Was passiert nachdem dein Wecker morgens klingelt? Drückst du die Schlummertaste? Checkst Facebook oder Instagram? Beantwortest Emails während Du einen Kaffee trinkst? Es gibt viele Möglichkeiten in den Morgen zu starten. Oft reflektiert unser Morgen bereits den Rest des Tages. Sind wir gehetzt? Getrieben von dem Input anderer Menschen? Wie du in den Tag startest, hat einen großen Einfluss darauf, wie du den Tag als ganzes erlebst. In diesem Beitrag erfährst Du, warum Du eine eigene Morgenroutine haben solltest und wie meine Morgenroutine aussieht.

 

Warum Du eine Morgenroutine haben solltest

Morgenroutine, das klingt ein bisschen nach Drill, nach müssen, nach Zeitverschwendung. Wieso solltest Du Deinen wertvollen – sowieo schon viel zu knappen – Schlaf opfern?

Weil es das wert ist.

Nein, vielmehr, weil Du das wert bist.

 

Eine Frage der Selbstliebe

Mit einer Morgenroutine beginnst Du den Tag damit, etwas nur für Dich zu tun. Was gibt es schöneres? In der Hektik des Alltags bleibt die Achtsamkeit für sich selbst leider oft auf der Strecke. Aber diese Minuten am Morgen, bevor Dich der Alltag einholt, gehören nur Dir. Nach mehreren Monaten mit einer Morgenroutine bin ich inzwischen sogar der Meinung, dass mir meine Morgenroutine mehr gibt, als wenn ich die gleiche Zeit schlafend im Bett verbringen würde. Meine Morgenroutine gibt mir Energie, hilft mir mit einem klaren Kopf in den Tag zu starten, und meine mentale Kraft für die wichtigen Entscheidungen des Tages aufzusparen.

 

Die Kraft der Routine

Wenn Du ein Kind hast, dann überrascht Dich das nicht weiter: Routinen sind unheimlich mächtig. Kinder lieben Routinen! Weitaus weniger bekannt: wir Erwachsene auch. Routinen wirken beruhigend, wir wissen genau was uns erwartet und unser Gehirn kann quasi abschalten – und hat so wertvolle Ressourcen für andere Entscheidungen frei. Wenn Du mehr über Routinen – und wie sie Dein Leben beeinflussen (können) – lernen möchtest, kann ich Dir absolut Gretchen Rubin’s Buch Better than Before (deutscher Titel: Erfinde Dich neu) empfehlen (hier gehts zu einer Review des Buchs von Sunray von The Organized Cardigan).

 

Mögliche Bestandteile Deiner Morgenroutine

Grundsätzlich sind Deiner Phantasie keine Grenzen gesetzt. Erlaubt ist was guttut. Lesen, Sport, Meditation, Schreiben, Planen, … Es gibt viele Möglichkeiten, wie Du bewusst und achtsam in Deinen Tag starten kannst. Auch die Dauer kannst Du flexibel gestalten. Eine Morgenroutine bedeutet nicht, dass Du zwei Stunden früher aufstehst, um Deinen Morgen mit zig Aktivitäten zu beginnen. Auch eine fünf-minütige Morgenroutine kann Dich auf den beginnenden Tag vorbereiten und Dich zentrieren.

 

Wenn Du Dir also überlegst, was Teil Deiner neuen Morgenroutine sein könnte, lass Dich nicht nur vom das wäre schön leiten, sondern auch vom das ist mir wirklich wichtig. Wenn ich darüber nachdenke, was ich so gerne morgens machen möchte, dann würde meine Morgenroutine unzählige Aktivitäten beinhalten und wohl bis Mittags dauern. Das ist leider nicht praktikabel, und auch nicht der Sinn der Sache. Wähle also Aktivitäten, die Du tatsächlich in eine Routine, also eine regelmäßige Gewohnheit, verwandeln kannst. Denn seien wir ehrlich, wenn die anfängliche Motivation nachlässt und der Alltag Überhand nimmt, dann sind schon so einige heere Vorsätze über Bord geflogen.

 

Zudem bin ich der Meinung, dass auch im Hinblick auf die Morgenroutine gilt: weniger ist mehr. Das Ziel ist es ja gerade nicht möglichst viele Aktivitäten in ein möglichst kurzes Zeitfenster zu packen, sondern sich bewusst für ein paar Dinge Zeit zu nehmen. Gerade in unserem hektischen, vollgepackten Alltag kann eine ruhige Morgenroutine ein kraftvoller Gegenpol sein, der Dich zur Ruhe bringt und Dir hilft mit dieser Ruhe durch den Alltag zu gehen.

Meine Morgenroutine hilft mir Kraft zu schöpfen und achtsam in den Tag zu starten. | modernslow.com

Meine Morgenroutine

Meine Morgenroutine hat ein Ziel: sie soll einfach und ruhig sein.

Aktuell handhabe ich meine Morgenroutine am Wochenende eher locker, unter der Woche startet aber jeder Tag so:

Um 5.00 Uhr klingelt der Wecker und ich stehe sofort auf. Keine Schlummertaste, denn dann kann ich den Tag vergessen. Es ist als ob die mangelnde Energie aus dem Bett zukommen, den ganzen restlichen Tag beschwert. Dann gibt es erst einmal ein halbes Glas warmes Wasser und gleich darauf starte ich mit einer Yoga-Sequenz und manchmal einer Meditation. Dann fülle ich die Fragen in meinem Achtsamkeitstagebuch aus. Ab und zu schreibe ich eine Morgenseite, je nachdem wie ich mich fühle. Gegen 5.45 Uhr bin ich fertig und setze mich an den Schreibtisch um für gute 30 Minuten an Modern Slow zu arbeiten. Das ist auch der Moment in dem ich auch mein Handy mit dem Internet verbinde. Zwischen Aufstehen und dem Beenden meiner Yoga-Sequenz checke ich keine Emails und kein Social Media. Diese Zeit gehört wirklich nur mir – keinerlei Einflüsse von außen, wie Anfragen, Likes, Kommentare oder Notifications. Nach guten 30 Minuten am Computer ist meine Morgenroutine dann auch vorbei und der Alltag beginnt mit duschen, zurecht machen, Frühstück vorbereiten, usw. Diesen Teil handhabe ich sehr flexibel, da die Reihenfolge stark davon abhängt, wann mein Sohn aufwacht. Meine Routine ist wirklich sehr einfach, aber dennoch wirkungsvoll und ich möchte sie auf keinen Fall missen.

 

Wie startest Du in den Tag?

Hast Du eine Morgenroutine?

Wie sieht Dein perfekter Start in den Tag aus?