Ja, die Adventszeit hat noch nicht angefangen. Aber Du denkst schon an die Weihnachtszeit, nicht wahr? Vielleicht hast Du schon eine To Do-Liste mit all den Dingen, die vor dem 24.12. noch zu erledigen sind. Und Du weißt noch aus dem letzten Jahr: irgendwann zwischer ersten und der vierten Kerze wird es stressig. Lass uns das dieses Jahr ändern. Wie wäre es mit weniger Stress in der Weihnachtszeit und dafür mehr genießen? In diesem Beitrag stelle ich Dir drei Strategien vor, wie Du ohne Stress durch die Weihnachtszeit kommst – und drei Erste-Hilfe-Strategien, wenn doch Stress ausbricht.

 

Warum ist die Weihnachtszeit oft stressig?

Weihnachten ist nur 1x im Jahr

Ja, diese Beobachtung ist ziemlich trivial. Aber ganau das ist einer der Gründe, warum die Weihnachtszeit oft stressig wird. Man kann so, so viele schöne Dinge in der Weihnachtszeit machen. Plätzchen backen, mit den Kindern basteln, Weihnachtsmärkte besuchen, sich mit Freunden auf einen Glühwein treffen, und und und. Bestimmt hast Du auch eine Liste und Bilder im Kopf mit Aktivitäten, auf die Du Dich freust. Die Sache hat nur einen großen Haken: nur weil Weihnachten ist, hört unser normaler Alltag nicht auf. Arbeit, Kinder, Haushalt, all das, was wir an jeden anderen Tag des Jahres auch tun (müssen), läuft weiter.

Wenn also der Stress in der (Vor-)Weihnachtszeit überhand nimmt – und das gilt auch für den Rest des Jahres – dann liegt das meistens auch daran, dass Du versuchst, zu viel in Deinen Alltag zu packen. Du lässt Dich leiten von “das wäre schön, wenn…”, ebenso wie von hohen Ansprüchen an Dich selbst. Hand aufs Herz, wir Frauen sind oft wirkliche Meister darin, unseren Alltag zu verkennen und stattdessen Ansprüche an uns zu stellen, die mehr mit einer utopischen Vorstellung als unserer Realität zu tun haben. Ja, es wäre schön, wenn wir all die schönen weihnachtlichen Aktivitäten und Vorbereitungen machen könnten. Aber wir haben in diesen Wochen des Jahres ja nicht automatisch mehr Zeit pro Tag. Nein, wir haben unseren ganz normalen Alltag. Vielmehr noch, genau in diese Zeit fallen oft noch viele zusätzliche Termine.

 

Weihnachtszeit heißt viele Termine

Weihnachtszeit heißt Termine über Termine: Nikolaus, Weihnachtsfeiern, Wichteln … Und dann fällt die Weihnachtszeit ja auch zusammen mit den letzten Wochen des Jahres, d.h. es kommen noch all die Dinge und Termine auf uns zu, die noch dieses Jahr erledigt werden müssen. Und all das zusätzlich zu unserem ganz normalen Alltag. Also eigentlich kein Wunder, dass wir die Weihnachtszeit oft auch als stressig wahrnehmen. Und was kannst Du dagegen tun?

 

Strategien für weniger Stress in der Weihnachtszeit

Strategie #1: Priorisieren

Je mehr Termine und To Dos, Aktivitäten und Ansprüche um Deine Aufmerksamkeit und Deine Zeit buhlen, desto wichtiger ist es, klar zu priorisieren. Was ist Dir wirklich wichtig? Auf welche Aktivitäten möchtest Du in der Weihnachtszeit nicht verzichten? Gibt es Familienrituale? Gibt es Termine oder Aktivitäten, die unvermeidbar (wirklich, ehrlich unvermeidbar?!) sind? Nutze die Zeit bevor die Weihnachtszeit losgeht, um Klarheit zu haben, welche Dinge in den kommenden Wochen auf Dich zukommen werden. Evaluiere ganz ehrlich: wie viel steht jetzt schon in Deinem Kalender? Wie viel Platz (Zeit und Energie) ist da noch für andere Aktivitäten? Gibt es Termine und Aktivitäten, die Dir eigentlich nicht wichtig sind und kannst Du noch aus der Nummer raus oder eine andere Lösung finden? Klarheit über Deine Prioritäten in dieser Weihnachtszeit wird Dir auch helfen zu entwcheiden, wenn im Laufe des Dezembers immer neue To Dos und Aktivitäten auf Dich zukommen.

 

Strategie #2: Ruhepausen und Kraftrituale

Schon während der letzten 11 Monate waren Pausen und Zeit für Dich oft optional – etwas, was Du machst, wenn Du Zeit hast? Umso wichtiger ist es, in der vollen Weihnachtszeit ganz bewusst Pausen für Dich einzuplanen. Sei es, dass Du mit Tee und Plätzchen einfach ein paar Minuten auf der Couch entspanntst – ohne Fernseher, ohne Smartphone, ohne währenddessen etwas zu planen. Oder, dass Du Dir einen freien Abend gönnst. Wichtig ist, überlege Dir schon jetzt, wie Du in der Weihnachtszeit Kraft tanken möchtest und plane die Zeit dafür fest ein.

Alle Jahre wieder... Die Weihnachtszeit ist oft stressig. Strategien und Erste Hilfe Tipps für weniger Stress in der Weihnachtszeit. | modernslow.com

Strategie #3: Frühzeitig aktiv werden

Viele Aktivitäten und To Dos, die in die Weihnachtszeit fallen, können wir bereits jetzt schon absehen – und abarbeiten. Wer sagt, dass Du die Weihnachtskarten nicht schon dieses Wochenende schreiben kannst? Du kannst ja mit dem abschicken noch warten, um die Adressaten nicht zu verwirren. 🙂

Diese drei Strategien helfen natürlich für sich genommen, aber die größte Wirkung entfalten sie, wenn Du alle Strategien gemeinsam nutzt und sie ineinander greifen lässt. Wenn Du frühzeitig aktiv wirst, kannst Du Dir guten Gewissens Mitte Dezember eine Pause gönnen. Wenn Du die Termine, Aktivitäten und To Dos priorisiert hast, ist nicht nur Platz für Pausen, sondern Du weißt auch, welche Dinge Du schon im November abhaken kannst und solltest.

 

 

Troubleshooting: Was tun, wenn die Weihnachtszeit doch stressig wird?

Erste Hilfe Schritt 1: Auf die Bremse treten

Wirklich Pause machen und abschalten. Wenn Du Dich gestresst fühlst, musst Du die damit verbundenen Verhaltens- und Gedankenmuster (Multitasking, “das schaffe ich auch noch”-Mentalität, usw.) unterbrechen und Abstand dazu gewinnen. Wie die Pause aussieht, hängt von Deinem Stresslevel ab. Horche in Dich hinein und sei ehrlich. Reicht ein ruhiger Abend, mit einem heißen Bad und einem Buch? Solltest Du früher ins Bett gehen? In den meisten Fällen ist es damit aber nicht getan und Du musst wirklich etwas ändern.

 

Erste Hilfe Schritt 2: Prioritäten klären

Du schaffst es, Dein Pensum zu ändern, indem Du alle Termine und To Dos, Aktivitäten und Ansprüche hinterfragst und priorisierst. Was muss wirklich erledigt werden? Was ist Dir wirklich wichtig? Was ist versteckter Perfektionismus und übertriebene Ansprüche an Dich selbst? Wenn Du weißt, was Dir wirklich wichtig ist, kannst Du auch entscheiden, was unwichtig (und damit zu vernachlässigen) ist.

 

Erste Hilfe Schritt 3: Delegieren und Plan B

Nachdem Du Klarheit erlangt hast, brauchst Du einen neuen Plan. Wichtig: dieser neue Plan muss weniger Termine, To Dos, Aktivitäten und Ansprüche beinhalten als der vorherige. Sonst stehst Du ein paar Tage später wieder vor dem gleichen Problem. Das bedeutet, Du musst Dinge absagen, Aufgaben delegieren, oder Ansprüche loslassen, um Dir mehr Zeit zu ermöglichen. Frage Dich hier: Kann Dein Partner, Deine Mutter, Deine Kinder oder eine Freundin Dir etwas abnehmen? Kannst Du bestimmte Tätigkeiten an einen Dienstleister auslagern? Was genau würde Dir helfen? Einmal Essen liefern lassen, um den Haushalt auf Vordermann zu bringen? Geschenke verpacken lassen? Das Weihnachtsessen streichen und zum Essen gehen? Die Familie bitten, Essen mitzubringen? Plätzchen kaufen statt backen? Zeit statt Zeug schenken? Es gibt unheimlich viele Möglichkeiten. Nutze Deine Zeit und Energie für das, was Dir wirklich wichtig ist und finde für den Rest eine andere Lösung.

 

Worauf freust Du Dich in der Weihnachtszeit besonders?