Das Geheimnis meiner Yoga-Routine

Ganz oder gar nicht!?! Neue Gewohnheiten beginnen und beibehalten

In der Silvesternacht werden wir mutig. Wir nehmen uns Vorsätze für’s neue Jahr, stoßen auf unser neues, besseres Leben an – und würden oft all das ein paar Tage später wieder vergessen. Veränderung ist anstrengend. Gepaart mit einem vollen Alltag sind Stress und Selbstzweifel vorprogrammiert. Jedes Ziele, jede angestrebte Veränderung beruht auf Gewohnheiten. Gewohnheiten zu etablieren ist das eine, sie dann wirklich – langfristig – beizubehalten das andere. In diesem Beitrag dreht sich alles um diese Herausforderung und ich teile meine Tipps, wie eine “ganz oder gar nicht” Einstellung nicht das Ende für Deine Vorsätze und Ziele bedeutet.

 

 

Ganz oder gar nicht!

Die meisten von uns fallen zumindest für einige Routinen und Gewohnheiten in die “ganz oder gar nicht” Kategorie. Wir essen gar keine Schokolade oder gleich die ganze Tafel. Wir sind richtig diszipliniert oder verfallen in die “jetzt ist es auch schon egal” Denkweise. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem man sich mit dieser Denkweise auseinander setzen muss. Will ich das wirklich? Will ich es nicht doch noch einmal mit dem Ziel versuchen? Wenn Du Dich im “gar nicht” Bereich des Gewohnheiten-Spektrums befindest, dann gibt es für mich nur einen Weg, wie Du da wieder herausfindest. Du fängst da an, wo Du aufgehört hast.

 

 

Wie Du Gewohnheiten beibehältst

Gewohnheiten neu einzuführen ist aufregend. Die Motivation hilft Dir in den ersten Tagen und Wochen. Aber was, wenn die Motivation nachlässt? Und der Alltag überhand nimmt? Und Du dann auch noch der “ganz oder gar nicht”-Typ bist? Genau diese Frage wurde mir in der Modern Slow Community vor gut einem dreiviertel Jahr gestellt – und die Antwort findest Du in diesem Video. In diesem Video dreht sich alles darum, wie Du Gewohnheiten beibehältst – gerade, wenn Du ein “ganz oder gar nicht” Typ bist und das Fallen aus einer Gewohnheit mit Schuldgefühlen verbunden ist.

 

 

 

 

 

Ein Durchhänger ist noch nicht das Ende

 

Selbst wenn Du nur eine Kleinigkeit verändern willst, kommt eben doch das Leben mit seinen unerwarteten dazwischen. Du bist auf Reisen, Dein krankes Kind braucht Deine Aufmerksamkeit oder Dein innerer Schweinehund macht sich bemerkbar. Sei Dir darüber im Klaren, dass ein Durchhänger nicht bedeutet, dass all die Schritte und Anstrengungen umsonst war. Anstatt aufzugeben, hake es ab und mach morgen weiter.

 

Gewohnheiten beginnen und beibehalten. Ziele erreichen - aber wie? Tipps und Workshop | modernslow.com

Wenn Dir die Gewohnheit schwerfällt

 

Es gibt diese Momente, in denen die (vielleicht gar nicht mehr so) neue Gewohnheit schwerfällt. Wenn alles andere wichtiger erscheint. Wenn da einfach ein Widerstand in uns ist. Die Frage ist, wie gehen wir damit um? Mit dieser Frage beschäftigt sich der nachfolgende Podcast (kann man das so nennen, so ganz ohne “richtigen” Podcast bei itunes?!?). Das Video ist zwar ein dreiviertel Jahr alt, aber für mich noch immer absolut relevant und wichtig. Dennoch wollte ich mich dem Thema noch einmal aus einem anderen Blickwinkel annähern. Diesmal dreht sich alles um Disziplin und Deine Komfortzone.

 

 

Gewohnheiten sind die Basis

Gewohnheiten sind die Basis jedes Ziels. Welchen Wunsch Du auch gerade verfolgst – oder träumst zu verfolgen. Diesem Wunsch liegt immer auch die Veränderung von Gewohnheiten zugrunde. Dieses Thema ist nicht nur unheimlich spannend besser zu verstehen, sondern hat weitgreifende Auswirkungen auf Dein Leben. Besser zu verstehen, welche Ziele wirklich die richtigen für Dich sind und welche Veränderungen notwendig sind, um diese Ziele zu erreichen, ist eine der besten Investitionen in Dich selbst, die Du tätigen kannst. Zu verstehen, welche Schritte es Dir möglich machen, Dein Leben Stück für Stück zu verändern, ist wahrlich lebensverändernd. Und: Du kannst diese Schritte lernen. In meinem Workshop “Ziele mit Herz und Verstand” lernst Du meine 4-Schritte-Erfolgsformel, die Du auf alle Deine Ziele anwenden kannst – damit Du Deine wertvolle Zeit und Energie fokussiert einsetzt. Du erhältst 7 Videos, insgesamt 120 Minuten Training und Coaching und ein gut 40-seitiges Workbook, damit Du all die Veränderungen tatsächlich erreichst, die Du Dir wünschst. Mehr Informationen und die Bestellung findest Du hier.

 

Ziele mit Herz und Verstand - Lerne, wie Du die für Dich richtigen Ziele setzt und tatsächlich erreichst. | modernslow.com

 

Welche Gewohnheit möchtest du 2018 endlich ändern?

OHNE STRESS DURCH DIE WEIHNACHTSZEIT

Ja, die Adventszeit hat noch nicht angefangen. Aber Du denkst schon an die Weihnachtszeit, nicht wahr? Vielleicht hast Du schon eine To Do-Liste mit all den Dingen, die vor dem 24.12. noch zu erledigen sind. Und Du weißt noch aus dem letzten Jahr: irgendwann zwischer ersten und der vierten Kerze wird es stressig. Lass uns das dieses Jahr ändern. Wie wäre es mit weniger Stress in der Weihnachtszeit und dafür mehr genießen? In diesem Beitrag stelle ich Dir drei Strategien vor, wie Du ohne Stress durch die Weihnachtszeit kommst – und drei Erste-Hilfe-Strategien, wenn doch Stress ausbricht.

 

Warum ist die Weihnachtszeit oft stressig?

Weihnachten ist nur 1x im Jahr

Ja, diese Beobachtung ist ziemlich trivial. Aber ganau das ist einer der Gründe, warum die Weihnachtszeit oft stressig wird. Man kann so, so viele schöne Dinge in der Weihnachtszeit machen. Plätzchen backen, mit den Kindern basteln, Weihnachtsmärkte besuchen, sich mit Freunden auf einen Glühwein treffen, und und und. Bestimmt hast Du auch eine Liste und Bilder im Kopf mit Aktivitäten, auf die Du Dich freust. Die Sache hat nur einen großen Haken: nur weil Weihnachten ist, hört unser normaler Alltag nicht auf. Arbeit, Kinder, Haushalt, all das, was wir an jeden anderen Tag des Jahres auch tun (müssen), läuft weiter.

Wenn also der Stress in der (Vor-)Weihnachtszeit überhand nimmt – und das gilt auch für den Rest des Jahres – dann liegt das meistens auch daran, dass Du versuchst, zu viel in Deinen Alltag zu packen. Du lässt Dich leiten von “das wäre schön, wenn…”, ebenso wie von hohen Ansprüchen an Dich selbst. Hand aufs Herz, wir Frauen sind oft wirkliche Meister darin, unseren Alltag zu verkennen und stattdessen Ansprüche an uns zu stellen, die mehr mit einer utopischen Vorstellung als unserer Realität zu tun haben. Ja, es wäre schön, wenn wir all die schönen weihnachtlichen Aktivitäten und Vorbereitungen machen könnten. Aber wir haben in diesen Wochen des Jahres ja nicht automatisch mehr Zeit pro Tag. Nein, wir haben unseren ganz normalen Alltag. Vielmehr noch, genau in diese Zeit fallen oft noch viele zusätzliche Termine.

 

Weihnachtszeit heißt viele Termine

Weihnachtszeit heißt Termine über Termine: Nikolaus, Weihnachtsfeiern, Wichteln … Und dann fällt die Weihnachtszeit ja auch zusammen mit den letzten Wochen des Jahres, d.h. es kommen noch all die Dinge und Termine auf uns zu, die noch dieses Jahr erledigt werden müssen. Und all das zusätzlich zu unserem ganz normalen Alltag. Also eigentlich kein Wunder, dass wir die Weihnachtszeit oft auch als stressig wahrnehmen. Und was kannst Du dagegen tun?

 

Strategien für weniger Stress in der Weihnachtszeit

Strategie #1: Priorisieren

Je mehr Termine und To Dos, Aktivitäten und Ansprüche um Deine Aufmerksamkeit und Deine Zeit buhlen, desto wichtiger ist es, klar zu priorisieren. Was ist Dir wirklich wichtig? Auf welche Aktivitäten möchtest Du in der Weihnachtszeit nicht verzichten? Gibt es Familienrituale? Gibt es Termine oder Aktivitäten, die unvermeidbar (wirklich, ehrlich unvermeidbar?!) sind? Nutze die Zeit bevor die Weihnachtszeit losgeht, um Klarheit zu haben, welche Dinge in den kommenden Wochen auf Dich zukommen werden. Evaluiere ganz ehrlich: wie viel steht jetzt schon in Deinem Kalender? Wie viel Platz (Zeit und Energie) ist da noch für andere Aktivitäten? Gibt es Termine und Aktivitäten, die Dir eigentlich nicht wichtig sind und kannst Du noch aus der Nummer raus oder eine andere Lösung finden? Klarheit über Deine Prioritäten in dieser Weihnachtszeit wird Dir auch helfen zu entwcheiden, wenn im Laufe des Dezembers immer neue To Dos und Aktivitäten auf Dich zukommen.

 

Strategie #2: Ruhepausen und Kraftrituale

Schon während der letzten 11 Monate waren Pausen und Zeit für Dich oft optional – etwas, was Du machst, wenn Du Zeit hast? Umso wichtiger ist es, in der vollen Weihnachtszeit ganz bewusst Pausen für Dich einzuplanen. Sei es, dass Du mit Tee und Plätzchen einfach ein paar Minuten auf der Couch entspanntst – ohne Fernseher, ohne Smartphone, ohne währenddessen etwas zu planen. Oder, dass Du Dir einen freien Abend gönnst. Wichtig ist, überlege Dir schon jetzt, wie Du in der Weihnachtszeit Kraft tanken möchtest und plane die Zeit dafür fest ein.

Alle Jahre wieder... Die Weihnachtszeit ist oft stressig. Strategien und Erste Hilfe Tipps für weniger Stress in der Weihnachtszeit. | modernslow.com

Strategie #3: Frühzeitig aktiv werden

Viele Aktivitäten und To Dos, die in die Weihnachtszeit fallen, können wir bereits jetzt schon absehen – und abarbeiten. Wer sagt, dass Du die Weihnachtskarten nicht schon dieses Wochenende schreiben kannst? Du kannst ja mit dem abschicken noch warten, um die Adressaten nicht zu verwirren. 🙂

Diese drei Strategien helfen natürlich für sich genommen, aber die größte Wirkung entfalten sie, wenn Du alle Strategien gemeinsam nutzt und sie ineinander greifen lässt. Wenn Du frühzeitig aktiv wirst, kannst Du Dir guten Gewissens Mitte Dezember eine Pause gönnen. Wenn Du die Termine, Aktivitäten und To Dos priorisiert hast, ist nicht nur Platz für Pausen, sondern Du weißt auch, welche Dinge Du schon im November abhaken kannst und solltest.

 

 

Troubleshooting: Was tun, wenn die Weihnachtszeit doch stressig wird?

Erste Hilfe Schritt 1: Auf die Bremse treten

Wirklich Pause machen und abschalten. Wenn Du Dich gestresst fühlst, musst Du die damit verbundenen Verhaltens- und Gedankenmuster (Multitasking, “das schaffe ich auch noch”-Mentalität, usw.) unterbrechen und Abstand dazu gewinnen. Wie die Pause aussieht, hängt von Deinem Stresslevel ab. Horche in Dich hinein und sei ehrlich. Reicht ein ruhiger Abend, mit einem heißen Bad und einem Buch? Solltest Du früher ins Bett gehen? In den meisten Fällen ist es damit aber nicht getan und Du musst wirklich etwas ändern.

 

Erste Hilfe Schritt 2: Prioritäten klären

Du schaffst es, Dein Pensum zu ändern, indem Du alle Termine und To Dos, Aktivitäten und Ansprüche hinterfragst und priorisierst. Was muss wirklich erledigt werden? Was ist Dir wirklich wichtig? Was ist versteckter Perfektionismus und übertriebene Ansprüche an Dich selbst? Wenn Du weißt, was Dir wirklich wichtig ist, kannst Du auch entscheiden, was unwichtig (und damit zu vernachlässigen) ist.

 

Erste Hilfe Schritt 3: Delegieren und Plan B

Nachdem Du Klarheit erlangt hast, brauchst Du einen neuen Plan. Wichtig: dieser neue Plan muss weniger Termine, To Dos, Aktivitäten und Ansprüche beinhalten als der vorherige. Sonst stehst Du ein paar Tage später wieder vor dem gleichen Problem. Das bedeutet, Du musst Dinge absagen, Aufgaben delegieren, oder Ansprüche loslassen, um Dir mehr Zeit zu ermöglichen. Frage Dich hier: Kann Dein Partner, Deine Mutter, Deine Kinder oder eine Freundin Dir etwas abnehmen? Kannst Du bestimmte Tätigkeiten an einen Dienstleister auslagern? Was genau würde Dir helfen? Einmal Essen liefern lassen, um den Haushalt auf Vordermann zu bringen? Geschenke verpacken lassen? Das Weihnachtsessen streichen und zum Essen gehen? Die Familie bitten, Essen mitzubringen? Plätzchen kaufen statt backen? Zeit statt Zeug schenken? Es gibt unheimlich viele Möglichkeiten. Nutze Deine Zeit und Energie für das, was Dir wirklich wichtig ist und finde für den Rest eine andere Lösung.

 

Worauf freust Du Dich in der Weihnachtszeit besonders?

 

Warum Zeitmangel eigentlich ein Geschenk ist

Wann hast Du zum letzten Mal etwas für Dich getan? Wann hast Du eine Tätigkeit unterbrochen oder abgebrochen, weil es Zeit für das nächste To Do war? Wie viele To Dos schiebst Du von Tag zu Tag, in der Hoffnung, dass Du endlich die Zeit findest, sie abzuarbeiten? Wer kennt ihn nicht: Zeitmangel. In diesem Beitrag stelle ich Dir die wichtigste Veränderung vor, die ich in meinem Mindset innerhalb des letzten Jahres vollzogen habe und aufgrund derer ich inzwischen dankbar für meinen Zeitmangel bin.

 

Zeitmangel oder 1000 Dinge zu tun

Wessen Alltag ist nicht vollgepackt? Da sind Dinge, die andere von uns erwarten – Chef, Kollegen, Partner, Kinder – und mindestens genauso viele Anforderungen, die wir an uns selbst stellen. Neben dem Alltag, den To Dos, sind da ja auch noch unsere Ideen und Träume. Dieses DIY und jenes Up-Cycling, dieses Rezept oder jenes Beauty-Ritual. Unserer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und Instagram, Pinterest und Co sei dank, mangelt es auch nie an immer neuen Ideen, mit denen wir uns selbst verwirklichen können.

Nun sagen uns unzählige Motivationssprüche auf genau jenen Plattformen doch unseren Träumen zu folgen, to go the extra mile because it’s never crowded. Und ja, unsere Ideen umzusetzen hat eine ungeheure Kraft, eine ungeheure Magie. Ich bin sogar überzeugt davon (nicht erst seit Year of Yes), dass es unheimlich wichtig ist, ja zu Ideen zu sagen – gerade auch, wenn sie außerhalb unserer Komfortzone liegen. Aber in der Realität entscheiden wir uns, Ideen zu verfolgen, um dann – bereits am Anfang oder während der Umsetzung – festzustellen, dass wir uns zu viel aufgehalst haben, dass wir gestresst sind. Und dann? Zwingen wir uns die Extrameile zu gehen, denn aufgeben ist etwas für Verlierer. Oder wir sind von uns enttäuscht, weil wir es offensichtlich nicht schaffen, unsere Ideen zu leben.

Die 1-Million-Euro-Frage

Aber wie geht es denn nun? Wo ist die Balance zwischen ja und nein sagen? Wie können wir Träume verwirklichen und gleichzeitig dem Alltag gerecht werden? Wie sollen wir all das tun, was wir müssen und was wir wollen, ohne ständig zu wenig Zeit zu haben?

 

Mein Mindset-Shift im Umgang mit Zeitmangel

Wenn  Job, Familie, Selbstverwirklichung, Gesundheit, Freunde, Hobbies und all das zusammenkommen, dann fühlen die meisten von uns genau das: dass die Zeit hinten und vorne nicht reicht. So geht es auch mir: ich habe viele Ideen für alle Bereiche meines Lebens und nie genug Zeit, um diese Ideen umzusetzen. Ich bin kein Fan von busy. Im Gegenteil, Stress und Zeitmangel tun mir nicht gut. Und so habe auch ich mich lange Zeit mit dieser Frage gequält: wie kann ich meine Ideen umsetzen, wenn ich doch sowieso schon zu wenig Zeit habe?

Bis ich eines verstanden habe: Mein chronischer Zeitmangel ist nicht mein größtes Hindernis, sondern meine größte Chance. Mein Zeitmangel ist die beste Möglichkeit um herauszufinden, was wirklich wichtig ist. Wenn Zeit gefühlt in großem Maße zur Verfügung steht, dann verlieren wir uns in Dingen, die ganz nett, aber nicht essentiell sind. So auch mit meinen Ideen. Mein Zeitmangel ist die Möglichkeit, mich auf die Dinge zu konzentrieren, die wirklich toll und wichtig und nicht nur ganz nett sind. Die Kunst ist es natürlich, genau die Ideen und Möglichkeiten zu identifizieren, die tatsächlich die richtigen sind.

 

Zeitmangel, Stress - unser Alltag ist voll! Dabei war es so befreiend, als ich erkannt habe, dass mein Zeitmangel ein Geschenk ist. | modernslow.com

Die Qual der Wahl

Die richtigen Ideen zu identifizieren, ist manchmal gar nicht so einfach. Egal ob in meinem Job, bei Modern Slow und auch in meiner Freizeit bieten sich ständig Möglichkeiten und Ideen an, die zunächst unheimlich toll klingen. Doch inzwischen versuche ich mich nicht von dem Hochgefühl, das mit einer Möglichkeit einher geht, verführen zu lassen. Stattdessen nehme mir einen kurzen Moment – und ja manchmal auch länger – um zu überlegen, was wirklich eine Möglichkeit und was nur eine Ablenkung ist. Manchmal fällt es mir einfach. Aber manchmal ist es wieder da: das fast reflexartige ja zu allen Möglichkeiten, die mir begegnen.

Fear of Missing Out gibt es wirklich. Egal, um welchen Lebensbereich es geht, es gibt eigentlich immer mehr als nur eine Möglichkeit. Und wer die Wahl hat, hat oft wortwörtlich die Qual. Im Englischen gibt es einen sehr passenden Begriff dafür: analysis paralysis – man überdenkt sämtliche Optionen in einem Maße, das man nicht mehr in der Lage ist, zu entscheiden. Aber, wer die Wahl hat, hat auch Macht – die Macht der Entscheidung. Und das ist eine mächtige Erkenntnis, Denn anstatt reaktiv mit Ideen und Möglichkeiten umzugehen, oder paralysiert auf die vermeintlich beste Möglichkeit zu warten, hast Du – wenn Du Dir darüber bewusst bist – die Macht, die Dinge in Deine Hand zu nehmen und so aktiv etwas gegen den Zeitmangel zu tun.

 

Meine Währung im Kampf gegen Zeitmangel: Return on invested time

Ich versuche, dass alles was ich tue, dass all die Möglichkeiten, die ich verfolge, einen hohen return on invested time haben. What? Was heißt das jetzt konkret? In der Finanzwelt ist der return on investment, das was Du an Geld zurückbekommst für das Geld das Du eingesetzt hast. Das Konzept ist vergleichbar, aber mir geht es nicht um den monetären Return. Ich meine stattdessen mit Return das, was mir wichtig ist, meine Ziele und Werte. Die Frage, die ich mir bei jeder neuen Möglichkeit oder Idee stelle, ist:

Wenn ich meine Zeit in diese Möglichkeit investiere, hilft mir das meine Ziele zu erreichen und meine Werte zu leben?

Genau diese Frage ist übrigens auch der Grund, warum die Hausarbeit oft den Kürzeren zieht. Egal womit ich es vergleiche, meinem Day Job, Modern Slow, Projekten wie meinem Buch, Zeit mit meinem Sohn und meinem Mann, Zeit für mich und mein Wohlbefinden, Zeit mit Freunden und Familie, der Haushalt hat immer einen niedrigeren return on invested time – außer wir haben nichts mehr zum Anziehen 😉

Das klingt womöglich ziemlich utilitaristisch, dabei ist es vor allem Eines: unheimlich befreiend. Eben weil ich – und meine Umwelt – vor Ideen sprühen, ist Zeitmangel für mich ein echtes Problem. Dieses Kriterium hilft mir, dass ich mich nicht verzettele. Dass ich nicht wieder in Perfektionismus verfalle. Dass ich nicht Dinge tue, die gar nicht im Einklang mit meinen Werten stehen. Dieses Kriterium gibt mir die Freiheit, nein zu sagen. Zu Aufgaben, zu Ideen, zu Erwartungen. Und gleichzeitig gibt es mir die Kraft ja! ja! ja! zu sagen, zu den Dingen, die mir wirklich wichtig sind und die auch für mich wichtig sind.

If it’s not a hell yeah, it’s a no!

 

Hast Du manchmal das Gefühl, dass Du Dich verzettelst? Oder dass Du zu viel Zeit auf unwichtige Aufgaben verwendest?

Was ist Dein Gefühl: Solltest Du häufiger ja oder häufiger nein sagen?

Tagebuch schreiben verbessert Dein Leben. | modernslow.com

Tagebuch schreiben oder Journaling – wie Dich Schreiben glücklicher macht

Ich möchte, dass die Inhalte von Modern Slow Dir dabei helfen, Dein Leben bewusster zu gestalten und zufriedener zu sein. Dass Du hier nicht nur Inspiration findest, sondern auch das Handwerkszeug, dass Du benötigst, um diese Ideen in Dein Leben zu integrieren. Oft sind die Beiträge daher in Form von Tipps und Strategien aufgebaut. Der heutige Beitrag ist anders. Nicht in seinem Ziel. Ganz und gar nicht. Auch in diesem Beitrag möchte ich Dir eine Methode vorstellen, die mein Leben unendlich bereichert. Aber dieser Beitrag ist dennoch anders. Er ist persönlicher und weniger strategiegetrieben. Weil es zu dem Thema passt. Und weil viele von uns mentale Blockaden und Gedankenmuster haben, die uns den Zugang zu diesem Thema versperren oder zumindest erschweren. Der heutige Beitrag stellt Dir ein unheimlich mächtiges Hilfmittel vor – das Tagebuch schreiben – und zeigt Dir, wie ich nach vielen vielen Jahren endlich einen Zugang dazu gefunden habe, der mir guttut.

 

Tagebuch schreiben, Journaling, oder einfach schreiben

Wenn ich ehrlich bin, hätte ich, wenn ich vor einem guten halben Jahr den Titel gelesen hätte, den Artikel weggeklickt. Schön, dass Du noch da bist. 🙂 Der Grund dafür ist, dass ich bis vor kurzem eine Assoziation mit Tagebuch schreiben in meinem Kopf hatte, die alles andere als positiv war. Die meisten von uns haben es schon mal versucht, aber viele haben es wieder aufgegeben. Wenn das auch auf Dich zutrifft, lass Dich nicht von dem Begriff abschrecken: Tagebuch schreiben, Journaling, oder einfach schreiben – wichtig ist nicht, wie Du es nennst, sondern dass Du es tust – denn schreiben hat eine unheimliche Kraft.

 

Die Kraft des Schreibens

Forschung aus dem Feld der positiven Psychologie legt nahe, dass Schreiben sich positiv auf unser Wohlbefinden auswirkt. Du hast das sicherlich schon einmal an Dir selbst beobachtet. Wenn Du Dich geärgert hast und eine wütende Email verfasst hast, um Dich bei dem Verursacher zu beschweren und Deinem Ärger Luft zu machen, ist die ganze Situation deutlich entspannter, nachdem Du die Email geschrieben hast. Nicht nachdem Du sie abgeschickt hast, sondern bereits nachdem Du sie geschrieben hast, geht es Dir schon deutlich besser.

 

Erwartungshaltung und Gedankenmuster

Obwohl ich schon als Kind eine große Faszination für Bücher und das Schreiben hatte, habe ich nie ein Tagebuch geschrieben. Na gut, für ein, zwei Wochen hier und da. Aber nichts was der Rede wert ist. Nichts, was einer Routine nahekommt. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob die Bücher noch existieren. Ich habe die starke Vermutung, dass ich sie weggeworfen habe, als ich mein Kinderzimmer ausgemistet habe und von zuhause ausgezogen sind. Wenn dem so ist, nicht weiter schlimm. Denn eben weil das Tagebuchschreiben nie eine wichtige Routine für mich war, habe ich auch keine emotionale Bindung an wenigen Versuche, die ich in meiner Kindheit gewagt habe.

Achtsamkeit hat umfassende Auswirkungen auf mein Leben. | modernslow.com

Dabei hatte ich immer die Idee, wie schön es wäre Tagbuch zu schreiben. Ein schönes Tagebuch. Eines, dass man selbst Jahre später liest. Eines, dass die Kinder oder Enkel mal lesen werden. Eines, dass vielleicht eines Tages so interessant ist, dass es auch andere Menschen lesen werden.

Ganz schön schwere Gedanken und ganz schön hohe Anforderungen an einen Teenager, der sich gerade mit den üblichen Problemen dieser Zeit herumschlägt (wieso mag mich XYZ nicht?, was wohl die anderen über mich denken?, bin ich gut genug? und all diese schönen, zerstörerischen Gedanken, die einem in seiner Jugend durch den Kopf geistern).

Was schade ist, denn genau diese absurde Erwartungshaltung und diese negativen Gedankenmuster haben letztlich dazu geführt, dass ich zu dieser traurigen Schlussfolgerung gekommen bin: ich bin dafür einfach nicht gemacht. Zum Tagebuchschreiben. Zum Schreiben generell. Schließlich schreibt doch jeder, der das später mehr oder weniger Ernst betreibt schon seit frühester Kindheit. Jeder Schreiberling, ob Schriftsteller oder Journalist, wird doch nicht müde zu erwähnen, wie viel er schon während seiner Kindheit und Jugend geschrieben hat. Tagebuch, Gedichte, vielleicht sogar einen Roman. Also lieber gar nicht schreiben!

 

Sag nein zu dem inneren Zensor

Nach Jahren ohne nenneswerte Schreibpraxis, hat das Schreiben inzwischen einen sehr hohen Stellenwert in meinem Leben. By design. Denn ich habe über die Jahre verstanden, dass Schreiben eben doch für mich wichtig ist. Nun schreibe ich für Modern Slow, Schreiben hat auch eine wichtige Rolle in meinem day job, und ich schreibe inzwischen auch in einem Tagebuch. Schreiben ist nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken und das möchte ich auch gar nicht.

Der Schlüssel zum Schreiben, den ich in meinem Job und auf Modern Slow gelernt habe – und der insbesondere für das Tagebuchschreiben essentiell ist, ist dabei so einfach: Schreib was Du denkst – ohne gleich zu redigieren. Natürlich, geschriebenes das veröffentlicht werden soll, muss irgendwann überarbeitet werden. Aber das ist der zweite Schritt. Und für Dein Tagebuch gilt das umso mehr: die Gedanken sollen raus auf dem Kopf und auf das Papier. Keine Angst vor dem – vermeitlichen – Versagen.

 

Tagebuch schreiben - journaling - oder einfach nur schreiben: egal ist, wie Du es nennst. Wichtig - für Dein Wohlbefinden - ist, dass Du es tust. | modernslow.com

Einfacher Einstieg: Stream of Consciousness

Für mich der einfachste Einstieg zum Tagebuch-Schreiben ist das Stream of Consciousness-Schreiben, d.h. Du schreibst einfach was Du denkst. Diese Methode ist leicht umzusetzen, da Du nicht von vornherein in die Rolle des Bewerters (“was war heute erwähnenswert”) kommst, sondern einfach das zu Papier bringst, was Dich gerade in dem Moment bewegt. Das sind manchmal triviale Dinge.

Das ist vollkommen egal: das Ziel ist bring das zu Papier, was gerade in Deinem Kopf ist. Danach fühlst Du Dich aufgeräumter und ruhiger.

Das ist auch die Methode, die Julia Cameron in The Artist’s Way als Morgenseiten empfiehlt: morgens, bevor Du etwas anders tust, 3 Seiten handschriftlich als stream of consciousness schreiben. Für den Einstieg mag das vielleicht zu umfangreich sein. Vielleicht möchtest Du auch lieber als Tagesabschluss schreiben.

Ich persönlich schreibe auch keine 3 Seiten, wenn ich als stream of consciousness schreibe. Meistens schreibe ich eine Seite. Aber ich gehe ohne Erwartungshaltung ran. Ich schreibe einfach so lange, wie es sich gut anfühlt. Wenn Dich das Konzept interessiert, findest Du hier auf Julia Cameron’s Homepage mehr Infos und hier bei Sunray von The Organized Cardigan einen Erfahrungsbericht.

Schreiben ist ehrlich

Inzwischen habe ich auch meinen Frieden mit den Tagebuch-Versuchen als Kind geschlossen. Das, was mich damals abgehalten hat, einfach zu schreiben, das, was mir ein unangenehmes Gefühl gegeben hat, nachdem ich etwas geschrieben hatte, war die Ehrlichkeit und die Authentizität, die damit einher geht, seine Gedanken auf Papier zu bannen. Dinge zu Papier zu bringen, vor allem wenn es sich um die eigenen Gefühle handelt, ist ehrlich, ungeschönt, und manchmal ein bisschen brutal. Aber gerade aus diesem Grund ist es eine wundervolle und starke Methode, mit der Du Dein Leben bewusster und achtsamer gestalten kannst.

Schreibst Du Tagebuch oder hast als Kind Tagebuch geschrieben?

Wie fühlst Du Dich dabei Dinge auf Papier festzuhalten?

Nachhaltig Stress abbauen und aus seinem Leben verbannen ist gar nicht so schwer. | modernslow.com

Wie ich Stress verbannt habe {Stress-Strategie 5: Dankbarkeit}

Zeit offline zu verbringen, To Dos zu streichen, Stressgefühle gar nicht erst aufkommen zu lassen, all das ist unheimlich wichtig für mein heutiges Leben. Aber das war nicht immer so. Immer mehr, mehr, mehr war für mich lange Zeit auch bei Projekten, To Dos und der täglichen Planung mein Credo. In dieser Beitragsreihe erfährst Du wie ich mein Leben nachhaltig entschleunigt habe und es geschafft habe, Stress aus meinem Leben zu verbannen. In diesem Beitrag stelle ich Dir meine fünfte Stress-Strategie vor: Dankbarkeit.

 

Stress-Strategie 5: Dankbarkeit

Wir kennen bestimmt alle diese Situation: wir empfinden negative Situationen und Emotionen als weniger schlimm, wenn wir positive Gefühle haben. Mehr noch: es fördert unser gesamtes Wohlbefinden, wenn wir mehr positive als negative Emotionen erleben. Auch wenn wir die negativen Emotionen bis zu einem gewissen Grad beeinflussen können – indem wir uns nicht über kleine belanglose Dinge ärgern, indem wir uns nicht mehr mit Menschen umgeben, die uns nicht guttun – den größten Hebel haben wir selbst auf die positiven Gefühle. Dankbarkeit ist ein wundervolles Mittel um genau dieses mehr an positiven Emotionen zu erreichen.

 

Wenn wir dankbar sind, können wir die Anzahl an positiven Gefühlen erhöhen und diese positiven Gefühle sogar intensivieren, wenn wir uns später an bestimmte Erlebnisse oder Situationen zurückerinnern.

Dankbarkeit. | modernslow.com

 

Wie kannst Du Dankbarkeit in Deinen Alltag integrieren?

Sei präsent

Genießen und dankbar sein setzt voraus, dass Du all die positiven Dinge, die Dir widerfahren, die um Dich herum passieren, auch tatsächlich wahr nimmst. Oft sind wir in Gedanken, grübeln über die Vergangenheit oder planen die Zukunft, ohne wirklich wahrzunehmen was im jetzt passiert. Je mehr Du versuchst, achtsam durch Deinen Tag zu gehen, desto mehr wirst Du positive Dinge wahrnehmen können.

 

Dankbar zu sein und Dankbarkeit zu zeigen hat unheimlich viel für mein Wohlbefinden getan. | modernslow.com

Dankbarkeit zeigen

Nicht nur, dass wir oft gar nicht im gegenwärtigen Moment leben. Oft sind wir in unserem Kopf so fokussiert auf uns, unsere Bedürfnisse, unsere Wünsche, unsere To Dos, dass wir all die Menschen um uns herum nicht wirklich wahrnehmen und dabei all das, was uns an positiven Dingen widerfährt als selbstverständlich annehmen. Die Unterstützung der Kollegin, die nette Geste der anderen Kita-Mutter, den Beitrag unseres Partners – dass andere Menschen für uns Mühen auf sich nehmen, nehmen wir oft gar nicht wahr. Sei achtsam dafür, was andere für Dich tun und zeige ehrliche Dankbarkeit dafür. Damit schaffst Du nicht nur positive Emotionen für Dich, sondern auch für die anderen Menschen.

 

Counting my blessings

Gerade in Stress-Situationen, wenn ich mit Dingen konfrontiert werde, die mir vollkommen gegen den Strich laufen, aber auch vollkommen außer meiner Kontrolle liegen (z.B. eine S-Bahn-Vollsperrung, wenn ich meinen Sohn aus der Kita holen will), hilft es mir, in meinem Kopf eine Liste zu führen, für Dinge die ich dankbar bin. Damit kann ich meine rasenden Gedanken beruhigen und meinen Blick auf das Wesentliche lenken. Gerade wenn der Alltag durcheinander gewirbelt wird, hilft diese Methode, sich bewusst zu machen, was zählt – und was einfach eine Übung unserer Geduld ist. Im Fall der S-Bahn-Vollsperrung kam ich über eine halbe Stunde zu spät zur Kita. Mein Sohn hatte es nicht einmal gemerkt, dass er später als sonst geholt wurde. Das Essen stand trotzdem schnell auf dem Tisch – Leftovers sei dank (das war auch eines der Dinge für die ich dankbar war, als ich in der Kälte auf einen Zug gewartet habe :)). Im Endeffekt: alles kein Problem. Und die Dankbarkeitsliste hat mir geholfen, die Ruhe zu bewahren.

 

Reflexion

Ruhepausen oder der Abend bieten sich an, um den Tag positiv Revue passieren zu lassen. Egal ob in Gedanken oder auf Papier, positive Momente zu reflektieren und dankbar dafür zu sein, macht Dich zufriedener und glücklicher. Ich persönliche praktiziere meine Dankbarkeitsroutine am Abend schriftlich in Tagebuchform (und zwar diesem), da ich so die positiven Effekte einer Abendroutine, des Tagebuchschreibens und der Dankbarkeitspraxis kombinieren kann.

 

Welche Rolle spielt Dankbarkeit für Dein Leben?

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Warum es bei uns trotz Minimalismus oft unordentlich ist

Wenn wir an eine Wohnung nach dem Ausmisten denken, dann sehen wir etwas was auf Pinterest wohl mit den Keywords minimalistisch und skandinavisches Design versehen wäre. Doch weit gefehlt. Zumindest, was unsere Wohnung angeht. Ja, unsere Einrichtung ist eher minimalistisch – Dekoartikel sucht man bei uns eigentlich vergeblich. Aber vollkommen leere Oberflächen wie auf dem Foto von unserem Esstisch oder gestylte Arrangements wie aus der Schöner Wohnen oder AD sind bei uns dennoch eine Seltenheit. In diesem Beitrag erfährst Du warum es bei uns oft unordentlich ist – und warum diese Unordnung für mich in Ordnung ist. Dieser Beitrag ist kein flammendes Manifest dafür althergebrachte Rollenbilder über den Haufen zu werfen. Es ist auch kein Appell, doch weniger Zeit mit der Hausarbeit zu verbringen. Dieser Beitrag ist eine Einladung darüber nachzudenken, ob wir dem schlechte Gewissen,das uns regelmäßig plagt, weil unser Zuhause so viel aufgeräumter, so viel schöner sein könnte, wirklich Aufmerksamkeit schenken sollten.

Warum es bei uns trotz Ausmisten oft unordentlich ist

Nein, das Ziel ist es nicht mit Bildern und Beschreibungen zu schockieren. Bei uns ist es nicht messy, nicht dreckig oder verschmutzt. Aber – und das mag dennoch ein wenig kontrovers sein – es ist auch mal unordentlich und den Finger-Staubtest sollte man auf unseren Regalen besser nicht machen…

Die Wunschvorstellung wäre so schön…

Nun ist dieser Zustand nichts, was ich (oder wir) geziehlt herbeiführen. Natürlich fände ich eine aufgeräumte und gestylte Wohnung toll. Pinterest hält Unmengen an Inspiration bereit und ich werde nicht müde, mich an schön designten und aufgeräumten Wohnungen zu erfreuen.

Die Realität in unserer Wohnung sieht anders aus. Dank Ausmisten hält sich das Chaos in Grenzen und ich versuche auch die Regel von Marie Kondo (jedes Objekt braucht einen Platz) umzusetzen. Aber dennoch. Die Wunschvorstellung ist doch ein ziemliches Stück entfernt…

 

Grund 1: Wir haben ein Kind

Ein Kind zu haben vergrößert den Haushalt ganz ordentlich – auch wenn man sich Mühe gibt und versucht nur ganz bewusst und nach Bedarf einzukaufen. Die Zahl an Spielsachen versuchen wir möglichst sinnvoll zu gestalten. Dank Toy Rotation klappt das auch sehr gut – und es liegt nie alles in unserer Wohnung verteilt. Kinder bedeuten aber auch, dass es einen weiteren Mitbewohner gibt. Und der findet es klasse, dass ein Teil des Regals ihm gehört. So räumt unser Zweijähriger sehr gerne auf – wie jeder Zweijährige findet er alles großartig, solange er es selbst machen kann und darf. Aber seien wir ehrlich: wenn ein Zweijähriger aufräumt, sieht das anders aus, als wenn ich das tue. Der Stapel an Büchern ist dann eben ein wenig schief. Und wahrscheinlich liegt noch ein zerknitterter Papierflieger dazwischen. Und die Legotiere liegen nicht in der dafür vorgesehenen Kiste, sondern stehen – mal in Reih und Glied, mal ganz verstreut – neben den Büchern. Ja, wenn ich aufräumen würde, würde es so viel ordentlicher aussehen. Aber das tue ich nicht. Ich finde es großartig zu sehen, welche Freude es ihm macht, selbst aufzuräumen. Mir persönlich ist das mehr wert als das farblich abgestimmte Shelf Design.

Warum es bei uns trotz Minimalismus oft unordentlich ist - und das für mich in Ordnung ist. | modernslow.com

 

Grund 2: I’m busy doing other things

Das klingt wie eine Ausrede. Ich selbst bin kein Fan von busy und dem regelrechten Zelebrieren von Busy-ness. Aber zwischen Vollzeit-Job, Kind und Mann, Familie und Freunden, Zeit für mich, für meine Gesundheit und Modern Slow, bleibt realistisch betrachtet tatsächlich nicht viel Zeit. Haushaltsaufgaben sind für mich Randbeschäftigungen. Ja, ein gewisses Maß an Sauberkeit und Ordnung ist notwendig – und dank Ausmisten ohne großen Zeitaufwand machbar. Aber alles was darüber hinaus geht, würde Zeit von den Tätigkeiten abziehen, die mir wirklich wichtig sind. Selbst die Abende, die für Haushaltstätigkeiten reserviert sind, versuche ich für wichtige und dringende Dinge, wie den Geschirrspüler befüllen und Wäsche waschen, und dann für Familienprojekte, wie z.B. ein Fotoalbum zu unserem Japanurlaub, zu nutzen – und eben nicht für umfassende Putz- oder Aufräumaktionen.

Grund 3: Es ist schlichtweg keine Priorität

Nun, seien wir ehrlich. Wenn mir etwas wichtig ist, dann finde ich die Zeit. Ich finde die Zeit jeden Tag Yoga zu machen. Ich finde die Zeit zu lesen. Ich finde die Zeit für Modern Slow. Ich finde die Zeit jeden Tag gesund zu kochen. Ich finde die Zeit, wirklich präsent zu sein, wenn ich Zeit mit meinem Sohn verbringe. Ja, ich schätze es, dass wir weniger besitzen und so unsere Wohnung ein gewisses Maß an Ordnung ausstrahlt, ohne dass ich extra aufgeräumt habe. Aber mir ist es einfach nicht wichtig genug, dass unsere Wohnung picobello aussieht, dass nichts herumliegt und kein Staubkörnchen auf den Regalen oder dem Fernseher zu finden ist. Ich fände es schön, wenn es so wäre. Aber ich bin einfach nicht bereit meine Zeit oder mein Geld zu investieren, um diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Wenn ich ehrlich bin, dann ist eine vollkommen ordentliche Wohnung einfach keine Priorität. Das schöne: seitdem ich mir das selbst eingestanden habe, habe ich auch deswegen kein schlechtes Gewissen mehr.

So wird unsere Wohnung also weiterhin ein wenig unordentlich aussehen, und ja, bevor Besuch kommt, werden mein Mann und ich versuchen, im Schnellverfahren alle Wollmäuse einzufangen. Und das ist in Ordnung.

Wie viel Zeit verwendest Du um aufzuräumen?

Hast Du Tricks, die das Aufräumen leichter gestalten?

Welche Rolle spielt Ordnung für Dich?

Ich habe ein gespaltenes Verhältnis zur Ordnung. Ich liebe aufgeräumte, minimalistische Flächen. Aber Aufräumen ist für mich immer das To Do, dass ich als erstes von der Liste streiche, um meinen Prioritäten – Familie, Gesundheit, Job und Selbstverwirklichung – mehr Zeit zu verschaffen. Deshalb hatte wohl das umfassende Ausmisten auch so eine unheimlich positive Wirkung auf mich. Dank Ausmisten ist der Unordnung eine natürliche Grenze gesetzt…

Nachhaltig Stress abbauen und aus seinem Leben verbannen ist gar nicht so schwer. | modernslow.com

Wie ich Stress verbannt habe {Stress-Strategie 3: Smart Arbeiten}

Zeit offline zu verbringen, To Dos zu streichen, Stressgefühle gar nicht erst aufkommen zu lassen, all das ist unheimlich wichtig für mein heutiges Leben. Aber das war nicht immer so. Immer mehr, mehr, mehr war für mich lange Zeit auch bei Projekten, To Dos und der täglichen Planung mein Credo. In dieser Beitragsreihe erfährst Du wie ich mein Leben nachhaltig entschleunigt habe und es geschafft habe, Stress aus meinem Leben zu verbannen. In diesem Beitrag stelle ich Dir meine dritte Stress-Strategie vor: smart Arbeiten.

Stress-Strategie 3: Smart Arbeiten

Smart arbeiten braucht vor allem eines: eine ordentliche Planung im Vorfeld. Wenn ich zu viel geplant habe, wenn ich To Dos mit Want Tos vermischt habe, dann wird mich selbst die smarteste Ausführung in Zeitnot und Stress bringen. Die Strategien hier sind zum Teil Dinge die ich von Zeitmanagement-Experten, wie z.B. Ivan Blatter aufgeschnappt habe, als ich Anfang letzten Jahres versucht habe, effizienter zu arbeiten – ohne allerdings Probleme wie meinen Perfektionismus oder meine falsche Planung zu adressieren. Damit bin ich ziemlich baden gegangen, weshalb ich mich mit diesen Tipps nun nicht mehr aktiv befasse. Die Strategien, die ich in dieser Zeit kennengelernt habe, habe ich nun für meine Bedürfnisse angepasst, mit dem Ziel, meine To Dos smart abzuarbeiten – ohne Stressgefühle.

 

Batching: Gleich und gleich gesellt sich gern

Die Idee des Batching ist recht einleuchtend: um die Übergänge zwischen Aufgaben und die damit verbundene Einarbeitungszeit so kurz wie möglich zu halten, arbeitet man gleiche oder ähnliche Aufgaben hintereinander ab. Ein Beispiel: Blogfotos mache ich oft für mehrere Beiträge in einer Fotosession – auch weil ich im Winter gute Lichtverhältnisse ausnutzen muss, wenn sie da sind. Die Idee hinter Batching habe ich inzwischen auch weiter ausgedehnt. Vor dem Batching waren meine Abende immer etwas stressig. Nachdem mein Sohn im Bett war, wollte ich den Haushalt in Ordnung bringen, aber auch etwas für Modern Slow tun. Egal, für welche Aufgabe ich mich entschieden hatte, ich fühlte mich immer als sollte ich eigentlich etwas anderes tun. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass ich weder Haushaltsaufgaben noch Blogaufgaben zufriedenstellend erledigt habe.

Seit ich Batching eingeführt habe, konnte ich diese Form von Stress vollständig ausschalten. Nun sind bestimmte Abende in der Woche reine Haushaltstage. An diesen Tagen mache ich nichts für Modern Slow. An anderen Tagen mache ich nur Dinge für Modern Slow, d.h. nachdem das Geschirr in der Spülmaschine verschwunden ist, widme ich meine gesamte Aufmerksamkeit Modern Slow – und habe so das Gefühl, wirklich etwas zu schaffen.

 

 Um Stress zu vermeiden, solltest Du all Deine täglichen To Dos smart abarbeiten. | modernslow.com

Automatisieren und Delegieren

Der Klassiker der Zeitmanagement und Effizienz-Literatur darf natürlich nicht fehlen. Beides sind Strategien, die mir nicht einfach fallen, aber ich versuche sie – für meine eigene mentale Gesundheit – mehr und mehr zu erörtern und auch endlich zu benutzen. Automatisieren kann man inzwischen einige Dinge, von Überweisungen über Backups. Wer schon mal auf If This Then That war, bekommt das Gefühl, dass man nichts mehr auf dem Smartphone selbst machen muss.

Es gibt mehr und mehr Möglichkeiten Aufgaben zu delegieren – ganz nach Deinen Prioritäten. Von gesunden Lieferservices (wie etepetete), zum Onlineshopping von Lebensmitteln, zu Wäscheservices. Klar, all das ist eine Frage des Geldes, aber je nach Zeitintentisität und Deinen Werten kann es für Dein Wohlbefinden eine sinnvolle Investition sein – um Zeit und Energie für Dich zu gewinnen.

Kein Multitasking

Wir alle kennen die Verlockung von Multitasking: mehr schaffen in der gleichen Zeit. Ach es klingt so gut – zu gut um wahr zu sein. Denn die Realität sieht anders aus: wenn wir zwei Dinge gleichzeitig tun, brauchen wir oft länger als wenn wir die Aufgaben nacheinander abgearbeitet hätten. Noch dazu ist die Qualität viel schlechter, oft machen wir sogar Fehler, da wir eben nur einen Teil unserer Aufmerksamkeit jeder einzelnen Aufgabe widmen. Als wären das nicht schon genug Nachteile, versetzt Multitasking unser Gehirn in einen Stresszustand. Ich fühle mich wirklich gehetzt und getrieben von meinen Aufgaben, wenn ich dem Lockruf des Multitasking erlegen bin. Daher versuche ich mich – wenn notwendig auch mehrmals täglich – daran zu erinnern, meine Aufgaben nacheinander abzuarbeiten.

 

Gamification oder der Kampf gegen den Timer

Gamification ist der wissenschaftliche Begriff dafür, dass wir Aufgaben lieber tun, wenn sie eine Challenge beinhalten oder spielerische Elemente haben. Die Challenge, die ich immer benutze, ist den Timer zu stellen. Denn obwohl ich oft das Gefühl habe, dass ich keine Zeit für nichts habe (klar, eine Übertreibung), weiß ich auch, dass ich oft Zeit vertrödle. Egal ob Aufgaben im Haushalt, in der Arbeit oder für Modern Slow, wenn ich für die Erledigung keine klare Vorstellung habe, wann ich fertig sein will, brauche ich ewig, um die Aufgabe abzuschließen. Deshalb überlege ich mir im Vorfeld wie lange ich für eine Aufgabe brauche und stelle mir dann einen Timer.

 

Hand aufs Herz: ich unterschätze die Zeit oft. Aber über die Zeit habe ich gelernt aufmerksamer zu sein, wie lange ich für bestimmte Tätigkeiten brauche und kann den Timer nun bewusster nutzen. Oberflächlich betrachtet kreiert der Timer ein Gefühl von Druck und Stress. Das mag der Fall sein, wenn Du die Zeit für eine Aufgabe willkürlich wählst, oder bewusst zu kurz setzt. Aber das ist gar nicht meine Intention. Vielmehr schaffe ich es mit dem Timer mir vorher Gedanken zu machen, wie lange eine Tätigkeit dauert und mich dann nicht zu verzetteln. Ich gehe so bewusster mit meiner wertvollen Zeit um.

 

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Done is better than perfect

Ja der Perfektionismus, er zieht sich durch diese Serie. Wenn Du selbst zu Perfektionismus neigst, wirst Du verstehen, wie schwer es ist, sich diesen Gedanken zu entziehen. Um smart zu arbeiten, halte ich mir das immer wieder vor Augen:

“Don’t let the perfect be the enemy of the good.” – frei nach Voltaire

Aufgaben perfekt zu erledigen, kostet unheimlich viel Zeit und Energie. Und für die meisten Aufgaben, die wir tagtäglich erledigen, ist das schlichtweg nicht nötig. Fass Dir ein Herz und befreie Dich davon!

Warum alles – auch Minimalismus – mit Deinen Werten beginnt

Kennst Du Deine Werte? Bist Du Dir bewusst, was Du möchtest, was Deine Ziele sind? Ich bin der Meinung, dass Du Deine Werte kennen musst, damit Du Dein Leben ganz bewusst so gestalten kannst, dass es Dich erfüllt und glücklich macht. Seine Werte zu kennen, bedeutet zudem etwas sehr ähnliches wie Minimalismus für mich: bewusst entscheiden. In diesem Beitrag erfährst Du, warum die eigenen Werte zu kennen so wichtig ist und wie Du Deine Werte finden kannst, inklusive eines Arbeitsbuchs mit vielen Tipps und Platz zum Brainstormen.

 

Warum Du Deine Werte kennen solltest

Seine Werte zu identifizieren, bedeutet letztlich sich selbst besser kennenzulernen und aktiver und bewusster sein Leben zu gestalten. Lange Zeit – wie so viele Anfang 20 – habe ich mich von Werten und Vorstellungen von mir und dem “richtigen” Lebensstil leiten lassen, die nicht vollständig mit meinen eigenen Werten übereinstimmten. Ich bin nicht in die vollkommen falsche Richtung gelaufen, aber es hat eben auch nicht wirklich gepasst. Wiederum: ich bin der Meinung, dass man nicht todunglücklich sein muss, um die „Erlaubnis“ zu haben, sich eine Veränderung zu wünschen.

Wenn Du Dir Deiner Werte nicht bewusst bist, läufst Du Gefahr, dass Deine Werte – das, was Du tief in Dir willst – nicht zu Deinem Leben passen. Tagtäglich stehst Du vor einer unglaublichen Menge an Anforderungen. Anforderungen, die Du Dir selbst stellst und Anforderungen, die andere an Dich stellen. Was passiert, wenn die Vielzahl der Anforderungen nicht zu Dir und Deinen Werten passen? Das birgt vor allem eines: Unzufriedenheit. Diese Unzufriedenheit kann viele Gesichter haben – Du fühlst Dich unwohl, Du bist ausgelaugt, Du fühlst Dich nicht ausgelastet, Du fühlst Dich nicht richtig aufgehoben, Du bist unmotiviert, Du fühlst vielleicht sogar Angst.

 

Deine Werte sind Dein Kompass

Wenn Du Deine Werte kennst, kannst Du all die Anforderungen einordnen, Du kannst sie priorisieren und manche sogar eliminieren (dazu mehr in der Stress-Serie in ein paar Tagen). Du kannst sogar, über die Zeit, die Anforderungen verändern und gestalten und so Dein Leben mehr und mehr in Einklang mit Deinen Werten bringen. Was das bedeutet, ist denke ich offensichtlich: Glück und Zufriedenheit. Deine Werte helfen Dir dabei bei all den kleinen täglichen Entscheidungen, als auch bei den großen Entscheidungen.

Spürst Du eine Unzufriedenheit in Dir?

Es versteht sich von selbst, dass sobald Du Deine Werte kennst, ist nicht alles eitel Sonnenschein ist. Es wird weiterhin Situationen geben, in denen Du unzufrieden, wütend oder traurig bist. That’s life. Aber wenn Du im Einklang mit Deinen Werten lebst, wirst Du mehr Glück und Zufriedenheit erleben, als wenn Du Deine Werte nicht kennst oder sie bewusst missachtest.

Eine Episode aus meinem Leben: vor vielen Jahren in meinem früheren Job – noch vor meinem Sabbatical – spürte ich eine große Unzufriedenheit. Es war genau der Job, den ich im Studium angestrebt hatte. Ich war erfolgreich und stieg auf. Auf dem Papier war alles richtig.

Finde Deine Werte für mehr Zufriedenheit und ein bewusstes Leben. | modernslow.com

Aber der Job passte einfach nicht zu mir und meinen Werten. Ich meine damit nicht, dass ich eigentlich keine Karriere machen wollte oder dass meine Tätigkeit ethisch fragwürdig war, sondern dass der Job einfach mit all seinen Facetten nicht zu mir passte. Ich bin wahrlich kein Abenteurer, aber sehr wissbegierig und liebe es Neues zu lernen. Obwohl ich dort immer wieder mit neuen Aufgaben herausgefordert wurde, war das Anforderungsprofil für mein persönliches Empfinden relativ stabil – und mir irgendwie langweilig. Zudem schätze ich sehr viel Freiheit beim Gestalten meiner Arbeit – und das war leider nur begrenzt möglich. All das war mir damals nicht bewusst, ich spürte nur, dass es nicht passte. Ich hatte eine Intuition, was anders sein sollte und habe versucht das umzusetzen.

Wirklich verstanden habe ich all das erst vor ein, zwei Jahren als ich mich mehr mit mir selbst, meinen Wünschen und meinen Werten auseinander gesetzt habe. Dieses Wissen über meine Werte gibt mir ein unheimlich gutes Gefühl. Ein Gefühl von Selbstvertrauen, ein Gefühl von Kontrolle und letztlich ein Gefühl von Zufriedenheit.

Finde Deine Werte - Finde deinen inneren Kompass für ein bewusstes Leben. | modernslow.com

Deine individuellen Werte

Deine Werte sind dabei vollkommen individuell – und nicht besser oder schlechter als meine Werte. Wir unterscheiden uns darin, welche Wichtigkeit wir bestimmten Werten beimessen. So mögen viele Menschen Familie als einen Wert von Wichtigkeit für sich identifizieren, aber die Auslegung umfasst das volle Spektrum – Ehe, Kinder, wie wir Familie überhaupt definieren, wie wichtig Familie im Vergleich zu unseren anderen Werten ist. Genauso verhält es sich mit Werten wie Karriere oder Geld. Diese anzustreben macht Dich nicht zu einem schlechten Menschen und es sind keine Werte für die Du Dich schämen solltest. Es liegt an Dir was Du mit diesen Zielen machst und wie Du sie verwirklichst. Vielmehr: zu verleugnen, dass Dir Deine Karriere am Herzen liegt, wird Dich auf Dauer unglücklich machen, da Du das Gefühl hast ein Teil von Dir kann oder darf sich nicht zeigen.

Es sind Deine Werte

Nochmal – denn der Punkt ist mir sehr wichtig: Deine Werte sind individuell und sie sind vor allem das: DEINE. Löse Dich von Anforderungen an Deine Werte, die andere an Dich stellen. Wünsche und Anforderungen von Menschen, die Dir viel bedeuten, können (und werden wohl auch) eine Rolle in Deinem Leben spielen. Aber im ersten Schritt löse Dich von all dem und forsche in Deiner Seele. Was willst Du? Nur Du? Ganz tief drin? In einem späteren Schritt ist die Herausforderung, Deine Werte mit den Anforderungen der Außenwelt in Einklang zu bringen – aber wenn Du Deine Werte kennst, werden sie Dir dafür als Kompass dienen.

Warum seine Werte zu kennen so wichtig für Minimalismus und ein bewusstes Leben ist

Nach dem Artikel ist denke ich klar, warum ich der Meinung bin, dass es erstrebenswert ist, die eigenen Werte zu kennen – ganz egal ob man nun minimalistischer leben möchte oder nicht. Minimalistisch zu leben kann außerdem in sich selbst ein Wert sein. Ich bin aber überzeugt, dass gerade wenn man nach Minimalismus strebt, den eigenen Werte eine besonders hohe Bedeutung zukommt. Minimalismus bedeutet Reduktion. Reduktion auf das Wesentliche. Sowohl was materielle Dinge angeht, als auch nicht materielle Dinge. Nur mit Deinen Werten kannst Du wissen, was wirklich wesentlich für Dich ist. Denn genau darauf kommt es an: was ist wesentlich für Dich. Deine Werte sind so ein Kompass, der dir hilft nach dem zu streben was essentiell ist für Dich und Dein Leben.

 

Dein Arbeitsbuch, um Deine Werte zu finden

Um Dir zu helfen Deine Werte zu identifizieren, habe ich ein 24-seitiges kostenloses Arbeitsbuch erstellt. Darin findest Du weiterführende Informationen und die Schritte, die ich benutze, um meine Werte zu finden.

 

Hast Du schon mal über Deine Werte nachgedacht?

Teile gerne Deine Erfahrungen in den Kommentaren.

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Wie ich Stress verbannt habe {Stress-Strategie #2: smarte Planung}

Zeit offline zu verbringen, To Dos zu streichen, Stressgefühle gar nicht erst aufkommen zu lassen, all das ist unheimlich wichtig für mein heutiges Leben. Aber das war nicht immer so. Immer mehr, mehr, mehr war für mich lange Zeit auch bei Projekten, To Dos und der täglichen Planung mein Credo. In dieser Beitragsreihe erfährst Du wie ich mein Leben nachhaltig entschleunigt habe und es geschafft habe, Stress aus meinem Leben zu verbannen. In diesem Beitrag stelle ich Dir meine zweite Stress-Strategie vor: smarte Planung.

 

Stress-Strategie 2: Smarte Planung

Für manche Leute ist Planung äquivalent zur Selbstkasteiung, für mich persönlich – und in meiner Lebenssituation mit Vollzeitjob, Blog, Kind und Partner – ist es schlicht überlebensnotwendig. Planung hilft mir den Kopf frei zuhaben und mich auf die Ausführung zu konzentrieren. Aber eben weil ich von Natur aus gerne plane, ist es wichtig, dass die Planung nicht zum Selbstzweck wird, sondern tatsächlich dazu beiträgt meinen Alltag zu verbessern und Stress nicht aufkommen zu lassen. Zudem, das wurde mir während meiner Ruhezeit klar: ich muss diszipliniert planen, denn ich neige dazu mir zu viel vorzunehmen.

Planen auf Etappen und mit Rotstift

Ich plane natürlich weiterhin, um den Überblick zu bewahren. Aber nun durchläuft meine Planung mehrere Iterationen, in denen ich immer wieder hinterfrage: kann ich das an diesem Tag, in dieser Woche realistisch schaffen? Oft hilft es schon, mir einfach nur zu überlegen, wie lange die einzelnen Aufgaben dauern. Wenn die Aufgaben länger dauern, als ich an einem Tag wach bin, ist offensichtlich meine Planung falsch. Nun klingt das ziemlich offensichtlich, aber – zumindest für mich – ist das ein häufiges Problem.

Zudem habe ich weitere Strategien entwickelt, mit denen ich meine Planung verbessere und so insgesamt smarter plane.

 

 Um Stress gar nicht erst aufkommen zu lassen, vertraue ich auf meine zweite Stress-Strategie: smarte Planung. Mehr dazu und meinen anderen Strategien auf Modern Slow |modernslow.com

Aufgaben hinterfragen

Im Zuge meiner Rotstift-Planung hinterfrage ich alle Aufgaben. Klar, als Erwachsener müssen wir oft Dinge erledigen, ohne dass wir wollen. Reifen wechseln, Steuererklärung, … Aber oft, häufiger als Du vielleicht denkst, stehen hinter unseren To Dos Annahmen, die wir uns selbst auferlegen und nie hinterfragen. Musst Du wirklich jeden Tag staubsauen? Musst Du wirklich jeden Tag einen Beitrag auf Social Media posten? Musst Du wirklich ein Fünf-Gänge-Menü am Familienweihnachtsessen servieren? Musst Du wirklich…? Vielleicht stellst Du fest, dass diese Aufgabe wirklich notwendig ist, dass die Aufgabe Dir wirklich wichtig ist. Oft steht hinter so mancher Aufgabe nichts anderes als falscher Perfektionismus. Hinterfrage also, ist diese Aufgabe wirklich wichtig? Ist sie Dir wirklich wichtig? Egal ob Haushalt, Blog, oder Arbeit, nach meiner Erfahrung ist die Antwort auf diese Frage erstaunlich oft nein.

Planungsspielraum einschränken

Gerade am Wochenende oder an Urlaubstagen steht uns mehr Zeit und mehr Flexibilität zur Verfügung, was oft dazu führt, dass wir uns viel zu viel vornehmen. An diesen Tagen sind wir oft so voller Tatendrang, dass wir am liebsten alles erledigen möchten. Damit nicht unnötige Aufgaben von meiner Freizeit und Familienzeit ablenken, schränke ich meine Planung für wenig wichtige Aufgaben bewusst ein. Für mich ist der Haushalt einfach nachrangig gegenüber Zeit mit meinen Liebsten, daher gilt am Wochenende die Prämisse: maximal 4 Ladungen Wäsche. Damit verhindere ich, dass ich nur mal schnell noch eine zusätzliche Ladung in die Wäsche werfe – die dann letztendlich nur mehr meiner wertvollen Zeit bindet, denn die Wäsche will ja schließlich in den Trockner geworfen und zusammengelegt und aufgeräumt werden. Toller Nebeneffekt: ich wasche insgesamt weniger, da durch die künstliche Beschränkung ein wesentlich höherer Anreiz besteht, Kleidung auszulüften und wieder zu tragen. Besser für die Umwelt und besser für meine Zeit.

Der Planung vertrauen

Ich habe viele To Dos, Termine, usw auf dem Schirm – wenn auch nicht alle. Das ist gut, quasi als Back-up zu meinem Planer, aber bringt auch mit sich, dass ich gedanklich schon oft bei den Terminen der kommenden Tage oder Woche bin. Das ist ein weiterer Grund warum meine Planung so wichtig ist. Wenn ich die Planung, inklusive den Rotstift-Runden gemacht habe, zwinge ich mich – ja manchmal muss ich mich wirklich zwingen – nicht mehr über die Planung und die To Dos nachzudenken. Ich vertraue stattdessen meiner Planung, und konzentriere ich mich darauf, das zu erledigen was für heute auf dem Plan steht – nicht mehr und nicht weniger.

 

Planst Du auch viel?

Bist Du auch ein chronischer Zu-viel-Vornehmer?

Benutzt Du einen Papierplaner oder ein digitales Tool?

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Wie ich Stress verbannt habe {Stress-Strategie #1: Selbsterkenntnis}

Zeit offline zu verbringen, To Dos zu streichen, Stressgefühle gar nicht erst aufkommen zu lassen, all das ist unheimlich wichtig für mein heutiges Leben. Aber das war nicht immer so. Immer mehr, mehr, mehr war für mich lange Zeit auch bei Projekten, To Dos und der täglichen Planung mein Credo. In dieser Beitragsreihe erfährst Du wie ich mein Leben nachhaltig entschleunigt habe und es geschafft habe, Stress aus meinem Leben zu verbannen. In diesem Beitrag stelle ich Dir meine erste Stress-Strategie vor: verstehe Dich und Deine Werte.

Alles auf Anfang

Nach der zweiten Episode hatte ich verstanden, dass ich grundlegend etwas in meinem Leben ändern muss. Dazu habe ich meine täglichen To Dos drastisch verringert: alles was nicht wirklich notwendig war, habe ich nicht mehr gemacht – für mehrere Wochen. Nach Wochen und Monaten mit viel zu vielen Aufgaben und To Dos, brauchte ich vor allem eines: Raum. Raum um zur Ruhe zu kommen, Raum um mich zu Erholen, Raum um darüber nachzudenken was mir wirklich wichtig ist, Raum um mir klar zu werden, wie ich weitermachen wollte.

Stress-Strategie 1: Verstehe wie Du tickst

Sich selbst zu kennen, klingt nach einer wenig spannenden Strategie. Auch ich habe diese Strategie lange nicht genutzt. Dabei bist Du es, der die Geschichte Deines Lebens schreibt. Du bist die Person, die zu viel oder zu wenig plant. Du bist die Person, die Deine Gedanken beeinflussen kann. Kurzum: Du bist der Schlüssel. Du kannst beeinflussen, ob Stress zu Deinem Leben gehört oder nicht.

Daher ist es wichig zu verstehen, was für eine Person Du bist. Dabei geht es nicht darum, Deine Schwächen und Unzulänglichkeiten zu finden. Schwächen sind letztendlich nur eine Auslegungssache.

Wirklich.

Beispiel gefällig?

Wie die meisten Frauen, habe ich lange von mir erwartet, dass ich etwas perfekt (oder nahezu perfekt) erledige. Nun kann ich das als Schwäche, nämlich Perfektionismus, einstufen, oder – wie in einem Vorstellungsgespräch – das ganze positiv darstellen: ich gebe gerne 100%. Klingt doch gleich ganz anders!

Nur: das Grundproblem hat sich nicht verändert. Egal wie ich diese Charaktereigenschaft beschreibe, das Ergebnis ist, das ich zu viel Zeit für Tätigkeiten oder Projekte verwende. Und das ist zwar verständlich, wenn es sich um Tätigkeiten handelt, die mir wichtig sind, aber leider komplett fehl am Platz, wenn es einfach nur darum geht, möglichst effizient den Haushalt zu organisieren.

Also nochmal: das Ziel ist es nicht, deine Schwächen zu identifizieren – und dich schlecht zu machen. Das Ziel ist es herauszufinden, welche Verhaltensweisen Dir im Weg stehen im Bezug auf Dein persönliches Stresslevel – und welche Deiner Eigenschaften Dir helfen können in Zukunft weniger Stress zu haben.

Eine Erkenntnis kann zum Beispiel sein, dass Du Pausen nur für Dich einplanen solltest, da Du sie sonst nicht machst.

Was ist mir wichtig?

Nach der zweiten Episode war es mir wichtig nicht nur die Symptome zu bekämpfen – zwei Wochen Pause, dann bin ich wieder erholt – sondern langfristig etwas zu ändern. Mir war klar, dass ich zu viele Ansprüche an mich stellte und das musste sich ändern, wenn ich wirklich nachhaltig weniger Stress empfinden wollte. In dieser Ruhezeit habe ich daher sehr viel darüber nachgedacht, was mir wirklich wichtig ist. Was sind Punkte, auf die ich nicht verzichten möchte und was sind Erwartungen und Ansprüche, von denen ich mich trennen kann.

Für mich persönlich ist das ganz klar der Haushalt. Ja, ich möchte, dass es ordentlich bei uns aussieht, aber ich bin einfach nicht bereit dafür meine wertvolle Zeit zu investieren. Alles was über einen bestimmten Umfang (dazu mehr in einer späteren Folge) hinausgeht, mache ich einfach nicht. Anders verhält es sich für mich was Kochen angeht. Ja, täglich zu Kochen kostet viel meiner Zeit und Energie, aber mir (uns – das ist eine Familienentscheidung) ist gesundes, von uns zubereitetes Essen wichtig, daher ist und bleibt Kochen ein Bestandteil unseres Alltags. Für Dich mag es sich ganz anders verhalten. Daher hinterfrage warum Du bestimmte Dinge in Deinem Alltag tust, und ob dies mit Deinen Werten übereinstimmt.

Um Stress nachhaltig aus Deinem Leben zu verbannen, ist es wichtig, Dir darüber klar zu werden, wer Du bist und was Dir wirklich wichtig ist. Einige Verhaltensmuster und Prioritäten werden Dir sofort klar werden, bei anderen wirst Du ein bisschen mehr Seelenforschung betreiben müssen. Nimm Dir die Zeit. Je besser Du verstehst, was Dir Steine in den Weg legt, desto besser kannst Du Dein Leben ändern, damit es gar nicht mehr soweit kommt.

 Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Du Stress verbannen kannst. Stress-Strategie 1: erkenne, wie Du tickst und was Dir wichtig ist. | modernslow.com

Gibt es Verhaltensmuster, die Dir immer wieder zum Verhängnis werden?

Planst Du regelmäßig Pausen nur für Dich ein oder ist das etwas, was Dir schwer fällt?