UNIFORM DRESSING: MEIN WEG ZUR MINIMALISTISCHEN GARDEROBE

Ich schreibe nicht so oft über den Inhalt meines Kleiderschranks. Ich liebe meine minimalistische Garderobe, aber zugleich ist sie auch nichts weiter als eine Methode, ein System. Letztendlich ist egal, was sich darin befindet – jeder von uns hat seinen persönlichen Stil – entscheidend ist vielmehr die Intention dahinter. Deshalb gibt es bei mir auch keine Tipps im Sinne von “Die 5 tollsten Trends für die Herbstgarderobe” oder “Die Top 10 Kleidungsstücke für jede Capsule Wardrobe”. Stattdessen also ein System. Mein persönliches System, Uniform Dressing, sowie meinen Weg dorthin möchte ich Dir heute in diesem Beitrag vorstellen.

 

Am Anfang stand die Capsule Wardrobe

Eigentlich stand am Anfang meine Schwangerschaft. Denn dank derer habe ich für etwa 1 Jahr den Großteil meines Kleiderschranks nicht genutzt. Ein paar Monate nach der Schwangerschaft freute ich mich wieder darauf “normale” Sachen zu tragen, nur das erschreckende war, dass ich die wenigsten Dinge in meinem Kleiderschrank tragen wollte. Ich wollte mich wieder wie ich fühlen, aber mein Kleiderschrank fühlte sich nicht wie ich an.

Und wenn ich ehrlich war hatte er das nie.

Meine Reaktion darauf: ich kaufte ein paar neue Sachen, ein paar davon absolute Lieblingsteile, aber auch ein paar Teile, die mehr mit meiner Frustration über meinen Kleiderschrank als mit meinem Stil zu tun hatten. In dieser Zeit stolperte ich über den Begriff Capsule Wardrobe irgendwo in den Untiefen von Youtube – auf der verzweifelten Suche nach Inspiration. Den Begriff hatte ich vor meiner Schwangerschaft schon mal gehört, aber anders als damals, war ich dieses Mal interessiert. Capsule Wardrobe, 33 Teile, das klang nach Herausforderung und gleichzeitig irgendwie entspannt. Denn ein Problem, das mich mehr und mehr seit der Geburt meines Sohnes gestört hatte war, dass ich – anders als früher – einfach keine Zeit oder Energie hatte mehrere Outfits durchzuprobieren, um eines zu finden, in dem ich mich gut oder zumindest ok fühlte.

Zudem klang zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben – vermutlich dank der Überwältung, die ein Neugeborenes mit sich bringt und einem netten Hormonkarusell in mir – weniger unheimlich angenehm. Weniger es klang nach der Lösung, die ich mir so sehr herbeisehnte.

 

 

Eine Capsule Wardrobe kann Dein Leben um sovieles vereinfachen. Wie damit beginnen? Tipps findest Du auf Modern Slow. | modernslow.com

Neustart mit leerem Kleiderschrank

Also Ausmisten und zwar richtig. Ich hatte schon früher ausgemistet (aka hier 3 Teile, da 3 Teile entsorgt) und ein bisschen Respekt vor der Aufgabe, aber ich war bereit für den Neustart – und dementsprechend radikal. Ganze 9 60l Säcke (ja – ich kann es noch immer kaum glauben) habe ich ausgemistet. Diese Masse an Dingen habe ich verschenkt, verkauft und gespendet. Was mich überraschte: es ging eigentlich ganz schnell und einfach – viel schneller und einfacher als ich es gedacht hatte. Das Entscheidende war: ich hatte mir vorher Gedanken gemacht, was ich tragen wollte. Ich war ehrlich zu mir und meinem Stil gewesen und stand vollkommen hinter der Entscheidung, alles los zu werden, was ich nicht gerne trug. Finde auch Du Deinen Stil mit diesem kostenlosen Arbeitsbuch.

Die erste Capsule Wardrobe

Meine erste Capsule Wardrobe erstellte ich dann für Herbst und Winter 2015/16 – nach meinen Regeln. Ich wollte ein Capsule für 6 Monate statt der üblichen 3 Monate, die Zahl der Teile war mir ziemlich egal, so lange es weniger als 40 waren und ich erlaubte mir 5 Teile innerhalb der 6 Monate auszutauschen oder hinzuzufügen. Die ursprünglichen Regeln, z.B. von Unfancy waren eine Inspiration, aber für mich persönlich nichts was ich übernehmen wollte. Das Ausmisten hatte mir Selbstvertrauen gegeben, auf meine Bedürfnisse zu achten und mich auf das zu konzentrieren, was eigentlich zählt. Dass mein Kleiderschrank zu mir und meinem Leben passt.

 

 

Diese Ehrlichkeit war mein Erfolgsrezept.

Ich war vollkommen begeistert von der Leere (und gleichzeitigen Fülle) in meinem Kleiderschrank. In dieser Zeit entwickelte ich auch die Basis meiner jetzigen minimalistischen Garderobe: Uniform Dressing.

 

Uniform Dressing

Uniform Dressing klingt formal und kompliziert. Dabei ist es das genaue Gegenteil. Eine Uniform kann so ziemlich alles sein – ganz nach Deinen Wünschen und Bedürfnissen. Die Idee des Uniform-Dressing ist, durch die Beschränkung auf ein Outfit (oder einen Outfit-Typ) das morgendliche Anziehen noch weiter zu vereinfachen – ohne die Zufriedenheit mit Deinem Kleiderschrank zu schmälern.

 

Uniform Dressing bedeutet für mich einfach jeden Tag (oder annähernd jeden Tag) mein Lieblingsoutfit zu tragen.

 

Meine Uniform – vor zwei Jahren wie auch heute – ist das Outfit, dass ich ganz am Anfang meiner Reise identifiziert hatte, das Outfit, das ich nach der Schwangerschaft tragen wollte: Hemd und Jeans. Das witzige: ich hatte dieses Outfit zwar schon vor der Schwangerschaft gern getragen, aber nie wirklich geschätzt, da es so einfach war, so wenig mit den aktuellen Trends zu tun hatte, einfach insgesamt so  wenig “fashionable” war.

 

Dabei ist das – Trendyness – das absolut falsche Kriterium für Dein Outfit. Das wesentliche und einzig entscheidende Kriterium ist Dein Wohlbefinden. Fühlst Du Dich in einem Outfit wirklich wohl? Nicht nur in den zwei Minuten vor dem Spiegel, sondern in Deinem Alltag, in Deinem Leben? Das ist was zählt. Und das ist, was auf meine Uniform zutrifft. Und so ist sie nun der Dreh- und Angelpunkt meines Kleiderschranks.

 

Wenn Du dieses System auch auf Deinen Kleiderschrank anwenden möchtest, dann hole Dir jetzt mein neuestes Arbeitsbuch zum Thema Uniform Dressing. Uniform Dressing bedeutet nicht zwangsläufig, jeden Tag das Gleiche zu Tragen. Es ist ein System – und Du kannst dieses System auf Deinen Kleiderschrank übertragen. Hier geht’s zu Deinem Arbeitsbuch.

Uniform Dressing reduziert Deine Garderobe auf ihre Essenz - und vereinfacht Dein Leben ungemein. #capsulewardrobe #minimalistischegarderobe #kleiderschrank

 

 

 

Kern-Capsule Wardrobe, Ganzjahres-Capsule Wardrobe oder einfach minimalistischer Kleiderschrank

Zwei Jahre später und mein Kleiderschrank hat sich selbstverständlich weiterentwickelt. Nur größer ist er nicht geworden. Ich kaufe bewusst ein und so kommen nur wenige Teile neu hinzu. Alle paar Monate hinterfrage ich kritisch, ob meine Kleidungsstücke noch ihren Platz in meinem Kleiderschrank verdienen und miste ggf. einzelne Teile aus.

Auch erstelle ich nicht mehr 2x jährlich von Grund auf eine komplette Capsule Wardrobe. Vielmehr dreht sich alles um meine Uniform. Diese bleibt das ganze Jahr über gleich und ist damit eine Art Kern-Capsule Wardrobe, die ich das ganze Jahr über trage. Drumherum baue ich meine saisonalen Teile. Ein paar Kleider, Röcke und T-Shirts im Sommer, Pullis, Strickjacken und Wollröcke im Winter. Das ist auch schon alles. Das System ist einfach und doch so effektiv.

Mein Ziel für meinen Kleiderschrank ist es ihn so bewusst wie möglich zu gestalten. Kleidungsstücke, in denen ich nicht wohlfühle oder die ich nicht trage, haben da keinen Platz. Aber es ist für micht vollkommen in Ordnung, dass ich ein paar Kleidungsstücke besitze, die ich eher selten trage. Ein Beispiel: meine Wollröcke. Ich trage im Winter lieber Hosen, aber manchmal habe ich einfach Lust auf einen ganz anderen Style und trage dann einen meiner Röcke. Das ist kommt nicht oft vor, aber es macht mir Freude, also verdienen die Röcke ihren Platz in meiner Garderobe. Ich möchte nicht meine Garderobe bis zum maximal machbaren minimieren.

 

Wo geht die Reise hin?

Auch nach fast 2 Jahren bin ich dem Uniform Dressing nicht überdrüssig. Im Gegenteil, dadurch dass ich ein paar Teile in meinem Kleiderschrank behalte, mit denen ich aus der Uniform ausbrechen kann, habe ich überhaupt nicht das Gefühl mich einzuschränken. Im Gegenteil: ich schätze die Freiheit meiner Uniform. Auch das war ein interessanter Lerneffekt aus dem #juni15x30 Kleiderschrank-Experiment: eine minimalistische Garderobe mit nur 15 Teilen war mir nicht zu klein was die Outfits anging. Es war mir einfach zu anstrengend, um mit der Wäsche hinterher zu kommen.

Ich liebe meine minimalistische Garderobe und möchte sie nicht missen. Nach zwei Jahren hat sich dank meiner minimalistischen Garderobe eine gewisse Gelassenheit im Bezug auf meinen Kleiderschrank eingestellt. Eine Gelassenheit, dass mein Kleiderschrank, das passende Outfit bereit hält (vorbei sind die “oh, was soll ich nur anziehen?!?”-Momente). Eine Gelassenheit nicht jedem Trend hinterhereifern zu müssen – um ehrlich zu sein, weiß ich nicht mal was ich laut Vogue und Co aktuell tragen “sollte”. Eine Gelassenheit auf die richtige Ergänzung ür meinen Kleiderschrank zu warten (aktuell: ein schwarzer Rollkragenpullover). Und diese Gelassenheit fühlt sich einfach gut an.

 

Wie stehst Du zu Deinem Kleiderschrank?

Was würdest Du tragen, wenn Du all die “Tipps” von außen ignorierst?

 

Tipps zum Ausmisten und KonMari | modernslow.com

Warum Ausmisten nie verkehrt ist (und wann vielleicht doch)

Ausmisten ist gefühlt in aller Munde – Marie Kondo und der steigenden Aufmerksamkeit für ein minimalistisches Leben sei dank. Und tatsächlich, die Ideen von Marie Kondo sind wirklich hilfreich. Nach meiner Erfahrung ist es aber mit einmal ausmisten nicht getan. Also, auf geht’s in die nächste Runde?!? In diesem Beitrag stelle ich Dir drei Gründe vor, warum Ausmisten immer eine gute Idee ist, wenn Du Dein Leben bewusster gestalten willst – und spreche aber auch über drei Situationen, in denen Du Dein Ausmisten überdenken (und vielleicht auch beenden) solltest.

 

Ausmisten bedeutet Aktion

Ein bewusstes Leben zu gestalten, klingt nach einer riesigen Aufgabe und nach viel Veränderung – und genau das macht das Beginnen für uns schwer. Wenn das Ziel so unheimlich weit weg erscheint, verfallen wir oft, aus einem Gefühl der Überwältigung heraus, in eine Schockstarre – und tun erst mal nichts. Der Schlüssel ist es, kleine machbare Schritte zu definieren und das Ausmisten bietet Dir genau diese Möglichkeit. Erst kleinere Dinge wie die Handtasche oder den Junk Drawer, dann größere Dinge wie den Kleiderschrank, Papier, Elektronikprodukte oder und Digitales. Entscheidend ist: Du kommst ins Handeln und schaffst so Motivation und Dynamik für die weiteren Schritte.

 

Dinge vor Gewohnheiten

Ja, es wäre manchmal besser für uns und unser Wohlbefinden, wenn wir zuerst unsere Gewohnheiten änderten. Aber wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Egal welche Gewohnheit oder Situation Du ändern willst, die ersten Schritte fallen oft richtig schwer. Früher aufstehen – klar, aber vielleicht erst morgen. Sport machen – natürlich, aber nicht heute abend, denn der Tag war so anstrengend. Unser Gehirn produziert nur zu gerne solche Ausreden, denn alles beim alten ist der präferierte Zustand unseres Gehirns.

Es fällt uns dagegen leichter, uns von Dingen zu trennen. Natürlich, auch hier produziert unser Gehirn Ausreden, aber der Widerstand wird deutlich geringer ausfallen als wenn Du versuchst, Deinen gesamten Alltag umzukrempeln. Gleichzeitig liegt es in der Natur der Sache, dass Du beim Ausmisten schneller Erfolgserlebnisse feiern kannst als wenn Du Deine Gewohnheiten änderst. Dein Ausmisten schafft so die Motivation und Dynamik, aber auch das Selbstvertrauen, das Du brauchst, um Deine Gewohnheiten zu verändern.

 

Von außen nach innen

Ein aufgeräumteres, leichteres Außen hilft uns, uns auf unser Inneres zu konzentrieren und dort Veränderungspotential zu erkennen. Weniger Besitz und eine dementsprechend minimalistischere Wohnung erlauben Dir den Blick nach Innen zu richten – vielmehr als Dir das in einer überladenen, vollgepackten Wohnung möglich ist. Das Ausmisten selbst gibt Dir auch die Möglichkeit bestimmte Muster in Deinem Verhalten zu erkennen und Dich zu hinterfragen und legt so die Basis für eine tiefgründigere Seelenforschung.

Warum Ausmisten nie verkehrt ist. Egal, ob Du zum ersten Mal von Marie Kondo hörst oder schon ausgemistet hast, Ausmisten ist immer eine gute Idee (Ausnahmen bestätigen die Regel) | modernslow.com

 

Ausmisten ist nie verkehrt, aber…

Ausmisten hat große Vorteile und ich kann es absolut empfehlen, regelmäßig zu hinterfragen, welchen Dingen man Platz in seinem Zuhause gewährt. Aber es sollte nicht zur präferierten Aktivität des Wochenendes werden. Ausmisten muss (und soll) auch nicht zur Gewohnheit werden, wie das Bad zu putzen und staubzusagen. Es ist kein Sport und auch nicht das Endziel. Ausmisten ist ein Hilfmittel, eine Methode, um Dein Leben bewusst zu gestalten.

Keine Ablenkung

Ausmisten sollte nicht ersetzen, dass Du über Deine Prioritäten und Deine Wünsche nachdenkst, dass Du Deine Gedanken- und Verhaltensmuster überdenkst, und Dein Leben achtsamer gestaltest. Ausmisten sollte nicht zu einer Form des Prokrastinierens verkommen, in der Du immer wieder das Ausmisten vorschiebst, um Dich nicht mit den wirklich wichtigen Dingen auseinanderzusetzen.

Keine Verschwendung

Wenn Ausmisten zur Gewohnheit wird, besteht die Gefahr, dass Du Dein Einkaufsverhalten nicht anpasst – und genau dieses Einkaufsverhalten ist ja oft der Grund dafür, dass Du ausmisten möchtest (das Zeug muss ja irgendwo herkommen…). “Ich kann es ja einfach ausmisten” ist ein gefährlicher Gedanke – und ein ziemlich teurer noch dazu! Geld für unnütze Dinge auszugeben, die Dir keine Freude bereiten und die Du kurz darauf wieder ausmistest, ist eine absolute Verschwendung. Und genau dieses Geld fehlt Dir dann, um Deine Werte zu leben und Deine Träume zu verwirklichen.

Kein race to the bottom

Beim Ausmisten geht es nicht darum immer weniger zu besitzen, um bei einer möglichst kleinen Zahl an Besitztümern anzugelangen. Lass Dir nicht einreden, Du wärst erst ein Minimalist, wenn Du nur noch x Teller und y Bücher besitzt. Ich bin kein Freund davon, sich eine Zahl als Limit zu setzen – und finde es toll, dass es Leute wie Sabine gibt, die das genauso sehen. Wie viele Dinge solltest Du denn besitzen dürfen? 100? 125? 200? Was wenn Du 201 besitzt? Hast Du dann versagt? Nein, natürlich nicht. Willkürliche Zielzahlen mögen vielleicht als Indikation oder Inspiration taugen, aber eine wirkliche Handlungsempfehlung sind sie für mich nicht. Das Ziel ist es vielmehr, so die Dinge zu identifizieren, die Dir wichtig sind – und im Umkehrschuss sich von denen zu trennen, die nicht nicht (oder nicht mehr) zu Deinem Leben passen.

 

Ich möchte Dich ermutigen, Deinen Besitz regelmäßig zu hinterfragen. Nicht als Selbstzweck, als Zelebrieren des Ausmistens, sondern als Methode, um Dein Leben und Deine Entscheidungen zu hinterfragen. Manchmal sind wir nicht so achtsam beim Einkaufen, wie wir uns vorgenommen haben. Oft verändern wir uns – und mit uns unsere Bedürfnisse. Die Prämisse, die für mich hinter jeder Ausmist-Entscheidung steht, ist die Dinge zu identifizieren,die ich wirklich schätze, die mich glücklich machen und die ich benutze. Alles andere ist unnütz. Das könnte ich mal brauchen trägt nicht zu Deinem Leben bei.

Wo Du die Linie ziehst, hängt von Dir ab – und wird sich auch im Zeitablauf ändern. Also, nimm den Druck aus der Sache und fang einfach an.

Was fällt Dir beim Ausmisten schwer?

minimalistisch wohnen und doch gemütlich? | www.modernslow.com

Geht Minimalistisch Wohnen auch gemütlich?

Welches Bild siehst Du vor Deinem inneren Auge, wenn Du an eine minimalistische Wohnung denkst? Kahle Wände, leere Regale? Unsere Wohnung sieht so nicht aus, aber das ist mehr den Umständen und meinen Prioritäten geschuldet. Umso mehr freut es mich daher, dass die liebe Steffi, ihres Zeichens Lebensraum-Coach und Interieur-Stylistin heute in diesem Beitrag ihr Wissen mit uns teilt und zeigt, dass sich minimalistisch wohnen und eine gemütliche Wohnung nicht gegenseitig ausschließen.

 

Geht Minimalistisch Wohnen auch gemütlich?

Immer wieder werde ich gefragt, wie sich Minimalismus mit gemütlichen Wohnen verträgt. Denn viele Menschen haben – wenn sie an minimalistische Räume denken ­– eher einen cleanen Look vor ihrem inneren Auge. Gemütlichkeit? Fehlanzeige. Mit diesen schnellen Tipps schaffst du im Nu noch mehr Gemütlichkeit in deinem Raum.

 

Minimalistisch wohnen – Mehr als nur ein Trend

Minimalismus ist viel mehr als ein kurzweiliger Trend: es ist eine Bewegung. Denn das Reduzieren der Dinge weckt die Sehnsucht der Menschen, wieder selbstbestimmter zu leben, weniger Entscheidungen zu treffen, mehr Zeit zu haben und in sich selbst anzukommen. In meiner Arbeit als Lebensraum-Coach und Interieur-Stylistin bin ich die Schnittstelle für Innen und Außen: Beides bedingt sich und strahlt aufeinander ab. Ich habe festgestellt, dass ein minimalistischer Raum große Auswirkungen auf die geistige Klarheit hat. Ein weiterer Nebeneffekt: Wer minimalistisch lebt und sich von materiellen Dingen im Außen trennen kann, wird gleichzeitig darin geschult, auch inneren Ballast besser loslassen zu können. Doch ein minimalistischer Raum kann noch viel mehr: Er kann dich von außen dabei unterstützen, deine inneren Bedürfnisse zu stillen.

 

Qualität statt Quantität für mehr Verbindung

Häufig wissen wir gar nicht, was unsere Bedürfnisse an einen Raum sind und welche Möbel zum eigenen Typ passen. Wir haben verlernt, auf unsere innere Stimme zu hören und verbinden mit den meisten Gegenständen in unserem Zuhause keine Emotion mehr. Sie stehen häufig dort, weil wir sie dort schon immer standen, sie Platzhalter oder ein Geschenk sind. Und wenn wir umziehen, möchten wir ebenfalls alles schnell fertig haben. Wir kaufen dann häufig die gesamte Einrichtung in ein bis zwei großen Möbelhäusern.

Das Problem: Dinge werden austauschbar und verlieren an Bedeutung. Und ein Raum verliert seine Persönlichkeit, wirkt eher wie eine Möbelausstellung. Bereits beim Möbelkauf vergessen wir innezuhalten und in uns hinein zu spüren, ob dieser Gegenstand wirklich zu uns und unseren Bedürfnissen passt. Um herauszufinden, kannst du meinen Persönlichkeitstest machen.

Bei Minimalismus geht es darum, eine bewusste Auswahl zu treffen und auf Qualität statt Quantität zu setzen. Das Thema Nachhaltigkeit bekommt in Verbindung mit Minimalismus eine große Bedeutung. Du kennst das sicher auch: Kaufst du ein Möbelstück vom Schreiner um die Ecke den du persönlich kennst, schafft das nicht nur eine ganz andere emotionale Verbindung zum Möbelstück – die gute Qualität hält auch länger und schon somit Umwelt und Ressourcen.

 

Minimalismus 2.0: kahle Räume waren gestern

Viele Menschen assoziieren mit Minimalismus Ungemütlichkeit, kahle Räume und weiße Wände. Doch gibt es auch etwas dazwischen: also minimalistische Gemütlichkeit? Ich bin kein Freund von starren Korsetts. Daher lade ich dich ein, dich davon zu befreien wie Minimalismus sein muss. Spüre stattdessen in dich hinein und entscheide für dich, wie deine persönliche Definition von Minimalismus aussieht. Denn jeder Mensch ist einzigartig und hat individuelle Bedürfnisse an sein Zuhause.

Geht minimalistisch wohnen auch gemütlich? #interior #skandi | modernslow.com

Minimalismus als Basis

Wie schaffst du es also, wieder eine persönliche Bindung zu deinem Raum aufzubauen und dich darin wohler zu fühlen – und das trotz minimalistischer Einrichtung? Klar, der erste Schritt ist das Aussortieren, aber das hast du sicher schon erledigt, oder spielst bereits mit dem Gedanken. Und falls nicht: auch fein. Der nächste Schritt ist die Gemütlichkeit:

 

Meine 3 Tipps für mehr Gemütlichkeit

#1 Inszeniere persönliche Gegenstände

Gemütliche Räume leben von kleinen Stilbrüchen und Gegenständen, die mit positiven Gefühlen verankert sind. Im Möbelhaus empfinden wir die inszenierten Räume deshalb häufig als unpersönlich, weil Stilbrüche fehlen und zum Beispiel fast ausschließlich neue Sachen dekoriert werden, zu denen wir keine Verbindung haben. Lade deinen Raum – oder eine Ecke – also positiv auf, indem du ein paar Gegenstände mit einbindest, die dich an etwas Schönes erinnern, die du aus dem Urlaub mitgebracht hast oder die eine Geschichte erzählen, also vintage sind.

 

#2 Bilde Gruppen

Inszenierst du deine persönlichen Gegenstände in einer Gruppe mit anderen Gegenständen, wirkt die Gruppe als Gesamtensemble. Es ist dann fast egal, ob die Gegenstände innerhalb der Gruppe zueinander passen. Ruhiger und klarer wird deine Gruppe allerdings, wenn du dich auf ein Merkmal konzentrierst – zum Beispiel die Farbe weiß oder ein bestimmtes Material. Ich persönlich liebe weiße Porzellanvasen. Mein gemeinsames Merkmal sind geometrische Muster. Inszenierst du mehrere Gruppen nebeneinander – zum Beispiel auf deiner Fensterbank – halte einen Abstand zwischen den Gruppen ein, der mindestens zweimal die Breite der Gruppe beträgt. So wirkt jede Gruppe für sich selbst und stiehlt der anderen Gruppe nicht die Show.

 

#3 Beleuchtung

Generell gilt: viele kleine Lichtquellen sind gemütlicher als eine große. Denn sie zaubern am Abend eine heimelige Wohlfühlatmosphäre. Für mich persönlich zählt die Deckenlampe nicht dazu und ist am Abend ein No-Go. Meine Empfehlung für ein mittelgroßes Wohnzimmer zum Beispiel lautet: Nimm mindestens drei Lichtquellen. Für noch mehr Gemütlichkeit achte darauf wenig LED-Lampen zu verwenden, Glühbirnen zu kaufen die warmes Licht abgeben und Dimmer zu verwenden.

 

Du siehst, es ist gar nicht so schwer, minimalistisch zu wohnen und mit ein paar Handgriffen ein Zuhause fürs Herz zu gestalten – deinen Kraftplatz. Da viele meiner Klienten und Kunden gar nicht wissen, welcher Typ sie sind, habe ich einen Persönlichkeitstest konzipiert um genau das herauszufinden. Es ist der erste Schritt zu mehr Klarheit, Selbstbewusstsein und Achtsamkeit. Wenn du Lust hast, lade ich dich dazu ein, mitzumachen – das ist mein Geschenk für dich. Welcher Typ bist du – und wie kann dein Zuhause dir Kraft spenden.

Vielen Dank für deine Zeit,

Deine Steffi

Stefanie Adam arbeitet als Lebensraum-Coach und Interieur-Stylistin und unterstützt Menschen dabei sowohl in ihrem Inneren, als auch in ihrem Umfeld Klarheit zu schaffen und sich ihren eigenen Kraftplatz zu schaffen: Für mehr inneres und äußeres Gleichgewicht.
Homepage: Stefanie Adam
Blog: Feine Seele
Instagram: Feine Seele

 

Fotos: Stefanie Adam

 

Wie fange ich an? Erste Schritte zu einem bewussten Leben

Da bist Du also: Du möchtest ein bewusstes Leben führen. Aber wie fängst Du an? Und womit? An Inspiration mangelt es nicht und auch nicht an Beiträgen, die Dir erklären, wie Du ausmisten kannst, wie Du eine minimalistische Garderobe erstellst, wie Du meditierst, usw. Aber was ist denn nun der erste Schritt?!? In diesem Beitrag findest Du meine Empfehlung, um Deine ersten Schritte zu einem bewussten Leben zum Beginn einer Erfolgsgeschichte werden zu lassen.

 

Ein Gefühl der Überwältigung

Jedem Anfang wohnt eine wundervolle Magie, eine ganz besondere Motivation und auch eine ganz schöne Dosis Überwältigung inne. In Deinem Kopf ist dieses Bild, wie Dein Leben aussehen sollte – und um Dich herum die Realität, die eine gefühlte Ewigkeit von dieser Zielvorstellung entfernt ist.

Ich habe lange darüber nachgedacht, was mein Rat für Frauen ist, die ganz am Anfang stehen und die ersten Schritte in ein bewusstes Leben wagen sollen. Sollten sie so vorgehen wie ich? Erst Ausmisten, dann um das Innenleben kümmern? Oder lieber erst meditieren und dann das äußere Chaos zähmen?

 

Der eine Weg zum bewussten Leben

Die ehrliche Antwort ist: ich weiß es nicht. Ich denke, niemand kann das wissen – außer Du selbst. Es gibt – wie so oft im Leben – nicht den einen Weg. Ich teile auf Modern Slow und in meinem Buch Modern Mindful meinen Weg, in der Hoffnung, dass er Dich inspiriert und zum Nachdenken animiert. Aber es ist mein persönlicher Weg und ich erhebe nicht den Anspruch, dass dieser der allgemein gültige Weg ist.

In diesem Beitrag findest Du daher keine Antwort auf die etwas plakative Frage “erst Ausmisten oder erst meditieren?”. Stattdessen findest Du hier meine Schritte und Tipps, um für Dich selbst herauszufinden, wie Deine ganz eigenen ersten Schritte zu einem bewussten Leben aussehen.

 

Entscheiden, nicht wünschen

Der Startpunkt Deiner Reise sollte genau das sein: eine Entscheidung. Eine Entscheidung, Dein Leben bewusst zu gestalten – nicht nur der Wunsch, ein bewusstes Leben zu führen. Das klingt wie Haarspalterei, aber es ist doch eine so wichtige Unterscheidung. Wünsche sind großartig, sie regen zum Träumen an und geben uns ein wohlig-warmes Gefühl. Aber sie führen nicht zu Veränderung. Veränderung bedeutet Arbeit – und das bedeutet immer auch: Motivation, Disziplin und Anstrengung.

Wenn Du also wirklich ein bewusstes Leben führen möchtest, dann nimm Die Zügel in die Hand. Gestehe Dir selbst eine aktive Rolle zu. Du gestaltest Dein Leben. Wenn Du Dir Deine Entscheidungskompetenz aberkennst, werden Entscheidungen von anderen für Dich getroffen werden – und andere Menschen verfolgen in der Regel andere Ziele als Du. Also starte genau damit: entscheide Dich, dass Du Dein Leben bewusst gestalten wirst. Sieh der Veränderung – der Selbstmotivation, Disziplin und Anstrengung – ins Auge und sage – ganz bewusst – JA!

 

Reflektion statt Aktionismus

Solltest Du direkt beginnen wollen – mit dem Ausmisten, mit dem Meditieren, mit einem Achtsamkeitstagebuch – tue das, aber schiebe die Selbstreflektion nicht zu lange vor Dir her.

Reflektiere über Deinen Wunsch – und Deine Entscheidung – ein bewusstes Leben zu führen und versuche, Dein Warum zu identifizieren.

Dein Warum ist genau das – der Wunsch, das Gefühl, das Ziel, das hinter dem bewussten Leben steht. Warum möchtest Du ein bewusstes Leben führen? Dein Warum ist ein unheimlich starker Motivator – und Dein Wissen darüber wird Dir helfen, die Veränderung Stück für Stück Realität werden zu lassen.

Dein Warum zu kennen, hat aber noch einen weiteren Vorteil: es gibt Dir Hinweise darauf, was Du verändern solltest. Wenn Dein Warum ist, dass Du mehr Zeit mit Deiner Familie verbringen möchtest, werden Deine Schritte anders aussehen, als wenn Dein Warum ist, dass Du ein zufriedenerer Mensch sein möchtest. Die Schritte auf diesem Weg sind nicht konträr, aber der Fokus ist nichtsdestotrotz ein anderer – und das bedingt Dein Vorgehen.

Achtsamkeit hat umfassende Auswirkungen auf mein Leben. | modernslow.com

Bewusstes Leben heißt…

Wenn Du reflektierst – und das ist bei so einem großen Ziel ein Prozess und nicht eine einmalige Angelegenheit – dann werde konkret, wie Dein bewusstes Leben aussieht. Wohnst Du ländlicher? Wohnst Du in einer kleineren Wohnung als bisher? Reist Du um die Welt? Wie sieht es mit der Arbeit aus? Gibt es bestimmte Dinge oder Tätigkeiten, die Du Dir für Deinen Alltag wünscht? Werde so konkret wie es geht, um Klarheit zu bekommen wie ein bewusstes Leben für Dich aussieht. Du kannst definieren, was ein bewusstes Leben für Dich ganz persönlich umfasst.

Wann immer sich bestimmte Aspekte konkretieren, reflektiere noch einmal kritisch, ob es sich wirklich um Deine persönliche Definition handelt, oder ob Du Dich zu sehr von anderen Leuten inspirieren lassen hast. Inspiration ist etwas wundervolles, aber Inspiration verlangt auch immer von uns, dass wir uns die Frage stellen, was Inspiration und was unser eigener, intrinsischer Wunsch ist. Diese konkreten Aspekte Deines bewussten Lebens geben Dir wertvolle Hinweise darauf, welche Veränderungen Du angehen solltest.

 

Wie sehen die ersten Schritte für ein bewusstes Leben aus? Wie kannst Du anfangen, ein bewusstes Leben zu gestalten? | modernslow.com

Fang an – ein bewusstes Leben passiert nicht, Du erschaffst es!

Und dann kommt letztendlich der Punkt, an dem Du Deinem eigenen Bauchgefühl vertrauen musst, und einfach startest. Du bist der Experte für Dein Leben. Vertrau Dir selbst und leg los. Triff eine Entscheidung, bei der Du ein gutes Gefühl hast – oder die gut in Dein Leben passt (z.B. ein bereits geplanter Umzug, der das Ausmisten in den Mittelpunkt rückt) – und dann leg los!

 

Sei achtsam bei jedem Schritt

Während Du Deine Schritte in Richtung bewusstes Leben gehst, sei achtsam, was die Veränderung mit Dir macht. Veränderungen passieren oft in Schüben. Du arbeitest darauf hin und findest Dein Gleichgewicht und dann – weil sich etwas in Deinem Umfeld verändert hat oder weil Du Dich selbst verändert hast – hast Du erneut das Bedürfnis, etwas anzupassen und Dir Dein neues Gleichgewicht zu suchen.

Und ja, Du kannst natürlich mehr als eine Veränderung angehen. Du kannst Ausmisten und Meditieren. Du kannst Deine Wohnung und Dein Innenleben gleichzeitig bewusster gestalten. Beides schließt sich nicht aus. Es passt sogar hervorragend zusammen und verstärkt sich auch gegenseitig. Aber wiederum: sei achtsam. Lass Dich nicht von einem versteckten Perfektionismus überrollen!

Das Leben, das die meisten von uns leben, ist oftmals ein ganzes Stück von einem bewussten Leben entfernt. Stress ist ein ganz normaler Bestandteil des Alltags und Zeit für uns selbst Mangelware. Um solche Gewohnheiten hin zu einem bewussten Leben zu verändern, braucht es Zeit und Energie. Gewähre sie Dir! Wenn Du Dir zu viel auf einmal zugemutet hast, dann fokussiere Dich neu auf einzelne Bereiche – und vertage bestimmte Veränderungen auf später. Vor allem: sei nachsichtig mit Dir selbst. Wichtig ist, dass Du Dich Veränderung bewusst und aktiv vorantreibst. Das Tempo ist Deine Entscheidung.

 

Was ist auf Deinem persönlichen Weg gerade Deine größte Herausforderung?

Worauf legst Du gerade den Fokus?  Ausmisten oder Innenleben?

capsule wardrobe | modernslow.com

Wie klein kann eine minimalistische Garderobe wirklich sein?

Ein minimalistischer Kleiderschrank klingt erstrebenswert und schwierig zugleich. Wie oft solltest Du ein Kleidungsstück tragen, damit es einen Platz in Deiner minimalistischen Garderobe erhält? Wie so oft im Leben, gibt es keine einfache, absolute Antwort. Eine minimalistische Garderobe ist immer eine Gratwanderung zwischen einer kleinen, überschaubaren Garderobe und einer Garderobe, die Dir viele Möglichkeiten bietet und genau deshalb Freude bereitet, weil ein paar besondere oder ausgefallene Teile darin enthalten sind. In diesem Beitrag stelle ich Dir einige Möglichkeiten vor, wie Du eine kleinere Garderobe austesten kannst, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie Deine ganz individuelle minimalistische Garderobe aussehen könnte.

 

Was ist denn nun die magische Zahl?

Mit diversen Capsule Wardrobe Konzepten kursieren genauso viele Empfehlungen, wie viele Teile denn nun in einer Capsule Wardrobe enthalten sein dürfen. Ich persönlich habe mich nie an diese Zahlen gehalten. Wieso ist meine Capsule Wardrobe erst vollständig, wenn ich 33 oder 37 Teile habe? Soll ich jetzt noch Teile kaufen, nur weil ich 31 Teile ausgewählt habe? Oder noch welche aussortieren, weil ich ich 35 Kleidungsstücke ausgewählt habe? Ihr seht schon: von solchen willkürlichen Zielgrößen halte ich wenig.

Aber: sie geben dennoch eine gute Indikation. 30-40 Teile für 3 Monate sind für die meisten von uns genau der Umfang, der uns zwingt, bewusst den Inhalt unseres Kleiderschranks zu hinterfragen, ohne komplett in Angstschweiss auszubrechen. Gerade bei den ersten Versuchen… Selbst wenn Du Dir noch nicht so ganz darüber im Klaren bist, was denn nun Dein Stil ist (hier findest Du Hilfe, um Deinen Stil zu finden) und welche Teile am Besten zu kombinieren sind, deckst Du mit 30-40 Teilen genügend Optionen ab, um in den 3 Monaten einer Capsule Wardrobe nicht vollkommen verzweifelt vor dem Kleiderschrank zu stehen.

Wege zur minimalistischen Garderobe

Ohne Ausmisten geht es nicht. Um eine minimalistische Garderobe zusammenzustellen, wirst Du Teile aus Deinem Kleiderschrank verbannen müssen. Aber welche? Wir tun uns oft schwer einzuschätzen, wie viele Teile aus unserem Kleiderschrank wir tatsächlich tragen. Genauso verhält es sich mit der Frage, wie oft wir bestimmte Kleidungsstücke tragen. Um ein Gefühl für Deine minimalistische Garderobe oder Deine erste Capsule Wardrobe zu erhalten – ohne gleich mit dem Ausmisten zu starten –  kannst Du mehrere Möglichkeiten nutzen. Diese Challenges geben Dir die Möglichkeit, Deine Favoriten – und die Teile, die Du nie trägst – zu identifizieren ohne direkt mit dem Ausmisten zu starten. Gerade wenn Du befürchtest, dass Dir das Ausmisten Deines Kleiderschranks schwerfallen wird, kann so eine Challenge eine gute Möglichkeit sein, um wirklich praktische Informationen zu Deinem Trageverhalten zu sammeln.

Kleiderbügel-Ballett

Am Anfang eines Monats drehst Du alle Kleiderbügel im Kleiderschrank um 180 Grad. Wann immer Du ein Kleidungsstück trägst, drehst Du den zugehörigen Kleiderbügel wieder in die “richtige” Richtung. Die Idee ist, dass Du am Ende des Monats ganz einfach siehst, welche Kleidungsstücke Du tatsächlich nicht trägst. Schwieriger wird es natürlich, wenn Du viele Deiner Kleidungsstücke in Schüben und Fachböden verstaut hast, aber die Grundidee ist sicher adaptierbar.

Wie klein kann eine minimalistische Garderobe sein? | modernslow.com

Eine Kleiderschrank-Challenge

Kleiderschrank-Challenges sind eine schöne Möglichkeit um das eigene Kleidungsverhalten besser kennenzulernen ohne in große Vorleistung zu gehen, was Ausmisten o.ä. angeht. Das Prinzip ist immer gleich: x Teile für x Tage. Es gibt eine 10×10 Challenge, eine 30×30 Challenge, und ab diesem Donnerstag auch eine 15×30 Challenge. Sunray und Micha legen eine Schippe drauf und laden dazu ein nur 15 Teile in 30 Tagen zu tragen. Ich bin gespannt und dabei. Wer meine Outfits sehen will (die bei 15 Teilen bestimmt schnell repetitiv sind :)), kann diese auf Instagram sehen.

Das Minimalism-Game für den Kleiderschrank

Eine wie ich finde sehr umständliche Methode, aber sicher mit vielen Einsichten verbunden. Analog zum Vorgehen der Minimalists packst Du Deinen Kleiderschrank in Kisten und hängst nur Kleidungsstücke in Deinen Kleiderschrank zurück, wenn Du sie getragen hast.

Eine Travel Capsule

Eine Reise bedeutet für Dich genau das: Du nimmst nur einen Ausschnitt aus Deinem Kleiderschrank mit. Und wenn Du Gepäckbeschränkungen hast, wirst Du die Teile auswählen, die (1) am besten geeignet sind und (2) ohne die Du nicht sein möchtest. Klar, je nach Urlaubsziel und Aktivitäten kann der Informationsgehalt für Deine alltägliche Garderobe begrenzt sein. Aber eine Travel Capsule ist eine tolle Möglichkeit, um in das Mindset zu kommen, dass hinter einer minimalistischen Garderobe steht.

 

Meine Tipps für das Erstellen Deiner minimalistischen Garderobe

In dem folgenden Video findest Du meine Tipps, um Deine Capsule Wardrobe oder eine minimalistische Garderobe zu erstellen. Ja, ein Video…! Heute gibt es ein neues Format auf Modern Slow. Das Video hatte tatsächlich seine Premiere bereits im Frühjahr diesen Jahres, denn es war ein exklusiver Beitrag für die Modern Slow Community. Wenn auch Du regelmäßig exklusive Beiträge, persönliche Inspiration und Hintergrundinfos vor allen anderen erhalten möchtest, kannst Du hier Mitglied der Modern Slow Community werden. Viel Spass mit dem Video (und seid nachsichtig, es war mein Erstes… :))

Was ist Deine Schätzung: wie viele Kleidungsstücke trägst Du in 30 Tagen?

Was hat Dich bisher abgehalten, eine Capsule Wardrobe zu probieren?

Meine minimalistische Garderobe kann nicht ohne: das weiße Hemd. | modernslow.com

In 7 Schritten zu Deiner minimalistischen Garderobe

Unabhängig davon, ob Du eine Capsule Wardrobe hast oder nicht: Du kannst Deinen Kleiderschrank minimalistischer gestalten und Dein Leben so unheimlich vereinfachen. Seit ich vor anderthalb Jahren meinen Kleiderschrank radikal ausgemistet und minimalistisch gestaltet habe, bin ich so zufrieden wie noch nie mit meiner Garderobe. Seit mein Kleiderschrank – nach früheren Standards – quasi leer ist, hatte ich kein einziges Mal mehr den berüchtigten “ahhh, nichts zum Anziehen” Moment. Im Gegenteil, ich bin in kürzester Zeit angezogen und fühle mich jedesmal wohl in meiner Kleidung. In diesem Beitrag stelle ich Dir die Schritte vor, mit denen Du Deine minimalistische Garderobe realisieren kannst.

1 Ausmisten

Ja, am Ausmisten führt kein Weg vorbei. Deine minimalistische Garderobe (oder Teile davon) befindet sich schon in Deinem aktuellen Kleiderschrank, aber sie ist verborgen unter jeder Menge anderer Kleidung. Du weißt schon, die „ach, das kann ich noch zu Hause tragen“ Klamotten, die „das sieht bestimmt klasse aus, wenn … – irgendetwas mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von weniger als 50% – passiert“ Kleidung, die „ich weiß nicht so recht, aber es war im Sale“ Stücke. Um Deine minimalistische Garderobe zu erstellen, muss erst einmal alles raus aus dem Kleiderschrank und auf die Waagschale: sicher behalten – vielleicht – definitiv weg. Mehr Tipps speziell zum Kleiderschrank ausmisten, findest Du hier bei Modern Slow. Und Sabine von A Hungry Mind hat einen tollen Artikel, der mit den üblichen Gedankenschleifen rund ums Ausmisten gehörig aufräumt.

2 CSI Kleiderschrank

Sei aufmerksam und achtsam während Du ausmistest. Gibt es Kleidungsstücke, die Du immer wieder kaufst, aber letztendlich (so gut wie) nie trägst? Gibt es Kleidungsstücke, von denen Du am liebsten mehrere hättest? Kannst Du Kaufmuster erkennen? Gibt es Farben/ Stoffe/ Muster, die Du immer wieder kaufst? Welche Kleidungsstücke trägst Du am häufigsten? Was macht die Kleidungsstücke aus, die Du schon seit Jahren gerne trägst? Auch wenn Du Kleidungsstücke aussortierst, versuche möglichst viele Informationen daraus zu ziehen. Diese Informationen werden Dir in vielerlei Hinsicht helfen: um Deinen Stil besser zu verstehen und um Deine Einkäufe in Zukunft bewusster und gezielter zu gestalten.

3 Dein Leben, Dein Stil

Wenn Du ehrlich ausgemistet hast, werden die meisten Teile, die auf dem das kann weg Stapel gelandet sind, in diese Kategorien fallen: passt nicht zu mir, darin fühle ich mich nicht wohl, und das trage ich nie. Was diesen Kategorien gemein ist: sie zeigen Dir was Dein Stil ist. Naja, etwas komplizierter: sie zeigen Dir den Negativabdruck Deines Stils, also was Dein Stil gerade nicht ist. Aber dieses Wissen ist unheimlich wertvoll – genauso wie das Wissen um die Teile, die Du immer und immer wieder trägst. All das hilft Dir zu verstehen, in welchen Kleidungsstücken Du Dich wohl fühlst. Denn das ist doch letztendlich das Ziel hinter all dem Ausmisten und kuratieren und minimalisieren: wir wollen einen Kleiderschrank gefüllt mit Kleidung, in der wir uns wohlfühlen – und gut aussehen.

Eine Capsule Wardrobe kann Dein Leben um sovieles vereinfachen. Wie damit beginnen? Tipps findest Du auf Modern Slow. | modernslow.com

Versuche also Deinen Stil besser zu verstehen. Klingt schwierig? Nun, ganz einfach ist es nicht, aber es ist auch keine Rocket Science. Du musst am Ende nicht Deinen Stil mit einem Adjektiv beschreiben können. Wichtig ist, dass Du selbst eine konkrete Vorstellung davon hast, was Deinen Stil ausmacht und welche Kleidungsstücke Deinem Stil entsprechen. Letztlich ist Dein Stil das Produkt aus Deiner Ästhetik und Deinem Leben.

Finde Deinen Stil und liebe Deine Garderobe. | modernslow.com

Um Dir zu helfen Deinen Stil zu finden, kannst Du Dir hier das neue, überarbeitete Arbeitsbuch Finde Deinen Stil – Ohne Stress Gut Angezogen von Modern Slow herunterladen. Das Arbeitsbuch ist vollkommen kostenlos und hilft Dir besser zu verstehen, in welcher Kleidung Du Dich wirklich wohl fühlst. Auf 25 Seiten findest Du Tipps, Strategien und Gedankenanstöße, mit denen Du Deinen Stil herausfinden kannst.

4 Basics

Wenn Du weniger Kleidungsstücke im Kleiderschrank haben willst, kommst Du an vielseitig einsetzbaren Basics nicht vorbei. Basics sind die Kleidungsstücke, die Du in verschiedenen Outfits tragen kannst. Was genau Basics für Dich sind, hängt stark von Deinem (Lebens-)Stil ab. Wo spielt sich der Großteil Deines Tages ab, im Büro oder auf dem Spielplatz oder irgendwo dazwischen? Tolle Basics können eine Jeans, ein Hemd oder ein Strickcardigan sein – vollkommen individuell nach Deinen Bedürfnissen.

 

5 Farblich Abgestimmt

Wenn Du Deinen Stil nun kennst und aufmerksam beim Ausmisten vorgegangen bist, hast Du nun bestimmt eine Vorstellung, was die Farbpalette Deiner Garderobe angeht. Eine farblich abgestimmt Garderobe hilft Dir ebenfalls, die Anzahl Deiner Kleidungsstücke zu reduzieren und Dir gleichzeitig viele Kombinationsmöglichkeiten zu erlauben. Nein, niemand sagt, dass Du ab jetzt als sterotyper Minimalist im Schwarz-Weiß-Look rumlaufen musst. Deine Farbpalette kann vollkommen individuell sein, vielleicht liebst Du dunkle Töne wie burgund, smaragd und lila, oder vielleicht fühlst Du Dich in Pastellfarben am wohlsten. Vielleicht bist Du auch die Person, die sich in kräftigen Farben und auffallenden Prints am wohlsten fühlt. Oder Du bist jemand, der sich am liebsten in neutrale Farben wie weiß, beige, grau, und dunkelblau kleidet. Ganz egal: sei aufmerksam, in welchen Farben Du Dich wohl fühlst – vielleicht hilft Dir auch ein Farbtest, zu finden bei der lieben Sunray von The Organized Cardigan dabei – und stelle Deine Garderobe in diesen Farben zusammen.

6 Wunschliste

Jetzt bist Du wahrscheinlich an einem Punkt, an dem Du am liebsten einkaufen gehen würdest. Tu es nicht! Nutze die Gelegenheit und reflektiere noch einmal genau über die Kleidungsstücke, die Du kaufen möchtest. Schreibe alles was Deiner Meinung nach für Deine minimalistische Garderobe fehlt auf. Ja, wie ein Wunschzettel. Sei dabei so konkret wie möglich. Wie genau soll die Jeans aussehen, die noch zu Deinem Glück fehlt? Blau oder schwarz? Skinny oder Boyfriend? Eine bestimmte Waschung? Ziernähte und Reißverschlüsse? Und wenn Du Deinen Wunschzettel erstellt hast, dann wartest Du. Versuche ein paar Tage, vielleicht sogar ein paar Wochen mit Deinem neuen, minimalistischen Kleiderschrank zu leben. Manche Wünsche lösen sich in Luft auf, manche kommen neu dazu. Mit dem Einkaufen zu warten gibt Dir den Raum, ein Gefühl für Deine Garderobe zu entwickeln und Deine Bedürfnisse besser zu verstehen ohne Dein Geld in Kleidungsstücke zu investieren, die Du unter Umständen ein paar Monate später bereits wieder ausmistest.

 

Erstelle Deine minimalistische Garderobe - und fühle Dich wohl mit Deiner Kleidung, jeden einzelnen Tag. | modernslow.com

7 Keine Kompromisse

Damit deine Garderobe auch längerfristig minimalistisch bleibt, ist die Devise beim Einkauf: keine Kompromisse. Deine Wunschliste hilft Dir dabei, dass Du die richtigen Kleidungsstücke kaufst und nicht am Ende mit 3 schwarzen Jeans dastehst. Die Devise keine Kompromisse gilt auch bevor Du Deine Bankkarte im Laden zückst. Passt das Kleidungsstück wirklich gut? Fühlst Du Dich wirklich wohl darin? Zwickt nichts und fällt es richtig? Ist das Kleidungsstück gut verarbeitet? Ist das Material, das was Du Dir vorstellst und passend für den gewünschten Einsatz? Auch wenn Du Dir noch so sehr eine schwarze Jeans, ein Strickkleid oder ein weißes Hemd wünscht, lass Dich auf keine Kompromisse hinsichtlich Stil, Farbe, Schnitt und Passform ein. Nur wenn alles Deinen Vorstellungen entspricht, wird das Kleidungsstück Deine minimalistische Garderobe bereichern und Dir Freude bereiten.

 

Ja, eine minimalistische Garderobe zu erstellen, kostet ein wenig Zeit und Energie. Aber all das ist es wert! Ich war noch nie so zufrieden mit meiner Kleidung wie die letzten 1,5 Jahre und dieses Gefühl ist einfach unersetzlich!

Viel Erfolg beim Umsetzen!

Wenn Du Deine minimalistische Garderobe erstellt hast und ein Foto geteilt hast, lass gerne einen Link dazu hier. Ich freue mich einen Blick in Deinen Kleiderschrank zu erhaschen… 🙂

capsule wardrobe | modernslow.com

Kleiderschrank ausmisten – so klappts garantiert!

Ich habe schon einiges über das Ausmisten geschrieben. Aber wir Frauen haben manchmal eine ganz schön komische Beziehung zu unserem Kleiderschrank, daher ein eigener Artikel nur zum Ausmisten des Kleiderschranks. Unser Kleiderschrank ist der Ort, an dem wir zeigen wer wir wirklich sind – aber es ist auch der Ort, den wir voll stopfen mit Dingen, die uns helfen sollen zu sein wer wir gerne wären. Klingt kompliziert. Ist es auch. Aber: den Kleiderschrank ausmisten – genauso wie eine Capsule Wardrobe zu erstellen – verlangt gar nicht viel von Dir. In diesem Beitrag teile ich meine Tipps mit Dir wie das Kleiderschrank Ausmisten ein Erfolg wird.

 

Hole alles raus

Marie Kondo hat recht. Alles aus den Schränken und Schubladen zu holen, ist das Gebot der Stunde. Weißt Du was alles in Deinem Kleiderschrank schlummert? Höchstwahrscheinlich nicht. Also alles raus und aufs Bett (und den Boden). Ganz schön viel, oder? Das ist der Sinn und Zweck der Übung. Wenn Du alles rausholst, hast Du nicht nur einen umfassenden Überblick, über all die Kleidungsstücke, die Du besitzt (und die Du schon lange vergessen hattest, weil sie ganz inten oder ganz unten lagen). Du wirst auch mit dem Ergebnis Deines Einkaufsverhaltens konfrontiert.

Das mag vielleicht auch ein wenig unangenehm sein – vor allem, wenn Du viele Kleidungsstücke nie oder nur sehr selten getragen hast. Lass es zu, das Ziel ist es daraus zu lernen. Mache Dir keine Vorwürfe, sondern versuche zu verstehen, warum Du bestimmte Kleidungsstücke immer und immer wieder kaufst und warum Du bestimmte Kleidungsstücke so selten trägst. Dieses Wissen ist viel Wert – gerade auch beim zukünftigen Einkauf.

 

Kenne Dein Warum

Dein warum? ist Dein größter Motivator im Leben – auch außerhalb des Kleiderschranks. Darum sei Dir beim Ausmisten Deines Kleiderschranks darüber im Klaren, warum Du bestimmte Kleidungsstücke aussortierst. Du willst am liebsten nur noch nachhaltige und qualitativ hochwertige Kleidung tragen? Alle Kleidungsstücke auszusortieren, nur weil sie dieser Zielvorstellung nicht entsprechen, und dann vor einem (fast) leeren Kleiderschrank zu stehen, hilft niemandem. Eine solche Umstellung dauert Zeit. Und es ist nachhaltiger Kleidungsstücke weiterhin zu tragen, wenn Sie noch in einem guten Zustand sind und Du Dich in ihnen wohl fühlst. Anders verhält es sich natürlich mit Kleidungsstücken, in denen Du Dich nicht wohlfühlst. Denn das sollte das entscheidende Kriterium für den Inhalt Deines Kleiderschranks sein: Kleidungsstücke zu behalten und zu kaufen, in denen Du Dich wohlfühlst und die Du gerne trägst.

 

Lege die Messlatte hoch

Hand aufs Herz: bei den meisten Kleidungsstücken in Deinem Kleiderschrank hast Du innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde ein Bauchgefühl, ob Du Dich darin wohlfühlst. Versuche dieses Bauchgefühl nicht mit Kriterien wie aber das hat so viel gekostet, das kann ich unmöglich weggeben aufzuwiegen. Zum einen sagt niemand, dass Ausmisten wegwerfen oder spenden bedeutet. Es gibt genügend Möglichkeiten, Deine ausgemusterten Teile zu Geld zu machen – Vestiaire, Kleiderkreisel oder ein selbst organisierter Flohmarkt sind nur einige Beispiele. Zum anderen ist das Geld weg – so oder so.

 

Also warum an einem Kleidungsstück festhalten, dass Dir nur ein schlechtes Gewissen macht, aber keinen Nutzen bringt, da Du es nicht trägst?

 

Sich auf Deine Intuition zu verlassen hat noch einen weiteren Vorteil: wenn Du viele Wackel-Kandidaten im Kleiderschrank behältst (egal ob aus Schuldgefühlen oder Unsicherheit), wirst Du ja dennoch nur zu Deinen Lieblingsstücken greifen – so wie Du es vermutlich schon jetzt tust. Also, warum nicht einfach gleich nur die Lieblingsstücke behalten?!?

Tipps wie das Ausmisten des Kleiderschranks ein Erfolg wird. | modernslow.com

Alles für das hier und jetzt

Dieser Tipp hängt stark mit dem vorherigen zusammen: behalte nur Kleidungsstücke, die Du jetzt (oder über das Jahr hinweg) tatsächlich trägst. Das tolle bodenlange Kleid für die Party, die am Ende doch nie kam – oder für die das Kleid einfach viel zu overdressed war. Die Jeans, die perfekt passen wird, wenn nur die letzten 2, 5, oder 10 Kilo endlich runterkommen. Der Rock, der zwar toll aussieht, aber irgendwie doch ein bisschen kurz ist. Die High Heels, in denen Du super-stylish aussiehst – die Du aber nie trägst, weil Du niemals den ganzen Tag oder auch nur den Abend darin aushalten würdest.

 

Dein Kleiderschrank - Dein Stil - Deine Regeln. | modernslow.com

All diese Einkäufe passieren – ich habe sie selbst alle, leider auch mehrmals, getätigt. Am Ende verfolgen wir mit diesen Einkäufen genau das gleiche Ziel: sie sollen uns näher an das bringen, was wir sein wollen – oder was wir denken, was wir sein sollten. Aber tatsächlich, wenn sie dann in unserem Kleiderschrank hängen, vermitteln sie uns nur eines: ein schlechtes Gewissen.

Unser Leben ist langweilig, wir sind zu dick, und insgesamt einfach eine schlechtere Version eines viel besseren Ichs, das unter den 2, 5 oder 10 Kilo schlummert und darauf wartet in kurzen Röcken, glamourösen Kleidern und High Heels durch das Leben zu laufen stöckeln.

Dabei sind wir absolut toll so wie wir sind. Und selbst wenn wir wirklich – tief in uns – dünner, glamouröser und irgendwie beneidenswerter sein wollen: wir werden es nicht davon, dass diese Kleidungsstücke ungetragen im Schrank hängen! Sei also ehrlich bei der Auswahl: was willst Du wirklich – von Dir selbst heraus – tragen und worin fühlst Du Dich wohl. Versuche nicht einen Kleiderschrank zu erstellen für ein viel tolleres Leben in der Zukunft, sondern für Dein Leben im Hier und Jetzt. Ich bin mir sicher, das ist schon ziemlich großartig.

Vergiss nicht: hab Spass!

Ja, Kleiderschrank ausmisten klingt nach Arbeit. Und das, was dabei an Kaufverhalten und -entscheidungen zu Tage tritt, ist nicht immer angenehm. Aber es ist auch eine unheimlich spannende Aufgabe. Eine Aufgabe, die Dir viel über Dich selbst erzählt. Eine Aufgabe, an der Du wachsen kannst. Und ein Resultat, das Dein Leben unheimlich vereinfachen und Dich um sovieles zufriedener machen wird. Also, lass Dich darauf ein – und hab Spass.

Welche Kleidungsstücke trägst Du am liebsten?

Hand aufs Herz: was war Dein letzter Fehlkauf?

Warum einmal Ausmisten nicht reicht

Nachdem ich letzte Woche meine Erfahrungen mit Marie Kondo geteilt habe, geht es heute um das Ausmisten an sich. Ausmisten ist ein Prozess. Und da bin ich ganz und gar anderer Meinung als Marie Kondo, die bekanntermaßen die Meinung vertritt: you tidy once and for all! In diesem Beitrag erläutere ich Dir warum ich Marie Kondo in diesem Punkt vehement widerspreche und stattdessen der Meinung bin, dass einmal Ausmisten nicht reicht.

 

Warum einmal Ausmisten nicht reicht

So provokant die These mit dem einmaligen Ausmisten ist – so gerne hätte ich sie geglaubt. Wenn mich nur mein Baby gelassen hätte. Mein großes Ausmisten fand während meiner Elternzeit statt, während ich meinen ein paar Monate alten Sohn betreut habe. Die Realität war also, dass ich in Zeitintervallen von ungefähr 20 – 60 Minuten ausgemistet habe, je nachdem wie lange das Nickerchen denn dauerte. Mein Ausmisten war also ein sehr iterativer Prozess – musste es sein, wenn ich es überhaupt machen wollte. Nach ein paar Tagen habe ich aber den großen Vorteil dieses Vorgehens festgestellt: Dinge, die in der ersten Runde wehmütig auf dem vielleicht-Stapel gelandet sind, habe ich in zweiten Runde ohne mit der Wimper zu zucken auf den das kann weg-Stapel sortiert.

Nun war das Vorgehen damals zugegebenermaßen ineffizient – es war schlicht eine Notwendigkeit in dieser Situation so vorzugehen- und nichts was ich empfehlen würde. Aber es hat mich skeptisch gemacht. Nun bin ich überzeugt, dass – so schön es auch klingen mag – einmal Ausmisten einfach nicht reicht, um sein Leben zu ordnen und minimalistischer zu leben. Ausmisten ist ein iterativer Prozess. Es ist mehr eine Philosophie als ein einmaliges Ereignis.

 

Ausmisten ist schwer

Ausmisten – das sagt Marie Kondo selbst – will gelernt sein. Dinge wegzugeben fällt uns nicht leicht. Unser prähistorisches Sammlergehirn startet sämtliche aber das könnte man brauchen, wenn… Schleifen, die man sich nur so vorstellen kann (warum das kein Grund sein sollte, kannst Du auch bei Sabine von A Hungry Mind nachlesen). Noch dazu trennen wir uns nicht gerne von Dingen, für die wir unser eigenes Geld investiert haben. Was für eine Verschwendung es doch wäre etwas wegzugeben, was wir gekauft haben – oder so ähnlich klingt die Stimme in unserem Kopf.

Noch schwerer ist es oft mit Dingen, die wir geschenkt bekommen haben. Meine Mutter hat mir vor Jahren ein Buch geschenkt, das ich unbedingt lesen wollte. Nur leider hat mir das Buch so gar nicht gefallen. Es war nicht nur kein nochmal lesen-Kandidat, sondern ein Hätte ich es doch nie gelesen Kandidat. Aber es war ein Geschenk. Noch dazu von meiner Mutter. Also – das stand außer Frage – blieb das Buch im Bücherregal stehen. Auch wenn ich mich jedes mal über dieses Buch geärgert habe. Aber die Schuldgefühle… So hat das Buch mehrere kleinere Ausmistaktionen überstanden, bis ich endlich verstanden hatte, dass niemandem geholfen ist, wenn ich das Buch behalte. Auch sagt das nichts, aber auch gar nichts über die Beziehung zu meiner Mutter aus, wenn ich das Buch verkaufe.

Vielleicht musste ich das Buch so lange behalten, um daran zu wachsen. Vielleicht war ich noch nicht bereit, dazu das Buch auszumisten. Egal. Mein Punkt ist: nur durch mehrmalige Ausmistaktionen habe ich mir immer wieder diese eine entscheidende Frage gestellt: möchte ich dieses Buch behalten?

In einem Punkt widerspreche ich Marie Kondo: ich bin der Meinung, dass einmal Ausmisten nicht reicht. | modernslow.com

 

Wir leben Veränderung

Wir entwickeln uns ständig weiter, manchmal konstant und stetig über einen längeren Zeitraum, manchmal sprunghaft durch besondere Ereignisse wie einen Umzug  oder eine andere Veränderung, wie eine Hochzeit, ein (weiteres) Kind, eine Trennung. Über die Zeit verändert sich mit uns auch die Benchmark, was wir als viel (oder zu viel) Besitz und was wir als wenig Besitz empfinden. Ich war lange Zeit sehr zufrieden mit unserem Status quo, bis ich während unseres Japan-Urlaubs realisiert habe, dass ich noch weniger brauche – schon allein, weil wir mit leichtem Gepäck gereist sind – und gerne noch weniger Dinge besitzen möchte. Und so kam die zweite Runde des großen Ausmistens.

Deine persönliche Entwicklung hält vor nichts an. Dinge, die uns einmal Freude gemacht haben, sind uns nicht mehr wichtig. Dinge, die wir früher ständig benutzt haben, sind in Vergessenheit geraten. Auch diese Veränderung bedeutet, dass ein regelmäßiges Ausmisten notwendig ist.

Nicht zuletzt bedeutet Ausmisten, dass wir uns von dem trennen, was nicht mehr unseren Prioritäten entspricht, was nicht zu unserem Leben im hier und jetzt passt. Ausmisten ist mit der Suche nach unseren Werten vergleichbar: wir besinnen uns auf unser innerstes Selbst und hinterfragen, was uns wirklich wichtig ist. Wir reduzieren, entledigen uns des unnötigen Ballasts und richten so unser Leben nach unseren Bedürfnissen aus.

 

Ich bin bei weitem nicht der Meinung, dass Ausmisten zu einer Art Sport werden sollte. Jedes Wochenende mit Ausmisten zu verbringen, wäre ein Schritte in die falsche Richtung. Das birgt zudem die Gefahr, dass man Ausmistet um des Ausmistens willen – und das ist nie der Sinn und Zweck (schon gar nicht, wenn man dadurch verleitet ist unreflektiert einzukaufen). Vielmehr soll das Ausmisten Dir dienen. Es soll Dein Leben bereichern, indem es Dinge aus Deinem Leben reduziert, die keinen Mehrwert und keine Freude mehr dazu beitragen. Damit es auch wirklich im Einklang mit Deinem Leben steht, muss es also mehr als einmal erfolgen – schließlich stehst Du auch nicht still.

Marie Kondo ist der Guru für das Ausmisten. Was sind meine Erfahrungen - über ein Jahr nachdem ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe? | modernslow.com

Ausmisten mit Marie Kondo – mein Langzeitexperiment

Wenn man über das Ausmisten nachdenkt, dann begegnet man früher oder später Marie Kondo oder The KonMari Way. Ich habe das Buch das erste Mal vor über einem Jahr gelesen während ich umfassend ausgemistet habe. Nun, nach unserem Japan-Urlaub war ich inspiriert und habe eine neue Runde gestartet und deshalb das Buch noch einmal gelesen. In diesem Beitrag stelle ich Euch die wesentlichen Tipps aus Marie Kondo’s Buch vor und berichte Euch von meinen bisherigen Erfahrungen nach über einem Jahr mit Marie Kondo’s Tipps.

 

Auf die Reihenfolge kommt es an

Laut Marie Kondo sollte man nicht nach Zimmern oder Schrankweise ausmisten, sondern nach Kategorien. Marie Kondo empfiehlt sogar eine bestimmte Reihenfolge. So solltest Du mit Kleidung starten und dann über Bücher, Pflegeprodukte, Elektronik, usw Dich zur letzten Kategorie, den sentimentalen Gegenständen vorarbeiten. Die Idee ist, dass man mit den Kategorien startet, die leichter auszusortieren sind, da man eine weniger starke Bindung zu den Gegenständen hat. Nach Kategorien vorzugehen hat absolut seinen Reiz, da man so den Überblick hat, was man alles besitzt. Auch die Empfehlung mit der Kleidung zu starten, kann ich so unterschreiben. Für mich war das Ausmisten meines Kleiderschranks und das Erstellen einer Capsule Wardrobe definitiv ein wichtiger Schritt hin zu einem minimalistischeren Leben.

Bei meiner aktuell laufenden zweiten Ausmistaktion gehe ich allerdings nicht in dieser Reihenfolge vor. Ich arbeite mich zwar durch die Kategorien, aber begonnen habe ich nicht mit der Kleidung, sondern mit den Pflegeprodukten. Da ich das Ausmisten parallel zum Tagesgeschehen mache, ist für mich Zeit der Faktor, der entscheidet was nun ausgemistet wird. Mein Eindruck ist, dass die Reihenfolge der Kategorien als Ausmist-Veteran eine durchaus weniger wichtige Rolle spielt. Als Ausmist-Neuling empfehle ich Dir auf jeden Fall mit der Kategorie zu beginnen, zu der Du die geringste Bindung hast, vermutlich Pflegeprodukte oder Kleidung und Dich dann analog zu Marie Kondo zu den sentimentalen Kategorien vorzuarbeiten.

 

Alles muss raus!

Du sollst natürlich nicht alles, was Du besitzt, entsorgen. Aber, wenn Du Dich einer Kategorie widmest, empfiehlt Marie Kondo alle Teile dieser Kategorie aus den Schränken zu holen. Du willst Deine Kleidung ausmisten – vielleicht weil Du eine Capsule Wardrobe erstellen möchtest? Dann hol alle Kleidungsstücke aus den Schränken, aus den Wäschekörben, den Schubladen und Kisten. Ganz schön viel oder? Das ist der erste Vorteil dieser Methode und etwas was ich uneingeschränkt empfehle. Egal welche Kategorie Du aussortierst: sich vor Augen zu führen, wie viel man besitzt, ist schockierend – und motivierend zugleich.

Außerdem kannst Du so Kaufmuster erkennen. Gibt es Dinge, die Du immer und immer wieder kaufst? Kaufst Du ständig neue Strumpfhosen, weil Du vergessen hast, wo Du die Notfallstrumpfhose hingeräumt hast? Besitzt Du mehrere schwarze Jeanshosen, obwohl Du immer nur eine trägst? Hast Du mehrere Röcke, die Du noch nie getragen hast, weil Du Dich irgendwie doch nicht darin wohl fühlst? Dieses Wissen über Dein Kaufverhalten ist unheimlich wertvoll, um in Zukunft bewusster einzukaufen – schließlich willst Du ja nicht ein paar Monate später schon wieder vor einem ähnlich großen Berg an Kleidung stehen.

 

Does it spark joy?

Does it spark joy? ist wohl der Satz schlechthin, den man mit Marie Kondo verbindet. Marie Kondo empfiehlt alle Gegenstände in die Hand zu nehmen und sich dabei genau das zu fragen: does it spark joy? Nur wenn der Gegenstand Freude in Dir auslöst, behältst Du ihn. Wenn nicht, wird er aussortiert.

Ich muss gestehen, als ich das Buch das erste Mal gelesen habe, war ich diesem Satz gegenüber ziemlich skeptisch. Für mich klang er ein wenig esoterisch. Vor allem im Vergleich zu klar definierten Kriterien wie habe ich den Gegenstand in den letzten 12 Monaten benutzt?. Aber inzwischen verstehe ich ihr Argument. Ein Gegenstand der uns keine Freude bringt, ist ein Gegenstand den wir nicht vermissen. Also warum nicht aussortieren? Zudem finde ich es schön, dass Marie Kondo’s Kriterium does it spark joy? sich darauf konzentriert, Dinge zu identifizieren, die wir behalten möchten. Positivauswahl statt Negativliste.

Dennoch, gerade am Anfang des Ausmistens, haben harte Kriterien, wie habe ich den Gegenstand in den letzten 12 Monaten benutzt? einen Vorteil: sie sind greifbarer und leichter umzusetzen. Beim Ausmisten stelle ich mir daher mehrere Fragen: bringt mir dieser Gegenstand Freude? Habe ich den Gegenstand in den letzten 12 Monaten benutzt? Wenn ich noch einmal bei einem Umzug nur wenige Boxen mitnehmen könnte, würde ich den Gegenstand mitnehmen?

Marie Kondo ist der Guru für das Ausmisten. Was sind meine Erfahrungen - über ein Jahr nachdem ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe? | modernslow.com

 

Kleider-Origami oder die Kunst Wäsche zu falten

Marie Kondo empfiehlt Kleidung gefaltet und nicht auf Kleiderbügeln hängend zu lagern. Spezieller Twist: die Kleidung wird nicht flach gefaltet, wie Du sie im Laden findest, sondern hochkant, so dass die Kleidung auf der Kante steht. Ganz ehrlich, als ich das das erste Mal gelesen hatte, schwankte meine Reaktion zwischen was für ein Käse und das funktioniert nie. Aber die Technik hat einige Vorteile und trotz meiner anfänglichen Skepsis benutze ich diese Methode nun seit über einem Jahr sehr erfolgreich für den Großteil meines Kleiderschranks. Hemden und Kleider befinden sich weiterhin auf Kleiderbügeln. Der Rest ist tatsächlich hochkant gefaltet. Das klappt übrigens ganz intuitiv, wenn man einfach mal ein Kleidungsstück in die Hand nimmt und es ausprobiert.

Ein wesentlicher Vorteil dieser Technik: man sieht auf einen Blick was man besitzt. Denn mal ehrlich: das T-Shirt, das unten im Stapel liegt, tragen wir nie. Aus den Augen, aus dem Sinn. Weiterer Vorteil: wenn ich mich beim Anziehen umentscheide, ist die Ordnung schnell wieder hergestellt. Aber wehe man zieht ein Kleidungsstück aus einem Stapel mit flach gefalteter Kleidung heraus…

 

Alles hat seinen Platz

Marie Kondo empfiehlt, dass alle Gegenstände einer Kategorie an einem Ort aufgeräumt werden sollten. Ihre Theorie: unser Zuhause wird wieder und wieder unordentlich, weil wir nicht wissen wohin wir all die Gegenstände, die wir besitzen aufräumen sollen. Ja, da hat die Gute den Nagel auf den Kopf getroffen. Wann immer Dinge bei uns zu Hause einfach so rumliegen, hat das genau diesen Grund: wir sind uns nicht so ganz sicher, wo das Teil hingehört. Insgesamt war dieser Rat von Marie Kondo am schwierigsten umzusetzen und durchzuhalten. Das wurde mir so richtig bei meiner aktuellen Ausmistaktion bewusst, denn viele Dinge, die ich dieses mal ausgemistet habe, waren Duplikate.

 

Zusammenfassend, ist Marie Kondo’s Buch absolut empfehlenswert, wenn Du Ausmisten möchtest. Das Buch hat viele wertvolle Tipps, die helfen diese riese Aufgabe leichter umsetzbar zu gestalten. Muss man das Buch gelesen haben, bevor man mit dem Ausmisten startet? Absolut nicht. Ich bin der Meinung, dass beim Ausmisten vor allem eines zählt: dass Du anfängst. Du kannst klein anfangen, z.B. mit Deiner Handtasche, oder Du nimmst Dir gleich Deinen Kleiderschrank vor. Ja, wenn Du klein anfängst, arbeitest Du nicht eine gesamte Kategorie ab. Aber das ist in Ordnung. Ausmisten ist ein Prozess. Mehr dazu nächste Woche…

Bis dahin würde mich interessieren:

Hast Du Marie Kondo’s Buch schon gelesen?

Hast Du schon einmal umfassend ausgemistet?

Was war der Auslöser für Dein Ausmisten?

Eine Capsule Wardrobe kann Dein Leben um sovieles vereinfachen. Wie damit beginnen? Tipps findest Du auf Modern Slow. | modernslow.com

5 Tipps für Deine (erste) Capsule Wardrobe

Hast Du den Entschluss eine Capsule Wardrobe zu machen? Was nun? Eine Capsule Wardrobe zu erstellen, klingt zunächst einmal gar nicht so leicht. Zugegeben, gerade die erste Capsule Wardrobe zu erstellen kostet etwas Zeit, aber nach über einem Jahr mit Capsule Wardrobes kann ich Dir auch sagen: mit dem richtigen System wirst Du immer weniger Zeit benötigen. Und Du wirst Dir damit unheimlich viel Zeit und Energie in Deinem Alltag sparen. Also: Du bist bereit? In diesem Beitrag stelle ich Dir meine Top 5 Tipps für Deine (erste) Capsule Wardrobe vor.

 

Tipp 1: Miste vorher aus

Ja, Du würdest am liebsten sofort mit Deiner Capsule Wardrobe starten. Aber halt! Es führt kein Weg daran vorbei: den Kleiderschrank ordentlich auszumisten ist essentiell für Deine Capsule Wardrobe. Weißt Du was da so alles in Deinem Kleiderschrank schlummert? Wenn Du nicht vor kurzem ausgemistet hast, würde ich wetten, dass Du überrascht sein wirst von so manchen Teilen, die Du in den Untiefen Deines Kleiderschranks findest. Genauso ging es mir auch. Zudem wird es viel leichter Deine Capsule Wardrobe zu erstellen, wenn Deine Ausgangsbasis Kleidungsstücke sind, die Dir passen und die Du wirklich trägst. Also bevor es richtig los geht, hole alles aus Deinem Kleidungsschrank heraus – ganz im Stil von Marie Kondo und miste so richtig aus.

 

Tipp 2: Keine Schubladen… im Kopf!

Ja, Deinen Stil zu kennen oder zu finden, ist wichtig – das sage ich selbst. Aber setze Dich nicht zu sehr unter Druck. Der Frauenzeitschriften-Tipp Deinen Stil mit drei Adjektiven zusammenzufassen oder drei Stilikonen zu identifizieren kann zwar hilfreich sein, aber ist keineswegs so essentiell wie mache uns das glauben machen wollen. Natürlich, wenn Du das weißt, hilft Dir das sicherlich, um Deine Garderobe danach auszurichten. Aber es ist keine Voraussetzung. Ich habe noch keine dieser Übungen gemacht – und wüsste aus dem Stehgreif weder die drei richtigen Adjektive noch bekannte Persönlichkeiten, die meinen Stil treffen. Dennoch war und bin ich sehr zufrieden mit meinen Capsule Wardrobes. Versuche Dich nicht in irgendwelche Schubladen zu pressen, nur um der Schubladen willen. Denke über Deinen Stil nach und wenn Du Ideen im Kopf hast, dann lege los!

 

Tipp3: Mach Dein Ding

Es gibt mehrere Konzepte im Internet was eine Capsule Wardrobe ist und wie viele Teile sie umfassen darf. Ich persönlich finde die Frage, ob es nun 33 oder 37 Teile sein dürfen, vollkommen nebensächlich. Auch die Frage, welche Kategorien nun Teil Deiner Capsule Wardrobe sind, ist für mich etwas, was man nach seinen Bedürfnissen beantworten kann. Typischerweise sind Accessoires Teil der 33 (oder 37) Teile. Ich für mich habe diese Kategorie ausgeschlossen. Nicht weil ich mir ein Hintertürchen bauen wollte, sondern weil ich so gut wie keine Accessoires besitze oder trage. Die Regeln sind ein toller Ausgangspunkt, aber verbiege Dich nicht nur um der Regeln willen. Gestalte die Regeln, dass sie zu Dir und Deinem Lebensstil passen – und dem eigentlichen Ziel dienen: eine Garderobe zusammenzustellen, die Dein Leben vereinfacht und gleichzeitig bereichert.

Wie erstellt man eine Capsule Wardrobe? Vor allem wenn es die erste ist? | modernslow.com

Tipp 4: Kaufe nicht zu viel bevor es losgeht

Ein weiterer Aspekt, wo ich bewusst von den “Regeln” abweiche: sowohl Project333 als auch unfancy empfehlen vor Beginn der Capsule Wardrobe das Shopping dafür zu erledigen. Ich verstehe und unterstütze die Intention: begrenze Dein Shoppen und kaufe nur ganz bewusst ein. Aber ich bin der Meinung, dass die Prämisse alle Teile vor Beginn der Capsule Wardrobe haben zu müssen, einen Druck aufbaut, der vollkommen unnötig ist. Vielmehr bin ich der Meinung, dass eine Shopping-Deadline nur dazu führt, Kleidungsstücke zu kaufen, die ok sind – damit man sie eben hat, da man ja die nächsten 3 Monate nicht mehr einkaufen darf. Aber die Idee der Capsule Wardrobe ist es doch nur noch Kleidungsstücke zu kaufen, die wirklich 100% passen, Kleidnungsstücke, die man wieder und wieder anziehen wird. Mein Tipp daher: kaufe Kleidungsstücke bewusst ein – egal ob vor oder während der Capsule Wardrobe.

Tipp 5: Hab Freude daran

Allen voran: hab Freude daran Deine Capsule Wardrobe zusammenzustellen und damit zu leben. Seinen Stil zu finden und die “perfekte” Capsule Wardrobe zu erstellen kann dauern – zudem entwickeln wir uns ständig weiter. Es wird also nie langweilig. Manche Deiner Capsule Wardrobes werden fantastisch zu Dir passen und andere brauchen ein paar Änderungen. Aber Teile auszutauschen hat nichts mit Versagen zu tun. Du hast etwas dazu gelernt, über Dich, Deine Werte und Deinen Stil. Viele von uns, mich eingeschlossen, kämpfen mit Perfektionismus und das ist nicht nur unheimlich anstrengend, sondern auch voll und ganz fehl am Platz (ein sehr ehrlicher Artikel dazu erschien kürzlich bei der lieben Jenni). Also, die 30/33/37/40 (oder wie viele auch immer) Kleidungsstücke müssen nicht perfekt sein. Freue Dich über die Stücke, die perfekt zu Dir und Deinem Leben passen und lerne aus allen anderen Kleidungsstücken.

 

Viel Erfolg und Freude bei Deiner Capsule Wardrobe!