Wie ich Stress ein für allemal verbannt habe {Serie}

Nachhaltig Stress abbauen und aus seinem Leben verbannen ist gar nicht so schwer. | modernslow.com

Zeit offline zu verbringen, To Dos zu streichen, Stressgefühle gar nicht erst aufkommen zu lassen, all das ist unheimlich wichtig für mein heutiges Leben. Aber das war nicht immer so. Immer mehr, mehr, mehr war für mich lange Zeit auch bei Projekten, To Dos und der täglichen Planung mein Credo. In dieser Beitragsreihe erfährst Du wie ich mein Leben nachhaltig entschleunigt habe und es geschafft habe, Stress aus meinem Leben zu verbannen.

You can do anything, not everything…

Wenn ich auch über die letzten Jahre hinweg die ein oder andere Sache über Balance gelernt habe, so war dieses Jahr mein wirklicher Lehrmeister. Ein Vollzeitjob, eine Familie mit Kind, Freunde, ein Blog, und bald auch die Idee für Modern Slow, die verwirklicht werden wollte, der Wunsch hochwertiges und gesundes Essen auf dem Tisch zu haben, sportlich aktiv zu sein, sich persönlich weiterzuentwickeln, ein Haushalt und all die To Dos, die das Erwachsenensein mit sich bringt. All das hat mich unheimlich gefordert und manchmal – oft – überfordert. Nicht weil jedes meiner individuellen Ziele zu hoch gesteckt war, sondern weil ich immer die Kombination meiner Wünsche und Ziele außer acht gelassen habe. Weil ich so getan habe, als hätte mein Tag 30 Stunden. Weil mein Tag, mein Leben, meine Gedanken so durchgetaktet waren, dass kleine Änderungen unheimlichen Stress bedeutet haben.

Das Gleichgewicht wankt

Ich erinnere mich insbesondere an zwei Episoden, die mich dieses Jahr aus der Bahn geworfen haben – obwohl sie doch so klein und unbedeutend sind. Im Endeffekt – zum Glück – haben sie nachhaltig mein Denken und Handeln beeinflusst.

An einem Tag im März fiel die morgendliche S-Bahn aus. Ärgerlich, ja, aber eigentlich kein Problem. Ich hatte keinen dringenden Termin und die S-Bahn 20 Minuten später war zwar voll, aber fuhr wenigstens. Dennoch war ich zu dem Zeitpunkt bereits so gestresst, dass mir beim Anblick der Anzeige “Zug fällt aus” Tränen in die Augen geschossen sind. Diese ausgefallene S-Bahn fühlte sich an, als würde sie mein sorgfältig aufgebautes Aufgaben-Kartenhaus zum Einsturz bringen. In meinem Kopf war jede Minute meines Tages verplant, nein jede Minute meines Tages war doppelt verplant, und eine Planänderung von 20 Minuten fühlte sich an wie eine Katastrophe.

Die zweite Episode ereignete sich im Juni. Wir hatten ein Problem mit einem Abflussrohr – eigentlich nichts weiter tragisches. Wir haben zwei Bäder, Duschen war also weiterhin möglich. Dennoch hat mich die Aussicht darauf einen Termin mit einem Klempner zu vereinbaren und den Termin in meinen Tag einzubauen vollkommen fertig gemacht. Wiederum fühlte sich dieses kleine unvorhergesehene Ereignis des täglichen Lebens als eine vollkommene Katastrophe für meine Pläne und To Dos an.

Beide Episoden sind sich sehr ähnlich: beides Ereignisse, die nicht trivialer sein könnten. Beides Ereignisse, die man einfach hinnehmen sollte. S*** happens. Doch jedesmal war mein mentaler Speicher schon so erschöpft, dass diese Kleinigkeit sich anfühlte wie eine mittlere Katastrophe. Ich bin nicht heulend durch die Gegend gelaufen, hatte auch keinen Nervenzusammenbruch, aber in meinem Kopf liefen die Gedanken Amok.

Ich habe mein Leben nachhaltig entschleunigt und so Stress ein für allemal aus meinem Leben verbannt. Erfahre wie auf Modern Slow. | modernslow.com

Es muss sich etwas ändern…

Nach der Episode mit der S-Bahn habe ich es zwei Wochen lang ruhig angehen lassen – und bin dann prompt wieder in alte Muster zurückgefallen. Nach der Episode mit dem verstopften Rohr hatte ich es verstanden: Ich muss wirklich etwas ändern. Keine Pause, sondern wirklich mein Leben verändern.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits meine Wohnung ausgemistet und war sehr zufrieden mit meiner Capsule Wardrobe. Die leerere Wohnung und der minimalistische Kleiderschrank gaben mir das Gefühl, mein Leben nachhaltig vereinfacht zu haben. Das war auch so. Aber: Was ich nahezu unangetastet lies, waren meine Verhaltensmuster.

Doch das ist genau was Minimalismus für mich auch ist: bewusst handeln und entscheiden.

Das bezieht sich auf Dinge, aber eben nicht nur. Bewusst handeln, entscheiden und seinen Tag gestalten, bedeutet eben nicht getrieben zu sein von fremden To Dos oder  unrealistischen eigenen Erwartungen.

In dieser Serie stelle ich Euch meine Strategien vor, mit denen ich Stress aus meinem Leben verbannt habe. Keine Frage, natürlich fühle ich mich ab und an auch etwas gestresst. Aber inzwischen kenne ich die Zeichen und meine Verhaltens- und Denkmuster. Statt “jetzt noch mal richtig Gas geben”, mache ich nun einen Schritt zurück und reflektiere.

Ein Leben ohne Stress

Seit ich mein Handeln und Denken drastisch entschleunigt habe, hatte ich keine einzige Episode mehr, in der ich das Gefühl hatte mir wird alles zu viel. Im Gegenteil: ich habe das Gefühl, ich schaffe mehr und bin produktiver, da ich die richtigen, die wichtigen Dinge mache.

Hier findest Du die bereits veröffentlichten Beiträge der Serie:

Stress-Strategie 1: Know thyself

Stress-Strategie 2: Smarte Planung

Stress-Strategie 3: Smart Arbeiten

Stress-Strategie 4: Abschalten

Stress-Strategie 5: Dankbarkeit

Und inzwischen gibt es auch einen kostenlosen Onlinekurs von mir, der dir hilft etwas gegen den Stress in deinem Leben zu unternehmen. Hier gehts zu Schluss mit Stress.

Fühlst Du Dich oft gestresst?

Gab es schon einmal eine Zeit in Deinem Leben, in der Du ausgelaugt warst?

Wie gehst Du mit Stress um?

 

Katharina

Katharina hilft Dir, Dein Leben bewusst zu leben, so dass Du es in vollen Zügen genießen kannst. Auf Modern Slow schreibt Katharina über all das was zu einem einfachen und bewussten Leben im Hier und Heute gehört. Ohne Esoterik, ohne Dogmatik, dafür mit Herz und echten Erfahrungen.

7 Comments

  1. Liebe Katharina!

    Das ist ein sehr starker Artikel!
    Ich kann mir gut vorstellen, dass es viele Menschen gibt, die sich schon einmal oder mehrfach in derselben Situation befunden haben wie du damals. Ich freue mich sehr für dich, dass du herausfinden konntest, was genau das Problem war und die Stressfaktoren lokalisieren und eliminieren (oder zumindest reduzieren) konntest.

    Ich glaube, das ist wahrlich keine einfache Sache – und auch ich habe Phasen, an denen ich an meinem Perfektionismus zu scheitern drohe. Aktuell arbeite ich stark daran, ein bisschen besser zu mir zu sein – und das hat in letzter Zeit auch ganz gut funktioniert. Jetzt heißt es nur: Die neuen Erkenntnisse beibehalten. 🙂

    Ich freue mich aber schon sehr auf die Serie und bin sicher, du hast uns ein paar hochinteressante Tipps mitzuteilen!

    Liebe Grüße
    Jenni

    • Hach, ich Dummerchen!
      Gerade gesehen, dass der Beitrag ja schon eine Weile her ist und #2 und #3 schon veröffentlicht sind! Hachje! 😀

      • modernslow

        🙂 Eher ich Dummerchen! Ich füge gleich die Links hier ein…

    • modernslow

      Liebe Jenni,
      von Dir einen Kommentar zu bekommen, ist einfach immer eine Freude. Es ist schön, dass Du Dir trotz aktuellem Uni-Stress die Zeit nimmst, so ausführlich zu kommentieren. Danke dafür!
      Ich hoffe, dass Du etwas aus der Serie mitnehmen kannst, das Dir hilft, ungesunden Stress und Perfektionismus aus Deinem Leben zu verbannen.
      Liebe Grüße
      Katharina

  2. PatrWink

    Hallo Katharina,

    vielen Dank für deinen Artikel. Stress ist ein massives Problem glaube ich, dessen Tragweite man noch gar nicht überblicken kann.
    Ich glaube im Endeffekt muss man sich einfach zwingen, Dinge nicht zu ernst zu nehmen und sich von weder von der S-Bahn noch von der Rohrreinigung aus der Ruhe bringen zu lassen.

    • modernslow

      Lieber PatrWink,
      vielen Dank für Deinen Kommentar und den Link zur Kanalreinigung. 😉
      Stress ist wirklich ein riesiges Problem – für viele Menschen.
      Allerdings muss ich Dir widersprechen: sich selbst zu zwingen etwas zu denken – oder nicht zu denken – kann (und sollte meiner Meinung nach) nicht die Lösung sein.
      Stressgefühle sind ein Symptom und das sollte man nicht unterdrücken, sondern genauer untersuchen.
      Aber ich gebe Dir recht: sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, ist definitiv die Zielrichtung.
      Viele Grüße
      Katharina

  3. Hallo danke für deine Tipps. Ich hatte auch Probleme mit der Rohrreinigung und fast ausgeflippt. Zum Thema smarte Planung. Ich halte nicht mehr viel von Planung und Optimierung. Das werden wollen und das besitzen wollen sind meine größten Sünden, die versuche ich anzugehen.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *