wenn ich versuche sehr bewusst einzukaufen, so bleiben doch immer mehr Sachen als geplant im Vorratsschrank. Ich erstelle dann immer eine Liste, die in der Küche hängt, so dass ich jederzeit sehen kann, was ich aufbrauchen will.

 

Ausmisten #4: Kleiderschrank

Ich habe am Montag ja bereits ausführlich über die Vorzüge eines schlankeren Kleiderschranks geschrieben. Wenn Du also ein paar Stunden zur Verfügung hast, räume Deinen gesamten Kleiderschrank aus und entscheide Dich bewusst dafür, was Du behalten und anziehen möchtest. Sortiere Deine Kleidung am besten in 3 Stapel: sicher behalten, vielleicht, und sicher weg (verkaufen, spenden, wegwerfen – je nachdem). Habe ich Deine Neugier geweckt? Versuche Dich an einer Capsule Wardrobe und sei endlich zufrieden mit Deinem Kleiderschrank! Hier gibts einen ganzen Artikel voller Tipps.

 

 

Ausmisten #5: Bücherregal

Früher konnte ich mir nicht vorstellen, mich von meinen Büchern zu trennen. Inzwischen bin ich da sehr pragmatisch. Warum? Weil ich eines meiner Denkmuster verstanden habe. Immer wenn ich früher sagte “ich mag meine Bücher”, dann meinte ich nie alle Bücher. Ich dachte immer an ein paar bestimmte Bücher. An Bücher, die mich berührt haben, die ich mehrmals gelesen habe, die mir etwas bedeuten, unabhängig von dem Gegenstand als solchen. Aber im Bücherregal stehen in der Regel auch andere Bücher. Die die-lese-ich-bestimmt-noch Bücher, die damit-wirke-ich-intellektuell Bücher, die das-musste-ich-während-der-Schulzeit/Studium-lesen Bücher, die war-schon-ganz-ok Bücher. Willst Du solchen Dingen wirklich Platz in Deinem Leben geben? Von Büchern trennen ist nicht immer leicht. Ich habe langsam angefangen. Erst habe ich Bücher aus dem Studium verkauft, von denen ich wusste, dass ich sie nie mehr lesen werde. Dann Schritt für Schritt, habe ich mich auch von Büchern getrennt, die mir einfach nicht gefallen haben, die ich immer Lesen wollte, aber wusste – wenn ich ehrlich war – das das nicht passieren wird.

 

Sein Leben auszumisten ist eine riesige Aufgabe. Lass Dich nicht einschüchtern davon. Fang an, mit kleinen Schritten, mit großen Schritten – was auch immer. Aber fang an. Die Leichtigkeit in einem Lebensbereich wird Dir Kraft und Energie geben weiterzumachen.

Wo sammelst Du den meisten Kram an?

Was hast Du in rauen Mengen in Deinem Junk Drawer?

Hand aufs Herz: Was war das Lustigste, das Du je in Deiner Handtasche gefunden hast?

 

capsule wardrobe | modernslow.com

Einfach anziehen – warum eine Capsule Wardrobe Dein Leben vereinfacht

Meinen Kleiderschrank auszumisten und mit Hilfe einer Capsule Wardrobe zu organisieren war ein wichtiger Schritt, um mein Leben einfacher zu gestalten. Ich bin jeden Morgen dankbar dafür, wie entspannt und einfach das Anziehen dank meiner Capsule Wardrobe ist. In dem heutigen Artikel möchte ich Dir die Idee vorstellen und Dir zeigen, wie Du sie in Dein Leben integrieren kannst.

Capsule Wardrobe – was ist das?

Eine Capsule Wardrobe ist eine Auswahl an Kleidungsstücken in Deinem Kleiderschrank, auf die Du Dich für eine bestimmte Zeit beschränkst. Im Internet findest Du verschiedene Konzepte, aber meiner Meinung nach geht es bei der Capsule Wardrobe bei weitem nicht nur darum seinen Kleiderschrank auf eine bestimmte Anzahl an Kleidungsstücken zu reduzieren. Vielmehr steht dahinter der Wunsch das Leben einfacher zu gestalten, Unnützes zu elimieren und letztlich Kleidungsstücke zu tragen, in denen man sich wohl fühlt.

Warum sollte ich meinen Kleiderschrank verkleinern?

Kurz: Weil es dein Leben um sovieles einfacher macht.

Ich liebe es morgens eine halbe Stunde vor dem Kleiderschrank zu stehen und danach unzufrieden mit meinem Outfit zu sein – sagt niemand! Aber dennoch ergeht es uns im Alltag oft so: wir stehen vor dem Kleiderschrank, haben keine Idee was wir miteinander kombinieren könnten, sind latent unzufrieden, weil da auch ein paar Teile liegen, die nicht so recht passen wollen, und werden Minute für Minute gestresster, weil wir doch eigentlich fertig werden müssen – für das Kind, für den Job, für die Verabredung.

 

Eine Capsule Wardrobe bedeutet für Dich weniger zu investieren – weniger Geld, weniger Zeit, und weniger Energie.

Weniger Geld. Die Idee der Capsule Wardrobe beruht auch darauf nicht ständig neue Kleidungsstücke zu kaufen, sondern bewusst einzelne Kleidungsstücke zu kaufen, die zu Dir und Deinem Kleiderschrank passen und damit einen tatsächlichen Mehrwert liefern.

Weniger Zeit. Wenn Du weißt, was in Deinem Kleiderschrank liegt und, dass Du Dich in allen Kleidungsstücken wohl fühlst, dann ist das morgentliche Anziehen auf einmal ein Kinderspiel. Wenn es bei mir morgens mal zeitlich knapp wird, kann ich im Zweifel in einer Minute angezogen sein – ich könnte mir sogar den Blick in den Spiegel sparen, weil ich weiß, dass das gewählte Outfit gut aussieht.

Weniger Energie. Entscheidungen treffen kostet Energie. Was glaubst Du wie viel Energie es kostet, wenn Du 10 Minuten vor dem Kleiderschrank stehst und versuchst ein Outfit zu finden, das Dir gefällt? Mit der Capsule Wardrobe sparst Du diese Energie für die wirklich wichtigen Entscheidungen, die in der Regel nicht vor dem Kleiderschrank, sondern in der Arbeit oder im Alltag mit Deinen Kindern getroffen werden.

Klingt gut oder?

Das Tolle: obwohl Du die Anzahl an Kleidungsstücken reduzierst, fühlst Du Dich nicht eingeschränkt in Deiner Auswahl.

Eine Capsule Wardrobe bedeutet für Dich weniger zu investieren – weniger Geld, weniger Zeit, und weniger Energie. Erfahre mehr darüber, wie Du selbst eine Capsule Wardrobe erstellen kannst. | modernslow.com

Capsule Wardrobe – wo fange ich an?

Zuerst bei Dir selbst und nicht Deinem Kleiderschrank. Bevor du anfängst Dir Outfits zu überlegen oder zählst, wie viele Schuhe Du Dir denn “erlauben” kannst, solltest Du Dir zuallererst über Deine Motive klar werden. Warum willst Du eine Capsule Wardrobe? Was willst Du mit einer Capsule Wardrobe erreichen? Willst Du weniger Geld für Kleidung ausgeben? Möchtest Du einen nachhaltigeren Lebensstil verfolgen? Willst Du morgens schneller fertig werden? Willst Du Dich wohler in Deiner Kleidung fühlen?

 

1. Schritt: Kleiderschrank ausmisten

Ohne Ausmisten geht es nicht. Und zwar richtig ausmisten. Oder weißt Du was da so alles in Deinem Kleiderschrank liegt? Räume alles raus und sortiere Deine Kleidung in Stapel: behalten – vielleicht – weg (das kann spenden, verkaufen, oder wegwerfen bedeuten  – je nach Zustand des Kleidungsstücks). Die vielleicht-Kleidungsstücke der kommenden Saison lässt Du erst mal griffbereit – vielleicht wandert ja doch das eine oder andere in deine Capsule. Die anderen vielleicht-Teile wandern erst einmal in eine Kiste oder Kommode außerhalb des Kleiderschrank. Ganz nach dem Motto: aus den Augen, aus dem Sinn. Und dann? Abwarten. Nimm Dir die Kiste noch einmal in ein oder zwei Monaten, spätestens zum Start der neuen Saison, vor. Garantiert wirst Du dann klarer sehen was die Teile in der Kiste angeht.

Den ganzen Kleiderschrank ausmisten, klingt nach einer Mammutaufgabe? Dann miste doch einfach nur die Kleidung der kommenden Saison, also der Saison Deiner Capsule Wardrobe, aus.

 

Plane Deine Capsule Wardrobe nachdem Du Deinen Kleiderschrank ausgemistet hast. Meine besten Tipps erfährst Du hier. | modernslow.com

2. Schritt: Zusammenstellen der Capsule Wardrobe

Wie geht es nach dem Ausmisten weiter? Mit Kopfarbeit und Zeit vor Deinem Kleiderschrank. Was überwiegt, hängt letztlich von Dir und Deiner Persönlichkeit ab. Überleg Dir, ob Du einem bekannten Capsule Wardrobe Konzept folgen willst oder Dir eigene Regeln überlegst.

Ich persönlich plane den Großteil im Kopf und nehme mir dann eine halbe Stunde bis Stunde vor dem Kleiderschrank, in der ich die Sachen anprobieret und den Kleiderschrank umräume.

Nutze vielseitige Basics

Wenn Du die Anzahl an Kleidungsstücken reduzierst, brauchst Du funktionstüchtige Basics, die Du vielseitig kombinieren kannst. Was für Dich die geeignetsten Basics sind, hängt stark von Deinem Stil und Deinem Lebens ab – studierst Du, arbeitest Du, bist Du aktuell mit Deinen Kindern zu Hause? Meine Favoriten für Basics, sind ein gut sitzendes Paar Skinny Jeans, ein Button-down Shirt, ein Strickcardigan und ein Breton-Shirt.

 

 Bestimme Deine Farbpalette

Ein farblich abgestimmter Kleiderschrank macht das Kombinieren einfacher und ermöglicht Dir mit weniger Kleidungsstücken auszukommen, ohne die Zahl an Outfits zu verkleinern. Mit neutralen Farben geht das am einfachsten. Das bedeutet natürlich nicht, dass Du in Zukunft nur noch schwarz und weiß tragen sollst. Du kannst zum Beispiel wunderbar neutrale Farben wie weiß, grau und dunkelblau mit Pastellfarben und auch einzelnen kräftigen Farben kombinieren. Erlaubt ist, was gefällt!

Vertraue auf Deinen Stil

Je weniger Kleidungsstücke in Deinem Kleiderschrank hängen, desto mehr sollten sie Deinen Stil widerspiegeln. Überleg Dir also was Deinen Stil ausmacht. Welches Outfit würdest Du am liebsten jeden Tag tragen? Inspiration findest Du natürlich bei instagram oder pinterest. Aber um Deinen Stil zu finden, solltest Du vor allem die Lieblingsteile in Deinem Kleiderschrank analysieren.

Du bist Dir nicht sicher, was Dein Stil ist?

Ich habe ein umfassendes kostenloses Arbeitsbuch für Dich erstellt, das Dir genau dabei hilft!

Eine abgestimmte Farbpalette vereinfacht das Kombinieren. | modernslow.com

Probieren und planen

Brainstorm zuerst auf einem Blatt Papier, einer digitalen Notiz oder vor dem Kleiderschrank, welche Kleidungsstücke auf jeden Fall in Deiner Capsule Wardrobe sein sollen und stell dann Stück für Stück Deine Capsule Wardrobe zusammen. Achte darauf, dass Du mehr Ober- als Unterteile benötigst. Probiere Kleidungsstücke und Outfits, bei denen Du Dir nicht sicher bist, an und achte auf die Kompatibilität der Kleidungsstücke untereinander.

Wunschlisten und warten

Während der Planung identifizierst Du bestimmt ein paar Lücken in Deinem Kleiderschrank. Lauf nicht gleich los zum Shoppen! Stattdessen mach eine Liste und halte all das fest, was Deiner Meinung nach in Deinem Kleiderschrank fehlt. Sei so konkret wie möglich – Skinny Jeans, Boyfriend Jeans oder Flare, welche Farbe und Waschung, cropped fit oder normale Länge, mit Rissen, Reißverschlüssen, oder ohne, …? Wenn Du shoppen gehst, halte Dich an die Liste. Sei wählerisch! Mach keine falschen Kompromisse hinsichtlich der Qualität, der Passform, oder der Optik! Nur ein Kleidungsstück, das Dich zu 100% überzeugt, ist eine Bereicherung für Deine Kleiderschrank. Diverse Capsule Wardrobe Konzepte empfehlen das Shopping vor Beginn der Capsule Wardrobe abgeschlossen zu haben. Ich persönlich bin kein großer Fan davon, und habe deshalb für mich auch eine eigene Regel erstellt, wonach ich während meiner Capsule Wardrobe 5 Teile austauschen oder hinzufügen kann. Das nimmt den Druck, vor Beginn der Saison das perfekte Teil finden zu müssen und verhindert, dass ich etwas kaufe, was mich zu Kompromissen (bezüglich Fit, Qualität, Stil, oder Preis) zwingt.

Das wichtigste? Hab Spass!

Setz Dich nicht unter Druck gleich im ersten Anlauf die perfekte Capsule Wardrobe zusammenzustellen. Seine Gewohnheiten zu ändern dauert Zeit – genauso wie den Inhalt Deines Kleiderschranks umzukrempeln. Nimm Dir die Zeit und hab Spass dabei! Mit einer Capsule Wardrobe wirst Du auch viel über Dich selbst und Deinen Stil lernen. Und wenn eine Capsule Wardrobe nicht optimal gepasst hat, dann hast Du etwas gelernt für die nächste.

 

Hast Du schon von Capsule Wardrobes gehört? Vielleicht schon eine ausprobiert?

Wie klingt Die Vorstellung mit 30-40 Kleidungsstücken auszukommen?

Was ist Dein absolutes Lieblingskleidungsstück?

 

Disclaimer: Dieser Post basiert auf einem Gastartikel, den ich im April 2016 den tollen Blog Einfach grünlich von der lieben Ann-Kathrin verfasst habe. Klick auf jeden Fall rüber und schau Dich auf Ann-Kathrin’s Blog um, denn sie hat ganz tolle Rezepte und u.a. ein paar richtig gute Tipps zum Thema Achtsamkeit.

Update: Inzwischen hat sich das Konzept, auf dem mein Kleiderschrank basiert, weiterentwickelt. Mein Kleiderschrank ist weniger Capsule Wardrobe im speziellen, sondern mehr eine minimalistische Garderobe. In diesem Beitrag kannst Du mehr über mein Kleiderschrank-System nachlesen und es auf Deine Bedürfnisse anpassen.