Was ich in Japan über ein bewusstes Leben gelernt habe

Japan | modernslow.com

Die Zeit in Japan war unheimlich beeindruckend und inspirierend. Das Land und seine Kultur haben mich tief berührt und mir gleichzeitig viel über meine eigenen Werte gezeigt. Inspiriert haben mich viele kleine und große Dinge. In diesem Post stelle ich Euch fünf große Bereiche vor, in denen mich Japan inspiriert hat und ich mehr über Minimalismus und ein bewusstes Leben gelernt habe.

Einfaches Essen

Die japanische Küche ist bekannt dafür, dass sie weitgehend auf Gewürze verzichtet und den Eigengeschmack der verwendeten Zutaten in den Vordergrund stellt. Das japanische Gericht schlechthin, Sashimi, ist das beste Beispiel: frischer Fisch, Reis, etwas Sojasoße und vielleicht ein wenig Wasabi – that’s it. Wir haben während unseres Urlaubs oft selbst gekocht und dabei einmal mehr festgestellt mit wie wenigen Zutaten man sehr geschmackvolle Gerichte kreieren kann. Mit Reis, Gemüse, Fisch und Sojasoße kommt man ziemlich weit. Das hat mich bestärkt, die Dinge in unserer Küche weiterhin einfach anzugehen und einzelnen Zutaten, wie Fisch und Gemüse, bewusst die Hauptrolle zuzugestehen.

Nachhaltigkeit ist Teil meiner Definition

So sehr mir Japan gefallen hat, es hat mir auch gezeigt, dass es einen Aspekt gibt, bei dem meine Interpretation von einem bewusstem, minimalistischem Leben über das hinausgeht was üblicherweise unter Minimalismus verstanden wird. Für mich hat mein minimalistischer Lebensstil auch immer eine Nachhaltigkeitskomponente. Ich bin wahrlich kein Vorreiter auf diesem Gebiet (wenn auch regelmäßig inspiriert von Ann-Kathrin, Jenni, und vielen mehr), aber für mich gehört Nachhaltigkeit mit zu den Entscheidungen, die ich bewusst treffe. Dazu gehören regionale und saisonale Bio-Produkte und insbesondere auch der Verzicht auf Plastik. Schon vor Jahren habe ich Plastiktaschen aus meinem Einkauf verbannt, zu einer Zeit wo man noch schief angeschaut wurde, wenn man seinen Apfel nicht in ein eigenes Plastiktütchen verpackt hat. In Japan wird alles in Plastik verpackt, vorzugsweise mehrmals. So kann man bei einem Einkauf in einer Food Hall schon mal gut und gerne 5 Plastiktüten anhäufen, obwohl man nur 3 Dinge gekauft hat.

Einkaufen in Japan | modernslow.com

Entscheidungsmüdigkeit gibt es wirklich

Entscheidungsmüdigkeit ist ein Grund, warum mich Minimalismus, Ausmisten und generelles Vereinfachen überzeugt haben. So hat auch jeder Besuch eines japanischen Kaufhaus mir  eindrucksvoll vor Augen geführt, wie Entscheidungsmüdigkeit auf uns wirkt. Es gibt so viel Auswahl. Immer. Von allem. Das ist schön, wenn man etwas bestimmtes sucht. Aber die meiste Zeit ist es einfach nur verdammt anstrengend. Es gab mehrere Abende, an denen wir durch die Food Hall eines Kaufhauses geirrt sind, vollkommen paralysiert von der Auswahl und unfähig eine Entscheidung zu treffen – bis entweder mein Mann oder ich aus dieser Entscheidungsstarre herausgefunden haben und einfach ein Teil in den Einkaufswagen gelegt haben. Auf einmal war die Entscheidung, was wir abends essen wollen gar nicht mehr so schwer, denn: der Entscheidungsspielraum war eingeschränkt.

Tiny homes: Wohnen auf kleinstem Raum

Wohnen auf wenig Platz ist möglich. In Kyoto hatten wir ein traditionelles japanisches Stadthaus gemietet. Die Küche, das Bad, die Wohnräume, alles unheimlich klein nach deutschen Standards. Aber es hat gereicht – ohne Probleme. Als wir nach Hause kamen, hatten sowohl mein Mann als auch ich das Gefühl, dass unsere Wohnung riesig ist. Unsere Küche – mit 6qm immer das Zimmer, das wir als viel zu klein empfunden haben, wirkte auf einmal riesig. Seitdem überlegen wir ernsthaft, ob wir nicht in eine kleinere Wohnung ziehen sollen und nicht nur unseren Besitzstand, sondern auch unseren Wohnraum verkleinern. Je größer die Wohnung, desto mehr ist zu tun. Jedes Eckchen will dekoriert, aufgeräumt und sauber gehalten werden. In Japan wurde mir bewusst, wie wenig Raum wir in unserer Wohnung tatsächlich bewohnen.

5 Dinge, die ich in Japan über Minimalismus und bewusstes Leben gelernt habe. | modernslow.com

Minimalistische Einrichtung

Das Geheimnis wie man auf so wenig Raum leben kann, ist eine minimalistische Einrichtung. In traditionellen japanischen Häusern sind die Schränke alle eingebaut, es gibt keine Regale und fast keine Möbel. Keine Deko. Nichts was von der natürlichen Schönheit und Ruhe des Raums ablenkt. Es ist herrlich! Insbesondere, wenn man außerhalb des Hauses mit unheimlich vielen Eindrücken bombardiert wird. Jede Einkaufsstraße, jeder Laden stehen nämlich in starkem Kontrast zu der Ruhe und Ausgeglichenheit der traditionellen japanischen Einrichtung. Laute Musik, extrem helle Beleuchtung und unzählige Werbeplakate und Screens gehören zum üblichen Bild in jeder japanischen Einkaufsstraße. Ein minimalistisches Zuhause ist dann wahrlich eine Ruheinsel. Diese Erfahrung hat mich inspiriert noch einmal gehörig in unserer Wohnung auszumisten. Wenn ich auch erst vor gut einem Jahr ziemlich umfassend ausgemistet habe, so bin ich mir nach diesem Urlaub sicher, dass in unserer Wohnung noch viele Dinge schlummern, die nicht mehr zu unserem Leben beitragen.

 

Kennst Du auch diesen Tatendrang nach dem Urlaub, wenn man es nicht erwarten kann all die neuen Eindrücke in seinen Alltag zu integrieren?

Welcher Urlaub hat Dich nachhaltig beeinflusst?

 

Katharina

Katharina möchte Dir helfen, Dein Leben bewusst zu leben, so dass Du es in vollen Zügen genießen kannst. Auf Modern Slow schreibt Katharina über all das was zu einem einfachen und bewussten Leben im Hier und Heute gehört. Ohne Esoterik, ohne Dogmatik, dafür mit Herz und echten Erfahrungen.

2 Comments

  1. Tamara

    Hallo liebe Katharina,
    genau so ging es mir nach meinem Japanurlaub dieses Jahr auch:
    ich war fasziniert von den kleinen Wohnräumen und der minimalistischen Einrichtung, habe dort erst einmal gemerkt, dass ich selber gar nicht so viel Platz brauche und empfinde seit meiner Rückkehr meine Wohnung als riesig, obwohl sie dir davor immer zu klein vorkam.
    Wiederum das mit den Plastiktüten empfand ich auch als sehr störend, zumal selbst bei eigens mitgebrachtem Jutebeutel einfach freudig die Plastiktüte in die Hand gedrückt wurde. Da hat Japan noch Nachholbedarf.
    Finde es auch toll, dass ich mit diesen Gedanken und was ich davon mitgenommen habe aus meinen Japanurlaub nicht allein bin. 🙂

    • modernslow

      Liebe Tamara,
      schön zu hören, dass Du ähnliche Erfahrungen gemacht hast.
      Japan ist ein tolles Land, unheimlich inspirierend, aber Nachhaltigkeit steht dort wirklich noch am Anfang.
      Alles Liebe
      Katharina

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