Das Geheimnis von Kathrin's Yoga Routine

DAS GEHEIMNIS MEINER YOGA-ROUTINE: KATHRIN {SERIE}

Wir alle kennen es, live happens. Der Alltag überrollt uns – und der Plan ein bisschen zu meditieren oder eine Runde Yoga zu machen, ist hinfällig. Das trifft noch viel mehr zu, wenn sich die Yoga-Sequenz wie ein weiteres To Do anfühlt. Egal ob Anfängerin oder erfahrene Yogi, wenn Deine Yoga-Routine nicht Deinen aktuellen Bedürfnissen entspricht, wird es Dir schwerfallen, sie umzusetzen. Wir alle kennen diese Zeiten, in denen der Alltag so voll erscheint, dass unmöglich Zeit für uns und unsere Bedürfnisse ist. In denen wir das Gefühl haben, weder die Zeit noch die Energie zu haben, die Matte auszurollen und etwas für uns selbst zu tun. Dabei ist es unerlässlich für unsere Zufriedenheit, unsere Stress-Resistenz und unsere Produktivität, dass wir in uns selbst investieren.

Genau darüber habe ich vor einiger Zeit geschrieben: wie ich meine Yoga-Routine gestalte, so dass ich sie nicht ausfallen lasse. Jetzt ist daraus eine Serie entstanden.

Das Geheimnis meiner Yoga-Routine ist eine Serie, in der ganz unterschiedliche, echte Frauen erzählen, wie sie Yoga – und ein paar Minuten für sich – in ihren Alltag integrieren.

Der Wunsch hinter dieser Serie: Dich zu inspirieren, damit Du Deine ganz persönliche Antwort, darauf finden kannst, was Deine Yoga-Routine ausmacht und wie sie ein fester Bestandteil Deines Alltags wird.

 

Heute teilt die liebe Kathrin von MOMazing ihre Routine mit uns. Kathrin ist Journalistin und Lehrerin für Prä- und Postnatalyoga und hat zwei Kinder. Sie ist also ein wahrer Yoga-Profi und kennt andererseits zu gut, die Hektik und Herausforderunen eines Alltags mit Kindern.

Und so findest Du auch ein paar wirkliche Goldstücke in diesem Interview, von einem liebevollen Mantra für gestresste Mamas und Frauen, hin zu dem was alles Yogapraxis sein kann.

 

Viel Freude bei diesem Interview. 

 Das Geheimnis von Kathrin's Yoga Routine

Das Geheimnis von Kathrins Yoga-Routine

Seit wann praktizierst Du Yoga?

Seit über zwölf Jahren. Ich war damals als emsige Journalistenschülerin auf der Suche nach Ausgleich zum schnellen Leben als Nachwuchsreporterin. Als ich das erste Mal schüchtern auf einer Yogamatte saß, fühlte ich mich bei aller Fremdheit tief berührt und angekommen. Mantren, Meditation, Pranayama und Asanas wie den Pflug oder die Heuschrecke fand ich einerseits merkwürdig, andererseits faszinierend, so dass ich mich darauf einließ und immer mehr über die Theorie und Praxis lernen wollte. Ich erinnere mich bis heute daran, wie energiegeladen und mit weit geöffnetem Herzen ich nach den Stunden mit dem Fahrrad nach Hause geradelt bin.

Meinen ersten Kopfstand machte ich dann im Sommer beim Yoga auf einem Steg an der Alster. Dieser Perspektiven-Wechsel ist ein gutes Bild für das, was in mir geschah. Mein ganzer Blick aufs Leben hat sich geändert und ich lernte von meinen ersten Lehrern, dass Frieden in der Welt mit Frieden in uns selbst anfängt. Vielen Dank dafür Sita und Ram!

 

 Das Geheimnis von Kathrin's Yoga Routine

Welche Rolle spielt Yoga in Deinem Alltag?

Eine tragende. Ich glaube, wenn man sich einmal auf den Yogaweg begibt, kann man gar nicht anders, als alles zu Yoga werden zu lassen oder sich zumindest zu fragen, wie man auch alltägliche Handlungen mit einer „yogischen“ Haltung ausführen kann. Mir gelingt das nicht immer, aber ich versuche es.

Was ich interessant finde: Mein Yoga hat sich mit mir verändert und mich auch schon durch einige Krisen getragen. Ich glaube zum Beispiel, dass ich ohne Yoga gar nicht in der Lage gewesen wäre, mich für die Liebe mir selbst gegenüber, aber auch meinem Mann gegenüber zu öffnen. Wir lernten uns 2011 kennen, als ich mein Teacher Training bei Power Yoga Germany machte und er wusste so von Anfang an, dass mir meine Yogamatte heilig ist.

Wie oft praktizierst Du?

Jeden Tag auf die ein oder andere Weise.

Bevor mein Sohn 2013 zur Welt kam, stand ich mehrmals in der Woche nach der Arbeit beim Power oder Bikram Yoga auf der Matte. Außerdem übte ich nahezu jeden Morgen mit einer Jivamukti Yoga-DVD für  „Busy People“. Jetzt, wo ich es hier erzähle, muss ich darüber schmunzeln. Als Mama von mittlerweile zwei Kindern übe ich immer noch jeden Tag, vor allem Bhakti Yoga, das Yoga der Hingabe und nach „guten“ Nächten in denen ich durchgehend Schlaf bekomme, sehr gerne früh morgens.

Keine „Class for busy People“, sondern eine an mich und meine Bedürfnisse angepasste Praxis.

 

Wie sieht Deine tägliche Yoga-Routine aus?

Wenn es gut läuft, klingelt um fünf Uhr mein Wecker und ich schleiche mich in unser Wohnzimmer, um eine Kerze anzuzünden und zu meditieren. So kann ich mich perfekt mit mir selbst verbinden und einen Fokus für den Tag setzen. Danach wecke ich meinen Körper mit Asanas auf, die sich gerade richtig anfühlen. Wenn es dann immer noch still ist, lese ich ein paar Seiten in einem Buch und trinke eine Tasse Tee. Diese Ruhe nehme ich dann mit in den Tag und sie strahlt auf die ganze Familie ab. Ganz oft werden meine Pläne aber durchkreuzt – durch meinen Sohn, der sich bei der Meditation verschlafen und noch etwas mürrisch auf meinen Schoß setzt und hier und jetzt frühstücken möchte oder durch meine Tochter, die hellwach im Schlafsack in ihrem Bettchen steht und mir erwartungsvoll ihre Arme entgegenstreckt. Da sind Kreativität, Flexibilität und Humor gefragt. Ich bin als Mutter generell ein Fan von kleinen Pausen geworden und versuche zum Beispiel in der Mittagsschlafenszeit Yoga Nidra oder Viparita Karani an der Wand zu üben.

Außerdem versuche ich einen achtsamen Abschluss des Tages mit restorativen Posen, einer Tasse Tee und einer Mini-Dankbarkeits-Meditation zu finden.

 

Was ist das Geheimnis Deiner Yoga-Routine?

Mein Geheimnis beruht auf einer Erfahrung, die jeder Yogi kennt, nämlich der Gewissheit, dass es einem nach dem Yoga immer besser geht als vorher.

Außerdem versuche ich mir auf der Matte und im Leben Leichtigkeit und Freude zu bewahren und mich selbst nicht fertig zu machen, wenn es Tage gibt, an denen die Yogamatte zusammengerollt bleibt. Als Mamas sind wir in Sachen Liebe und Hingabe sowieso 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag im Einsatz…

 

Hast du einen Tipp für Mamas, die sich gestresst fühlen?

Ich glaube, dass es essentiell ist, sich als Mutter selbstverantwortlich seinen Raum für Wohlbefinden zu kreieren. Eine Yogapraxis mit Kindern ist herausfordernd, aber auch bereichernd und lässt uns noch mal eine ganz andere Dimension von Yoga erfahren. Und die wichtigste Asana lässt sich ohnehin jederzeit und überall üben: Ein Lächeln – für dich, deinen Partner, dein Kind und alle anderen Lebewesen. Ein Satz von Yogalehrerin Patricia Thielemann geht mir in diesem Zusammenhang nicht aus dem Kopf:

„Lass den Moment zur Ewigkeit werden“.

Jenseits dieser inneren Haltung hilft mir Online-Yoga sehr gut, am Ball zu bleiben und neue Stile und Lehrer zu entdecken.

 Das Geheimnis von Kathrin's Yoga Routine || www.modernslow.de

Du schreibst einen Blog, der Yoga und Mamasein verbindet. Warum?

Weil Yoga mir ermöglicht, Zufriedenheit zu kultivieren, in Balance zu bleiben und positiv durchs Leben zu gehen. All das möchte ich gerne mit anderen Müttern teilen – glücklicherweise gibt es sehr viele von uns „Yogamamas“. Außerdem ermöglicht mir das Bloggen meine Leidenschaften und Berufswelten zu vereinen. Auf MOMazing kann ich meine Erfahrungen als Journalistin, Mama und Lehrerin für Prä- und Postnatal Yoga einfließen lassen. Das macht mich sehr glücklich!

 

Hast du eine Art Mama-Mantra?

Ich bin genug.

 

   Das Geheimnis von Kathrin's Yoga Routine

 

Mehr zu Kathrin und wo Du sie finden kannst:

Kathrin Mechkat, Mama eines Sohns (4) und einer Tochter (2), Wahl-Hamburgerin, Journalistin, Lehrerin für Prä- und Postnatalyoga, Gründerin von MOMazing – Das Mama Yoga Love Mag.

Hier findest Du Kathrin auf Facebook, Instagram und Pinterest.

 

OHNE STRESS DURCH DIE WEIHNACHTSZEIT

Ja, die Adventszeit hat noch nicht angefangen. Aber Du denkst schon an die Weihnachtszeit, nicht wahr? Vielleicht hast Du schon eine To Do-Liste mit all den Dingen, die vor dem 24.12. noch zu erledigen sind. Und Du weißt noch aus dem letzten Jahr: irgendwann zwischer ersten und der vierten Kerze wird es stressig. Lass uns das dieses Jahr ändern. Wie wäre es mit weniger Stress in der Weihnachtszeit und dafür mehr genießen? In diesem Beitrag stelle ich Dir drei Strategien vor, wie Du ohne Stress durch die Weihnachtszeit kommst – und drei Erste-Hilfe-Strategien, wenn doch Stress ausbricht.

 

Warum ist die Weihnachtszeit oft stressig?

Weihnachten ist nur 1x im Jahr

Ja, diese Beobachtung ist ziemlich trivial. Aber ganau das ist einer der Gründe, warum die Weihnachtszeit oft stressig wird. Man kann so, so viele schöne Dinge in der Weihnachtszeit machen. Plätzchen backen, mit den Kindern basteln, Weihnachtsmärkte besuchen, sich mit Freunden auf einen Glühwein treffen, und und und. Bestimmt hast Du auch eine Liste und Bilder im Kopf mit Aktivitäten, auf die Du Dich freust. Die Sache hat nur einen großen Haken: nur weil Weihnachten ist, hört unser normaler Alltag nicht auf. Arbeit, Kinder, Haushalt, all das, was wir an jeden anderen Tag des Jahres auch tun (müssen), läuft weiter.

Wenn also der Stress in der (Vor-)Weihnachtszeit überhand nimmt – und das gilt auch für den Rest des Jahres – dann liegt das meistens auch daran, dass Du versuchst, zu viel in Deinen Alltag zu packen. Du lässt Dich leiten von “das wäre schön, wenn…”, ebenso wie von hohen Ansprüchen an Dich selbst. Hand aufs Herz, wir Frauen sind oft wirkliche Meister darin, unseren Alltag zu verkennen und stattdessen Ansprüche an uns zu stellen, die mehr mit einer utopischen Vorstellung als unserer Realität zu tun haben. Ja, es wäre schön, wenn wir all die schönen weihnachtlichen Aktivitäten und Vorbereitungen machen könnten. Aber wir haben in diesen Wochen des Jahres ja nicht automatisch mehr Zeit pro Tag. Nein, wir haben unseren ganz normalen Alltag. Vielmehr noch, genau in diese Zeit fallen oft noch viele zusätzliche Termine.

 

Weihnachtszeit heißt viele Termine

Weihnachtszeit heißt Termine über Termine: Nikolaus, Weihnachtsfeiern, Wichteln … Und dann fällt die Weihnachtszeit ja auch zusammen mit den letzten Wochen des Jahres, d.h. es kommen noch all die Dinge und Termine auf uns zu, die noch dieses Jahr erledigt werden müssen. Und all das zusätzlich zu unserem ganz normalen Alltag. Also eigentlich kein Wunder, dass wir die Weihnachtszeit oft auch als stressig wahrnehmen. Und was kannst Du dagegen tun?

 

Strategien für weniger Stress in der Weihnachtszeit

Strategie #1: Priorisieren

Je mehr Termine und To Dos, Aktivitäten und Ansprüche um Deine Aufmerksamkeit und Deine Zeit buhlen, desto wichtiger ist es, klar zu priorisieren. Was ist Dir wirklich wichtig? Auf welche Aktivitäten möchtest Du in der Weihnachtszeit nicht verzichten? Gibt es Familienrituale? Gibt es Termine oder Aktivitäten, die unvermeidbar (wirklich, ehrlich unvermeidbar?!) sind? Nutze die Zeit bevor die Weihnachtszeit losgeht, um Klarheit zu haben, welche Dinge in den kommenden Wochen auf Dich zukommen werden. Evaluiere ganz ehrlich: wie viel steht jetzt schon in Deinem Kalender? Wie viel Platz (Zeit und Energie) ist da noch für andere Aktivitäten? Gibt es Termine und Aktivitäten, die Dir eigentlich nicht wichtig sind und kannst Du noch aus der Nummer raus oder eine andere Lösung finden? Klarheit über Deine Prioritäten in dieser Weihnachtszeit wird Dir auch helfen zu entwcheiden, wenn im Laufe des Dezembers immer neue To Dos und Aktivitäten auf Dich zukommen.

 

Strategie #2: Ruhepausen und Kraftrituale

Schon während der letzten 11 Monate waren Pausen und Zeit für Dich oft optional – etwas, was Du machst, wenn Du Zeit hast? Umso wichtiger ist es, in der vollen Weihnachtszeit ganz bewusst Pausen für Dich einzuplanen. Sei es, dass Du mit Tee und Plätzchen einfach ein paar Minuten auf der Couch entspanntst – ohne Fernseher, ohne Smartphone, ohne währenddessen etwas zu planen. Oder, dass Du Dir einen freien Abend gönnst. Wichtig ist, überlege Dir schon jetzt, wie Du in der Weihnachtszeit Kraft tanken möchtest und plane die Zeit dafür fest ein.

Alle Jahre wieder... Die Weihnachtszeit ist oft stressig. Strategien und Erste Hilfe Tipps für weniger Stress in der Weihnachtszeit. | modernslow.com

Strategie #3: Frühzeitig aktiv werden

Viele Aktivitäten und To Dos, die in die Weihnachtszeit fallen, können wir bereits jetzt schon absehen – und abarbeiten. Wer sagt, dass Du die Weihnachtskarten nicht schon dieses Wochenende schreiben kannst? Du kannst ja mit dem abschicken noch warten, um die Adressaten nicht zu verwirren. 🙂

Diese drei Strategien helfen natürlich für sich genommen, aber die größte Wirkung entfalten sie, wenn Du alle Strategien gemeinsam nutzt und sie ineinander greifen lässt. Wenn Du frühzeitig aktiv wirst, kannst Du Dir guten Gewissens Mitte Dezember eine Pause gönnen. Wenn Du die Termine, Aktivitäten und To Dos priorisiert hast, ist nicht nur Platz für Pausen, sondern Du weißt auch, welche Dinge Du schon im November abhaken kannst und solltest.

 

 

Troubleshooting: Was tun, wenn die Weihnachtszeit doch stressig wird?

Erste Hilfe Schritt 1: Auf die Bremse treten

Wirklich Pause machen und abschalten. Wenn Du Dich gestresst fühlst, musst Du die damit verbundenen Verhaltens- und Gedankenmuster (Multitasking, “das schaffe ich auch noch”-Mentalität, usw.) unterbrechen und Abstand dazu gewinnen. Wie die Pause aussieht, hängt von Deinem Stresslevel ab. Horche in Dich hinein und sei ehrlich. Reicht ein ruhiger Abend, mit einem heißen Bad und einem Buch? Solltest Du früher ins Bett gehen? In den meisten Fällen ist es damit aber nicht getan und Du musst wirklich etwas ändern.

 

Erste Hilfe Schritt 2: Prioritäten klären

Du schaffst es, Dein Pensum zu ändern, indem Du alle Termine und To Dos, Aktivitäten und Ansprüche hinterfragst und priorisierst. Was muss wirklich erledigt werden? Was ist Dir wirklich wichtig? Was ist versteckter Perfektionismus und übertriebene Ansprüche an Dich selbst? Wenn Du weißt, was Dir wirklich wichtig ist, kannst Du auch entscheiden, was unwichtig (und damit zu vernachlässigen) ist.

 

Erste Hilfe Schritt 3: Delegieren und Plan B

Nachdem Du Klarheit erlangt hast, brauchst Du einen neuen Plan. Wichtig: dieser neue Plan muss weniger Termine, To Dos, Aktivitäten und Ansprüche beinhalten als der vorherige. Sonst stehst Du ein paar Tage später wieder vor dem gleichen Problem. Das bedeutet, Du musst Dinge absagen, Aufgaben delegieren, oder Ansprüche loslassen, um Dir mehr Zeit zu ermöglichen. Frage Dich hier: Kann Dein Partner, Deine Mutter, Deine Kinder oder eine Freundin Dir etwas abnehmen? Kannst Du bestimmte Tätigkeiten an einen Dienstleister auslagern? Was genau würde Dir helfen? Einmal Essen liefern lassen, um den Haushalt auf Vordermann zu bringen? Geschenke verpacken lassen? Das Weihnachtsessen streichen und zum Essen gehen? Die Familie bitten, Essen mitzubringen? Plätzchen kaufen statt backen? Zeit statt Zeug schenken? Es gibt unheimlich viele Möglichkeiten. Nutze Deine Zeit und Energie für das, was Dir wirklich wichtig ist und finde für den Rest eine andere Lösung.

 

Worauf freust Du Dich in der Weihnachtszeit besonders?

 

Achtsamkeit hat umfassende Auswirkungen auf mein Leben. | modernslow.com

Wie Achtsamkeit mein Leben verändert hat

Gerade wenn man anfängt sich damit zu beschäftigen, ist Achtsamkeit ein schwer greifbares Konzept. Was muss ich tun um achtsam zu sein? Und woran merke ich es, dass ich mein Leben achtsam und bewusst lebe? In diesem Beitrag werde ich ein ganzes Stück persönlicher und teile mit Dir fünf Veränderungen, die ich an mir bemerkt habe, seit ich mein Leben achtsamer und bewusster gestalte.

 

Ich bin entspannter

Wenn ich jetzt an die Zeit vor ein paar Jahren denke, dann bin ich erstaunt und verwundert (und ein bisschen beschämt) wie oft ich mich im Laufe eines Tages über Kleinigkeiten und Nichtigkeiten geärgert habe. Achtsam zu leben hat mir ermöglicht sowohl präsenter zu sein, als auch das große Ganze im Blick zu haben. Und da spielen die kleinen Ärgernisse des Alltags einfach keine Rolle. So bin ich ruhiger, fokussierter und insgesamt entspannter. Ich kann natürlich nur begrenzt aus der Sicht von anderen sprechen, aber ich persönlich halte es so besser mit mir selbst aus…

 

 

Ich bin anderen gegenüber nachsichtiger

Achtsamkeit bedeutet in sich hineinzuhorchen. Und was man da manchmal hört, ist nicht immer schön. Diese Gedanken zu akzeptieren, nicht zu werten, und wieder ziehen zu lassen, macht mich nachsichtiger mir selbst gegenüber. Was mich ein wenig überrascht hat, ist dass ich auch anderen Menschen gegenüber nachsichtiger bin. Damit meine ich nicht, dass ich mutwillig destruktives oder böshaltiges Verhalten toleriere. Vielmehr meine ich, dass ich das Schimpfen der Frau in der U-Bahn über den vollen Zug, die kurz angebundene Art der anderen Mutter in der Kita, und auch die angesäuerte Laune meines Mannes nach einem langen, stressigen Arbeitstag nicht persönlich nehme. People have their own problems.

Meistens sind andere schlicht mit ihren eigenen Herausforderungen beschäftigt und da ist meine Befindlichkeit nicht ihre höchste Priorität – und auch nichts was sie willentlich verletzen.

 

 

 

 Achtsamkeit hat mein Leben nachhaltig verändert. | modernslow.com

 

Ich nehme mein Leben intensiver wahr

Achtsamkeit hat mir die Augen geöffnet mehr im Moment zu leben. Ich habe mich schon während der Schulzeit und während des Studiums über kleine Dinge gefreut. Die Farbe des Himmels, eine kleine Blume mitten auf der Straße, der Vogel, der einfach nicht wegfliegt, sondern mich neugierig betrachtet. Aber früher fand ich das ein bisschen lächerlich. Kaum ist mir ein Lächeln über die Lippen gehuscht, habe ich es schon unterdrückt. Schwachsinn, Esokram, und sowieso keine Zeit für so etwas. Nun weiß ich es besser. Natürlich habe ich Zeit für so etwas. Genauso wie ich Zeit habe, das Buch mit meinem Sohn zu lesen ohne ständig auf mein Smartphone zu schauen.

 

Ich bin aktiver

Im Moment einfach nur sein, bewusst in sich hineinhören, all das hatte noch einen Nebeneffekt: ich bin mir mehr darüber bewusst geworden, welche Rolle ich in meinem Leben spiele. Das klingt zunächst komisch, denn natürlich spiele ich eine Rolle für mein Leben. Aber wie oft denken wir, dass uns Dinge widerfahren? Dass uns etwas passiert. Wie oft verweisen wir uns in die Beobachterrolle? Das mag bei mir verstärkt sein, dadurch, dass ich ein introvertierter Mensch bin und von Natur aus gerne beobachte. Achtsam und bewusst leben hat mir aber eines ganz deutlich gemacht: ich kann Dinge ändern. Ich kann mein Leben, meine Einstellung, meine Wahrnehmung ändern. Und noch vielmehr, ich kann mein Glück und meine Zufriedenheit beeinflussen.

 

Ich erlaube mir zu träumen

Das Bewusstsein, dass es an mir liegt, wie ich mit Situationen und Umständen umgehe, gibt mir auch ein Gefühl von Kontrolle. Dieses Gefühl, oder vielmehr noch das Gefühl von in-sich-ruhen, schafft Platz für Träume und Zukunftsvisionen. Und die Erfüllung dieser Träume erscheint nicht mehr wie ein reines Geschenk der Glücksfee, sondern wie etwas auf das ich hinarbeiten kann.

 

Hast Du Dein Leben entschleunigt und versuchst achtsamer zu leben?

Welche Veränderungen hast Du an Dir beobachtet?

Warum alles – auch Minimalismus – mit Deinen Werten beginnt

Kennst Du Deine Werte? Bist Du Dir bewusst, was Du möchtest, was Deine Ziele sind? Ich bin der Meinung, dass Du Deine Werte kennen musst, damit Du Dein Leben ganz bewusst so gestalten kannst, dass es Dich erfüllt und glücklich macht. Seine Werte zu kennen, bedeutet zudem etwas sehr ähnliches wie Minimalismus für mich: bewusst entscheiden. In diesem Beitrag erfährst Du, warum die eigenen Werte zu kennen so wichtig ist und wie Du Deine Werte finden kannst, inklusive eines Arbeitsbuchs mit vielen Tipps und Platz zum Brainstormen.

 

Warum Du Deine Werte kennen solltest

Seine Werte zu identifizieren, bedeutet letztlich sich selbst besser kennenzulernen und aktiver und bewusster sein Leben zu gestalten. Lange Zeit – wie so viele Anfang 20 – habe ich mich von Werten und Vorstellungen von mir und dem “richtigen” Lebensstil leiten lassen, die nicht vollständig mit meinen eigenen Werten übereinstimmten. Ich bin nicht in die vollkommen falsche Richtung gelaufen, aber es hat eben auch nicht wirklich gepasst. Wiederum: ich bin der Meinung, dass man nicht todunglücklich sein muss, um die „Erlaubnis“ zu haben, sich eine Veränderung zu wünschen.

Wenn Du Dir Deiner Werte nicht bewusst bist, läufst Du Gefahr, dass Deine Werte – das, was Du tief in Dir willst – nicht zu Deinem Leben passen. Tagtäglich stehst Du vor einer unglaublichen Menge an Anforderungen. Anforderungen, die Du Dir selbst stellst und Anforderungen, die andere an Dich stellen. Was passiert, wenn die Vielzahl der Anforderungen nicht zu Dir und Deinen Werten passen? Das birgt vor allem eines: Unzufriedenheit. Diese Unzufriedenheit kann viele Gesichter haben – Du fühlst Dich unwohl, Du bist ausgelaugt, Du fühlst Dich nicht ausgelastet, Du fühlst Dich nicht richtig aufgehoben, Du bist unmotiviert, Du fühlst vielleicht sogar Angst.

 

Deine Werte sind Dein Kompass

Wenn Du Deine Werte kennst, kannst Du all die Anforderungen einordnen, Du kannst sie priorisieren und manche sogar eliminieren (dazu mehr in der Stress-Serie in ein paar Tagen). Du kannst sogar, über die Zeit, die Anforderungen verändern und gestalten und so Dein Leben mehr und mehr in Einklang mit Deinen Werten bringen. Was das bedeutet, ist denke ich offensichtlich: Glück und Zufriedenheit. Deine Werte helfen Dir dabei bei all den kleinen täglichen Entscheidungen, als auch bei den großen Entscheidungen.

Spürst Du eine Unzufriedenheit in Dir?

Es versteht sich von selbst, dass sobald Du Deine Werte kennst, ist nicht alles eitel Sonnenschein ist. Es wird weiterhin Situationen geben, in denen Du unzufrieden, wütend oder traurig bist. That’s life. Aber wenn Du im Einklang mit Deinen Werten lebst, wirst Du mehr Glück und Zufriedenheit erleben, als wenn Du Deine Werte nicht kennst oder sie bewusst missachtest.

Eine Episode aus meinem Leben: vor vielen Jahren in meinem früheren Job – noch vor meinem Sabbatical – spürte ich eine große Unzufriedenheit. Es war genau der Job, den ich im Studium angestrebt hatte. Ich war erfolgreich und stieg auf. Auf dem Papier war alles richtig.

Finde Deine Werte für mehr Zufriedenheit und ein bewusstes Leben. | modernslow.com

Aber der Job passte einfach nicht zu mir und meinen Werten. Ich meine damit nicht, dass ich eigentlich keine Karriere machen wollte oder dass meine Tätigkeit ethisch fragwürdig war, sondern dass der Job einfach mit all seinen Facetten nicht zu mir passte. Ich bin wahrlich kein Abenteurer, aber sehr wissbegierig und liebe es Neues zu lernen. Obwohl ich dort immer wieder mit neuen Aufgaben herausgefordert wurde, war das Anforderungsprofil für mein persönliches Empfinden relativ stabil – und mir irgendwie langweilig. Zudem schätze ich sehr viel Freiheit beim Gestalten meiner Arbeit – und das war leider nur begrenzt möglich. All das war mir damals nicht bewusst, ich spürte nur, dass es nicht passte. Ich hatte eine Intuition, was anders sein sollte und habe versucht das umzusetzen.

Wirklich verstanden habe ich all das erst vor ein, zwei Jahren als ich mich mehr mit mir selbst, meinen Wünschen und meinen Werten auseinander gesetzt habe. Dieses Wissen über meine Werte gibt mir ein unheimlich gutes Gefühl. Ein Gefühl von Selbstvertrauen, ein Gefühl von Kontrolle und letztlich ein Gefühl von Zufriedenheit.

Finde Deine Werte - Finde deinen inneren Kompass für ein bewusstes Leben. | modernslow.com

Deine individuellen Werte

Deine Werte sind dabei vollkommen individuell – und nicht besser oder schlechter als meine Werte. Wir unterscheiden uns darin, welche Wichtigkeit wir bestimmten Werten beimessen. So mögen viele Menschen Familie als einen Wert von Wichtigkeit für sich identifizieren, aber die Auslegung umfasst das volle Spektrum – Ehe, Kinder, wie wir Familie überhaupt definieren, wie wichtig Familie im Vergleich zu unseren anderen Werten ist. Genauso verhält es sich mit Werten wie Karriere oder Geld. Diese anzustreben macht Dich nicht zu einem schlechten Menschen und es sind keine Werte für die Du Dich schämen solltest. Es liegt an Dir was Du mit diesen Zielen machst und wie Du sie verwirklichst. Vielmehr: zu verleugnen, dass Dir Deine Karriere am Herzen liegt, wird Dich auf Dauer unglücklich machen, da Du das Gefühl hast ein Teil von Dir kann oder darf sich nicht zeigen.

Es sind Deine Werte

Nochmal – denn der Punkt ist mir sehr wichtig: Deine Werte sind individuell und sie sind vor allem das: DEINE. Löse Dich von Anforderungen an Deine Werte, die andere an Dich stellen. Wünsche und Anforderungen von Menschen, die Dir viel bedeuten, können (und werden wohl auch) eine Rolle in Deinem Leben spielen. Aber im ersten Schritt löse Dich von all dem und forsche in Deiner Seele. Was willst Du? Nur Du? Ganz tief drin? In einem späteren Schritt ist die Herausforderung, Deine Werte mit den Anforderungen der Außenwelt in Einklang zu bringen – aber wenn Du Deine Werte kennst, werden sie Dir dafür als Kompass dienen.

Warum seine Werte zu kennen so wichtig für Minimalismus und ein bewusstes Leben ist

Nach dem Artikel ist denke ich klar, warum ich der Meinung bin, dass es erstrebenswert ist, die eigenen Werte zu kennen – ganz egal ob man nun minimalistischer leben möchte oder nicht. Minimalistisch zu leben kann außerdem in sich selbst ein Wert sein. Ich bin aber überzeugt, dass gerade wenn man nach Minimalismus strebt, den eigenen Werte eine besonders hohe Bedeutung zukommt. Minimalismus bedeutet Reduktion. Reduktion auf das Wesentliche. Sowohl was materielle Dinge angeht, als auch nicht materielle Dinge. Nur mit Deinen Werten kannst Du wissen, was wirklich wesentlich für Dich ist. Denn genau darauf kommt es an: was ist wesentlich für Dich. Deine Werte sind so ein Kompass, der dir hilft nach dem zu streben was essentiell ist für Dich und Dein Leben.

 

Dein Arbeitsbuch, um Deine Werte zu finden

Um Dir zu helfen Deine Werte zu identifizieren, habe ich ein 24-seitiges kostenloses Arbeitsbuch erstellt. Darin findest Du weiterführende Informationen und die Schritte, die ich benutze, um meine Werte zu finden.

 

Hast Du schon mal über Deine Werte nachgedacht?

Teile gerne Deine Erfahrungen in den Kommentaren.

 Finde Deine Werte - Finde deinen inneren Kompass für ein bewusstes Leben. | modernslow.com

Nachhaltig Stress abbauen und aus seinem Leben verbannen ist gar nicht so schwer. | modernslow.com

Wie ich Stress verbannt habe {Stress-Strategie #1: Selbsterkenntnis}

Zeit offline zu verbringen, To Dos zu streichen, Stressgefühle gar nicht erst aufkommen zu lassen, all das ist unheimlich wichtig für mein heutiges Leben. Aber das war nicht immer so. Immer mehr, mehr, mehr war für mich lange Zeit auch bei Projekten, To Dos und der täglichen Planung mein Credo. In dieser Beitragsreihe erfährst Du wie ich mein Leben nachhaltig entschleunigt habe und es geschafft habe, Stress aus meinem Leben zu verbannen. In diesem Beitrag stelle ich Dir meine erste Stress-Strategie vor: verstehe Dich und Deine Werte.

Alles auf Anfang

Nach der zweiten Episode hatte ich verstanden, dass ich grundlegend etwas in meinem Leben ändern muss. Dazu habe ich meine täglichen To Dos drastisch verringert: alles was nicht wirklich notwendig war, habe ich nicht mehr gemacht – für mehrere Wochen. Nach Wochen und Monaten mit viel zu vielen Aufgaben und To Dos, brauchte ich vor allem eines: Raum. Raum um zur Ruhe zu kommen, Raum um mich zu Erholen, Raum um darüber nachzudenken was mir wirklich wichtig ist, Raum um mir klar zu werden, wie ich weitermachen wollte.

Stress-Strategie 1: Verstehe wie Du tickst

Sich selbst zu kennen, klingt nach einer wenig spannenden Strategie. Auch ich habe diese Strategie lange nicht genutzt. Dabei bist Du es, der die Geschichte Deines Lebens schreibt. Du bist die Person, die zu viel oder zu wenig plant. Du bist die Person, die Deine Gedanken beeinflussen kann. Kurzum: Du bist der Schlüssel. Du kannst beeinflussen, ob Stress zu Deinem Leben gehört oder nicht.

Daher ist es wichig zu verstehen, was für eine Person Du bist. Dabei geht es nicht darum, Deine Schwächen und Unzulänglichkeiten zu finden. Schwächen sind letztendlich nur eine Auslegungssache.

Wirklich.

Beispiel gefällig?

Wie die meisten Frauen, habe ich lange von mir erwartet, dass ich etwas perfekt (oder nahezu perfekt) erledige. Nun kann ich das als Schwäche, nämlich Perfektionismus, einstufen, oder – wie in einem Vorstellungsgespräch – das ganze positiv darstellen: ich gebe gerne 100%. Klingt doch gleich ganz anders!

Nur: das Grundproblem hat sich nicht verändert. Egal wie ich diese Charaktereigenschaft beschreibe, das Ergebnis ist, das ich zu viel Zeit für Tätigkeiten oder Projekte verwende. Und das ist zwar verständlich, wenn es sich um Tätigkeiten handelt, die mir wichtig sind, aber leider komplett fehl am Platz, wenn es einfach nur darum geht, möglichst effizient den Haushalt zu organisieren.

Also nochmal: das Ziel ist es nicht, deine Schwächen zu identifizieren – und dich schlecht zu machen. Das Ziel ist es herauszufinden, welche Verhaltensweisen Dir im Weg stehen im Bezug auf Dein persönliches Stresslevel – und welche Deiner Eigenschaften Dir helfen können in Zukunft weniger Stress zu haben.

Eine Erkenntnis kann zum Beispiel sein, dass Du Pausen nur für Dich einplanen solltest, da Du sie sonst nicht machst.

Was ist mir wichtig?

Nach der zweiten Episode war es mir wichtig nicht nur die Symptome zu bekämpfen – zwei Wochen Pause, dann bin ich wieder erholt – sondern langfristig etwas zu ändern. Mir war klar, dass ich zu viele Ansprüche an mich stellte und das musste sich ändern, wenn ich wirklich nachhaltig weniger Stress empfinden wollte. In dieser Ruhezeit habe ich daher sehr viel darüber nachgedacht, was mir wirklich wichtig ist. Was sind Punkte, auf die ich nicht verzichten möchte und was sind Erwartungen und Ansprüche, von denen ich mich trennen kann.

Für mich persönlich ist das ganz klar der Haushalt. Ja, ich möchte, dass es ordentlich bei uns aussieht, aber ich bin einfach nicht bereit dafür meine wertvolle Zeit zu investieren. Alles was über einen bestimmten Umfang (dazu mehr in einer späteren Folge) hinausgeht, mache ich einfach nicht. Anders verhält es sich für mich was Kochen angeht. Ja, täglich zu Kochen kostet viel meiner Zeit und Energie, aber mir (uns – das ist eine Familienentscheidung) ist gesundes, von uns zubereitetes Essen wichtig, daher ist und bleibt Kochen ein Bestandteil unseres Alltags. Für Dich mag es sich ganz anders verhalten. Daher hinterfrage warum Du bestimmte Dinge in Deinem Alltag tust, und ob dies mit Deinen Werten übereinstimmt.

Um Stress nachhaltig aus Deinem Leben zu verbannen, ist es wichtig, Dir darüber klar zu werden, wer Du bist und was Dir wirklich wichtig ist. Einige Verhaltensmuster und Prioritäten werden Dir sofort klar werden, bei anderen wirst Du ein bisschen mehr Seelenforschung betreiben müssen. Nimm Dir die Zeit. Je besser Du verstehst, was Dir Steine in den Weg legt, desto besser kannst Du Dein Leben ändern, damit es gar nicht mehr soweit kommt.

 Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Du Stress verbannen kannst. Stress-Strategie 1: erkenne, wie Du tickst und was Dir wichtig ist. | modernslow.com

Gibt es Verhaltensmuster, die Dir immer wieder zum Verhängnis werden?

Planst Du regelmäßig Pausen nur für Dich ein oder ist das etwas, was Dir schwer fällt?

Minimalistisch packen als Familie | modernslow.com

Minimalistisch packen als Familie – geht das?

Sobald man Kinder hat braucht man einen Kombi, da man ja sprichwörtlich den gesamten Hausstand mitnehmen muss. Soweit die landläufige Meinung. Nun habe ich zwar ein Kind, aber keinen Kombi. Und auch für unseren dreiwöchigen Urlaub in Japan war von Anfang an klar, dass minimalistisch packen die Devise ist. Nach allem was man so hört, möchte man die Tokioter U-Bahn eher ungern mit Buggy und zwei großen Koffern benutzen… So war mein Ziel klar: alles muss in einen Koffer (und zwar diesen, der im Handel üblicherweise für einen einwöchigen Urlaub als Paar empfohlen wird). In diesem Beitrag erfährst Du, wie ich unser Gepäck als dreiköpfige Familie drastisch reduziert habe – keine spezifische Packliste, sondern Strategien, die Du umsetzen kannst, egal wo die Reise hingeht.

Minimalistisch Packen als Familie

Soviel vorneweg: ich habe es tatsächlich geschafft. Der Koffer war voll, aber es war nur ein Koffer. Das noch viel spannendere Ergebnis nach der Reise: es wäre auch mit noch weniger gegangen.

Der bequeme Weg um weniger zu packen, ist natürlich das Packmaß zu reduzieren und möglichst leichte Kleidung und Schuhe zu packen, die Kosmetikartikel in Minituben und -döschen umzufüllen, und die schweren Sachen einfach am Reisetag anzuziehen. Nun mag das bis zu einem gewissen Grad funktionieren, aber wenn Du radikal Dein Gepäck reduzieren willst, musst Du auf andere, ebenfalls radikalere Strategien zurückgreifen.

Wie packt man so wenig wie möglich ein?

Kurz: indem man sich ganz genau überlegt, was man braucht. Wichtig ist sich nicht verleiten lassen, von ich könnte…, sondern auf das konzentrieren was man tatsächlich benötigt.

Nimm Dir also Zeit im Vorfeld für die Planung. Wie ist das Wetter üblicherweise, gibt es Waschmöglichkeiten in Deiner Unterkunft? All das hilft Dir einzuschätzen, was notwendig und was optional ist.

Minimalistisch packen ist möglich - auch als Familie. Meine Strategien auf Modern Slow. | modernslow.com

Übung macht den Meister

So umständlich es klingt, gerade mit Kind(ern) macht es Sinn mehrere Durchläufe einzuplanen. Du denkst Dir bestimmt gerade, dass bei mir ein Schraube locker ist. Habe ich gerade allen Ernstes gesagt, dass Du mehr als einmal packen sollst?!?

 

Ja und nein. Du musst nicht unbedingt zur Probe Packen, aber ich empfehle Dir zumindest eine Packliste zu schreiben und sie mehrmals zu überdenken. Der Hintergrund: Du möchtest Dein Gepäck auf das Wesentliche reduzieren und das gelingt oft am besten über mehrere Iterationen. Wir haben übrigens für unseren dreiwöchigen Urlaub tatsächlich einmal Probe gepackt. Das hat sich bewährt, da wir so festgestellt haben, dass wir unser Gepäck noch weiter reduzieren müssen – und auch können. Gerade bei der Kleidung für unseren Sohn hatten wir im ersten Durchlauf noch viel zu viel gepackt – man möchte ja für alle möglichen Eventualitäten gewappnet sein.

 

Angenehmer Nebeneffekt: das tatsächliche Packen läuft nicht nur schneller, sondern auch deutlich entspannter, weil die vielen Entscheidungen schon im Vorfeld getroffen wurden.

 

Kontrolle ist gut

Um unser Gepäck zu minimieren und zu verhindern, dass wir das ein oder andere optionale Teil in den Koffer schmuggeln, haben mein Mann und ich ein einfaches Mittel benutzt: Transparenz. Jeder hat das, was er mitnehmen wollte aus dem Schrank geholt und auf eine Seite des Bettes gelegt. Dann haben wir gemeinsam unsere Auswahl besprochen. Das klingt umständlich und ein bisschen nach Gruppenzwang, hat aber hervorragend funktioniert. Mir wurde so klar, dass drei Jeanshosen wirklich zu viel sind, und mein Mann hat eingesehen, dass wenn ich 7 Hemden mitnehme, er wohl auch keine 11 mitnehmen muss.

 

Travel Capsule Wardrobe

Ja, ich bin ein großer Fan von Capsule Wardrobes und kann Euch nur empfehlen dieses tolle Konzept auch für Eure Reisegarderobe zu wählen. Meine Reisegarderobe bestand aus meiner Frühjahrs/Sommer Capsule Wardrobe, die ich auf das Wesentliche – die Essenz – reduziert habe. Für mich bedeutet das eine Hose und ein weißes Hemd. Ein weiteres Beispiel für eine Travel Capsule Wardrobe findest Du hier bei meiner lieben Freundin und Capsule Wardrobe Kollegin Sunray.

 

Die Kunst des Packens

Es gibt verschiedene Tipps, wie man möglichst platzsparend packt. Die Methode, die für mich am besten funktioniert, ist alles zu rollen. Wie das für unterschiedliche Kleidungsstücke aussehen kann, findest Du hier. Sauber gerollt verknittert Deine Kleidung nicht, und die kleinen Rollen können so geschlichtet werden, dass Du jeden Quadratzentimeter Deines Koffers ausnutzt.

Auch wenn die Hauptreisezeit des Jahres schon vorbei ist, so stehen spätestens zur Weihnachtszeit wieder vermehrt (Kurz-)Urlaube an. Für mehr Inspiration zu Solo-Wochenendtrips kann ich Euch übrigens den Artikel von Sabine empfehlen, so kann man sich den Koffer auch mal schenken…

Einen schönen Urlaub und eine gute Reise!

Was darf auf keinen Fall in Deinem Koffer fehlen?

Hand aufs Herz: was packst Du gerne zu viel?