Einfach essen: Minimalismus in der Küche

Einfach essen - Minimalismus in der Küche | modernslow.com

Minimalistisch essen – heißt das so wenig wie möglich essen? Natürlich nicht. Einfach und bewusst Essen bedeutet für mich frische und gesunde Lebensmittel, möglichst einfach zubereitet und möglichst ohne etwas zu verschwenden. In diesem Post stelle ich Dir meine Philosophie zum Thema Minimalismus in der Küche vor und gebe Dir ein paar Tipps, wie auch Du Deine Küche und Dein Essen einfacher und bewusster gestalten kannst.

Einfach essen: Meine Philosophie in der Küche

Erstmal vorneweg: Ich liebe Essen! Es gibt Menschen, für die ist Essen einfach nur Nahrungsaufnahme, Mittel zum Zweck. Nicht für mich! Ich finde es spannend neue Geschmäcker und Gerichte auszuprobieren und ich freue mich wirklich aufs Essen.

Mir ist es wichtig, dass sich meine Familie gesund und natürlich ernährt. Stichwort: real food. Damit meine ich frische, qualitativ hochwertige Zutaten in Bio-Qualität, vorzugsweise regional und saisonal. Was wir Essen soll frisch von uns zubereitet sein, möglichst kein Industrie-Essen, und natürlich nichts mit Zusatzstoffen, Geschmacksverstärkern und ähnlichem.

Meine Strategien für mehr Minimalismus in der Küche

Soweit die Zielvorstellung. Aber seien wir ehrlich: Vollzeit-Job und Kind sind schwer mit ausgefeilten Gerichten vereinbar. Und dennoch bereiten mein Mann und ich fast alles, was wir essen “from scratch” zu. Jawohl, bei uns gibt es fast ausnahmslos selbstgemachte Gerichte.

Wie wir das schaffen? Durch eine Kombination aus Vereinfachen, Vorbereitung, und Planung.

Einfache Rezepte

Natürlich gibt es bei uns all abendlich einfache Gerichte. Es ist schlichtweg keine Zeit für ausgefeilte Rezepte und lange Zubereitungszeiten. Die Zeit ist knapp, zwischen nach Hause kommen und Abendessen liegt weniger als eine Stunde, und die möchte ich (oder mein Mann – wir wechseln uns ab) nicht ausschließlich am Herd verbringen. Dennoch möchte ich aber auch, dass unsere Familie gesundes, vollwertiges und selbstgekochtes Essen zu sich nimmt. Einfache Gerichte mit viel Gemüse und einer vollwertigen Proteinquelle sind da die Lösung.

Ein Beispiel gefällig?

stuffed sweet potato via the kitchn | modernslow.com

Dieses Rezept für Süßkartoffeln mit Bohnen und Grünkohl (oder Spinat) ist recht neu in unserem Repertoir, aber ein Gewinner auf ganzer Linie. Die Bohnen kochen sich quasi von selbst, die Süßkartoffeln backen im Ofen und ich kann in der Zwischenzeit mit meinem Sohn spielen. Den Spinat bereiten wir dann zusammen zu und schon steht das Essen auf dem Tisch. Und es schmeckt hervorragend – besonders mit einer Avocado noch oben drauf!

Meal Prep

Ich muss gestehen, ich habe ein zwiespältiges Verhältnis zum Meal Prep. Zum einen, bin ich der Meinung, dass gerade Obst und Gemüse möglichst frisch vor dem Verzehr zubereitet werden sollte, um die Nährstoffe zu bewahren. Zum anderen ist mir natürlich bewusst, dass am Wochenende vorgeschnibbeltes Gemüse das Kochen unter der Woche deutlich vereinfacht. Die Lösung, die ich für mich gefunden habe ist diese: Wenn ich Gerichte vorbereite, dann koche ich sie komplett vor, zum Beispiel eine Kürbissuppe, die ich dann einfriere und unter der Woche auftaue. Insgesamt ist Meal Prep aber nichts was ich regelmäßig tue – aber es gibt viele Leute, für die das der Schlüssel zum gesunden Essen unter der Woche ist. Probier es aus – und wenn Du ein erfahrener Meal Prepper bist, dann lass mir gerne Deine Tipps da!

Minimalismus in der Küche beginnt beim Einkauf

Ein wichtiger Bestandteil meiner Essensphilosophie ist auch der Einkauf. Das fängt ganz klassisch an mit dem guten alten Einkaufszettel. Wir gehen einmal die Woche, i.d.R. am Samstag, einkaufen und es wird gekauft was auf dem Einkaufszettel steht – in der Regel, aber dazu gleich mehr. Nur einmal pro Woche einzukaufen hat nicht nur den Vorteil, dass Du unter der Woche nicht auf dem Nachhauseweg noch den Umweg über den Supermarkt machen musst. Zugleich verschwenden wir auch weniger Nahrungsmittel, wenn wir weniger häufig zum Einkaufen gehen.

Minimalismus in der Küche - einfach und bewusst Essen | modernslow.com

Planung ist Trumpf

Der gute alte Einkaufzettel ist immer noch die beste Möglichkeit für mich bewusst einzukaufen und möglichst wenig Nahrungsmittel zu verschwenden. Doch richtig mächtig wird der Einkaufszettel für mich erst in Kombination mit einem anderen Tool: dem Meal Planning. Meal Planning bedeutet die Gerichte der Woche am Wochenende bereits vorzuplanen. Das hat den Vorteil, dass Du gezielt Vorräte miteinplanen kannst.

Zudem reduziert das Meal Planning den alltäglichen Stress ungemein. Ich weiß, was es abends zu Essen gibt, ich weiß, dass die nötigen Zutaten zu Hause sind und muss mich dementsprechend nur auf das Tun konzentrieren, aber keine Energie und Zeit auf die Entscheidung verschwenden. Unser wöchentlicher Meal Plan ist dabei sehr einfach und undogmatisch. Wir planen die Gerichte der Woche, legen uns aber nicht auf den Tag fest. Dieses System nutzen wir nun schon über ein Jahr und es hat mein Leben definitiv vereinfacht. Die Planung geht inzwischen in wenigen Minuten von der Hand. Der Bonus, wenn Du digital (z.B. mit Notizen oder Evernote) planst: Du hast ein Archiv an Essenplänen, auf das Du zur Inspiration zurückgreifen kannst.

Dieses System aus Vereinfachen und Planen zahlt sich in unserem Alltag unheimlich aus. Wir wenden diese Routine schon seit über einem Jahr erfolgreich an.  Auch wenn viele Leute erst einmal skeptisch sind, kann ich Dir versichern: es funktioniert!

Was ist ein Gericht, das Du immer und immer wieder kochst? Ich freue mich über alle Rezeptideen! 🙂

Wie oft gehst Du pro Woche einkaufen?

Was darf bei keinem Einkauf fehlen?

Findest Du auch, dass alles besser mit einer Avocado schmeckt?

 

2 Comments

  1. Liebe Katharina,

    bisher war es mir noch gar nicht bewusst, aber: Wir essen auch minimalistisch, und das schon seit langer Zeit (wie lange, kann ich gar nicht mehr genau zurückverfolgen).
    Wir bereiten alles selbst zu, ausschließlich. (Außer solche Sachen wie Nudeln, da gibt es dann natürlich fast immer die fertige Trockenversion. 😉 Aber auch Brot und solche Dinge werden immer selbst gemacht.)

    Wir kaufen zwei Mal pro Woche im Unverpacktladen ein – aus dem einfachen Grund, dass ich alleine nicht alles schleppen kann und vielleicht auch ein bisschen, weil das Mehl immer so schnell alle wird. 🙂
    Zusätzlich haben wir eine Biokiste vom Nachbarbauern abonniert, die jeden Dienstag vor der Tür steht und uns eine Woche lang mit Gemüse versorgt. Uns ist Bioqualität sehr, sehr wichtig – und Unverarbeitetes ebenfalls. Wenn diese Anforderungen (zusammen mit Verpackungsfreiheit) erfüllt sind, macht das Essen einfach nur glücklich. 🙂

    Liebe Grüße
    Jenni

    • modernslow

      Ach liebe Jenni, bei Dir würde ich gerne mal zum Essen vorbeischauen… 🙂
      Das klingt nach einem ganz tollen System, das ihr da habt.
      Unverpacktläden finde ich eine klasse Sache, ich hoffe da gibt es in Zukunft mehr.
      Liebe Grüße
      Katharina

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *