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Geht Minimalistisch Wohnen auch gemütlich?

minimalistisch wohnen und doch gemütlich? | www.modernslow.com

Welches Bild siehst Du vor Deinem inneren Auge, wenn Du an eine minimalistische Wohnung denkst? Kahle Wände, leere Regale? Unsere Wohnung sieht so nicht aus, aber das ist mehr den Umständen und meinen Prioritäten geschuldet. Umso mehr freut es mich daher, dass die liebe Steffi, ihres Zeichens Lebensraum-Coach und Interieur-Stylistin heute in diesem Beitrag ihr Wissen mit uns teilt und zeigt, dass sich minimalistisch wohnen und eine gemütliche Wohnung nicht gegenseitig ausschließen.

Geht Minimalistisch Wohnen auch gemütlich?

Immer wieder werde ich gefragt, wie sich Minimalismus mit gemütlichen Wohnen verträgt. Denn viele Menschen haben – wenn sie an minimalistische Räume denken ­– eher einen cleanen Look vor ihrem inneren Auge. Gemütlichkeit? Fehlanzeige. Mit diesen schnellen Tipps schaffst du im Nu noch mehr Gemütlichkeit in deinem Raum.

Minimalistisch wohnen – Mehr als nur ein Trend

Minimalismus ist viel mehr als ein kurzweiliger Trend: es ist eine Bewegung. Denn das Reduzieren der Dinge weckt die Sehnsucht der Menschen, wieder selbstbestimmter zu leben, weniger Entscheidungen zu treffen, mehr Zeit zu haben und in sich selbst anzukommen. In meiner Arbeit als Lebensraum-Coach und Interieur-Stylistin bin ich die Schnittstelle für Innen und Außen: Beides bedingt sich und strahlt aufeinander ab. Ich habe festgestellt, dass ein minimalistischer Raum große Auswirkungen auf die geistige Klarheit hat. Ein weiterer Nebeneffekt: Wer minimalistisch lebt und sich von materiellen Dingen im Außen trennen kann, wird gleichzeitig darin geschult, auch inneren Ballast besser loslassen zu können. Doch ein minimalistischer Raum kann noch viel mehr: Er kann dich von außen dabei unterstützen, deine inneren Bedürfnisse zu stillen.

Qualität statt Quantität für mehr Verbindung

Häufig wissen wir gar nicht, was unsere Bedürfnisse an einen Raum sind und welche Möbel zum eigenen Typ passen. Wir haben verlernt, auf unsere innere Stimme zu hören und verbinden mit den meisten Gegenständen in unserem Zuhause keine Emotion mehr. Sie stehen häufig dort, weil wir sie dort schon immer standen, sie Platzhalter oder ein Geschenk sind. Und wenn wir umziehen, möchten wir ebenfalls alles schnell fertig haben. Wir kaufen dann häufig die gesamte Einrichtung in ein bis zwei großen Möbelhäusern.

Das Problem: Dinge werden austauschbar und verlieren an Bedeutung. Und ein Raum verliert seine Persönlichkeit, wirkt eher wie eine Möbelausstellung. Bereits beim Möbelkauf vergessen wir innezuhalten und in uns hinein zu spüren, ob dieser Gegenstand wirklich zu uns und unseren Bedürfnissen passt. Um herauszufinden, kannst du meinen Persönlichkeitstest machen.

Bei Minimalismus geht es darum, eine bewusste Auswahl zu treffen und auf Qualität statt Quantität zu setzen. Das Thema Nachhaltigkeit bekommt in Verbindung mit Minimalismus eine große Bedeutung. Du kennst das sicher auch: Kaufst du ein Möbelstück vom Schreiner um die Ecke den du persönlich kennst, schafft das nicht nur eine ganz andere emotionale Verbindung zum Möbelstück – die gute Qualität hält auch länger und schon somit Umwelt und Ressourcen.

Minimalismus 2.0: kahle Räume waren gestern

Viele Menschen assoziieren mit Minimalismus Ungemütlichkeit, kahle Räume und weiße Wände. Doch gibt es auch etwas dazwischen: also minimalistische Gemütlichkeit? Ich bin kein Freund von starren Korsetts. Daher lade ich dich ein, dich davon zu befreien wie Minimalismus sein muss. Spüre stattdessen in dich hinein und entscheide für dich, wie deine persönliche Definition von Minimalismus aussieht. Denn jeder Mensch ist einzigartig und hat individuelle Bedürfnisse an sein Zuhause.

Minimalismus als Basis

Wie schaffst du es also, wieder eine persönliche Bindung zu deinem Raum aufzubauen und dich darin wohler zu fühlen – und das trotz minimalistischer Einrichtung? Klar, der erste Schritt ist das Aussortieren, aber das hast du sicher schon erledigt, oder spielst bereits mit dem Gedanken. Und falls nicht: auch fein. Der nächste Schritt ist die Gemütlichkeit:

 

Meine 3 Tipps für mehr Gemütlichkeit

#1 Inszeniere persönliche Gegenstände

Gemütliche Räume leben von kleinen Stilbrüchen und Gegenständen, die mit positiven Gefühlen verankert sind. Im Möbelhaus empfinden wir die inszenierten Räume deshalb häufig als unpersönlich, weil Stilbrüche fehlen und zum Beispiel fast ausschließlich neue Sachen dekoriert werden, zu denen wir keine Verbindung haben. Lade deinen Raum – oder eine Ecke – also positiv auf, indem du ein paar Gegenstände mit einbindest, die dich an etwas Schönes erinnern, die du aus dem Urlaub mitgebracht hast oder die eine Geschichte erzählen, also vintage sind.

 

#2 Bilde Gruppen

Inszenierst du deine persönlichen Gegenstände in einer Gruppe mit anderen Gegenständen, wirkt die Gruppe als Gesamtensemble. Es ist dann fast egal, ob die Gegenstände innerhalb der Gruppe zueinander passen. Ruhiger und klarer wird deine Gruppe allerdings, wenn du dich auf ein Merkmal konzentrierst – zum Beispiel die Farbe weiß oder ein bestimmtes Material. Ich persönlich liebe weiße Porzellanvasen. Mein gemeinsames Merkmal sind geometrische Muster. Inszenierst du mehrere Gruppen nebeneinander – zum Beispiel auf deiner Fensterbank – halte einen Abstand zwischen den Gruppen ein, der mindestens zweimal die Breite der Gruppe beträgt. So wirkt jede Gruppe für sich selbst und stiehlt der anderen Gruppe nicht die Show.

 

#3 Beleuchtung

Generell gilt: viele kleine Lichtquellen sind gemütlicher als eine große. Denn sie zaubern am Abend eine heimelige Wohlfühlatmosphäre. Für mich persönlich zählt die Deckenlampe nicht dazu und ist am Abend ein No-Go. Meine Empfehlung für ein mittelgroßes Wohnzimmer zum Beispiel lautet: Nimm mindestens drei Lichtquellen. Für noch mehr Gemütlichkeit achte darauf wenig LED-Lampen zu verwenden, Glühbirnen zu kaufen die warmes Licht abgeben und Dimmer zu verwenden.

 

Du siehst, es ist gar nicht so schwer, minimalistisch zu wohnen und mit ein paar Handgriffen ein Zuhause fürs Herz zu gestalten – deinen Kraftplatz. Da viele meiner Klienten und Kunden gar nicht wissen, welcher Typ sie sind, habe ich einen Persönlichkeitstest konzipiert um genau das herauszufinden. Es ist der erste Schritt zu mehr Klarheit, Selbstbewusstsein und Achtsamkeit. Wenn du Lust hast, lade ich dich dazu ein, mitzumachen – das ist mein Geschenk für dich. Welcher Typ bist du – und wie kann dein Zuhause dir Kraft spenden.

Vielen Dank für deine Zeit,

Deine Steffi

 

Stefanie Adam arbeitet als Lebensraum-Coach und Interieur-Stylistin und unterstützt Menschen dabei sowohl in ihrem Inneren, als auch in ihrem Umfeld Klarheit zu schaffen und sich ihren eigenen Kraftplatz zu schaffen: Für mehr inneres und äußeres Gleichgewicht.
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Fotos: Stefanie Adam