Zeit offline zu verbringen, To Dos zu streichen, Stressgefühle gar nicht erst aufkommen zu lassen, all das ist unheimlich wichtig für mein heutiges Leben. Aber das war nicht immer so. Immer mehr, mehr, mehr war für mich lange Zeit auch bei Projekten, To Dos und der täglichen Planung mein Credo. In dieser Beitragsreihe erfährst Du wie ich mein Leben nachhaltig entschleunigt habe und es geschafft habe, Stress aus meinem Leben zu verbannen. In diesem Beitrag stelle ich Dir meine erste Stress-Strategie vor: verstehe Dich und Deine Werte.

Alles auf Anfang

Nach der zweiten Episode hatte ich verstanden, dass ich grundlegend etwas in meinem Leben ändern muss. Dazu habe ich meine täglichen To Dos drastisch verringert: alles was nicht wirklich notwendig war, habe ich nicht mehr gemacht – für mehrere Wochen. Nach Wochen und Monaten mit viel zu vielen Aufgaben und To Dos, brauchte ich vor allem eines: Raum. Raum um zur Ruhe zu kommen, Raum um mich zu Erholen, Raum um darüber nachzudenken was mir wirklich wichtig ist, Raum um mir klar zu werden, wie ich weitermachen wollte.

Stress-Strategie 1: Verstehe wie Du tickst

Sich selbst zu kennen, klingt nach einer wenig spannenden Strategie. Auch ich habe diese Strategie lange nicht genutzt. Dabei bist Du es, der die Geschichte Deines Lebens schreibt. Du bist die Person, die zu viel oder zu wenig plant. Du bist die Person, die Deine Gedanken beeinflussen kann. Kurzum: Du bist der Schlüssel. Du kannst beeinflussen, ob Stress zu Deinem Leben gehört oder nicht.

Daher ist es wichig zu verstehen, was für eine Person Du bist. Dabei geht es nicht darum, Deine Schwächen und Unzulänglichkeiten zu finden. Schwächen sind letztendlich nur eine Auslegungssache.

Wirklich.

Beispiel gefällig?

Wie die meisten Frauen, habe ich lange von mir erwartet, dass ich etwas perfekt (oder nahezu perfekt) erledige. Nun kann ich das als Schwäche, nämlich Perfektionismus, einstufen, oder – wie in einem Vorstellungsgespräch – das ganze positiv darstellen: ich gebe gerne 100%. Klingt doch gleich ganz anders!

Nur: das Grundproblem hat sich nicht verändert. Egal wie ich diese Charaktereigenschaft beschreibe, das Ergebnis ist, das ich zu viel Zeit für Tätigkeiten oder Projekte verwende. Und das ist zwar verständlich, wenn es sich um Tätigkeiten handelt, die mir wichtig sind, aber leider komplett fehl am Platz, wenn es einfach nur darum geht, möglichst effizient den Haushalt zu organisieren.

Also nochmal: das Ziel ist es nicht, deine Schwächen zu identifizieren – und dich schlecht zu machen. Das Ziel ist es herauszufinden, welche Verhaltensweisen Dir im Weg stehen im Bezug auf Dein persönliches Stresslevel – und welche Deiner Eigenschaften Dir helfen können in Zukunft weniger Stress zu haben.

Eine Erkenntnis kann zum Beispiel sein, dass Du Pausen nur für Dich einplanen solltest, da Du sie sonst nicht machst.

Was ist mir wichtig?

Nach der zweiten Episode war es mir wichtig nicht nur die Symptome zu bekämpfen – zwei Wochen Pause, dann bin ich wieder erholt – sondern langfristig etwas zu ändern. Mir war klar, dass ich zu viele Ansprüche an mich stellte und das musste sich ändern, wenn ich wirklich nachhaltig weniger Stress empfinden wollte. In dieser Ruhezeit habe ich daher sehr viel darüber nachgedacht, was mir wirklich wichtig ist. Was sind Punkte, auf die ich nicht verzichten möchte und was sind Erwartungen und Ansprüche, von denen ich mich trennen kann.

Für mich persönlich ist das ganz klar der Haushalt. Ja, ich möchte, dass es ordentlich bei uns aussieht, aber ich bin einfach nicht bereit dafür meine wertvolle Zeit zu investieren. Alles was über einen bestimmten Umfang (dazu mehr in einer späteren Folge) hinausgeht, mache ich einfach nicht. Anders verhält es sich für mich was Kochen angeht. Ja, täglich zu Kochen kostet viel meiner Zeit und Energie, aber mir (uns – das ist eine Familienentscheidung) ist gesundes, von uns zubereitetes Essen wichtig, daher ist und bleibt Kochen ein Bestandteil unseres Alltags. Für Dich mag es sich ganz anders verhalten. Daher hinterfrage warum Du bestimmte Dinge in Deinem Alltag tust, und ob dies mit Deinen Werten übereinstimmt.

Um Stress nachhaltig aus Deinem Leben zu verbannen, ist es wichtig, Dir darüber klar zu werden, wer Du bist und was Dir wirklich wichtig ist. Einige Verhaltensmuster und Prioritäten werden Dir sofort klar werden, bei anderen wirst Du ein bisschen mehr Seelenforschung betreiben müssen. Nimm Dir die Zeit. Je besser Du verstehst, was Dir Steine in den Weg legt, desto besser kannst Du Dein Leben ändern, damit es gar nicht mehr soweit kommt.

 Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Du Stress verbannen kannst. Stress-Strategie 1: erkenne, wie Du tickst und was Dir wichtig ist. | modernslow.com

Gibt es Verhaltensmuster, die Dir immer wieder zum Verhängnis werden?

Planst Du regelmäßig Pausen nur für Dich ein oder ist das etwas, was Dir schwer fällt?