Warum Du (und ich!) eine Abendroutine haben sollten

Eine Abendroutine hilft mit dem Tag abzuschließen. | modernslow.com

Eine Morgenroutine zu etablieren, hat meinen Alltag unheimlich entspannt – und gleichzeitig meine Produktivität und Konzentration enorm gesteigert. Es gibt viele Gründe, die nahelegen, den Tag auch mit einer Abendroutine zu beenden. In diesem Beitrag stelle ich Dir diese Gründe für eine Abendroutine vor. Du erfährst auch, warum es mir bisher schwer fiel eine Abendroutine einzuhalten und mit welchen Strategien ich arbeite um nachhaltig eine Abendroutine einzuführen.

Gründe für eine Abendroutine

Die wohl größten Vorteile einer Abendroutine sind, dass wir leichter einschlafen und besser und erholsamer Schlafen. Warum beides erstrebenswert ist muss ich nicht erklären oder? So viel sei gesagt, ein erholsamer Schlaf ist unheimlich wichtig für unser Wohlbefinden, für unsere Konzentration und unsere Produktivität. Ähnlich wie bei der Morgenroutine tut uns (und unserem Gehirn) der routinierte Ablauf des Abends gut. Wir wissen genau was auf uns zukommt und müssen keine bewussten Entscheidungen mehr treffen. Die Routine ermöglicht es uns achtsam den Tag zu beenden. Unser Geist kommt zur Ruhe und wir entspannen uns – ideale Voraussetzungen, um gut einzuschlafen.

Wie könnte deine Abendroutine aussehen?

Eine Abendroutine kann all das umfassen, was Dir gut tut. Einzige Voraussetzung ist, dass es Dir wirklich hilft zur Ruhe zu kommen. Bewegung tut und gut und hilft, dass wir abends gut einschlafen können. Aber ein anstrengendes Workout kurz vor dem ins Bett gehen ist eher nicht geeignet, da das das Einschlafen oft schwieriger macht. Stattdessen empfiehlt sich eine entspannende Yoga-Sequenz oder eine kurze Meditation. Auch schön: ein gutes Buch lesen – so lange es Dich nicht dazu verleitet länger wach zu bleiben als Du eigentlich wolltest…

Ebenfalls wichtig: kein Smartphone. Das blaue Licht aktiviert unser Gehirn und inhibiert die Melatonin-Ausschüttung (das Hormon, das uns schläfrig macht) – also etwas, was wir gerade am Abend nicht wollen. Zudem: ähnlich wie bei der Morgenroutine tut es uns und unserem Geist gut, wenn wir ohne äußere Einflüsse den Tag beenden können – ohne Nachrichten, ohne Likes, ohne soziale Vergleiche.

Eine Abendroutine hilft Dir den Tag achtsam und entspannt zu beenden. | modernslow.com

Warum ich Schwierigkeiten hatte eine Abendroutine zu etablieren

In meinem Kopf weiß ich, wie gut eine Abendroutine wäre, und doch habe ich lange Zeit damit gekämpft eine Abendroutine wirklich nachhaltig einzuführen. Die Abendstunden sind meine Zeit. Abgesehen von der einen Stunde am Morgen, die mit Yoga und Schreiben gefüllt ist, sind die Stunden nachdem mein Sohn ins Bett gegangen ist, meine Freizeit. Egal ob Zeit mit meinem Mann, Zeit für Modern Slow, Zeit für mich oder – wenn auch sehr eingeschränkt – Hausarbeit, all das findet in diesem Zeitfenster statt. Und ja, das fühlt sich oft einfach viel zu kurz an! Da fällt es schwer, Zeit freizuschaufeln, um eine Abendroutine durchzuführen – noch dazu, wenn ich weiß, dass ich nicht zu spät ins Bett gehen sollte, um mein Schlafpensum zu bekommen.

Meine Strategien und Tricks

Mein Helferlein: mein Smartphone

Ja, paradoxerweise hilft mir mein Smartphone dabei eine Abendroutine einzuhalten. Mein iPhone hat eine tolle Funktion, die mir unheimlich hilft bei der Abendroutine (liebe Android-User: wenn es so etwas bei Euch auch gibt, kommentiert gerne oder schreibt mir eine Nachricht, dann füge ich diese Info in diesen Beitrag hinzu). Das Tool heißt Schlafenszeit und ist bei der Wecker/Uhr Funktion zu finden. Du kannst einstellen, von wann bis wann Du schlafen willst, und Dein iPhone erinnert Dich x Minuten vorher (und stellt automatisch einen Wecker). Genial. Mir war vorher gar nicht bewusst, an wie vielen Tagen ich die Uhr nicht im Blick hatte und deshalb zu spät ins Bett kam (und die Abendroutine aus Zeitgründen gestrichen habe). Dank dieses kleinen Tools werde ich nun rechtzeitig an meine Schlafenszeit erinnert. Bin ich immer im Bett, wenn ich es auch sein möchte? Nein, bei weitem nicht. Aber im Schnitt schaffe ich es deutlich früher ins Bett, und das ist immerhin etwas.

 

Mehr Zeit einplanen als nötig

Meine Schlafenzeit-Erinnerung kommt 30 Minuten bevor ich im Bett sein will. Das ist viel länger als ich für meine aktuelle Abendroutine benötige. Aber ich habe festgestellt, dass mich ein kürzeres Zeitfenster schlicht und einfach nervt. Eben weil mir die Abendstunden so wichtig sind, möchte ich mich nicht durch meine Abendroutine gegängelt oder gestresst fühlen. Außerdem ist das auch der Hinweis, dass ich spätestens ab diesem Signal nicht mehr auf Social Media unterwegs bin.

Schreiben als Teil der Abendroutine. | modernslow.com

Weniger ist mehr – gerade wenns schwer fällt

Meine aktuelle Abendroutine ist das absolute Minimum und dauert nur ein paar Minuten. Nachdem ich im Bad war, setze ich mich kurz ins Bett und schreibe ein paar Zeilen. Wenn ich das Gefühl habe, dass meine Gedanken besonders unruhig sind, meditiere ich kurz. Wenn ich mich besonders verspannt fühle, mache ich noch ein paar sanfte Yogaübungen im Bett. Und dann Licht aus und gute Nacht – denn meistens bin ich zu diesem Zeitpunkt einfach nur müde (ich stehe ja um 5.00 Uhr auf…). Yoga finde ich einen tollen Bestandteil einer Abendroutine, aber für mich war es bisher nicht umsetzbar, Yoga in die Routine zu integrieren. Wenn ich abends Yoga mache, dann direkt nachdem mein Sohn im Bett ist, bevor ich zu meinem eigentlichen Abendprogramm übergehe.

Meine Abendroutine ist sehr kurz und einfach gehalten. Dennoch spüre ich wie sehr es mir gut tut, dass die letzten Minuten vor dem Schlafen immer gleich ablaufen. Wenn auch Du bisher Schwierigkeiten hattest, eine Abendroutine zu etablieren, kann ich Dir nur empfehlen klein anzufangen (wiederum: don’t let the perfect be the enemy of the good).

 

Hast Du eine Abendroutine?

Gehst Du auch immer später ins Bett als Du willst (oder solltest)?

Wie sähe Dein perfekter Abend aus?

 

 

Katharina

Katharina hilft Dir, Dein Leben bewusst zu leben, so dass Du es in vollen Zügen genießen kannst. Auf Modern Slow schreibt Katharina über all das was zu einem einfachen und bewussten Leben im Hier und Heute gehört. Ohne Esoterik, ohne Dogmatik, dafür mit Herz und echten Erfahrungen.

6 Comments

  1. Kerstin

    Liebe Katharina,
    toll, dass du das Abendritual thematisiert! Seid ein paar Wochen habe ich auch eines eingeführt: in einen kleinen Kalender schreibe ich für jeden Tag 3 kleine oder große Glücksmomente für mich auf.
    Das zaubert sofort ein Lächeln aufs Gesicht und ich komme zur Ruhe.
    Danke für deine Inspirationen!
    Kerstin

    • modernslow

      Liebe Kerstin,
      das klingt nach einem sehr schönen Abendritual. Etwas ähnliches mache ich auch, wenn ich abends schreibe.
      Einen schönen Abend Dir!
      Liebe Grüße
      Katharina

  2. Liebe Katharina,

    ich finde den Gedanken an eine Abendroutine einen sehr spanennden und überlege ernsthaft, mir ebenfalls eine anzueignen. Aktuell schaue ich gemeinsam mit Mr. Grünzeug abends Dokus, bei denen wir es uns richtig gemütlich machen, bevor wir ins Bett gehen. Das ist vielleicht auch nicht immer das Ideale wegen des Lichts und der lauten Geräusche zwischendrin (und manchmal würde ich mir wünschen, wir würden einfach ganz altbacken etwas lesen 😉 ), aber es ist der beste Kompromiss, um gemeinsam Zeit zu verbringen (wir diskutieren auch immer über den Inhalt des Gesehenen) und gleichzeitig etwas zu lernen, während man ein wenig zur Ruhe kommt.

    Vielleicht ändert sich unser Ritual irgendwann einmal in eine etwas bewusstere und langsamere Form wie der deinen, aber aktuell läuft das ganz gut (denn von Dokus kann man auch schnell und effektiv müde werden… 😉 ).

    Liebe Grüße
    Jenni

    • modernslow

      Liebe Jenni,
      ich liebe Dokus und finde sie eine großartige Möglichkeit etwas zu lernen (mir geht es da wie dir) und dabei zu entspannen.
      Die Paarzeit ist für mich auch genau der Grund, warum ich mir einfach keine 30-minütige Abendroutine im Moment vorstellen kann.
      Ich finde, das wichtigste was man aus der Idee der Abendroutine mitnehmen kann, ohne gleich eine eigene zu starten, ist das Bewusstsein, sich mit den wichtigen Dingen (wie z.B. dem Partner und den eigenen Interessen) zu umgeben, und nicht bei einer schlechten Serie oder auf Social Media zu versumpfen und dann latent unzufrieden ins Bett zu gehen.
      Liebe Grüße
      Katharina

  3. Liebe Katharina,

    vielen Dank für diesen tollen Beitrag.
    Ich benötige dringend eine Abendroutine, denn meine Abende stressen mich vermehrt und daran ist nicht mal meine einjährige Tochter Schuld, sondern schlicht und einfach ich selbst.
    Eine Zeit lang habe ich mein Handy abends um 21 Uhr ausgestellt. Das hat so gut getan und trotzdem habe ich mir dieses Ritual wieder abgewöhnt. Ab morgen werde ich wieder darauf achten (für heute ist es schon zu spät) und mir überlegen, welche Abendroutine für mich passen könnte.
    Liebe Grüße
    Nanni

    • modernslow

      Liebe Nanni,
      vielen Dank, dass Du Dir trotz der vorangeschrittenen Stunde die Zeit für Deinen Kommentar genommen hast.
      Es freut mich sehr, dass ich Dich mit dem Beitrag inspirieren konnte.
      Die Handy-freie Zeit am Abend kann ich Dir nur empfehlen!
      Denk daran, wie gut es Dir getan hat, und nicht daran, dass Du es nicht durchgezogen hast.
      Ich bin sicher, Du schaffst es heute abend!
      Liebe Grüße
      Katharina

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